Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 44

Thema: Weiteres Vorgehen nach früher Chemo bei noch hormonsensitivem metastasiertem PCa

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    62

    Weiteres Vorgehen nach früher Chemo bei noch hormonsensitivem metastasiertem PCa

    Hallo Ihr Lieben,

    ich bin seit März dieses Jahres -als mein Lebensgefährte die Diagnose "Prostatakrebs" bekam - hier stille Mitleserin und möchte mich an dieser Stelle gleich mal bei allen bedanken, die hier mit ihren Beiträgen eine so wertvolle Anlauf- und Informationsstelle schaffen. Mit zwei kleinen Kindern war die Situation nicht so einfach und es hat mir in den letzten Monaten immer wieder gut getan und sich zudem natürlich als nützlich erwiesen, bei Euch reinzuschauen.

    Kurz zur Geschichte meines Mannes:
    Alter bei Diagnose: 47
    PSA bei Diganose: 24,8.
    Stanzbiographie auf Basis eines sehr eindeutigen MRT-Bildes: 23 von 23 Stanzproben positiv. Gleason 9 (5+4). - Wir hatten schon mehr Spaß.
    Szintigraphie, CT (Abdomen/Thorax) waren unauffällig.
    PSMA Pet MR (Ga68) zeigte beginnende Infiltration der Harnblase, 3 betroffene Lymphknoten und zahlreiche ossäre Läsionen.

    Bisherige Therapie:
    Ab Anfang Mai AHT (Firmagon, inzwischen Sixantone; Casodex nur die ersten Wochen) und von Juni bis Oktober sechs Zyklen mit Docetaxel.
    Zusätzlich nimmt mein Mann Granatapfelextrakt und täglich Tomatenpulver+Wasser+Tomatenmark-Brei.

    Befunde nach Beendigung der Chemotherapie:
    PSA: 0,32 (Stand 7.12., der bisherige Tiefststand; leider natürlich erkennbar, dass hier noch etwas am Werke ist)
    Szinti, CT (Abdomen, Thorax) und MRT (Becken, Wirbelsäule): keine Läsionen erkennbar

    PSMA Pet MR (Ga68) von 12.12.17 zeigt "deutliches Therapieansprechen", hier eine gekürzte Zusammenfassung:
    Im Bereich der Prostata keine erhöhte PSMA-Expression mehr erkennbar, abnehmende Zellularität und deutliche Größenregredienz sowie Regredienz der Harnblaseninfiltration; zwei von drei vorbekannten Lymphknotenmetastasen nicht mehr abgrenzbar, ein Lymphknoten größenregredient mit noch nachweisbarer PSMA-Expression. Die vorbekannten ossären Metastasen (- es waren mehr als 10, Anm.) zeigen größtenteils keine signifikante PSMA-Expression und zunehmende Sklerosierung.
    Drei Läsionen zeigen eine deutliche qualitative Regredienz bei jedoch noch gering nachweisbarer PSMA-Expression (u.a. HWK7 - Indexläsion SUVmax 7,1 - vormals 51,9). Kein Hinweis auf neu aufgetretende PSMA-exprimierende SBL.


    Wir haben nun am 11.1.18 einen Termin, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Ich weiß, dass im Ärzteteam, das meinen Mann betreut, tendenziell Uneinigkeit herrscht, ob man bei ihm doch noch eine Operation erwägen sollte.
    Darf ich Euch um Eure Einschätzung, Ratschläge, Erfahrungen bitten?

    Danke Euch & wünsche allen Mitlesenden entspannte und friedliche Feiertage,
    Nat

  2. #2
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.023
    Ich halte eine Bestrahlung der Prostata oder auch Operation, wenn dies trotz der Harnblaseninfiltration angezeigt ist, für sinnvoll. Einmal sind dann weniger Tumorzellen im Körper, die man mit der Hormontherapie unter Kontrolle halten muss. Andererseits wird irgendwann die Hormontherapie nicht mehr wirken und der Tumor wieder wachsen. Dann kommt es sehr oft (in ca. 70% der Fälle) zu einem Harnverhalt und es muss deswegen operiert werden. Dann besser jetzt den Tumor in der Prostata beseitigen.

    Eine Lu177 Therapie sollte man auch irgendwann durchführen.

    Georg

  3. #3
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.045
    Die Ärzte sind sich uneinig: denn eine RPE nach dieser Diagnose bewegt sich außerhalb der Leitlinie. Eine chirurgische Intervention jetzt bei Harnblaseninfiltration (genau sieht man das erst bei der Operation) und vielleicht Kapselüberschreitung kann zu Kontinenzproblemen führen. Nerverhalt ist auch nicht zu erwarten.
    Natürlich spielt die unbekannte Komorbidität eine Rolle. Ist sie niedrig, wird sie beim Alter 47 die nächsten Jahre langsamer ansteigen als beim Ausgangspunkt 57 oder 67. Die Hormontherapie wird vermutlich schneller versagen, so daß zu diesem Zeitpunkt der Allgemeinzustand die Therapieoptionen bezüglich Primärtumor nicht einschränken wird. Ein drohender Harnverhalt dann muss also nicht zu einer RPE jetzt führen.
    Andererseits wird es dann (hoffentlich) andere systemische Therapien geben.
    Da es nur um lokale Tumormassenreduktion geht sind auch andere Verfahren aus dem Bereich der fokalen Therapie in Betracht zu ziehen. Die Frage, ob durch Studien nachgewiesen ist, dass sie nach 10 oder 15 Jahren der RPE analoge Überlebensraten aufweisen, spielt hier keine Rolle. Ich hatte in diesem Beitrag auf die Elektrochemotherapie verwiesen: https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...522#post103522
    Dort wurde ein Fall behandelt mit Blasen- und Schwellkörperinfiltration.

