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Thema: Was sagt man zu einem Krebspatienten (besser nicht)

  1. #31
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    "Wie geht es Dir?"

    Ich halte es weiterhin so, dass nur der engere Kreis über meine Krankheit informiert wird.
    Dadurch muss ich nicht blöde Antworten einstecken.

    Ausnahmen:
    - Wenn ich jemanden helfen kann.
    - Wenn ich einen Vorteil für mich sehe.

    Zu Punkt 2: Deswegen hatte ich mich der UNI Kiel zur Verfügung gestellt.
    Auch in diesem Forum versuche ich meinen Anonymus „Hrtmut S“ aufrecht zu erhalten.
    Nur meine Freunde aus dem Forum kennen meinen richtigen Namen.

    Ansonsten halte ich es wie Michi und Christine.
    Einfach nur das Leben genießen, solange es noch geht.
    Jammern darf ich hier dann später . . .

    Sicherlich werden Vorerkrankungen eine Rolle spielen, wie man mit seiner neuen Erkrankung umgeht.
    Ob Hirntumor, oder wie bei mir die Fibrose.
    Bei diesen Diagnosen wurde bereits mit dem Leben abgeschlossen.
    Am Ende sagt man sich, es kann nur besser werden!

    Gruss
    hartmut

  2. #32
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    rolando, Mit meinen Bemerkungen will ich nur aufrütteln. Vielleicht denkt der eine oder andere nicht immer ganz so negativ.

  3. #33
    Harald_1933 Gast
    Hallo everybody,

    von Anfang an war ich auskunftsfreudig und bereit, vernuenftige oder besser verstaendliche Erklaerungen abzugeben, wenn man mich fragte, wie es mir geht. Inzwischen bekommen auch Insider auf diese Frage den allseits bekannten Spruch: "Am liebsten gut" von mir zu hoeren. Und Maennern erwidere ich schon mal: "Gestern gings auch nicht" und alle wissen, was ich damit ausdruecken will oder wollte. Ansonsten habe ich das Wort kaempfen, was den Tatbestand PCa zu haben, zumindest was mich selbst betraf, nie in den Mund genommen. Von Anfang wollte ich es ohnehin nie wahrhaben, wirklich Prostatakrebs zu haben. Eine gewisse Gelassenheit ob meiner positiven Einstellung zum Leben, hat mir dabei geholfen, bislang eigentlich nie ernsthaft an ein vorzeitiges Ableben wegen PCa gedacht zu haben. Und das sollte hoffentlich auch noch lange Zeit so anhalten.

    Beste Gruesse aus einem heute durchweg sonnigen Urlaubsland, wobei ein Ruhestaendler ohnehin fast immer in Urlaub ist.

    Harald

  4. #34
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    Von Anfang wollte ich es ohnehin nie wahrhaben, wirklich Prostatakrebs zu haben. Eine gewisse Gelassenheit ob meiner positiven Einstellung zum Leben, hat mir dabei geholfen, bislang eigentlich nie ernsthaft an ein vorzeitiges Ableben wegen PCa gedacht zu haben.
    Harald,

    mit einem Gleason 7a und T2a N0 M0 wie bei dir besteht auch kein Anlass, an ein vorzeitiges Ableben zu denken.
    Wie wäre es dir mit Andis Diagnose ergangen?
    Mir scheint, dass hier so mancher Haustierkrebshalter genauso undifferenziert denkt wie die meisten Menschen, die PCa für harmlos halten, weil Onkel Otto damit 90 geworden ist.
    Es macht halt auch in der Empfindlichkeit einen Unterschied, ob man mit Ende 60 einen Haustierkrebs bekommt oder mit 51 einen Raubtierkrebs, der schon die Knochen befallen hat.

    @ alle, die sich angesprochen fühlen:
    Ich möchte euch "Helden der Gelassenheit" hören, wenn die PSA-Werte steil ansteigen und die Therapien knapp werden. Ob dann auch noch die Rede von Selbstmitleid und Larmoyanz ist?

