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Thema: Rezidiv 16 Jahre nach Ende der DHB (Leibowitz)

  1. #21
    Harald_1933 Gast
    Moin Frank,

    Du schreibst bei GS 4+4 würde der LDR-Brachy Spezialist diese Monotherapie nicht empfehlen etc. Aber - hier - ist doch 3+4 von Prof. Helpap bestätigt worden.

    Gut, dass Du Deine Daten wohl gerade unter www.myprostate.eu eingestellt hast. Zumindest habe ich es eben im Forum das erste Mal gesehen.

    Gruß Harald

  2. #22
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    Hallo,

    gestern war nun zur Bestimmung des PCA Stagings die Abdomen CT und ein Thorax MRT. Wie zu erwarten, ohne weiteren Befund.

    Die Entfernung der Prostata ist nun für den 12. April angesetzt. Zur Überbrückung hat mir der operierende Urologe 50 mg Bicalutamid für 30 Tage vorgeschlagen.

    Jetzt ist die Frage ob es etwas bringt und ob es die Prostata in der kurzen Zeit und der geringen Menge OP-technisch verändert/verhärtet.
    Der Operateur sagt, dass er damit kein Problem hat.
    Harald meint aber weiter oben, dass der pathologische Befund der Prostata danach verändert wäre.
    Nach den Leitlinien ist es vor der Prostatektomie nicht empfohlen...

    Um eine etwaige Metastasierung in der Zeit, die natürlich nur theoretisch besteht, sicher zu vermeiden, wäre das natürlich trotzdem beruhigend und ich würde es nehmen.

    Was meint ihr?

    Liebe Grüße
    Frank

    Bericht und Daten bis heute siehe auf myprostate.eu:
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=850&page=report

  3. #23
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    Cadodex (R) = Bicalutamid

    Zitat Zitat von Frank.S Beitrag anzeigen
    Die Entfernung der Prostata ist nun für den 12. April angesetzt. Zur Überbrückung hat mir der operierende Urologe 50 mg Bicalutamid für 30 Tage vorgeschlagen.
    Lieber Frank

    Lies meinen Beitrag #15:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...512#post105512

    Alles gute zur RPE
    wünscht dir
    Konrad

  4. #24
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    Zitat Zitat von Frank.S Beitrag anzeigen
    Hallo,

    gestern war nun zur Bestimmung des PCA Stagings die Abdomen CT und ein Thorax MRT. Wie zu erwarten, ohne weiteren Befund.

    Die Entfernung der Prostata ist nun für den 12. April angesetzt. Zur Überbrückung hat mir der operierende Urologe 50 mg Bicalutamid für 30 Tage vorgeschlagen.

    Jetzt ist die Frage ob es etwas bringt und ob es die Prostata in der kurzen Zeit und der geringen Menge OP-technisch verändert/verhärtet.
    Der Operateur sagt, dass er damit kein Problem hat.
    Harald meint aber weiter oben, dass der pathologische Befund der Prostata danach verändert wäre.
    Nach den Leitlinien ist es vor der Prostatektomie nicht empfohlen...

    Um eine etwaige Metastasierung in der Zeit, die natürlich nur theoretisch besteht, sicher zu vermeiden, wäre das natürlich trotzdem beruhigend und ich würde es nehmen.

    Was meint ihr?

    Liebe Grüße
    Frank

    Bericht und Daten bis heute siehe auf myprostate.eu:
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=850&page=report
    Eine "Überbrückung" durch Hormontherapie bis zur OP ist heutzutage
    verpönt und obsolet - zumal Bicalutamid eine Halbwertzeit von 3 Wochen hat
    und ein geeigneter Wirkspiegel erst ca. nach 6 Wochen erreicht würde
    (wenn man die KORREKTE Dosierung von 150 mg/Tag einsetzte)
    50 mg Casodex ist eigentlich nur als ZUSATZ zur GNRH Therapie geeignet
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  5. #25
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    Wieso ist die Überbrückung "verpönt und obsolet" - nur weil Bicalutamid erst nach sechs Wochen wirkt?