  4. #4
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.519
    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Die Ärzte sind sich uneinig: denn eine RPE nach dieser Diagnose bewegt sich außerhalb der Leitlinie. Eine chirurgische Intervention jetzt bei Harnblaseninfiltration (genau sieht man das erst bei der Operation) und vielleicht Kapselüberschreitung kann zu Kontinenzproblemen führen.
    1. Blaseninfiltration führt NICHT zur Inkontinenz, sondern ggf. zum Rezidiv
    2. Genau für diese OPs wurde die G-RAMPP-Studie eingeführt, in der die metastasierten Patienten operiert werden.
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  5. #5
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.023
    An diesen Standorten kann man an der G-RAMPP Studie teilnehmen. Es besteht aber die Möglichkeit, dass man in die Kontroll-Gruppe gelost wird und nicht operiert wird.

    Georg

  6. #6
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.045
    Zitat Zitat von Urologe Beitrag anzeigen
    1. Blaseninfiltration führt NICHT zur Inkontinenz, sondern ggf. zum Rezidiv
    Wenn bei der RPE sich herausstellt, dass die Blase stärker betroffen ist, wird man entweder mehr von der Blase wegnehmen (um das Rezidiv zu vermeiden) oder zumachen und adjuvant weiterbehandeln (in diesem Fall wohl eher, weil ohnehin palliativ). Im ersten Fall kann die Kontinenz stärker betroffen sein, im 2. Fall wäre eine primäre RT oder Alternativen vielleicht schonender gewesen. Bezüglich onkologischem Erfolgt beantwortet das erst G-RAMPP genauer, ob da genügend Fälle mit Blaseninfiltration dabei sind, um auch die Nebenwirkungen zu quantifizieren, wird man sehen.

  7. #7
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    2.018
    Eine Operation halte ich für keine gute Idee. Es fehlen Daten dafür, dass damit die Lebenszeit verlängert wird. Ich würde die Finger davon lassen, es sei denn man macht es in einer Studie.

    Auch für eine Bestrahlung gibt es noch keine Daten. Nächstes Jahr werde eventuell Ergebnisse der STAMPEDE Studie vorgestellt, eine randomisierte Studie, bei der Patienten mit Fernmetastasen randomisiert an der Prostata bestrahlt oder eben nicht bestrahlt wurden. Bis dahin kann man noch nichts sagen.

    Auf Einzelfälle, wie der von Boro R, helfen nicht bei der Entscheidung. Für diesen einen "glücklichen" Fall, gibt's 100 andere Männer mit GS9, die innerhalb weniger Jahren leider gestorben sind. Nur an Letztere erinnert sich niemand, denn das entspricht der Norm.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  8. #8
    Registriert seit
    15.04.2006
    Ort
    Landschaft Angeln
    Beiträge
    2.967
    Liebe Nat,

    ein Gleason Score 9 ist eine Zeitbombe. Niemand kann vorhersehen und -sagen, wie lange die derzeitige antihormonelle Therapie wirken wird und ob die Sache dann nicht unaufhaltsam aus dem Ruder läuft. Ich bin seit jetzt 17 Jahren im "Geschäft" und habe so einige Fälle mitbekommen. Es kann andererseits auch gehen wie bei Boro R. hier im dem Forum, der vor zwölf Jahren ebenfalls mit einem GS 9 oder 10, einem PSA-Wert von, ich glaube, 4.816 ng/ml und Metastasen bis unter die Haarwurzeln diagnostiziert wurde. Seine PKH (Prostatakrebs-Historie) ist lesenswert.
    Langer Rede kurzer Sinn: Mir in der Situation Deines Mannes wäre ohne die Zeitbombe Prostata wohler (mit Prostata und ohne Krebs natürlich noch viel, viel wohler), und die beginnende Harnblaseninfiltration kann man gut bestrahlen. Besprecht es am 11.1. mit dem Ärzteteam!
    Alles Gute,

    Ralf

  9. #9
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.023
    Es ist bekannt, dass Sport den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Leistungssport offensichtlich entsprechend stark.

    Boro schreibt: "Ironman am 09.07.2017"

    Offensichtlich ist Sport wirkungsvoller als im Wartezimmer zu sitzen.

    Georg

  10. #10
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    62
    Danke Euch sehr für Eure Antworten!

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •