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Thema: 2018 ASCO Meeting Abstracts

  1. #31
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    Bluttest statt Biopsie

    Die Firma CellMax Life hat auf der ASCO 2018 die Ergebnisse ihrer Studie vorgestellt aus denen sich ergibt, dass in 90% der Fälle ein Bluttest der Firma CellMax Life eine negative Biopsie vermeiden könnte. In der Studie hatte man bei Männern einen Bluttest gemacht, die einen PSA Wert von 4 bis 10 ng/ml hatten und daher für eine Biopsie vorgesehen waren. In 90% der Fälle konnte der Bluttest eine negative Biopsie korrekt vorhersagen.

    Da in der Regel drei von vier Biopsien negativ ausfallen, bräuchte der Hausarzt in Zukunft viel weniger Patienten bei einem erhöhten PSA Wert zum Urologen zu schicken. Im Moment ist dieser Test in Deutschland noch nicht verfügbar.

    Georg

  2. #32
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    Not Having Biopsy Is "Huge Advantage"

    MRI Before Biopsy Better Than TRUS in Prostate Cancer

    Methoden

    In einer multizentrischen, randomisierten, nicht-Unterlegenheits Studie wurden Männern mit klinischem Verdacht auf Prostatakrebs die sich bisher keiner Biopsie, auch keinem MRT mit oder ohne gezielter Biopsie oder einer TRUS gesteuerten Biopsie unterzogen hatten eingeschlossen und in zwei Arme randomisiert. Männer in der MRT-gesteuerten Biopsiegruppe wurden nur einer gezielten Biopsie unterzogen, wenn das MRT auf Prostatakrebs hindeutete; Männer, deren MRT-Ergebnisse nicht auf Prostatakrebs hindeutete, erhielten keine Biopsie. Die Standard-Biopsie war eine 10- bis-12-Stanzen, transrektale Ultraschall-geführte Biopsie. Das primäre Ergebnis war der Anteil der Männer, bei denen eine klinisch signifikante Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Sekundäre Endpunkte waren der Anteil der Männer, bei denen eine klinisch unbedeutende Krebserkrankung diagnostiziert wurde.

    Ergebnisse
    Insgesamt wurden 500 Männer randomisiert. In der MRT-gezielten Biopsiegruppe hatten 71 von 252 Männern (28%) zwar ein positives MRT-Ergebnisse, welches aber nicht auf Prostatakrebs hindeutete (PI-RADS score ≤2 ), so dass sie sich keiner Biopsie unterziehen mussten. Klinisch signifikanter Krebs wurde bei 95 Männern (38%) in der MRT Biopsie-Gruppe nachgewiesen, verglichen mit 64 von 248 (26%) in der Standard TRUS-Biopsie-Gruppe

    Darüber hinaus hatten weniger Männer in der MRT-Biopsiegruppe mit nur 9% eine klinisch unbedeutende Krebserkrankung, verglichen mit 22% in der TRUS-Gruppe, ein Unterschied zwischen den beiden Gruppen, der wiederum signifikant war.

    Kasivisvanathan wies darauf hin, dass der Anteil der positiven Stanzen auch im MRT-Arm viel größer war, nämlich 44% für die MRT-Biopsie Gruppe, gegenüber 18% für die Standard TRUS-Biopsie-Gruppe.

    Nach 30 Tagen berichteten Patienten mit einer MRT-gezielten Biopsie über weniger Komplikationen als die in der TRUS-Gruppe. Komplikationen waren dabei Blut im Urin (30% in der MRT Biopsie-Gruppe gegenüber 63% für die TRUS-Gruppe); Blut im Sperma (32% gegenüber 60%); Schmerz an der Entnahmesstelle (13% gegenüber 23%); rektale Blutung (14% vs 22%) und erektile Dysfunktion (11% vs 16%).

    Kasivisvanathan beobachtete, dass das günstigere Komplikationsprofil im MRT-Arm die Tatsache widerspiegelte, dass sich weniger Männer einer Biopsie unterziehen mussten, und für diejenigen, die dies taten, wurden weniger Stanzen für die Diagnose von Prostatakrebs benötigt.

    Not Having Biopsy Is "Huge Advantage"

    Der Coautor Dr. Carole Moore vom University College London UK, kommentierte, dass es für den MRT-Risikostratifizierungsansatz von "großem Vorteil" sei, sich keiner Biopsie unterziehen zu müssen und keine Diagnose für eine unbedeutende Krebserkrankungen erhalten zu müssen.

    "Zuallererst verpassen die Männer das Unbehagen und die Sorgen, die mit der Biopsie verbunden sind", sagte sie Medscape Medical News.

    Der andere Bonus, keine Krebsdiagnose zu erhalten, ist, selbst wenn sie "unbedeutend" ist, dass sie für Patienten insgesamt psychologisch besser ist.

    "Wir wissen, dass diese indolenten Krebserkrankungen nie Probleme verursachen werden, aber wir wissen auch, dass einige Leute nervös sind, wenn sie hören, dass sie Krebs haben und sich trotzdem für eine Behandlung entscheiden, was in Bezug auf Erektionen und Urinausfluss Auswirkungen haben kann", erläuterte Moore .

    "Negativ zu testen, ist ein großer Vorteil, und die Rate an Indolentem-Krebs war in der Studie weniger als die Hälfte im MRT-Arm als im TRUS-Arm, was ein großer Vorteil ist", betonte sie.



    Eigene Anmerkungen:
    Nicht vom ASCO aber trotzdem ist dies, meiner Meinung nach, eine bedeutende Studie. Zu bedenken dabei gibt es allerdings, dass Prostatakrebs nur durch eine Biopsie wirklich bestätigt werden kann, die invasiv ist und, wie fast alle medizinischen Verfahren, ein gewisses Risiko von Nebenwirkungen birgt.

    Es ist nun auch nicht so, dass in der MRT negativen Gruppe, die keine Biopsie angeboten bekam, sich mit Sicherheit kein behandlungsbedürftiger Krebs finden würde. Erinnern möchte ich da an eine Studie aus Hamburg, die nach negativem MRT PIRADS Befund mit Hilfe der TRUS-Biopsie noch einige signifikante Krebstanzen gefunden hat. Das wurde damals als Gegenbeweis für eine allgemeine MRT Bildgebung vor jeder PCA Biopsie (nach auffälligen PSA Werten) gewertet.

    Das ist aber eigentlich nicht der Punkt. In der hier referierten Studie konnte klar gezeigt werden, dass ein MRT Up-Front bessere Ergebnisse liefert, als die TRUS gesteuerte Biopsie: 38% vs. 26%. Es werden also deutlich mehr Krebsherde gefunden, wenn man mit dem MRT beginnt.

    Die aktuelle Praxis in Deutschland ist die, dass erst bei negativer TRUS Biopsie ein PIRAD MRT erstattet wird, wenn es im Verlauf weiterhin Auffälligkeiten gibt. Die zuvor durchgeführte Biopsie erschwert nun das MRT Ergebnis, so dass es fraglich ist, ob der anfängliche Nachteil durch TRUS Biopsie hier wieder ausgeglichen werden kann. Auch wäre ein zeitlicher Verzug zu kompensieren und mit erheblich mehr Nebenwirkungen zu rechnen.

    Leider schwebt natürlich immer über allem die Kostensituation. Ich wage aber mal die Prognose, dass sich dieses Verfahren, also vor JEDER Erstbiopsie ein MRT sich durchsetzen wird. Vielleicht braucht es dafür aber noch ein paar Jahre. Diese Studie ist ein Meilenstein auf dem Weg, Dank dafür!

    --------------------------------------------------------------------------------------
    [1]: Medscape; MRI Before Biopsy Better Than TRUS in Prostate Cancer
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  3. #33
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    "Es werden also deutlich mehr Krebsherde gefunden, wenn man mit dem MRT beginnt" genau, und vor allem "signifikante" (ohne das ich jetzt nachgesehen haben, wie das in der Studie definiert wurde).

    Die Kosten sind vielleicht geringer als gedacht: diese deutsche Studie von August 2017 mit 52 Patienten behauptet, dass ein 5-Minuten MRT dem mpMRT gleichwertig ist: https://journals.lww.com/investigati...sonance.8.aspx
    Das vorgeschlagene MRT ist eine beschleunigte diffusionsbewichtete Sequenz mit "simultaneous multislice technique" genannt DW-EPISMS.
    Das könnte dann wie am Fließband ablaufen?

