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Thema: 2018 ASCO Meeting Abstracts

  1. #1
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    2018 ASCO Meeting Abstracts

    Wie schon 2016 und 2017 möchte ich hier in loser Folge ein paar, meiner Meinung nach, bemerkenswerte Abstracts präsentieren:


    Clinical and genomic characterization of low-prostate-specific antigen, high-grade prostate cancer.

    Hintergrund:
    Die Folgen eines niedrigen PSA Wertes bei hochgradigem (Gleason 8-10) Prostatakrebs sind nicht bekannt. Wir haben versucht, die klinischen Implikationen und genomischen Merkmale dieser Entität zu bewerten.

    Methoden:
    Klinische und andere protokllierte Daten von 626.057 Patienten mit N0M0 Prostatakrebs wurden von zwei nationalen Kohorten und einer großen Transkriptom-Datenbank gesammelt. Multivariable sowie Analyse nach dem Fine-Gray Regression Model bezüglich der Prostatakrebs-spezifischen Mortalität (PCSM) bzw. Gesamtmortalität OS. GRID-Daten wurden verwendet, um transkriptomische Merkmale zu analysieren.

    Ergebnisse:
    Für die Gleason 8-10-Krankheit war die Verteilung der Prostatakrebs-spezifischen Mortalität (PCSM) U-förmig bezüglich dem PSA Wert bei Diagnose, mit einem angepasstem Hazard Ratio (AHR) von:

    2,70 für PSA ≤2,5ng/ml gegenüber
    1,97 für PSA 2,6-4,0 ng/ml
    1,36 für PSA 10,1-20,0 ng/ml
    2,56 für PSA >20,0ng/ml.

    Im Gegensatz dazu war die Verteilung der PCSM bezüglich der PSA Werte bei Diagnose linear für Gleason ≤7 mit einem Hazard-Ratio von:

    0,41 für PSA ≤2,5ng/ml gegenüber
    1,38 für PSA 2,6-4,0 ng/ml
    2,28 für PSA 10,1-20,0 ng/ml
    4,61 für PSA .>20,0ng/ml.

    Eine Gleason 8-10 und PSA ≤2,5ng/ml Krankheit hatte eine signifikant höhere PCSM als Standard-Hoch-und-sehr-hohe Risiko-Erkrankungen mit PSA Werten >2,5ng/ml (47-Monats-PCSM 13,8% versus 4,9% ). Unter Gleason 8-10 Patienten, die mit definitiver Strahlentherapie behandelt wurden, war die Androgendeprivationstherapie (ADT) mit einem Überlebensvorteil für PSA >2,5ng/ml (AHR 0,87), aber nicht für ≤2,5ng/ml (AHR 1,36) assoziiert. Bei Gleason-8-10-Tumoren war PSA ≤2,5 ng/ml mit einer höheren Expression von neuroendokrinen Markern im Vergleich zu PSA >2,5ng/ml assoziiert, ohne das es eine solche Beziehung für Gleason ≤7 gibt.

    Schlussfolgerungen:
    Niedrig-PSA, hochgradiger Prostatakrebs scheint eine einzigartige Entität zu sein, die ein sehr hohes Risiko bezüglich der Prostatakrebs-spezifischen Mortalität (PCSM) aufweist, wahrscheinlich schlecht auf ADT anspricht und mit neuroendokrinen genomischen Merkmalen assoziiert ist.


    Eigene Anmerkungen:
    Es ist natürlich nichts wirklich Neues, was hier sehr schön wissenschaftlich aufgearbeitet wird. Trotzdem will ich es nochmals in Erinnerung rufen. Männer mit solch einer Erkrankung sind mit einer ADT nicht adäquat versorgt! Wichtig aber auch der Hinweis, dass eine begleitende ADT zur Operation oder Bestrahlung bei Gleason 8-10 UND PSA ≤2,5 ng/ml kontraproduktiv, Lebenszeit verkürzend ist – sonst nicht.
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  2. #2
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    Hallo Andi,

