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Thema: „Ich hab Rücken“ oder was Ernsteres?

  1. #1
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    „Ich hab Rücken“ oder was Ernsteres?


    Seit einigen Tagen schmerzt es leicht im Bereich Becken/untere Wirbelsäule. Dort, wo vor einem Jahr Metastasen gesichtet wurden.

    Nun sind ja Rückenschmerzen nicht nur auf Prostata-Betroffene beschränkt und die Feststellung „ich hab Rücken“ plagt bekanntermassen auch die Mehrheit der krebsfreien Zeitgenossen.
    Aber Beides zusammen stimmt mich doch bedenklich.

    Mein daraufhin befragter Urologe winkte ab: „Solange PSA niedrig ist, wachsen keine Metastasen“ (PSA liegt derzeit unter 0,1)
    Ist das wirklich so?
    Was meinen unsere Spezialisten ?

  2. #2
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    Im Profil steht: "Szintigrafie zeigt Verdacht auf einige Knochenmetastasen, aber auch degenerative Veränderungen". Es kann also beides sein, eine Metastase oder normale Rückenbeschwerden.

    Ein PSMA PET/CT würde Metastasen mit großer Sicherheit erkennen/ausschließen, ist aber sehr teuer.

    Oder Du machst Rückengymnastik, wenn die Schmerzen dann weggehen ist das Problem auch gefunden.

    Georg

  3. #3
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    Hallo Georg,
    danke für die schnelle Antwort. Aber stimmt die Aussage des Uros " niedriger PSA Wert = Metastasen wachsen nicht weiter " ?

  4. #4
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    Hallo Peter,

    grundsätzlich kann man das so sagen wie Dein Uro, aber genauer wäre "niedriger Testosteron Wert = Metastasen wachsen nicht weiter" - wurde der überprüft? Das gilt aber auch nur solange noch keine Kastrationsresistenz auftritt. Man hat immer einige wenige resistente Krebszellen, die trotz Hormontherapie wachsen.

    Du hast ja geschrieben: "Zweifache Hormonblockade läuft seit 3 Monaten, eine Docetaxel Therapie vom Onkologen dringend empfohlen." In dieser Situation würde ich mich nicht allein auf einen niedrigen PSA Wert verlassen. Wenn man mit einem PSMA PET/CT sieht, dass an der schmerzenden Stelle eine Knochenmetastase ist, so hat man die Ursache gefunden.

    Georg

  5. #5
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Wenn man mit einem PSMA PET/CT sieht, dass an der schmerzenden Stelle eine Knochenmetastase ist, so hat man die Ursache gefunden.
    Georg
    kann man eine Knochen-Metastase nicht auch im MRT oder CT erkennen?
    Ich hatte ja gerade erst ein MRT für die Suche nach einer Metastase.

    Gruss
    hartmut

  6. #6
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    Zitat Zitat von Hartmut S Beitrag anzeigen
    kann man eine Knochen-Metastase nicht auch im MRT oder CT erkennen?
    Ich hatte ja gerade erst ein MRT für die Suche nach einer Metastase.
    Doch, man kann Knochenmetastasen auch im CT oder MRT erkennen,
    als Zone mit veränderter Dichte gegenüber der Umgebung. Im Bericht
    stehr dann was von DD oder Verdacht, Suspizium etc., weil CT und MRT
    keine Aussage darüber machen kann, warum die Dichte verändert sei.

    Das PSMA-PET hingegen sagt:
    Dort, wo ein Signal gefunden wird, ist der PSMA-Ligand angereichert.
    Das geschieht nur dort, wo Prostatakrebszellen sind.
    Die Aussage ist also: Hier ist Prostatakrebs!*



    Bildbeispiel:
    Zusammenschnitt** von CT- (links) und PET-Schnittbildern (mitte) und der
    PET-Übersicht (ganz rechts). Aufnahme vom Oktober 2017 (oben) Mai 2017 (unten).

    Im CT ist kein Rückgang der Metastase im linken Oberschenkel zu sehen,
    weil eben auch das zurückgebliebene sklerotisierte Gewebe angezeigt wird.
    Im PET hingegen ist der Rückgang offensichtlich.

    Konrad



    * Die Ausscheidungsorgane und Speichel- und Tränendrüsen werden
    auch angezeigt, was aber kein Hinweis auf Krebs in diesen Organen ist.

    ** üblicherweise werden die PET-Signale bunt dargestellt und über das CT gelegt,
    wie in Anhang [4], hier mal die beiden Rohbilder zur separaten Betrachtung.
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  7. #7
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    Interessante Blder. Lassen auch die Schwierigkeiten erkennen, sie richtig zu interpretieren.
    Auf jeden Fall Glückwunsch zur schwindenden Metastase.

    Was mein Problem betrifft: scheint doch banaler "Rücken" gewesen sein. Schmerzen gingen genauso schnell weg, wie se kamen.
    Oder haben Knochen-Metastasen auch solche on-off Schwankungen?
    Oder schmerzen sie permanent, falls sie mal aufgetreten sind?

    Hat jemand Erfahrungen damit?

    Euch ein schönes Wochenende
    Peter

  8. #8
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    Zitat Zitat von PeterKa Beitrag anzeigen
    Oder haben Knochen-Metastasen auch solche on-off Schwankungen?
    Oder schmerzen sie permanent, falls sie mal aufgetreten sind?
    Hat jemand Erfahrungen damit?
    Die Antwort dieser Frage würde mich auch interessieren.

    Gruss
    hartmut

  9. #9
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    Lieber Peter

    Die oben gezeigte Metastase im Oberschenkelhals irritierte zuerst bei und nach Belastung.
    Dann spürte ich auch nachts, dass da was sei. Langsam wuchs das dann zu einem
    (noch) leichten Dauerschmerz an, der bei Belastung rasch heftiger wurde und mich
    dann deutlich behinderte, aber nach der Belastung wieder abflaute.
    Eine Einmalbestrahlung beendete den Spuk, aber eine leichte Irritation blieb,
    die vor allem nachts auftrat. Leider wuchs dann die Metastase wieder nach, was sich
    auch in den Schmerzen auswirkte wie zuvor gehabt. Eine erneute Bestrahlung war bereits
    geplant, doch habe ich die aufgeschoben zugunsten der Ac225-PSMA-RLT.

    Rückenschmerzen kenn ich auch, z.B. als typische Nebenwirkung von Xtandi.
    Da glaubte ich, dass das Metastasen sein müssten, aber beim Absetzen des Medikamentes
    verschwanden die Schmerzen rasch. Im PET gab es keinerlei Spur von Metastasen in
    der Wirbelsäule, während im CT jede Menge degenerativer Veränderungen sichtbar sind,
    die aber überhaupt nicht krebstypisch sind.

    Zitat Zitat von PeterKa
    Mein daraufhin befragter Urologe winkte ab: „Solange PSA niedrig ist, wachsen keine Metastasen“ (PSA liegt derzeit unter 0,1)
    Da hat der Uro wohl recht.
    Nur selten wächst Prostatakrebs ohne ein entsprechendes Signal im PSA-Verlauf.


    Gute Besserung wünscht
    Konrad

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