  4. #34
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    Hallo LowRoad,

    ich will hier mein Profil nicht wiederholen. Januar 16 - PSA 18,2 - folgend MRT (Auffälligkeiten), Biopsie - ich habe gefragt "Wer macht das?", der Hausurologe sagte "Ich kann das, aber ich empfehle die Uni-Erlangen, die machen das mit dem Ergebnis der MRT." - dann Biopsie (in der FAU gut vorbereitet-zwei Ärzte, eine Schwester) - MRT gestützte Ultraschall-Biopsie, minimale Beschwerden bei der Biopsie (Darm). Ich kann nur sagen - mein Hausurologe hat sich gegenüber der GKV gut durchgesetzt. Übrigens wurde bei der Biopsie ein GS von 10 festgestellt!

    Grüße

    Dirk

  5. #35
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Es ist nun auch nicht so, dass in der MRT negativen Gruppe, die keine Biopsie angeboten bekam, sich mit Sicherheit kein behandlungsbedürftiger Krebs finden würde.
    Mit negativem PIRADS-Befund werden wohl vor allem Patienten konfrontiert,
    die zwar erhöhte PSA-Werte hatten, die aber von einer Prostataentzündung kamen.
    Dahinter kann sehr wohl auch ein PCa maskiert sein.
    Weil sich die Entzündungen meist schwankend im Bereich von etwa 1 bis 10ng/ml
    bewegen, also im Verlauf aussehen wie ein Rauschen,
    wird ein PCa früher oder später seine typische PCa-Signatur zeigen, nämlich das
    zunehmende Ansteigen über den Grundwert der Prostata oder der nur sehr langsam
    wachsenden BPH plus das Rauschen der Entzündung.

    Man stelle sich meinen PSA-Verlauf in der Früherkennungs- und Latenzphase vor
    (Schwarze Linie in Anhang [3]), überlagert von einem Rauschen plus/minus 5ng/ml.
    Wenn sich ein Urologe die Mühe macht, den Verlauf halblogarithmisch aufzuzeichnen,
    wäre ein solcher Verlauf auch nach einem negativen MRI zu erkennen (meiner
    fertigte Handskizzen an auf weissem Papier...).

    Die betroffenen Patienten wären wohl einfach zu früh zum MRI gegangen, und jene
    die tatsächlich keinen PCa in sich tragen, würde man daran erkennen, dass
    das Rauschen ohne signifikanten Anstieg weitergeht.

    Einige falsch negative MRI sind also bestimmt kein Argument gegen das MRI vor
    der Biopsie. Zu fragen ist lediglich, ob diese Patienten nicht von ihren Urologen zu
    früh zur Bildgebung geschickt worden sind, weil der PSA-Verlauf nicht sorgfältig
    und und ohne genügendes Knowhow ausgewertet worden sei.

    Weitere teure MRI-Aufnahmen könnte man wohl einsparen, wenn man Patienten
    mit eindeutigem Früherkennungsverlauf wie [5] direkt zur Biopsie schickt.
    Naja, die könnte man auch ohne Biopsie gleich auf den Tisch legen ...

    Konrad
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  6. #36
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    Bestrahlung nach PSMA-PET bei CRPC?

    https://meetinglibrary.asco.org/record/157373/abstract

    Lokale ablative Radiotherapie:
    Ein Weg, um niedrigvolumigen Kastrationsresistenden Prostatakrebs (CRPC)
    in ein hormonsensitives Stadium zurückzusetzen?



    Hintergrund:
    (Stereotaktische) ablative Bestrahlung (aRT) in Patienten mit oligometastatischem Prostatakrebs ist sicher, erreicht hohe lokale Kontrolle und der klinische Gewinn wird in Studien untersucht.
    Aber die Auswahl jener Patienten, die am meisten von der aRT profitieren, bleibt unsicher.
    Darüberhinaus ist die hochspezifische und sensitive multimodale 68Ga-PSMA-PET-CT/-MR-Bildgebung (in D) weitherum verfügbar. Daher haben wir retrospektiv die Wirksamkeit der PSMA-PET geführten lokalen aRT untersucht in Patienten mit niedrigvolumigen, oligometastatischem, kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC).

    Methoden:
    Fünfzehn Patienten mit im PSMA-PET diagnostiziertem metachronischem (
    zu verschiedenen Zeiten auftretendem) oligometastatischem CRPC wurden mit lokaler aRT brhandelt. Neun Patienten bekamen eine konventionell fraktionierte Therapie (25 x 2Gy), und sechs bekamen eine stereotaktische hypofraktionierte Radiotherapie (3 x 10Gy), während in allen Patienten die Androgendeprivation (ADT) fortgesetzt wurde. Die Zeit bis zur PSA-Progression, also PSA-Nadir + 2ng/ml (PSA+2) wurde mit der Kaplan-Meier-Methode ausgewertet und verglichen mit der individuellen Zeit bis PSA+2 n Bezug zu der individuell berechneten Vor-RT-PSA-Verdopplungszeit (PSA-VZ).