    nach dieser Studie habe ich therapeutisch nicht unbedingt alles richtig gemacht.
    Meine Einstufung vor knapp 6 Jahren lautete T3b R1 N1(5/21) L1 Pn1 V0 Gleason (4+4)8 bei einem präoperativen PSA-Ausgangswert von 1,8 ng/ml bedeuteten eine sehr schlechte Prognose.
    RPE+IMRT+kontinuierliche ADT in unmittelbarer Abfolge ohne noch lange zu überlegen, haben mich bis heute vor einem Rezidiv verschont. Vielleicht bin ich auch die rühmliche Ausnahme, die aus dem statistischen Rahmen fällt oder es gibt sonstige Mechanismen in meinem Organismus, die das Tumorgeschehen in Schach halten. Hoffe darauf, dass alles möglichst lange so bleibt wie's ist.

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  3. #3
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    Zometa or no Zometa, that's not the question

    Ten year final results of the TROG 03.04 (RADAR) randomised phase 3 trial evaluating duration of androgen suppression ± zoledronate for locally advanced prostate cancer.


    Hier ging es darum zu testen, ob bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs, also Stadien ≥7b mit einem PSA Wert von ≥10ng/ml, T3, T4 oder Gleason >7, bei definitiver Strahlentherapie als Ersttherapie, die Ergänzung einer ADT von 6 oder 18 Monaten ein Unterschied macht, und ob eine begleitende Ergänzung mit Zometa® sinnvoll ist.

    Das die Dauer der ADT bei diesen Stadien von 6 Monaten zu kurz ist, das dürfen wir heute vermuten, aber ob Zometa® einen Einfluss hat, das war lange ein nicht nachgewiesenes Statement diverser Mediziner. In letzter Zeit ist man deutlich zurückhaltender mit der Gabe dieser Knochenabbaublocker, da man um die unerfreulichen Nebenwirkungen (Kiefernekrose [osteonecrosis of the jaw ONJ]) weiß. Trotzdem ist diese Sache noch nicht ganz tot. Hier also die Ergebnisse der TROG-03.04 (RADAR) Studie:

    Ergebnisse:
    Zwischen Oktober 2003 und August 2007 wurden 1071 Männer mit einem Durchschnittsalter von 68,7 Jahren randomisiert. Der mediane Follow-up betrug 10,4 Jahre. Zwischen der ADT und Zometa® wurde keine signifikante Interaktion beobachtet. Signifikante Reduktionen wurden beobachtet wenn die ADT 18 Monate statt 6 Monate durchgeführt wurde: für die krankheitsspezifische Sterblichkeit (PCSM) HR 0,70; und für die sekundären Endpunkte: Knochenmetastasen HR 0,61; und Fernmetastasen (STP) HR 0,66. Die Ergänzung von 18 Monaten Zometa® beeinflusste das Ergebnis nicht signifikant.

    Schlussfolgerungen:
    18 Monate ADT + RT ist eine effektive Option für lokal fortgeschrittenen Prostatakrebs, aber die Ergänzung mit Zometa® über 18 Monaten ist nicht mit verbesserten Ergebnissen verbunden.
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  4. #4
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    Treatments for metastatic hormone-sensitive prostate cancer: A systematic review.

    Hintergrund:
    In den letzten Jahren wurde die Behandlung von metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) durch die Ergänzung von Docetaxel (DOC) oder Abiraterone (ABI) zum bisherigen Behandlungsstandard (SOC) der Androgenentzugstherapie (ADT) revolutioniert. Hier haben wir versucht, die Wirksamkeit von Docetaxel und Abiraterone direkt gegenüber einer ADT Monotherapie und indirekt miteinander zu vergleichen.

    Methoden:
    Wir schlossen randomisierte kontrollierte Studien (RCT) ein, die die Wirksamkeit der Behandlungen von Erwachsenen mit neu diagnostiziertem mHSPC untersuchten. Erstlinien Behandlungen mit DOC und ABI wurden berücksichtigt. Die Wirksamkeitsendpunkte sind das Gesamtüberleben (OS) und das therapieversagensfreie Überleben (FFS), wie es in den einzelnen Studien definiert wurde. Wenn vom FFS nicht berichtet wurde, wurde das biochemische progressionsfreie Überleben wegen seiner Spezifität als FFS betrachtet.

