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Thema: 2018 AUA Meeting Abstracts

  1. #11
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    Danke Andy, für deine immer wieder interessante Artikel!

  2. #12
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    MP21-12 ONCOLOGICAL OUTCOMES NODE POSITIVE PROSTATE CANCER AFTER RADICAL PROSTATECTOMY

    Einführung und Ziele
    Untersuchung der Langzeitergebnisse von Prostatakrebs bei Patienten mit Lymphknotenmetastasen (LNM) nach radikaler Prostatektomie (RP)

    Methoden
    Es lagen Daten von 783 Männern vor, die zwischen 1988 und 2017 eine RP als Erstbehandlung in unserer Einrichtung erhielten, und bei denen dabei Lymphknotenmetastasen (LNM – pN1) festgestellt wurden. Patienten, die eine adjuvante Therapie (7%) erhielten, wurden zum Zeitpunkt der Behandlung aus der Bewertung ausgeschlossen. Wir verwendeten eine multivariable Cox-proportionale Hazard-Regression mit der Anzahl der befallenen Lymphknoten (1 vs 2 vs ≥3) als Prädiktor und angepasst an das revidierte Stephenson-Nomogramm (welches das präoperative PSA, Gleason-Score, extraprostatische Extension (EPE), Samenblaseninvasion, und chirurgischer Randstatus einbezieht). Wir haben die Wahrscheinlichkeit des biochemischen rezidivfreien Überlebens (BCRFS), des metastasenfreien Überlebens (MFS), des Prostatakrebs-spezifischen Überlebens (CSS) sowie des Gesamtüberlebens (OS) innerhalb unserer Kohorte ermittelt.

    ERGEBNISSE
    Das Durchschnittsalter bei RP betrug 63 Jahre. 454 Patienten erfuhren ein biochemisches Rezidiv (BCR) nach RP. Die mittlere Nachbeobachtungszeit beim BCR-freien Überlebenden betrug 1,5 Jahre. Eine höhere Anzahl von LNMs war signifikant mit schlechteren BCRFS assoziiert

    2 LNM vs 1 LNMs: HR 1,33
    1 LNM vs. ≥3 LNMs: HR: 2,21

    Die angepasste 5-Jahres-Wahrscheinlichkeit für das BCRFS mit 1, 2 und ≥ 3 LNM, betrug:

    32%
    22%
    8,1%

    Die mediane Nachbeobachtung unter den metastasenfreien Überlebenden betrug 2,4 Jahre. Es gab keinen signifikanten Unterschied in MFS zwischen Patienten mit 1 LNM (Referent-Gruppe) und denen mit 2 LNMs. Patienten mit ≥3 LNMs hatten ein signifikant schlechteres MFS (HR 2,32).

    Die Anzahl der LNMs war nicht signifikant mit dem krankheitsspezifischem Überleben (CSS) oder dem Gesamtüberleben (OS) assoziiert. Die 5- und 10-Jahres-CSS und OS waren

    95%, 81% und 91%, 67%


    SCHLUSSFOLGERUNGEN
    Diese Studie beschreibt den natürliche Verlauf von Prostatakrebs Patienten mit positiven Lymphknoten nach radikaler Prostatektomie und bestätigt die prognostische Heterogenität innerhalb dieser Krankheitsgruppe. Diese Information könnte in klinischen Studiendesigns informativ sein, um den Wert der multimodalen Therapie für Patienten mit Lymphknotenmetastasen zu untersuchen.



    Eigene Anmerkungen:
    Das ist an sich nichts Neues, dass die Grenze der Gefährdung bei positiven Lymphknoten bei etwa 3 liegt, aber sollte man denn, wenn nur einer oder zwei Knoten positiv sind, eine adjuvante Bestrahlung nicht in Erwägung ziehen? Eine individuelle Entscheidung, die durch eher beruhigende Langzeitüberlebensdaten gestützt wird. Die Langzeitdaten sind aber natürlich im Rahmen der Nachbeobachtungszeit zu sehen. Geht man darüber hinaus, sieht es etwas anders aus, wie ein anderer Abstract darlegt: 'Bei LNM-PCA-Patienten starb jeder Vierte innerhalb von 20 Jahren an PCA':