    In diesem Zusammenhang noch folgende Frage: ich denke Bicalutamid wird zur Flare-up Prophylaxe allgemein ca. zwei bis drei Wochen vor der Lupron Spritze gegeben. Manchmal bekommt der Patient auch nur mit der ersten Lupron Spritze ein Rezept für Bicalutamid. Richtigerweise müsste man wohl erst sechs Wochen auf die Wirkung von Bicalutamid warten bis man mit Lupron anfängt?

    Sehr selten wird auch mit Degarelix angefangen und dann auf Lupron gewechselt. Dann gibt es keinen Flare-up.

    Georg

  6. #26
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Wieso ist die Überbrückung "verpönt und obsolet" - nur weil Bicalutamid erst nach sechs Wochen wirkt?

    In diesem Zusammenhang noch folgende Frage: ich denke Bicalutamid wird zur Flare-up Prophylaxe allgemein ca. zwei bis drei Wochen vor der Lupron Spritze gegeben. Manchmal bekommt der Patient auch nur mit der ersten Lupron Spritze ein Rezept für Bicalutamid. Richtigerweise müsste man wohl erst sechs Wochen auf die Wirkung von Bicalutamid warten bis man mit Lupron anfängt?

    Sehr selten wird auch mit Degarelix angefangen und dann auf Lupron gewechselt. Dann gibt es keinen Flare-up.

    Georg
    In erster Linie deshalb, weil das Gewebe "matschig" wird und es dem Operateur erschwert wird,
    saubere chirurgische Grenzen und Nervenschonung einzuhalten.
    Zweitens haben Untersuchung keinerlei onkologischen Vorteil dadurch gezeigt.
    Drittens wird die Histologie erschwert und befallene Lymphkonten u.U. sogar übersehen.
    Reicht das?

    P.S.: Bicalutamid gleichzeitig mit GNRH-Analoga zu beginnen ist Ignoranz und fast schon Kunstfehler.
    Ich habe einige wenige, aber jeder Einzelne ist einer zu viel, wo sich durch das unfachgerecht blockierte
    Flare-up sich Knochenmetastasen verdoppelt haben und massive Schmerzen auftraten
    Geändert von Urologe (12.03.2018 um 13:35 Uhr)
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    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
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  7. #27
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    Vielen Dank für die Erläuterung.

    Ich habe von einem Fall gehört bei dem der Patient nach der Biopsie und Knochenszintigramm mit Knochenmetasten diagnostiziert wurde. Um den Flare-up sicher zu vermeiden entschied sich der Arzt mit Degarelix zu beginnen.

    Georg

  8. #28
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    Jegliche Hormontherapie / ADT vor einer geplanten Operation ist nicht evidenzbasiert und ohne nachgewiesenem Vorteil. Es gab sogar Studien zu dem Thema und sie waren alle negativ; keine Vorteile. Weder weniger Metastasen, noch bessere OP-Bedingungen. Nichts.

    Und Casodex 50 mg/d als Monotherapie ist falsch dosiert.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  9. #29
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    Am 12.04.2018 fand nun die offene Prostatektomie mit Lymphadenektomie und mit drei intraoperativen Schnellschnitten in der Urologischen Klinik Planegg statt ( rechts 100% und links 90% nerverhaltend). Operateur: Dr. Oberneder
    Inzwischen bin ich fast wieder komplett kontinent und trage nur noch zur Sicherheit kleine Einlagen.

    Pathologischer Befund
    Makroskopie:
    1. Prostata: Das insgesamt 28,4 g schwere Prostatovesikulektomie-Präparat mit der 3,1 x 3,9 x 3,5 cm großen und 23,0 g schweren Prostata mit den anhängenden Samenblasen und Samenleiterstümpfen beiderseits. Oberflächlich die dünne, selten aufgefaserte Prostatafaszie ohne auffällige Vorwölbungen; basoventral die bis zu 0,8 cm hohen kragenförmigen Anteile des Blasenhalses.
    Beim Lamellieren (8 Schnittlamellen, Schichtdicke 0,3 cm) max. 0,7 cm große, scharf begrenzte Knoten mit multiplen kleinen Zysten in der zentralen Zone der Prostata, unter minimaler Einengung der glatt begrenzten Urethra. Peripher die max. 0,6 cm hohe hintere Kommissur mit inhomogener feinporösiger Schnittfläche und die ventrale fibromuskuläre Zone mit homogenser, derber Struktur. Auf der linken Seite in der peripheren Zone vereinzelte bis zu 0,6 cm große unscharf begrenzte graugelbe Indurationsherde. Dorsal die max. 2,2 cm langen Samenleiterstumpfes mit konzentischer Wandstruktur in den Schitten.

    2/3. Pelvine Lymphknoten rechts/links: Getrennt in zwei Fraktionen eingesandt ein Untersuchungsgut, jeweils bestehend aus max. 7,5 cm großen Fettgewebeanteilen. Darin bis 4,8 cm große Lymphknoten

    Beurteilung:
    1. Radikale Prostatektomie bei histologisch gesichertem Prostatakarzinom (vgl. H/2018/15067):
    Azinäres Prostata-Adenokarzinom mit multifokalem Befall beider Seitenlappen von subbasal bis subapikal.
    Geringe regressive Veränderungen unter Therapie sowie ausgedehnte Basalzellhyperplasie.
    Infiltration der Prostatakapsel ohne extraprostatische Ausbreitung: PCI-Level 2.
    Maximale Tumorherdfläche links dorsal: 1,6 x 0,6 cm.
    Perineuralscheideninfiltration.
    Blasenhals und Samenblasen/-leiter beidseits tumorfrei.
    Tumorfreie chirurgische Absetzungsränder (min. Sicherheitsabstand links dorsal zirkumferentiell <0,5 mm).
    2. Pelvine Lymphknoten rechts/links:
    rechts: Neun tumorfreie Lymphknoten, links sechs tumorfreie Lymphknoten

    UICC-Klassifikation (8. Auflage 2017): pT2c, pN0 (0/15), L0, V0, Pn1, R0
    Geason-Graduierung: 4 + 4 = Gleason score 8
    Prognosegruppe (WHO/ISUP): 4
    Regressionsgrad nach Helpap et al.: I (geringe Regression)

    Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Anhand der 19 stanzigen Biopsie dachte ich aber dass nur der Lappen links erneut befallen ist. Jetzt heißt es aber wieder beidseitig?
    Was ich außerdem noch nicht so recht einschätzen kann ist die perineurale Infiltration Pn1 in Bezug auf die weitere Prognose?

    Liebe Grüße
    Frank

    Bericht und Daten bis heute siehe auf myprostate.eu:
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=850&page=report

  10. #30
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    Hallo Frank.

    über Pn1 würde ich mir erst mal keine allzu großen Sorgen machen.
    Prognostisch scheint es nur in Zusammenhang mit der Biopsie von Bedeutung.
    Habe dazu folgende Aussage gefunden:
    "Die perineurale Invasion stellt eine Verlängerung des Tumors entlang einer Ebene dar, an der der Widerstand verringert ist, und findet sich in nahezu allen Prostatektomiepräparaten mit Prostatakarzinom. Nach dem jetzigen Stand der Erfahrungen hat sie keine prognostische Bedeutung. Einzelne Untersuchungen konnten jedoch zeigen, dass jene Seite, in der eine perineurale Invasion bereits in der Biopsie nachgewiesen werden konnte, häufiger eine extraprostatische Tumorausbreitung aufweist. Vor allem Adenokarzinome der peripheren Zone haben die Tendenz, die Prostata über perineurale Invasion zu verlassen. Sie ist nicht mit einer Invasion in Lymphgefäße gleichzusetzen."
    Nachzulesen unter: https://eliph.klinikum.uni-heidelberg.de/texte_s/695

    Was die beidseitigen Befall der Prostata anbelangt, besteht nach der postoperativen Histologie wohl Eindeutigkeit! Es zeigt einmal mehr den vorläufigen und noch unsicheren Charakter der Biopsie.

    Dir weiterhin alles Gute

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

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