    Ergebnisse:
    Insgesamt wurden fünf RCTs eingeschlossen; drei RCTs verglichen DOC + ADT versus alleiniger ADT mit 2.992 Teilnehmern und zwei RCT verglichen ABI + ADT versus alleiniger ADT mit 2.201 Teilnehmern. Die Zugabe von DOC zu ADT zeigte eine signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebens (OS) im Vergleich zur ADT-Monotherapie (HR 0,77) ebenso wie die Zugabe von Abiraterone (ABI) zur ADT (HR 0,62). Der p-Wert für die Subgruppeninteraktion betrug <0,05, was auf einen signifikanten Unterschied zwischen gepoolten DOC- und ABI-Effekten hinweist, was die Zugabe von ABI gegenüber DOC zu ADT begünstigt. Ähnliche Effekte wurden bei der signifikanten Verbesserung der FFS bei der Zugabe von DOC (HR 0,64) oder ABI (HR 0,30) zu ADT im Vergleich zur ADT-Monotherapie gefunden. Der p-Wert für die Wechselwirkung der Subgruppeninteraktion war wiederum signifikant <0,05, was die Zugabe von ABI gegenüber DOC zu ADT begünstigte.

    Schlussfolgerungen:
    Die Zugabe von DOC oder ABI zur ADT zeigte eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens und des FFS im Vergleich zur ADT-Monotherapie bei Patienten mit mHSPC. Der indirekte Vergleich der Wirksamkeit deutet auf ein besseres Ergebnis bei Ergänzung mit Abiraterone im Vergleich zu Docetaxel hin. Bei Diskussionen mit Patienten wird empfohlen, die geeignete Behandlung zu wählen, wobei das Profil der unerwünschten Ereignisses berücksichtigt werden sollte. Ein weiterer direkter Vergleich wäre erforderlich, um den Effekt zu bestimmen.



    Eigene Hinweise
    Diese Theorie, dass die frühe Ergänzung mit einem Zweitlinien Hormontherapiemedikament wie Abiraterone as Überleben von PCA Patienten mit Fernmetastasen deutlicher verlängert werden kann, als wenn man ihnen Upfront Docetaxel gibt, ist schon länger in Diskussion. Die bisherigen Daten deuten darauf hin, aber ein direkter Vergleich wurde noch nicht durchgeführt, und es wird ihn wohl auch niemals geben.

    Eine weitere Unterstützung dieser Theorie kommt aus einem anderem Abstract vom ASCO 2018, die entsprechende PCA Patienten mit früher Docetaxel Ergänzung in der klinischen Praxis, also außerhalb von Studien dokumentiert hatten. Sie kamen zum Schluss, dass die Wirkung geringer, die Nebenwirkungsraten aber höher sind, als in den entsprechenden Studien:



    Real-world experience with docetaxel for castration-sensitive prostate cancer from a population-based analysis.

    Schlussfolgerungen:
    Die Wirksamkeit von Docetaxel als Ergänzung zur ADT in der allgemeinen Versorgung von Patienten mit mCSPC war im Vergleich zu den Phase-III-Studien mit schlechteren Ergebnissen und hohen Toxizitätsraten verbunden. Die Ansprechraten auf die Erstlinien Behandlung von mCRPC mit Abiraterone oder Enzalutamid scheinen ähnlich zu denen zuvor [in den Studien] berichteten zu sein.



    Leider ist der Kostenfakltor bei früher, und dauerhafter Abiraterone Ergänzung, im Vergleich zu 6 Zyklen Docetaxel zu berücksichtigen und spricht momentan deutlich gegen Abiraterone. Das wird sich wahrscheinlich auch solange nicht ändern, wie Abiraterone im Patentschutz bleibt, was in Europe bis 2022 dauern wird. In den USA könnte Abiraterone vielleicht schon Ende diesen Jahres aus dem Schutz fallen, womit deutlich geringere Kosten durch Generika möglich wären.