    Detlef

  5. #35
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    Hallo Christine,
    vor kurzem antwortete mir ein Bekannter auf meine Frage.: Wie geht es dir und deiner Frau ? "www" Wir wurschteln weiter! Ist sicher als Antwort
    auch geeignet und abgeleitet von "World Wide Web" der Bekannte ist oft im Internet. Was man aus Abkürzungen alles ableiten kann.

    Gruss Konrad

  6. #36
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    Zitat Zitat von Muggelino Beitrag anzeigen
    @ alle, die sich angesprochen fühlen:
    Ich möchte euch "Helden der Gelassenheit" hören, wenn die PSA-Werte steil ansteigen und die Therapien knapp werden. Ob dann auch noch die Rede von Selbstmitleid und Larmoyanz ist?
    Detlef
    Zitat Hartmut:
    Jammern darf ich hier dann später . . .
    Alles gut?

    Gruss
    hartmut

  7. #37
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    81
    ich weiss natürlich nicht wie es anderen geht,aber mit der diagnose im februar 2014 hat sich mein leben und vor allem meine einstellung massiv geändert.

    zurst nur noch kurzfristiges denken, wie lange noch etc.

    versuch die sache in den griff zu bekommen mit einer anderen therapie die nicht den gewünschten erfolg gebracht und schlussendlich eine prostata sektomie im mai 2016. dazumal habe ich dem tod ins auge geblickt, nicht meinem eigenen, sondern dem langsamen sterben meiner frau mit brustkrebsmetasen. elendige sache ihr sterben. schlussendlich ist sie von uns gegangen am 2.juli 16.

    nun, im anschluss an meine op, hatte ich genau die probleme die nicht wollte. 100% inkontinenz und teilweise impotenz, so la la halt.
    seit februar 2017 habe ich einen künstlichen schliessmuskel der mich grösstenteils trocken hält.

    obwohl ich normal leben kann, arbeite etc viel reise wenns geht, habe ich trotzdem den eindruck von mir das ich wertlos bin und was einfach ein wichtiger aspekt ist, sehe ich heute das alles ein ende hat und mir irgendwie die zeit wegläuft.

    meine umwelt weiss das ich krebs hatte, meine freundin auch, aber das selbstwertgefühl von früher kann mir keiner zurückgeben. ich bin auch nicht auf mitleid aus.

    das markandeste ist aber meine einstellung gewissen dingen gegenüber. wo ich mich früherangepasst haben, sage ich heute, ihr könnt mir a.A. lecken. interessiert mich einfach nicht mehr.

  8. #38
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von Muggelino Beitrag anzeigen
    Harald,

    mit einem Gleason 7a und T2a N0 M0 wie bei dir besteht auch kein Anlass, an ein vorzeitiges Ableben zu denken.
    Wie wäre es dir mit Andis Diagnose ergangen?
    Mir scheint, dass hier so mancher Haustierkrebshalter genauso undifferenziert denkt wie die meisten Menschen, die PCa für harmlos halten, weil Onkel Otto damit 90 geworden ist.
    Es macht halt auch in der Empfindlichkeit einen Unterschied, ob man mit Ende 60 einen Haustierkrebs bekommt oder mit 51 einen Raubtierkrebs, der schon die Knochen befallen hat.

    @ alle, die sich angesprochen fühlen:
    Ich möchte euch "Helden der Gelassenheit" hören, wenn die PSA-Werte steil ansteigen und die Therapien knapp werden. Ob dann auch noch die Rede von Selbstmitleid und Larmoyanz ist?

    Detlef
    Moin Detlef,

    Du bringst erstmals in diesen Thread (thread) GS ins Spiel. Den schriftlichen Verdacht auf PCa des damaligen Urologen-Guru Prof. Alken hatte ich dem Papierkorb uebergeben. Erst auf Bitten meiner Frau liess ich in einem anderen Klinikum die Biopsie vornehmen, um danach 2 Jahre lang trotz ueber 17 ng/ml PSA-Wert nichts dagegen zu unternehmen. Sei also versichert, dass auch GS 8 oder 9 mich nicht haette verzweifeln lassen. Deine Gegenueberstellung Harald_1933 und LowRoad (Andi) hinkt aus meiner Sicht. Ich habe mich von Anfang an auskunftsbereit gezeigt, wenn man mich nach dem bestaetigten Prostatakrebs und meinen Aktivitaeten befragte.

