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Thema: "Wundermittel" und ihre Bewertung

  1. #1
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    "Wundermittel" und ihre Bewertung

    Auch ich werde regelmäßig auf Methadon/Cannabis o.ä. angesprochen (früher Super-Green-Tea/MCP/WiKuTo/Boron ....).
    Die Liste ist ellenlang und bei wenigen ist etwas Gutes übriggeblieben.
    Ich kann die Hoffnung sehr, sehr gut verstehen, möchte aber am Beispiel Methadon zeigen, das im Moment ein
    Medienbericht ausreicht, um beim Tumorpatienten den Verstand aussetzten zu lassen.
    Diese, oft reisserische, Berichterstattung, die mit den Ängsten und Hoffnungen der Patienten spielt, ist zu
    verurteilen - ich glaube sogar, dass dadurch Todesfälle wegen verzögerter Therapien entstehen.

    Eine gesunde Skepsis und abwartende Haltung (gerne auch bei der Schulmedizin ;-)) ist angebracht
    und im Zweifel lieber eine unabhängige zweite Meinung einholen.


    https://www.aerzteblatt.de/archiv/19...n-ohne-Evidenz

    http://www.zeit.de/2017/39/methadon-...omplettansicht

    https://www.blickpunkt-verlag.de/bpw...279958,5870089
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  2. #2
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    Wohl wahr! Ich staune auch manchmal über die Akzeptanz von simplifizierenden Theorien zu Krebs, gepaart mit etwas Verschwörungstherapie mit dem Ziel eine einfache Methode anzubieten, die alle (!) Tumorentitäten bekämpfen kann. Der Mensch sehnt sich offensichtlich nach solchen Heilsversprechern. Davor muss man warnen.

    Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass wir in einer Welt der allseitigen Absicherung leben, und neue Therapien erst eine Hürde überspringen müssen, die sich nur noch große, privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen leisten können. Das hindert die Innovationskraft und schränkt, bei gleichzeitig hohen Kosten, die Behandlungsmethoden ein. Es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass es außerhalb der Leitlinien nichts Wirksames mehr gibt!?
    if nothing's fails, it's not real life

  3. #3
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    Selbstverständlich sind die Leitlinien nicht der Weisheit letzter Schluss - ganz im Gegenteil.

    Alle Punkte einer Leitlinie waren ehemals davor und auf dem Prüfstand und nur durch
    innovativen Ansatz dann später zur Leitlinie geworden.

    Als ich im Jahre 2000 die ersten hormonnaiven, metastasierten jungen Prostatakarzinompatienten
    primär mit HT und Taxotere behandelt habe, erklärten mich die Kollegen der Region für verrückt und
    verantwortungslos - heute ist es Leitlinie, zu meiner Genugtuung
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    Gruss
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  4. #4
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    Nachtrag: Das, was zu der Methadon-Empfehlung geführt hat, eine vermutete Wirksamkeit bei Glioblastom, konnte nicht bestätigt werden bei Kontrolle.

    Kein synergistischer oder zytotoxischer Effekt

    Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) weist in einer aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass in Deutschland viele Glioblastom-Patienten mit Methadon behandelt werden, ohne dass es dafür eine evidenzbasierte Grundlage gibt. Auf dem 33. Krebskongress vom 21. bis 24. Februar in Berlin stellten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) neue experimentelle Untersuchungen über den Einfluss von Methadon auf Glioblastomzellen vor.
    In dieser Studie behandelten die Forscher Glioblastom-Zellkulturen entweder mit dem Zytostatikum Temozolomid allein, mit Methadon allein oder mit einer Kombination aus Temozolomid und Methadon. Unbehandelte Zellkulturen dienten als Kontrolle.
    „Leider mussten wir feststellen, dass Methadon die Wirksamkeit der Chemotherapie nicht verstärkt. Das Opioid hat keinerlei sensibilisierende Wirkung für die bei Glioblastomen eingesetzte Standardtherapie mit Temozolomid. Auch Methadon allein hat keinen nachweisbaren Effekt auf das Überleben oder Sterben der Krebszellen“, erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe, Professor Wolfgang Wick, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.
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  5. #5
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    Letzte Zeit ist ein Bericht im TV gekommen. Zur Schmerzbekämpfung o.k. aber Krebsbekämpfung geht gar nicht.

  6. #6
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    Methadon

    Ich habe auch große Hoffnungen in Methadon zusammen mit einer Chemotherapie gehabt.
    Nun habe ich 7 Sequenzen von Docetaxel und 2 x 35 Tropfen Methadon gehabt.
    Anfänglich ist mein PSA etwas zurückgegangen aber nun steigt er fast wöchentlich.
    Für mich heißt das, dass weder die Chemo allein noch im Zusammenspiel mit Methadon eine potente Wirkung entfaltet haben.

    Die Chemo habe ich nun beendet und das Methadon werde ich wieder etwas reduzieren.
    Gegen Schmerzen halte ich es dennoch für ein sehr gutes und leicht zu dosierendes Mittel.


    Klaus

  7. #7
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    Sollte Methadon nur in Verbindung mit einer Chemo helfen oder auch alleine? Ich werde daraus nicht so schlau. Habe inzwischen sowohl als auch gelesen. Ich stehe zwar seit kurzem im Kontakt mit der Frau Dr. Friesen aus Ulm jedoch ist die Kommunikation bedingt durch den großen Andrang etwas langsam.

    Viele Grüsse
    Eric

  8. #8
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    Ich hab doch ober geschrieben. Helfen nicht viel höchstens Schmerzen lindern.

  9. #9
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    @Darkdriver
    Methadon sollte im Zusammenhang mit einer Chemotherapie als Wirkverstärker fungieren.
    Es gibt aber wohl auch Patienten, die nach einer positiven Behandlung Methadon weiterhin nehmen um Rückfälle zu vermeiden.

    MfG
    Klaus

  10. #10
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    Mit Schmerz zeigt doch der Körper das etwas nicht stimmt. Wenn ich den Schmerz immer unterdrücke ist noch lange nichts geheilt und es kann dann um noch etwas zu machen zu spät sein. Noch dazu, es ist ein synthetisches Opioid und macht süchtig. Ich werde es nicht nehmen. Das ist meine persönliche Meinung.

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