    Weiterhin ist zu bedenken, dass die Kliniken durch eine Docetaxel Infusion deutlich bessere Erstattungsmöglichkeiten gegenüber einem Abiraterone Rezept haben.
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  5. #5
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    Zitat Zitat von rolando Beitrag anzeigen
    Hallo Andi,

    nach dieser Studie habe ich therapeutisch nicht unbedingt alles richtig gemacht.
    Meine Einstufung vor knapp 6 Jahren lautete T3b R1 N1(5/21) L1 Pn1 V0 Gleason (4+4)8 bei einem präoperativen PSA-Ausgangswert von 1,8 ng/ml bedeuteten eine sehr schlechte Prognose.
    RPE+IMRT+kontinuierliche ADT in unmittelbarer Abfolge ohne noch lange zu überlegen, haben mich bis heute vor einem Rezidiv verschont. Vielleicht bin ich auch die rühmliche Ausnahme, die aus dem statistischen Rahmen fällt oder es gibt sonstige Mechanismen in meinem Organismus, die das Tumorgeschehen in Schach halten. Hoffe darauf, dass alles möglichst lange so bleibt wie's ist.

    Roland
    Schaumer mal, ob du eine Ausnahme bist. Ich hoffe jedenfalls nicht... denn mein Mann ist exakt den gleichen Weg gegangen bzw. geht ihn.
    LG
    Christine

  6. #6
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    Von den Ergebnissen der Studien Latitude und Stampede (ARM G) bin ich nicht ganz überzeugt. Dies sicherlich als einer der wenigen. Man kann meiner Meinung nach nicht ADT mit ADT+Abiraterone vergleichen. Man müsste ADT und anschließend Abiraterone mit ADT+Abiraterone gleichzeitig vergleichen.

    Nach ca. drei Jahren wird der Patient sowohl gegen Hormontherapie als auch Abiraterone resistent sein, beides wirkt nicht mehr. Wäre die Gesamt-Wirkungsdauer nicht gleich oder länger, wenn man erst Hormontherapie, und wenn diese nicht mehr wirkt, Abiraterone einsetzt? So schreibt z.B. auch dieses Review: "the potential of changing the hormonal milieu of CRPC such that it may become resistant to other therapies upon progression are all valid concerns". Vereinfacht übersetzt: was tun wenn die Kombination aus Hormontherapie und Abiraterone nicht mehr wirkt und der Patient kastrationsresistent ist? Dann bleibt nur die Drittlinientherapie Docetaxel und Cabitaxel, als leitliniengerechte Behandlung.

    Auch nach der Kombination ADT plus Chemo hat sich gezeigt, dass die Patienten resistent gegen Chemo geworden waren.

    Man denkt meist, wie erreiche ich im Moment die größte Wirkung, ohne sich über die weitere Therapie im Verlauf der Jahre Gedanken zu machen.

    Ich halte mehr von der Kombination von Hormontherapie mit lokalen Therapien, wie z.B. hier von Howard Scher dargestellt.

    Georg

  7. #7
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    Zitat Zitat von Weibsbild Beitrag anzeigen
    Schaumer mal, ob du eine Ausnahme bist. Ich hoffe jedenfalls nicht... denn mein Mann ist exakt den gleichen Weg gegangen bzw. geht ihn.
    Hallo Christine, dein Beitrag klingt für mich etwas missverständlich.
    Ich hoffe schon, die Ausnahme in Bezug auf Andi's angesprochene Untersuchung zu bleiben, sonst hätte ich ja nach den Ergebnissen dieser Veröffentlichung mit meiner gewählten Therapiestrategie tatsächlich keine guten Aussichten. Dass ich hoffentlich nicht der Einzige bin, dessen Krankheitsverlauf sich mit der eingeschlagenen Therapie nicht an die Ergebnisse des ASCO-Abstracts hält, wünsche ich natürlich jedem ähnlich Betroffenen.

    Zwischen der Erkrankung deines Mannes und meinem Fall gibt es allerdings mehrere Unterschiede, die einem "exakt gleich" entgegenstehen.

    Zum einen der präoperative PSA-Wert (1,8 ng/ml bei mir vs. 9,8 ng/ml bei deinem Mann), zum anderen der postoperative PSA-Verlauf (mit <0,01ng/ml unter der Nachweisgrenze bei mir vs. persistierendem PSA zwischen 1,10 - 0,24 ng/ml bei deinem Mann) und weiterhin nach erfolgter RPE (bei mir offene RPE vs. DaVinci bei deinem Mann) andere Zeiträume bis zum Beginn der sich anschließenden Therapieschritte ADT und RT.

