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Thema: PSA- Anstieg nach LDR-Brachytherapie

  1. #101
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    Die Entwicklung der PSA-Werte nach fokalen Behandlungen oder nach Strahlentherapie (Brachy ist beides) ist nicht so einfach zu beurteilen wie nach RPE. Dazu eine unklare Bildgebung und eine negative Rebiopsie. Ein Prostata-MRT bei PSA 4,5 nach Brachy wird keine Erkenntnisse bringen, eine Biopsie auch nicht. Allenfalls kann ein PSMA PET/CT im Vergleich zum vorherigen Bild das Wachstum der vermuteten Metastase bestätigen oder widerlegen.
    Das schonendste Verfahren, das ich kenne und selbst als Primärtherapie erfahren habe, ist die IRE. Bei Vollablation der Prostata und/oder als Salvage ist sie sicher nicht so schonend. Dazu gibt es diesen Vortrag bezüglich 40 Rezidivpatienten: https://vitusprostate.com/de/news/rs...idivpatienten/
    Die Kostenerstattung ist allerdings eine andere Sache.

  2. #102
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    Martin,

    bei diesen Internetdarstellungen zur IRE bin ich vorsichtig geworden. Es heißt da zu Rezidiv-Behandlungen mit IRE:
    "Die Analyse der Ergebnisse ergab, dass die Therapie mittels NanoKnife in allen Fällen ohne Komplikationen möglich war, die Nebenwirkungen minimal waren und es weder Fälle von Inkontinenz gab noch eine signifikante negative Veränderung der Potenz."

    Nun kenne ich aber einen dieser 40 Fälle. Erst wurde aufwändig mit mpMRT untersucht, wo genau das Rezidiv sei. Dann wurde besprochen, genau dieses Rezidiv mit IRE zu behandeln. Ich glaube aber, dass einfach "zur Sicherheit" eine Totalablation durchgeführt wurde. Jedenfalls kam es anschließend zu einer starken Vernarbung der Harnröhre mit Harnverhalt, die zu mehrfachen TURP Operationen geführt hat. Letztlich kann aber nun nicht beliebig oft die Harnröhre operiert werden. Im Moment sieht es danach aus, dass ein dauerhafter Bauchdeckenkatheter verwendet werden muss.

    Von daher stimmt die Aussage, Rezidiv-Behandlungen sind ohne Nebenwirkungen durch IRE, aus meiner Sicht nicht. Ich will Dich nicht angreifen, aber ich denke ich sollte dies auch im Forum berichten.

    Die HIFU Behandlung scheint aber auch erhebliche Nebenwirkungen zu haben. Wie cruserine schrieb: "Wir fragten, ob Hifu eine Option sei, davon riet der Professor ab. In Mannheim sähen sie nur Ergebnisse nach Hifu nach Bestrahlung, mit schwerden Verläufen wie Darmfisteln ect."
    Wie man diese Aussage des Professors bewerten soll, weiß ich nicht. Es kann auch das übliche Schlechtmachen konkurrierender Therapien sein, die der Arzt nicht selbst anbietet. Zumindest habe ich das schon wiederholt erlebt. Der Arzt, der HIFU anbietet, wird diese Aussage gar nicht nachvollziehen können. Da kann der Patient nur dem Arzt glauben, der symphatischer ist. Das ist aber auch keine Entscheidungsgrundlage.

    Georg

  3. #103
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    Zitat Zitat von cruserine
    Hat jemand vielleicht noch eine Idee, welche Therapie man nach einer Brachy noch machen kann? Geht da Cyberknife vielleicht?
    Es wird sicher selten gemacht, aber man kann bei einem Rezidiv eine zweite Brachytherapie durchführen. Das kann eine LDR oder HDR Brachytherapie sein. Dies ergibt sich aus diesen Berichten:

    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/1...12373/abstract

    http://www.termedia.pl/Case-report-S...25185,0,1.html

    Ich würde mich daher entsprechend beraten lassen. Cyberknife würde wohl auch gehen, die Seeds eignen sich wahrscheinlich für die Bestrahlungsplanung. Dies ist aber sicher eine sehr seltene Situation.

    Georg

  4. #104
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    Ich danke euch für eure Antworten. Zur Hifu in Mannheim muss ich sagen, dass genau dieser Professor dort die Hifu 2014 noch angeboten und in den Himmel gelobt hat. Vermutlich macht man dort in wenigen Fällen die Hifu da noch, aber von einer Hifu im ausgedehnten Sinn oder wie bei meinem Mann nach einer erfolgten Brachytherapie, lehnten sie dort ab. Da wäre der Effekt in keinem Verhältnis zu den Nebenwirkungen. Und auch bereits 2014 sagte der Professor, dass es zwar momentan gute Erfolge gibt, über die Langzeitwirkung und Nebenwirkung wären noch keine Ergebnisse vorhanden. Das sind nun ja fünf Jahre, in denen die Ärzte Information dazugewonnen haben. Vermutlich wenig gute.

  5. #105
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    Georg, ich wollte auf diese Möglichkeit hinweisen, weil nach "noch einer Idee" gefragt wurde; ob das im Einzelfall machbar oder sinnvoll ist, müssen Arzt und Patient entscheiden. Ich denke mal, der Prof. Stehling wird so "objektiv" beraten wie die meisten Ärzte, die eine Therapie anbieten - vielleicht sogar besser, weil er sich nicht einfach auf die Leitlinie berufen kann.
    Hierzulande wird bei PCa immer mal wieder HiFU angeboten. Bei HiFU ist das Problem die punktgenaue Hitzeableitung. Für fokale Behandlungen kleiner Herde und abseits von Kapsel/Apex/Harnröhre/Blase/Rektum kann HiFU sinnvoll sein, wenn man sich IRE nicht leisten kann oder will. Die Evidenzlage ist so schlecht wie für Kryotherapie oder IRE, nur gibt es mehr Ärzte, die mit HiFU vertraut sind als mit IRE oder Kryo.
    Bei der IRE treten thermische Effekte nur im Umfeld der Elektroden auf. In vitro und auch in vivo wurde immer wieder nachgewiesen, dass die IRE die Strukturen erhält, weshalb sie bei bestimmten Karzinomen (besonders Pankreas, Leber) eingesetzt wird, um chirurgisch oder thermisch nicht erreichbare Bereiche zu entfernen. Dabei kommt es vor allem auf die Gefäßschonung an. Beim PCa geht es mehr um Nerven und Harnröhre.

    Der von dir zitierte Fall wurde im Forum schon ausführlich besprochen. Es ist klar, dass Salvagebehandlungen immer schlechtere Ergebnisse bringen. Und eine Totalablation ist sicher eine stärkere Belastung als eine fokale Behandlung. Allerdings: ich wurde von 43ml auf 10-15ml gebracht (letzteres Messung MRT und von unabhängigem Urologen per US). Harnröhre und Apex anterior (Nerven) waren eingeschlossen. Eine Totalablation ist da nicht mehr weit entfernt. Es gab keinerlei Beeinträchtigung von Kontinenz oder Potenz. Es ist auch anders als bei RT mit keinen Spätfolgen zu rechnen. Und Anamostoseprobleme wird es auch keine geben.

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