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Thema: Steigender PSA-Wert

  1. #21
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    Telefonisch wurde mir das Biobsie-Ergebnis 6 Tage später von der Martini-Klinik mitgeteilt. Auch heute kann ich sagen, dass ich die Biobsie an sich sehr gut vertragen und überstanden habe.


    Jetzt habe ich den schriftlichen Befund erhalten!

    Die für mich unverständlichen Aussagen habe ich rot gekennzeichnet. Besten Dank für zusätzliche Informationen dazu.

    Befund/Ergebnis der Kontrollbiopsie:


    Untersuchung: Kognitive Biopsie


    Diagnosen: Prostatakarzinom Gleason 3+3 in 2 von 15 Stanzen Apex rechts (< 1mm). Erstdiagnose des Prostatakarzinoms 03/2018 Gleason 3+3, 0,2 mm, 1 von 13 Stanzen Apex links.


    Beurteilung: Die Biopsien zeigten malignes Prostatakarzinomgewebe in 2 der 15 Entnahmeorte, 06 Apex re 3+3, 07 Apex re 3+3


    Prostatavolumen 30 ccm


    Das MRT der Prostata (03/2018) zeigt ein tumorsuspektes Areal im Bereich des Apex links (PI-RADS 4) sowie flächige difuse Veränderungen beidseits.


    Die entnommenen Stanzen zeigten kleinste Herde eines Prostatakarzinoms von jeweils 0,2 mm und 0,5 mm im Bereich des Apex rechts (Biopsie 03/2018: 1 von 13 Apex links Gleason 3+3, 0,2mm).




    Bei einer Prostatagröße von 30 cmm und 15 entnommenen Stanzen ist von einer sehr guten Aussagekraft der Biopsie auszugehen. Somit ist die Weiterführung der aktiven Überwachung in erster Linie zu empfehlen. Bei weiterhin stabilem PSA-Verlauf empfehlen wir eine nächste Biospie in ca. 3 Jahren.




    Befundbericht/Labor:
    06 Apex rechts: Adenokarzinom (Gleason 3+3 = 6), Tumorausdehnung 0,2mm (1,0%)
    07 Apex rechts: Adenokarzinom (Gleason 3+3 = 6), Tumorausdehnung 0,5mm (2,1%)


    Tumorbefall in 2 von 15 Entnahmen, Gleason 3+3 = 6. Tumorausdehnung insgesamt 0,7 mm (1,6% der betroffenen Stanzzylinder. Kein perineurales und/oder extraprostatisches Tumorwachstum.


    Fazit:
    Für mich in erster Linie beruhigend und auch wenn mein Urologe dies anders sieht, möchte ich die aktive Überwachung weiter fortsetzen.

    Mein Urologe rät mir zu einer baldigen OP in der Martini Klinik, diese oder eine andere Therapie (z. B. Bestrahlung) wären für mich auf Sicht unumgänglich und je früher desto besser wären die Erfolge bzw. hätte ich mit geringeren Nebenwirkungen (Kontinenz, Impotenz) zu rechnen. Meine Aussichten auf einer komplette Heilung wären jetzt noch sehr gut.


    Wie geschrieben habe ich mich vorerst für eine Fortsetzung der Aktiven Überwachung entschieden und möchte die PSA-Entwicklung abwarten. Zudem soll ich in eine Studie aufgenommen werden. Darüber habe ich bisher keine weitere Informationen aus der Martini-Klinik erhalten.


    Frage:
    Ist eine Zweitmeinung, Begutachtung der Entnahmen, empfehlenswert?


    Weitere Einschätzungen und/oder Empfehlungen? Vielen Dank!

  2. #22
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    Es gibt unter dem gelben Link oben "Begriffe und Abkürzungen", da findest Du Unterstützung.
    malign = bösartig
    Adenokarzinom = Krebs
    perineural = in die Nerven innerhalb der Prostata eingedrungen
    extraprostatisch = außerhalb der Prostata

    Ja, Du kannst aktive Überwachung machen, obwohl strenggenommen nur bei einer positiven Stanze und Du hast zwei. Der Urologe hat Dich der Martini-Klinik "zugewiesen" und möchte, dass es dort weitergeht.

    Georg

  3. #23
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    Hallo Georg,

    der/mein örtlicher Urologe hat mich nicht der Martini-Klinik zugewiesen, sondern ich bin dort "aus eigenem Antrieb" gelandet. Aber evtl. erforderliche weitere Therapien, insbesondere eine OP, würde ich in der Martini-Klinik durchführen lassen. Das weiß und akzeptiert bzw. befürwortet er.


    Die Ärztin in der Martini-Klinik habe ich auf die Anzahl der positiven Stanzen angesprochen, insgesamt, aus beiden Biobsien sind es drei. Sie sagt, dass die positiven Stanzen aus unterschiedlichen Biobsien nicht addiert werden und die positiven auch immer in Relation zu der Gesamtzahl zu sehen wären. 2 von 15 wären für eine Aktive Überwachung in Ordnung.

  4. #24
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    Aktive Überwachung ist hier durchaus möglich, wie ja auch die Ärzte der Martiniklinik schreiben. Hat der Urologe denn seit der Diagnose auch immer auf eine Op gedrängt? Das würde doch zeigen, dass er dem PSA-Wert nicht vertraut! Warum jetzt operieren, wenn man(n) das bislang aus gutem Grund vermieden hat? Ich persönlich würde allerdings wahrscheinlich an meinen Nerven scheitern...leider war ich aber nie in der Position, diese Entscheidung treffen zu müssen.

    Viele Grüße
    Achim

  5. #25
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    Zitat Zitat von buschreiter Beitrag anzeigen
    Ich persönlich würde allerdings wahrscheinlich an meinen Nerven scheitern..
    Übung- und etwas Gewohnheitssache. Die zwischenzeitlichen PSA-Bestimmungen, bis das Ergebnis vorliegt, kosten mich auch einige Nerven.
    Insbesondere die Ärztin aus der Martini-Klinik versteht es (mir) Vertrauen und Mut zu geben. "Eine Therapie, egal welcher Art, wäre zurzeit eine Übertherapie."
    Bei meinem Urologen aber auch bei anderen Ärzten erleb(t)e ich dies häufig anders (nicht nur auf Prostatakrebs bezogen). Diese zeichnen gerne zuerst das schlimmste Szenario. Mehrfach war dies in der Vergangenheit daneben, u. a. bei der Geburt unseres Ältesten oder vor wenigen Jahren unserer ersten Enkelin.

    Vor einer OP habe ich überhaupt keine Angst, nur vor den evtl. (?) folgenden Nebenwirkungen. Mein größter Wunsch ist es um eine OP - mein lebenlang - herumzukommen ohne andere Auswirkungen ertragen zu müssen. Ob es klappt? Sicher bin ich mir keinesfalls.

    Ohne dieses Wissen um ein Prostatakarzinom in mir, würde es mir bestens gehen, ich fühle mich körperlich total fit und genieße mein Leben.

    Den richtigen Zeitpunkt für ein evtl. doch erforderliches Handeln möchte ich dennoch nicht verpassen.

  6. #26
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    Kann Deine Entscheidung zur aktiven Überwachung (AS) klar unterstützen. Auch mit 2 positiven Stanzen bist Du gemäss Leitlinie immer noch ein idealer Kandidat für die AS.
    Dass jetzt schon in 2 Biopsien innerhalb von einem Jahr (total 28 Stanzen) kein Gleason 4 Anteil gefunden wurde, erhöht nochmals die Chance, dass die AS das ganze restliche Leben hält.

    Viele Grüsse
    Tritus

  7. #27
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    Nein, ein idealer Kandidat ist Jens nicht. Die Leitlinie verlangt T2a (nur eine Seite befallen). Die 1. Biopsie fand etwas im Apex rechts, die 2. im Apex links. Es kann natürlich sein, dass eine Nadel bei 2cm Länge zwar in die eine Seite gestochen wird, aber in der anderen endet. Wenn dann nur 0,2mm betroffen sind, stellt sich die Frage, an welchem Ende. Ich vermute, dass das nicht dokumentiert ist (denn es wäre nur für AS oder fokale Therapie sinnvoll, in der Regel wird aber immer total operiert). Auch besteht bei der Kleinheit Hoffnung, dass die Nadel den ganzen Herd herausbiopsiert hat.
    Gerade die Kleinheit und die Tatsache, dass 3 verstreute Herde gefunden wurden, sprechen eher für T2c. Die Ärztin der Martiniklinik wendet die Leitlinie nur schematisch an.

    Die Leitlinie sagt aber auch, dass international die Kriterien für AS (gleich "insignifikantes" PCa) sehr uneinheitlich sind wegen mangelnder Vorhersagekraft. Man kann daher individuell abweichen. Es gibt sogar die Ansicht, dass Gleason 3+3 nicht als PCa zu betrachten ist. Dazu muss man aber sehr sicher sein, dass kein 4er-Anteil vorhanden ist. Das wäre hier gegeben. Komorbidität (Herzschrittmacher) spricht auch für AS.
    Eine weitere engmaschige Überwachung ist ohnehin vorgesehen. Statt weiteren Rebiopsien würde ich nach ein oder zwei Jahren mpMRT durchführen lassen und dann zusammen mit dem PSA-Wert entscheiden. Es ist irrelevant, ob weitere Biospien kleine oder kleinste Gleason-3-Stellen finden - ein eventueller Gleason-4 muss gezielt gefunden werden.

  8. #28
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    Zitat Zitat von obelix Beitrag anzeigen
    Hallo Georg,

    der/mein örtlicher Urologe hat mich nicht der Martini-Klinik zugewiesen, sondern ich bin dort "aus eigenem Antrieb" gelandet. Aber evtl. erforderliche weitere Therapien, insbesondere eine OP, würde ich in der Martini-Klinik durchführen lassen. Das weiß und akzeptiert bzw. befürwortet er.


    Die Ärztin in der Martini-Klinik habe ich auf die Anzahl der positiven Stanzen angesprochen, insgesamt, aus beiden Biobsien sind es drei. Sie sagt, dass die positiven Stanzen aus unterschiedlichen Biobsien nicht addiert werden und die positiven auch immer in Relation zu der Gesamtzahl zu sehen wären. 2 von 15 wären für eine Aktive Überwachung in Ordnung.
    Mann, Mann, Mann das Wort heisst: Biopsie!

  9. #29
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Nein, ein idealer Kandidat ist Jens nicht. Die Leitlinie verlangt T2a (nur eine Seite befallen). Die 1. Biopsie fand etwas im Apex rechts, die 2. im Apex links.
    Das kann und wird wohl auch unterschiedlich interpretiert werden können. Genausowenig wie man die Anzahl Stanzen bei beiden Biopsien zusammenzählt für die Eignung einer AS wird auch nicht eine Stanze links (1. Biopsie) und eine Stanze rechts (2.Biopsie) zu einem T2c.

    Auch ist es für mich nicht ganz klar ob ein PCa mittels Biopsie gefunden nicht so oder so erst mal per Definition ein T1c ist. Zumindest bei einigen in myprostate.eu sind viele Biospie Ergebnisse mit T1c klassifiziert obwohl befallene Stanzen links und rechts gefunden wurden.

    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Es ist irrelevant, ob weitere Biospien kleine oder kleinste Gleason-3-Stellen finden - ein eventueller Gleason-4 muss gezielt gefunden werden.
    Für die weitere Entscheiden über Weiterführung der AS ist das richtig. Rein wahrscheinlichkeitsrechnerisch betrachtet sind kein Gleason-4 in 28 Stanzen besser einzuschätzen als kein Gleason-4 in nur 12 Stanzen.[/QUOTE]

  10. #30
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    Tritus, ich zitiere mal einen Auszug aus TNM:
    T1 Klinisch nicht erkennbarer Tumor: Weder tast- noch sichtbar
    T1a: Prostatakarzinom in <5% des untersuchten Präparats (z.B. Resektionsspäne nach TURP)
    T1b: Prostatakarzinom in >5% des untersuchten Präparats
    T1c: Prostatakarzinom in Stanzbiopsie bei nicht-tastbarem Tumor
    T2 Auf die Prostata beschränkt, Prostatakapsel intakt
    T2a: Befall von <50% eines Seitenlappens
    T2b: Befall von >50% eines Seitenlappens
    T2c: Befall beider Seitenlappen
    PIRADS 4 und gezielte Biopsien schließen T1 aus.
    Siehe auch cccf_kkr_kodierhilfe_prostatakrebs.pdf
    Dort steht: T2c (statt T1c) nur wenn PCa in beiden Lappen tastbar. Natürlich darf dann kein positives MRT oder PET/CT vorliegen.

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