    Ergebnisse:
    Zum Zeitpunkt des PSMA-PET betrug das PSA median 3.4ng/ml (von 1.3 bis 14.5) und die PSA-VZ median 3.2 Monate (von 0.6 bis 15.3). In vier Patienten wurde nach der aRT keine PSA-Antwort beobachtet. Die ansprechenden elf Patienten hatten im Mittel einen PSA-Abfall von 80% des Ausgangswertes. Die mittlere Zeit bis PSA+2 oder letzter Messung war 10.7 Monate (von 4.5 bis 11.5). Die mittlere Zeit bis PSA+2 oder letzter Messung war 15.6 Monate [95%Cl: 9.7 - 21.4], verglichen mit 3.3 Monaten [95%Cl: 1.5 - 5.1]
    PSA-VZ ohne lokale aRT.

    Schlüsse:
    eine relevante Untergruppe von Patienten mit im PSMA-PET entdeckten oligometastatischem, niedrigvolumigem CRPC hatte eine bedeutsame PSA-Reaktion auf die aRT. Sie wurden wieder in ein früheres Stadium der Krankheit zurückgeführt.
    Eine prospektive klinische Studie auf diese klinisch hochinteressante Frage ist in Vorbereitung.



    Eigene Anmerkungen:
    Ich sitze in Bern in der Cafeteria des Inselspitals, zwischen Planungs-CT und -MRT für eine
    stereotaktische ablative Bestrahlung (SaRT/SBRT) zum Zwecke der Ablation zweier weit
    fortgeschrittener Metastasen an der Pfortader, während die übrigen Metastasen nach
    PSMA-RLT gemäss dem PSMA-PET vom 26.02.18 noch kaum wieder zu sehen sind.
    Obiges Abstract habe ich während der Zugfahrt hierher gefunden, als ich recherchierte,
    ob zu meinem Tun Literatur vorliege.
    PSMA-PET und anschliessende Lokaltherapie ist hier im Forum eine beliebte Option.

    In der Studie wurden fünfzehn Patienten in einer ähnlichen Situation einer Bestrahlung
    unterzogen, in der jeweils die grössten im PET sichtbaren Metastasen bestrahlt worden sind.
    Einige davon mit dem CyberKnife, andere per IMRT.
    Gegenüber Vergleichspatienten, die nicht bestrahlt wurden, erreichten sie den PSA+2,
    also eine Erhöhung des Ausgangs-PSA um 2 ng/ml um viele Monate später.
    Damit kann die Folgetherapie aufgeschoben werden und - vielleicht - auch das
    Gesamtüberleben verlängert werden.

    Eine schöne Bestätigung meiner heutigen Absichten.


    Der Titel und der Schluss, es sei wohl eine Rückführung der Krankheit in ein kastrationsresistentes
    Stadium zurückgeführt worden, ist aber im Märchenbeteich anzusiedeln. Verglichen wurde nicht
    die PSA-VZ mit und ohne Bestrahlung, sondern die Zeit bis PSA+2.
    Die fraglichen Stellen hab ich
    rot markiert.

    Konrad


    PS: Schon wieder auf der Heimreise, Akku leer, daher nicht ganz fertig abgesandt.
    Meine Beiträge schreibe ich als CRPCa-betroffener Laie.

    [1] Mein PSA-Verlauf graphisch auf myprostate.eu
    [2] Meine PK-Historie auf Myprostate.eu
    [3] PSA-Verlaufsanalyse 2003-2013 nach Glättli (Was ist PSA-Alert?)
    [4] PSMA-PET/CT vom 04.07.2012: Paraaortale Lymphmetastase
    [5] PSMA-PET von 08.2016 vor PSMA-RLT, danach 03.2017, sowie 05.2017

  7. #37
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    Hallo Konrad,

    wahrscheinlich meintest Du: "eine Rückführung der Krankheit in ein hormonsensitives Stadium"

    dieses Märchen hatte ich Dir schon mal erzählt. Dieser schwer erkrankte Patient war nach der Bestrahlung wieder hormonsensitiv und konnte zwei Jahre nur mit ADT weiterbehandelt werden.
    Auch Prof. Jünemann aus Kiel berichtet von einer ähnlichen Beobachtung nach Lymphadenektomie: "This supports the hypothesis that sensibility to ADT can be reestablished..."

