Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 44

Thema: Weiteres Vorgehen nach früher Chemo bei noch hormonsensitivem metastasiertem PCa

  1. #11
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    2.015
    Eine Operation halte ich für keine gute Idee. Es fehlen Daten dafür, dass damit die Lebenszeit verlängert wird. Ich würde die Finger davon lassen, es sei denn man macht es in einer Studie.

    Auch für eine Bestrahlung gibt es noch keine Daten. Nächstes Jahr werde eventuell Ergebnisse der STAMPEDE Studie vorgestellt, eine randomisierte Studie, bei der Patienten mit Fernmetastasen randomisiert an der Prostata bestrahlt oder eben nicht bestrahlt wurden. Bis dahin kann man noch nichts sagen.

    Auf Einzelfälle, wie der von Boro R, helfen nicht bei der Entscheidung. Für diesen einen "glücklichen" Fall, gibt's 100 andere Männer mit GS9, die innerhalb weniger Jahren leider gestorben sind. Nur an Letztere erinnert sich niemand, denn das entspricht der Norm.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  2. #12
    Registriert seit
    25.10.2015
    Ort
    Regensburg
    Beiträge
    1.116
    Bei mir wurde auch GS9 festgestellt. Nach OP, Bestrahlung und nach ca. 2 Jahren Inkontinenz lebe ich immer noch und das ist für mich das wichtigste. Auch gegen Inkontinenz gibt es Möglichkeiten.

  3. #13
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    48
    Ich danke für die verschiedenen Einschätzungen und werde Mitte Januar berichten, was die Ärzte nun weiter vorschlagen.

    Michi1, ich gratuliere dir zu diesem positiven Verlauf bisher, so soll es weitergehen!

  4. #14
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    48
    Hier das Update nach unserer heutigen Besprechung: Der Arzt hat ein außergewöhnlich gutes Therapieansprechen konstatiert, so etwas komme nur in 5% der Behandlungen vor, den Fall meines Mannes wird er an der Uni vortragen.
    Nach vielen Hiobsbotschaften tut es gut mal was Positives zu hören - ohne in Illusionen zu verfallen. ;-)

    Der PSA-Wert von heute lag zum Gespräch noch nicht vor, aber er hält ein weiteres Absinken für möglich und möchte vorläufig nur engmaschig kontrollieren, in 4 Wochen ist der nächste Termin.

    Eine Operation sieht er weiterhin als nicht sinnvoll an, würde sie aber durchführen, wenn mein Mann darauf bestünde.
    Bestrahlung ja, aber jetzt mal abwarten und engmaschig beobachten.

    Das war die Quintessenz dieses positiven, emotionalen Gesprächs.

    Schönen Abend in die Runde,
    Nat

  5. #15
    Rudi61 Gast
    Hallo Nat,

    bin mit recht ähnlichen Befund am 16.10.2017 im Prostatakrebszentrum Traunstein im Klinikum Traunstein operiert worden (Radikale, retropubische Prostatektomie (RRP) (Off-Label-Behandlung außerhalb der Leitlinie).

    Der Urinkatheder wurde am 14.11.2017 erst nach 4 Wochen entfernt / Inkontinenz (beim Drehen, Husten, manchmal beim Aufstehen) jetzt (mit 2 Premum Einlagen pro Tag) zwei Monate danach gut beherrschbar. Verbessert sich langsam aber stetig.

    Ich denke die OP war in "meinen Fall" eine gute Entscheidung.

    Krankheitsverlauf auf http://myprostate.eu/?req=user&id=803&page=report


    Vieleicht hilft Euch das: http://www.europeanurology.com/artic...14)00376-5/pdf Rolle der radikalen Prostatektomie bei der metastasierten Prostata (eng.)

    Viele Grüße
    Rudi

  6. #16
    Registriert seit
    13.05.2016
    Beiträge
    48
    Bei uns steht eventuell auch eine Chemotherapie an......darf ich fragen ob es Nebenwirkungen und wenn dann in welcher Art gab ?

    Alles Gute für euren weiteren Verlauf ...bis jetzt sieht das doch gut aus

    Katrin

  7. #17
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    48
    Hallo Katrin,

    ja, wir merken inzwischen anhand der Reaktion ganz verschiedener Ärzte, wie außergewöhnlich gut bei meinem Mann die Chemo offenbar gewirkt hat, als Laie ist das ja schwer einzuschätzen. Ich wünsche deinem Vater, dass sie bei ihm ähnlich gut anschlägt.

