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Thema: Kontroversen in der Uro-Onkologie 2017 in Magdeburg - Bericht

  1. #21
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    Hallo Martin,

    ich glaube nicht, dass der Vortrag von Prof. Graefen wenig belegt war. Er hatte im Vergleich viele Studien herangezogen. Wenn diese Dich nicht überzeugen können, kannst Du natürlich sagen, der Vortrag wäre wenig belegt gewesen.

    Er hatte ergänzt, dass man bei den fokalen Therapien nicht erwarten kann, dass langfristige Studienergebnisse vorliegen, trotzdem wäre dies letztlich bei einer Entscheidung zu berücksichtigen. Das hatte ich so genau nicht protokolliert.

    das Ziel einer fokalen Therapie ist die Minimierung der Nebenwirkungen
    Die meisten Patienten werden erwarten, dass die Therapie kurativ ist. Das allerdings mit möglichst wenig Nebenwirkungen.

    Onkologisch ist das OK wenn die Diagnose vor oder während RPE ausreichend gewesen ist
    Bei einer Operation – in einem spezialisierten Zentrum – wird auch eine Schnellschnittuntersuchung gemacht, um festzustellen ob die Schnittränder tumorfrei sind. Wenn nicht, wird zusätzliches Gewebe herausgenommen. Wie Du auch erwähnst, ist man nicht nur auf die Diagnose vor der Operation angewiesen. Dies ist bei einer fokalen Therapie nicht möglich.

    Prof. Graefen hatte die Studie von Haffner zitiert um zu zeigen, dass auch mit einer MRT nicht sichtbare Tumorherde, die dann bei einer fokalen Therapie unbehandelt bleiben, den aggressivsten Tumor besitzen können. Aus diesem Grund wäre es seiner Meinung nach gefährlich, nur einen Teil der Prostata zu behandeln. Im unbehandelten Teil kann der aggressivste Tumor sein.

    die Probleme zu geringer Sicherheitsabstände bemerkt und die Parameter angepaßt
    Vielleicht nicht alle Ärzte mit fokalen Therapien. Dr. Baumunk hatte ja berichtet, dass sie bei der HIFU Behandlung jetzt die Sicherheitsränder vergrößert und damit die Erfolge verbessert haben. Ich frage mich, welchen Vorteil der Patient dann von den kleinen Resten an Prostata hat, die nicht behandelt wurden. Ein Problem ist vielmehr, dass der PSA Wert nicht auf Null geht und die anschließende Verlaufskontrolle an Hand des PSA Wertes dann nicht so einfach ist.

    Auf welcher Basis dann wieder das Alter als Selektionskriterium ins Spiel kommt, kann ich nicht nachvollziehen
    Er sprach von älteren Patienten mit Gleason 3+4 wohl deshalb, da hier der Tumor in der Regel nicht so schnell wächst und ein übersehener Tumorherd in der Prostata deshalb nicht so problematisch ist wie bei einem jungen Patienten.

    die Leitlinie zu zitieren vergeudet die Zeit auf einem Kongreß
    Es wird häufig bei Vorträgen, die Erkenntnisse außerhalb der Leitlinien vorstellen, zusammenfassend auf die betreffenden Passagen in den Leitlinien verwiesen.

    Das Auditorium bestand aus Urologen, die zur Fortbildung an dem Symphosium teilnahmen. Diese hören sich sicher die neuesten Entwicklung an, warten aber ab, bis diese in die deutsche Leitlinie aufgenommen werden. Prof. Graefen erwähnte ja die europäische Leitlinie. Diese lesen viele deutsche Urologen nicht, letztlich ist sie für ihre Arbeit nicht relevant. Solange sie nach der deutschen Leitlinie therapieren, kann ihnen kein Vorwurf einer falschen Behandlung gemacht werden.

    stellt eine fokale Therapie mit anschließender AS die Uhr etwas zurück
    Ich denke die meisten Patienten erwarten eine kurative, nicht palliative Behandlung.

    Georg

  2. #22
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    Prof. Graefen hat seinen Vortrag bereits in Hamburg gehalten, hier ist ein Video davon.

    Georg

    Anmerkung: eine Totalablation mit NanoKnife halte ich für keine fokale Therapie, da die ganze Drüse behandelt wird. Für mich ist eine fokale Therapie immer eine Teilbehandlung der Prostata. Dabei bleiben meist mehr als 50% der Prostata unbehandelt.

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