    Dies sind natürlich nur Beobachtungen und keine Studien. Eine mögliche Erklärung wäre, das die Metastasen mit den kastrationsresistenten Zellen am meisten wachsen und daher am ehesten lokalisiert und mit Bestrahlung beseitigt werden. Dadurch wird das Verhältnis der hormonsensitiven zu den kastrationsresistenten Zellen wieder zu den hormonsensitiven Zellen verschoben und die ADT wirkt wieder besser.

    Gruß

    Georg

  8. #38
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Hallo Konrad,

    wahrscheinlich meintest Du:
    "eine Rückführung der Krankheit in ein hormonsensitives Stadium"
    Ja klar, lieber Georg, ich meinte, was ich in deinem Zitat fett hervorgehoben hatte.

    Und das sollte in Einzelfällen durchaus möglich sein, nämlich dann, wenn die Bestrahlung genau
    jenen Lymphknoten trifft, in den der kastrationsresistente Stamm begonnen hatte zu wachsen.
    Wächst dieser Stamm zudem noch deutlich schneller als die hormonsensitiven Knoten, wird
    er fast automatisch zum Ziel der lokalen Bestrahlung, und, schwupps, ist der Patient wieder
    hormonsensitiv. Schwein gehabt ...

    Dasselbe passiert, wenn man diesen entscheidenden Lymphknoten rausschneidet, per HIFU oder
    Kryo oder sonstwie abladiert.

    Konrad


    Ich hätte gestern nicht in dn Speisewagen sitzen sollen, denn der hat keine Steckdosen ...

  9. #39
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    Negative Multiparametric Magnetic Resonance Imaging for Prostate Cancer: What's Next?

    Martin,
    sicher könnten die Kosten beim mpMRT reduziert werden, wenn man standardisierte Verfahren nimmt, und beispielsweise auf die sowie umstrittene Kontrastmittelgabe (Gadolinium o.ä.) verzichtet und sich im Wesentlichen auf die Diffusionsgewichtung konzentriert.

    Man darf aber dabei auch nicht verkennen, dass es momentan in der Fläche einfach nicht die notwendige Expertise bei den Radiologen gibt, um Prostata MRTs wirklich qualifiziert bewerten zu können. Da muss noch eine Qualifizierung und Standardisierung erfolgen, wie sie bei der Brustkrebs Früherkennung heute üblich ist.

    Dirk,
    Dank für Deinen Beitrag aus der Praxis. Selbstbestimmte kundige Patienten werden halt besser behandelt, das kann man wieder mal sehen. Viel Glück mit Deinem Gleason 10, böse Sache das!


    Ergänzung:
    Ich möchte den MRT Faden zur PCA Früherkennung denn auch noch etwas weiter spinnen, denn es besteht offensichtlich Interesse am Thema. In einer Studie aus Rom, Italien wurde der Frage nachgegangen: "Negative Multiparametric Magnetic Resonance Imaging for Prostate Cancer: What's Next?" Eine berechtigte Frage, denn so ganz wohl wäre mir auch nicht, wenn ich bei erhöhten/steigenden PSA Werten nur einen negativen mpMRT Befund bekäme. Will man das mpMRT in diesem Setting etablieren, muss die Frage erlaubt sein.

    Die Forscher untersuchten retrospektiv 1545 Männer. Bei 659 (Gruppe A) war das mpMRT die Erstuntersuchung, weitere 596 Männer kamen nach zuvor negativer Erstbiopsie zum mpMRT (Gruppe B). Ich will nun das ganze Studienprotokoll hier nicht aufrollen, sondern zu den Kernaussagen vordringen:

    “Im Gegensatz dazu lag die diagnosefreie allgemeine Prostatakrebs (PCA) und behandlungsbedürftige Prostatakrebs (clinical-significant PCA - csPCA) Wahrscheinlichkeit nach 48 Monaten bei 84% bzw. 95%, was zeigt, dass die Ergänzung einer zuvor durchgeführten systemisch durchgeführten TRUS Biopsie (SB) die Diagnosefreiheit von PCa und csPCa von 84% auf 96% bzw. von 95% auf 96% verbessern kann. In der multivariablen Analyse war jedoch eine vorherige negative systemische Biopsie kein unabhängiger Prädiktor der nachfolgenden csPCa-Diagnose, während Alter, PSA und PSA-Dichte (PSAD) alle unabhängige Prädiktoren waren, wobei die PSA-Dichte mit einem HR von 7,57 sich am stärksten zeigte. Darüber hinaus unterschieden sich die csPCa-Diagnose-freien Überlebenswahrscheinlichkeiten in den beiden Gruppen nicht signifikant. Aus klinischer Sicht könnte eine systemische Biopsie (SB) bei Patienten mit hohen PSA Werten und hoher PSA-Dichte nach einer negativen mpMRT in Betracht gezogen werden; dies steht im Einklang mit den Ergebnissen früherer Forschung. Darüber hinaus könnte während der Nachsorge ein Risiko von 5% ein csPCa zu entwickeln, verglichen mit einem berichteten NPV von 74% oder weniger als akzeptabel und klinisch angemessen angesehen werden und würde die alleinige PSA-Überwachung statt einer systemischen Biopsie als vernünftiges Argument für die Patientenberatung darstellen.

    Im Hinblick auf klinische und pathologische postoperativen Merkmale des klinisch signifikanten Prostatakrebses nach negativer mpMRT, fanden wir, dass Prostatitis und benigne Prostatahyperplasie PCA maskieren kann und dass kleine Tumore in der Nähe des anterior horn bei mpMRT übersehen werden können, was möglicherweise darauf hinweist, dass die Erfahrung des Radiologen äußerst wichtig ist, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden, wie auch die PROMIS-Studie zeigt, die auf der Qualitätskontrolle von mpMRT und dem systematischen Training von Radiologen basiert.

    Schließlich hebt die relativ hohe Häufigkeit von hochgradiger PCA mit kribriformer Morphologie bei Patienten nach negativer mpMRT, die sich bei Operation zeigten, die Grenzen der derzeitigen Prostata-mpMRT hervor. Jüngsten Untersuchungen zufolge ist PCA mit vorherrschender cribriformer Morphologie bei der Bildgebung oft nicht sichtbar, und auch das muzinöse Adenokarzinom ist, wenn auch seltener, bei diffusionsgewichteter Bildgebung, entsprechend PI-RADS V2 als "dominante Sequenz", nicht leicht sichtbar. In dieser Hinsicht hat die quantitative Analyse, obwohl sie in der vorliegenden Studie nicht berücksichtigt wurde, vielversprechende Ergebnisse in der Charakterisierung von Tumorzellen in der Peripherie gezeigt.

    Schlussfolgerungen
    In unserer Studie haben wir gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer signifikanten PCA Diagnose nach 48 Monaten bei 95% bzw. 96% lag (bei nicht vordiagnostizierten Männern und solchen mit vorheriger negativer TRUS-Biopsie). Als Ergebnis ist nach einem negativen mpMRT eine nichtinvasive Nachuntersuchung basierend auf bestätigenden MRT- und PSA-Messungen eine geeignete Option für ausgewählte Patienten. Dennoch kann die systemische TRUS Biopsie nach negativer MRT routinemäßig nicht ausgelassen werden, insbesondere bei jüngeren Patienten mit einem starken klinischen Verdacht auf PCA (beispielsweise steigender PSA-Dichte), angesichts der Möglichkeit, klinisch signifikante, MRT negative Tumore zu verpassen."

    -------------------------------------------------------------
    [1]; Valeria Panebianco, Negative Multiparametric Magnetic Resonance Imaging for Prostate Cancer: What's Next?
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  10. #40
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    Tornesch Schleswig Holstein
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    mpMRT

    Moin Andy,
    Leider schwebt natürlich immer über allem die Kostensituation. Ich wage aber mal die Prognose, dass sich dieses Verfahren, also vor JEDER Erstbiopsie ein MRT sich durchsetzen wird. Vielleicht braucht es dafür aber noch ein paar Jahre. Diese Studie ist ein Meilenstein auf dem Weg, Dank dafür!
    voll d'accord, das Kostenthema war der Problemkreis bei der S3 Aktualisierung wobei, da es viele verschiedene Beiträge dazu gibt, auf die Konkretisierung mpMRT ziemlich Wert gelegt wurde.
    Gruss aus Tornesch
    Guenther
    SHG Prostatakrebs Pinneberg
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