    Nebenwirkungen waren vor allem starke Müdigkeit und Erschöpfung einige Tage nach der Verabreichung der Chemo, dazu kamen dann von Zyklus zu Zyklus auch verstärkt Gliederschmerzen, die mit Schmerzmitteln therapiert wurden. Seine Leukozyten gingen zeitweise gefährlich weit runter.
    Zudem waren alle Schleimhäute angegriffen bis hin zu gelegentlichen Blutungen in Mund und Rektum.
    Mein Mann litt auch an Gefühlsstörungen (Taubheit, Missempfindung bis hin zu Schmerzen) in den Fingern und zum Ende hin auch in den Füßen.

    Also es war schon hart, vor allem die allgemeine Schwäche machte ihm zu schaffen. Als Nachwehe blieb ihm eine Polyneuropathie, die sich erst Wochen nach der letzten Chemo bemerkbar machte, aber jetzt endlich deutlich bessert.

    Er ist trotzdem froh den Weg gegangen zu sein! Er hat zwei Tage vor Verabreichung der Chemo wenig gegessen/ annähernd gefastet, und täglich GranaProstan zu sich genommen. Nur der Vollständigkeit halber.

    Deinem Vater und Euch alles Gute!
    Nat

  8. #18
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    48
    Hallo in die Runde,

    hier ein kurzes Update: PSMA Pet MR (Ga68) vor zwei Wochen zeigt aktuell eine komplette Remission gegenüber dem PSMA Pet MR im Dezember, es gibt keinen Nachweis PSMA-exprimierender Läsionen, weder ossär noch in den Lymphknoten oder in Organen.

    Ärzte empfehlen nun doch eine Bestrahlung des Primärtumors und vss. ab Juni eine frühzeitige Einnahme von Zytiga, da der PSA-Wert nach Nadir im Februar (0,24) wieder steigt (0,32 im März und 0,30 im April).
    Zuvor wird noch eine Knochenmarksmetastasenbiopsie gemacht, die hoffentlich auch wertvolle Infos für die weitere Behandlung bringt. Auch eine genetische Untersuchung, die wir selbst zahlen werden, ist geplant.

    Mein Mann leidet unter den Nebenwirkungen der Hormonablation, aber er schlägt sich tapfer.
    Ich wünsche Euch allen viel Erfolg bei der Behandlung und vor allem viele unbeschwerte und fröhliche Momente,
    Nat

  9. #19
    Registriert seit
    07.06.2011
    Ort
    CH 90... Appenzellerland
    Beiträge
    4.401
    Zitat Zitat von Michi1 Beitrag anzeigen
    Bei mir wurde auch GS9 festgestellt. Nach OP, Bestrahlung und nach ca. 2 Jahren Inkontinenz lebe ich immer noch ...
    Michi,
    Du hast wohl übersehen dass Blondes Mann Knochen- und Lymphknotenmetastasen hatte.
    Mit einer RPE alleine wird nur ein Teil der Krankheit therapiert.


    @Liebe Blonde
    Schon toll, was so eine Chemo zustandebringt, gekoppelt mit der ADT.
    Danke für deinen Bericht gerade heute, da ich meinen ersten Chemozyklus
    vor wenigen Stunden abgeschlossen habe. Da sind Berichte über Therapie-
    erfolge hochwillkommen.

    Ob man beim jüngsten PSA-Verlauf (mal hoch, mal wieder runter) gleich
    die Prostata rausmachen oder mit Strahlen abladieren solle bei dem
    blanden PET-Bild, halte ich für diskussionswürdig. Vielleicht sollte man
    einfach mal abwarten, wie sich PSA und Bildgebung entwickeln.
    Gut übrigens, dass die Ärzte nicht mehr von RPE sprechen, da hätte ich
    kaum auf's Maul hocken können.

    Das Abwarten ist keine Empfehlung, sondern ein Denkanstoss für den Patienten
    und seine Ärzte und auch für Dich als wichtigster Stütze deines Mannes.

    Die teure(?) genetische Untersuchung solltet ihr, wie jede Diagnostik, nur
    dann machen, wenn einigermassen klar ist, welche therapeutischen Entscheide
    und Konsequenzen die Folge sein könnten. Überdiagnostik bringt vielleicht
    viel spannendes Wissen und Befriedigung darüber, aber nicht unbedingt Nutzen.


    Carpe diem!
    Konrad
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  10. #20
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    48
    Lieber Konrad,

    danke sehr für deinen Input.
    "Maximale Diagnostik und maximale, vertretbare Therapie" lautet die Devise des Arztes im Fall meines Mannes - aber wir werden deinen Ratschlag besprechen und bedenken.

    Ich verfolge wie viele andere ganz besonders auch deinen Weg und lebe, leide und freue mich mit.

    Ich wünsche dir den selben durchschlagenden Chemo-Erfolg und dass du dich nach der Chemo mit einer tollen Reise und deine Leserschaft mit wunderbaren Fotos belohnst. ;-)

    Alles Gute,
    Nat

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •