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Thema: Östrogenpflaster - ein Bericht aus der laufenden Stampede PATCH Studie

  1. #1
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    Östrogenpflaster - ein Bericht aus der laufenden Stampede PATCH Studie

    Im Rahmen der großen Stampede Studie in England wird auch untersucht, ob statt Lupron-Spritzen auch Östrogenpflaster eingesetzt werden können.

    Darüber ist jetzt ein erster Bericht veröffentlicht worden. Danach konnten mit den Östrogenpflastern die gleichen Kastrationslevel erreicht werden wie mit Lupron-Spritzen. Dabei soll die Gefahr kardiovaskulärer Risiken und auch der Knochenabbau geringer sein.

    LowRoad hatte über diese Plaster schon in einem Beitrag berichtet.

    Georg

  2. #2
    Harald_1933 Gast
    Hallo Georg,

    neben den von Dir und zuvor auch von Andi erwähnten Östrogenpflastern lohnt es sich auch - hier - noch mal nachzulesen.

    Gruß Harald

  3. #3
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    Hallo Georg, Lowroad, Harald und alle welche ev. auch eigene Erfahrungen mit Östrogenpflastern bei PCa haben,

    Bei mir steht demnächst eine adjuvante oder Salvage RT nach einer radikalen Prostatektomie (pT2c, N1 (2/27), R1) an. Der 6-Wochen post-OP PSA Wert steht zwar noch aus, doch es steht jetzt schon, fest dass bestrahlt werden muss. Soweit besteht Klarheit. Es ist noch nicht ganz klar, ob dazu eine adjuvante ADT gemacht werden soll.
    Mir graut etwas davor, wenn ich die potenziellen NW lese, auch wenn es "nur" vorerst max. 6 - 8 Monate dauern sollte (Start möglichst 2 Monate vor RT wie verstanden habe).
    Da kommen mir diese Östrogenpflaster natürlich wie gerufen, welche die meisten dieser NW nicht haben sollen, aber gemäss einem Link von Georg:

    " but had higher rates of significant gynaecomastia (37% vs 5%)"

    Ich habe leider nur das Abstract gesehen. Ist dies die schmerzhafte Variante oder eher die kosmetische Seite, welche hier angesprochen wird ? Und könnte man dem ev. auch durch vorgängige Bestrahlung der Brustdrüsen vorbeugen ?
    Die letzte Frage wäre natürlich, ob bei der jetzigen Studienlage schon genügend Evidenz vorliegt, dies bei meinem Urologen schon zur Sprache zu bringen. es kann zumindest keine Kostenfrage sein.

    Besten Dank für eure Einschätzungen.

    Tritus

  4. #4
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    Tritus,
    ich denke ebenfalls, dass eine adjuvante Bestrahlung des Risikogebietes (Prostata + Beckenlymphknotenbereich) bei Dir angeraten wäre. Eine vorlaufend/begleitende Hormontherapie (ADT) würde die Heilungswahrscheinlichkeit weiter verbessern, weshalb man dazu heute eher bereit ist, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Studien gibt es dazu, die aber alle nur die klassische ADT mittel Testosteronunterdrückung (GnRH Analoga aka. Depotspritze) oder einem Antiandrogen (Bicalutamid) eingesetzt haben. Deshalb wird man Dir dazu raten, den Ansatz mit Östrogenpflastern als experimentell darstellen – was er in diesem Zusammenhang auch wäre.

    Ich könnte mir bei Dir eine normale Testosteronunterdrückung, 2 Monate vorlaufend und 6 Monate begleitend/nachlaufend vorstellen. Nebenwirkungen sind nur vorübergehend und auszuhalten. Schwitzattacken sind ein sehr störender Effekt dieser Therapie, besonders im Sommer. Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme kommt oft auch noch dazu. Dagegen kann Sport und niedrig dosierte Östrogenpflaster helfen. Östrogenpflaster können dann aber wiederum Brustschmerzen auslösen. Kann man auch aushalten oder behandeln, aber wer macht das schon.

    Die Alternative wäre eine Antiandrogentherapie, die aber auch Brustschmerzen als Nebenwirkung verursachen kann. Schwitzattacken gibt es dabei aber nicht. Die standard Testosteronunterdrückung ist etwas wirksamer, weshalb ich sie präferieren würde, aber eine Therapie mit Bicalutamid ist besser als keine begleitende ADT.

    ------------------------------------------------------------------
    [1]: Allen Edel; When is whole pelvic radiation needed for salvage?
    [2]: Allen Edel; Probability of remaining recurrence-free after salvage radiation
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

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