    Sehr viel spaeter, als ich durch den Besuch der SHG-Prostatakrebs Rhein-Neckar schon mehr um das Geschehen PCa wusste, ging ich auch gern ins Detail auf Rueckfragen. Haustierkrebs oder Raubtierkrebs sollte mittlerweile als abgedroschen gelten. Zu viele Imponderabilien um das Krebsgeschehen herum, verhindern oder belasten klare oder zuversichtliche Aussagen. Ich habe mich schlicht damit abgefunden, dass es auch bei mir noch einmal zu einem behandlungsbeduerftigen Rezidiv kommen koennte.

    Inzwischen geniesse ich das Leben und Du, lieber Detlef, solltest mir das nicht verargen.

    Gruss Harald

    P.S.: Weil es ja nun darum geht, was man einem an PCa erkrankten Mann besser nicht z. B. troestend sagen solte, so seid versichert, von mir kaemen keine verschwafelten Beruhigungspillen, sondern sachliche um Aufklaerung bemuehte Worte.

  9. #39
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    Kreuzchen im Kalender

    Zitat Zitat von Harald_1933 Beitrag anzeigen
    Weil es ja nun darum geht, was man einem an PCa erkrankten Mann besser nicht
    z. B. troestend sagen solte, so seid versichert, von mir kaemen keine verschwafelten
    Beruhigungspillen, sondern sachliche um Aufklaerung bemuehte Worte.
    Lieber Harald
    Es freut mich, dass Du in diesem Punkt gelernt hast.

    Mir bei bekanntem GS9 mit Metastasen bis zum Hals und kurzer PSA-Verdoppelungszeit,
    also einem "Raubtier", ein 15-jähriges Überleben zu profezeien, ging damals schon eher
    in Richtung einer "verschwafelten Beruhigungspille".
    Immerhin hab mit innovativen Therapien das Raubtier am Ausbruch aus dem Zwinger
    hindern können und dadurch bereits die Hälfte dieses Zeitraumes geschafft,
    was ich selbst damals nicht erwartet hatte.

    Generell sind solche Kreuzchen im Kalender wenig hilfreich, egal, ob man sie selbst eintrage,
    ob sie von Doktoren oder interessierten Laien kommen,
    und ob sie pessimistisch oder optimistisch gesetzt werden.


    Mit einem Gruss aus den nasskalt-stürmischen Voralpen
    an deinen fernen, wohl sonnig-warmen Strand ohne ü-Puenktchen.

    Konrad

  10. #40
    Harald_1933 Gast
    Moin Konrad,

    in Sachen PCa habe ich in der Tat sehr viel dazu gelernt, aber auch meine damalige Meinung zu Deiner 15-jaehrigen Ueberlebenschance war damals durchaus begruendet. Hatte ich doch einen Arzt aus dem Bekanntenkreis mit einem PSA von ueber 6000 ng/ml, dem die Aerzte nur noch 4 Wochen einraeumten und der noch, nachdem sein Sohn ihn aus dem Klinikum abgeholt hatte, noch ueber 10 Jahre am Tegernsee verbrachte. Das war wohl Anlass, auch Dir eine solche Zeitspanne in Aussicht zu stellen, und ich freue mich, dass Du schon auf dem Weg dahin bist, diese Zeitspanne moeglicherweise zu uebertreffen. Ob hilfreich oder nicht; auf jeden Fall moechte ich vermeiden, dass es das Geschmaeckle von unausgegorener Wichtigtuerei bekommt. Man sollte es eher meinem Optimismus zugutehalten.

    Nasskalt und stuermisch ist weniger gut, aber der Schnnee wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. In Bentota war eben 29 Grad bei strahlendem Sonnenschein, und morgen gehts nach Mirissa, aber nicht zum whalewatching, sondern Urlauber aus Ludwigshafen dort besuchen.

    Gruss Harald

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