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Thema: PSA 8.9 und positives MRI, wie geht es weiter?

  1. #31
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    Hallo Eric,

    das Kriterium für Nerverhalt ja/nein ist nicht die Therapie, sondern ob der Krebs die Prostatakapsel in der Region infiltriert hat, die dem Nervenbündel gegenüberliegt. Der Abstand zwischen beiden beträgt etwa 5 mm. Die Präzision, mit der die Strahlen appliziert werden können, wird bei Photonen- wie bei Protonenbestrahlung mit 0,5 mm angegeben, vorausgesetzt, die Prostata hällt so lange still. Wenn das Kriterium für den Nerverhalt nicht erfüllt ist, geht bei beiden Therapien Heilung vor Potenzerhalt.

    Ralf

  2. #32
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    Ich habe damals Leben vor Potenz vorgezogen. Mit 67 kann man auch damit Leben. Zum Arzt der mir das gesagt habe wurde geantwortet, ich kann das mit gutem Essen ausgleichen. Ich glaube ich hab im Leben bis jetzt nichts versäumt und kann es noch lange Erleben. Es gibt schlimmeres.

  3. #33
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    Tja Michi, das würde ich vielleicht auch so sehen mit 67 aber ich bin aktuell 52 und sehe das als ein großen Einschnitt in meinem Leben. Natürlich geht Heilung vor Spaß aber sicher nicht vor Lebensqualität. Und das Problem bei unserem Krebs ist ja keiner kann wirklich sagen wie es weiter geht wenn du nichts tust oder? Also jetzt behandeln, hoffentlich nicht rezidiv sein, auf ein großes Stück Lebensqualität verzichten lange leben, oder rezidiv sein und weiter weniger Lebensqualität haben und weiter kämpfen oder nichts tun und lange leben und an etwas anderem sterben. So ein krebs braucht ja noch so seine Zeit bis er dich hinrichtet. Ich hatte schon einen Herzinfarkt ( Rückwand Infarkt ) danach Schilddrüsenkrebs und einen Schlaganfall im Thalamus. Die Ärzte meinten es wären meine Gene da ich sonst sehr gesund bin. Also die Chance das irgendetwas mich in den nächsten Jahren hinrafft ist nicht ganz unwahrscheinlich. Nicht das ihr jetzt denkt ich wäre todesmutig aber ich bin Realist und versuche für mich nur den besten Weg zu finden. Das ich 80 werde halte ich für unwahrscheinlich. 70 ja vielleicht, 60 sicherlich. Ich will einfach nicht einfach so einer Statistik glauben ohne zu wissen wie sie zu meinem Fall passt. Versteht ihr? Ich meine kommen wir wieder auf die Studie zurück der Obduktionen von gestorbenen Männer, viele davon hatte PC und sicher auch in einem fortgeschrittenen Stadium und dennoch sind sie an etwas anderem gestorben. Ich will vermeiden, dann ich jetzt einer exzessiven Therapie folge mit allen Nebenwirkungen, mein Leben die nächste Jahre massiv eingeschränkt ist und ich dann dennoch die Biege mache. Klar keiner das sagen wann und wo. Aber ich will für mich einfach die besten Optionen für mein Leben. Ich bin 52, nicht verheiratet, keine Beziehung, keine Kinder. Ich weiss es ist nicht einfach zu erklären und oder zu verstehen. Sex war und ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, für meine Psyche wie für meine Seele. Das ist etwas besonderes, etwas inniges und tiefes. Sex gibt mir ein Gefühl des hier und jetzt und ich geniesse es immer wieder. Ja natürlich und etwas Männliches oder sehr ihr das anders?
    Viele Grüsse
    Eric

  4. #34
    Harald_1933 Gast
    Zitat Zitat von Darkdiver Beitrag anzeigen
    ich frage mich halt wie sie bei der perkutanen Bestrahlung es schaffen die Nerven zu schonen. Hat jemand der Bestrahlung hatte Probleme mit der Potenz? Inkontinenz ist ja eher dann so eine Druck Inkontinenz wenn ich das richtig verstanden haben. Aber wie sah es bei euch mit der Potenz aus. und habt ihr Bestrahlung mit ADT gemacht oder ohne?

    danke für euer Feedback
    Eric
    Hallo Eric,

    mit 74 Jahren habe ich mich per IGRT, also bildgeführter IMRT bestrahlen lassen. Nervenstränge wurden nirgends beschädigt. Und Inkontinenz und Impotenz war auch nicht zu beklagen. Dass die Potenz ab einem gewissen Alter nicht spontan und häufig abgerufen werden kann, ist naturgemäß zu verstehen. Wichtig erscheint mir die Libido, also das Verlangen und das noch einen Orgasmus erleben zu können, auf welchem Weg auch immer.

    Wichtig bei der IGRT, und das ist im Forum schon oft beschrieben worden, ist, dass man während der Radiatio möglichst still liegt und mit leicht gefüllter Blase durchhält, um den Darm zu schonen, der morgens entleert werden sollte.