    Die Aussagen der von Andi vorgestellten Untersuchungen beziehen sich auf hochgradige Prostatakarzinome (Gleason 8-10) bei gleichzeitig niedrigen PSA-Spiegeln (<2,5 ng/ml) - zu dieser Gruppierung zählt dein Mann mit einem präoperativen PSA von 9,8 ng/ml glücklicherweise nicht. Insofern dürfte seine statistisch ermittelte Prognose zur Prostatakrebs-spezifischen Mortalität (PCSM) beim eingeschlagenen Therapieweg besser aussehen, als bei den "Low-PSAlern".

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  8. #8
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    Zitat Zitat von rolando Beitrag anzeigen
    Hallo Christine, dein Beitrag klingt für mich etwas missverständlich.
    Enschuldige, da war ich wohl ein wenig unkonzentriert unterwegs. Hab mich nur auf den einen Satz deines Beitrages bezogen. Mit exakt meinte ich nur den Behandlungs-Weg... von mir wohl zu grob gesehen. Ich wünsche dir, dass du die Ausnahme bist und bleibst... <--- damit meine ich, dass du dich die nächsten Jahrzehnte weiterhin über einen PSA freuen kannst, der unter der Nachweisgrenze liegt. :-)

    LG
    Christine

  9. #9
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    Christine,
    nicht nur ist die Ausgangssituation bei Roland eine andere, sondern er hat auch therapeutisch mehr zu bieten. Ob ihn das gerettet hat? Wer weiß. Zumindest wird diese Studie nicht durch einen Einzelfall aus den Angeln gehoben, auch wenn man sich das zur Beruhigung persönlich noch so sehr wünschen würde.

    Meine Intention bei der Präsentation dieses Abstracts war, darauf hinzuweisen, dass eine einfache PSA Therapieüberwachung bei derartigen Patienten nicht ausreichend sein wird. Es ist zwar recht selten, aber es gibt Männer, die mit überbordender Metastasierung und einem PSA Wert von 0.9ng/ml versterben. Bis das symptomatisch wird wähnten sie sich in Sicherheit, ein fataler Fehler.


    Georg,
    … Man müsste ADT und anschließend Abiraterone mit ADT+Abiraterone gleichzeitig vergleichen…
    genauso liefen diese Studien: ADT+Abi (neues Konzept) vs. ADT mit nachgelagerter 2nd-line ADT (standard-of-Care). Die Ergebnisse sind so wie beschrieben und verwundern auch nicht, wissen wir doch, dass auf den AR gerichtete Kombinationstherapien bei metastasierten Patienten immer schon vorteilhaft waren. Das umso mehr, je wirksamer die einzelnen eingesetzten Medikamente sind.

    Nachdem vor 20 Jahren versucht wurde eine rein medikamentöse Tumortherapie als gleichwertigen Ersatz gegen Operation oder Bestrahlung zu etablieren, haben die Urologen starke Vorbehalte gegenüber irgendwelchen Kombinationstherapien. So langsam löst sich das aber, und das ist gut so. Ich spekuliere mal, dass in 10 Jahren niemand mehr ohne ein Rezept für Abiraterone in der Primärtherapie eines fernmetastasierten PCAs mehr aus der Praxis gehen wird.

    Natürlich wird es auch Patienten geben, die mit einer Chemotherapieergänzung besser fahren, als mit Abiraterone. Das sind wahrscheinlich genau die, die bei hohen Gleason- und niedrigen PSA Werten eine deutliche Metastasierung zeigen.
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  10. #10
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Christine,
    nicht nur ist die Ausgangssituation bei Roland eine andere, sondern er hat auch therapeutisch mehr zu bieten.
    Da stehe ich jetzt auf dem Schlauch... was genau hat er "therapeutisch mehr zu bieten". Dem Profil entnehme ich die gleichen Schritte... oder übersehe ich da was?

    LG
    Christine

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