    Aus meiner Sicht also keine Bedenken zu einer Bestrahlung bei Dir. Während und nach der Bestrahlung habe ich bis heute keine Medikamente mehr eingenommen, die PSA und Testosteron hätten beinflussen sollen. Im Juli werde ich 85 Jahre alt und genieße das Leben auf mannigfaltige Art, und meine 15 Jahre jüngere Frau begletet mich dabei, außer bei ungewöhnlichen Reisen, die weniger der Gesundheit dienen, sondern meiner immer noch vorhandenen Abenteuerlust oder besser meinem noch ungestillten Unternehmungsdrang.

    Alles Gute für Dich, es wird schon werden.

    Gruß Harald

  5. #35
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    Lieber Eric,
    Du hattest innert eines Monats einen PSA-Anstieg von 9 auf 12ng/ml.
    Das entspricht einer Psa-Verdoppelungszeit von nur zweieinhalb Monaten,
    was allerdings mit Vorbehalt gelesen werden sollte, bevor eine dritte
    Messung vorliegt. Also spätestens wenn Du sowieso gestochen wirst
    für das PSMA-PET, Blut entnehmen lassen zur PSA-Bestimmung.
    Dann hast Du alles zusammen, was Du für einen fundierten Therapie-
    entscheid brauchst:
    Pathologie, Ausbreitungsdiagnostik und die Wachstumsdynamik.

    Wenn sich das PSA-Wachstum wirklich so verhält, sollten Überlegungen
    zur erektilen Funktion ganz weit nach hinten geschoben werden.
    Die Therapie hat dann Priorität, egal wir jung Du bist.

    Bedenke bitte auch, dass eine halbherzige Therapie der direkte Weg
    zu einer Androgendeprivation sein kann.
    Dann würde ohnehin tote Hose Hose herrschen.

    Carpe diem!
    Konrad

  6. #36
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    Hallo Eric,
    kann deine Bedenken gut verstehen , da ich bei Diagnose 49 Jahre alt war. Meine mich zu erinnern , das der Nutzer Juni 1970 ähnlich argumentierte wie du jetzt.
    Aber bedenke: Dein Krebs ist ziemlich aggressiv: Gleason 4+4 und die PSA -Verdopplungszeit sehr schnell ( nachmessen wichtig-wie Konrad schon schrieb).
    Aussitzen wirst du das nicht können und die Wahrscheinlichkeit das dich bei dem Versuch des Aussitzen sehr unschöne Dinge ereilen ist sehr groß.( z.Bsp.Einwachsen des Tumors in Blase,Enddarm, Streuung, d.h. Metastasierung , Harnverhalt. Und dann wird Notfallmäßig entschieden - den Vorteil das Heft des Handelns in der Hand zu haben gibst du damit teilweise auf.
    Das dient nicht dazu dir Angst zu machen , leider kommt es bei Gleason 4+4 zu solch unschönen Entwicklungen . Ob und wann diese Entwicklungen eintreten kann dir niemand sagen
    ( Wahrscheinlichkeiten).
    Nach deiner nächsten PSA Messung wird dir Konrad sicherlich gerne die Verdopplungszeit berechnen. Ein genaues Staging wäre vor Therapieentscheidung mit Sicherheit sinnvoll.
    Gruß Skipper

  7. #37
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    Zitat Zitat von skipper Beitrag anzeigen
    Aussitzen wirst du das nicht können und die Wahrscheinlichkeit das dich bei dem Versuch des Aussitzen sehr unschöne Dinge ereilen ist sehr groß
    Um es drastischer auszudrücken: Es ist noch keinem gelungen, mittels einer Erektion den Sargdeckel wieder zu öffnen.

    Ralf

  8. #38
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    Moins,

    mit 30 - 40 habe ich gesagt, wenn ich nicht mehr kann ! will ich nicht mehr leben . . .

    jetzt kurz vor meinem 70 Geburtstag, nach Bestrahlung und immer noch andauernder Hormontherapie passiert mit meinem " Schniedelwutz " nix mehr, leider leider, aber meine Frau und ich wir haben ein sehr aktives Sexualleben gehabt, nun gut ist es jetzt eben vorbei . . . mit PSA 77 und GS 8 - 9 bin ich froh daß ich mich heute wohlfühle und mit 70 geht es auch ohne einen Orgasmuß, aber nach den Frauen drehe ich mich auch heute noch um und träume auch noch
    also das Leben geht auch so weiter und nicht einmal schlecht !

  9. #39
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    Dazu möchte ich auf das Basiswissen, Kapitel 8.1.9 hinweisen:

    "Auch ohne Erektion ist ein Orgasmus möglich!
    Die dafür zuständigen Nerven, die Stimulationen des Penis zum Gehirn leiten, verlaufen nicht durch das neurovaskuläre Bündel wie die Erektionsnerven, sondern auf anderem Weg von der Penisspitze zum Gehirn und werden von der Prostatektomie nicht beeinträchtigt."

    Während einer Hormontherapie ist allerdings die Libido unterdrückt.

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