    ASSESSING THE 20-YEAR OUTCOMES OF LYMPH NODE POSITIVE PROSTATE CANCER PATIENTS: A PLEA FOR LIFELONG FOLLOW-UP

    Einführung und Ziele
    Es liegen nur wenige Daten zu onkologischen Ergebnissen von Patienten mit Lymphknotenmetastasen (LNM) bei Prostatakrebs (PCA) bei sehr langen Nachbeobachtungszeiträumen und Prädiktoren für krankheitsspezifische Mortalität (CSM) vor. Wir haben versucht, die langfristigen Muster von klinischem Rezidiv (CR) und CSM in einer großen Datenbank von chirurgisch behandelten LNM PCA-Patienten mit mindestens 20 Jahren Nachbeobachtungszeit zu evaluieren

    Methoden
    Zwischen 1987 und 1997 identifizierten wir 615 LNM-PCA-Patienten, die mit radikaler Prostatektomie (RP) und ausgedehnter Beckenlymphknotendissektion in drei Referenzzentren in Europa und den USA behandelt wurden. Das primäre Ergebnis war das klinische Rezidiv (CR). Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: frühes Rezidiv (CR innerhalb von 10 Jahren nach der Operation) und spätes Rezidiv (CR frühestens 10 Jahre nach der Operation). Sekundäre Endpunkte waren die krankheitsspezifische Mortalität (CSM) und andere Todesursachen (OCM)…

    ERGEBNISSE
    Die mittlere Nachbeobachtungszeit für die Überlebenden betrug 227 Monate. Insgesamt erlebten 206 Patienten (33,5%) ein klinisches Rezidiv. Die mittlere Zeit für das Rezidiv war 89 Monate und die 20 Jahres Rezidiv Rate war 39,2%. Insgesamt starben 390 und 140 Patienten während der Studie wegen anderer Ursachen bzw. Prostatakrebs.. Der pathologische Gleason-Score (GS) 8-10 (HR = 2,0), positive chirurgische Schnittränder (HR = 1,73) und ≥3 LNM (HR = 2,0) waren Prädiktoren für die krankheitsspezifische Mortalität.

    Insgesamt erlebten 132 (21,4%) Patienten innerhalb von 10 Jahren nach RP ein klinisches Rezidiv. Unter diesen starben 99 (75%) an ihrer Krankheit. Die 20-jährige CSM-Rate betrug bei diesen Patienten 78,3%. GS 8-10 war der einzige Prädiktor für das CSM (HR: 2,9…

    SCHLUSSFOLGERUNGEN
    Bei LNM-PCA-Patienten starb jeder Vierte innerhalb von 20 Jahren an PCA. Obwohl die Mehrheit der CR innerhalb von zehn Jahren nach RP aufgetreten ist, haben node positive Patienten immer noch das Risiko, Spätfolgen zu entwickeln. Während der Einfluss von klinischen Rezidiven auf die krankheitsspezifische Mortalität bei früheren rezidivierenden Patienten höher ist, wird mehr als die Hälfte der Männer, die mehr als 10 Jahre nach Rezidiven auftreten, irgendwann an PCA sterben. Patienten mit LNM bei RP sollten auch langfristig streng überwacht werden und sollten immer als Rezidiv und mortalitäts-gefährdet betrachtet werden!



    Eine schöne Ergänzung, die zeigt, auch nach 10 Jahren ist die Gefahr bei Lymphknoten positiven Patienten nicht gebannt. Besonders gefährdet erscheinen hier Männer mit hohem Gleason Grad, was zur Verbesserung der Vorhersage dienen könnte.

    Leider wurde in der zweiten Auswertung nicht gezeigt, wie viele Patienten eine adjuvante oder salvage Therapie erhielten. Da diese aber als Standardbehandlung (SOC) gelten darf, kann wohl vermutet werden, dass sie auch hier zur Anwendung kam.

    Eine andere Gruppe untersuchte die Größe der Lymphknotenmetastasen. Wenig überraschend war auch das für die Rezidiv Wahrscheinlichkeit mit verantwortlich, aber die Bedeutung war eher gering im Vergleich zur Anzahl der befallenen Knoten und dem Gleason Score.

    Aktuell kommen immer mehr Bio-Marker auf den Markt, die noch exakter vorhersagen wollen, wer wirklich in Gefahr ist an seinem Prostatakrebs zu versterben, und wer eher nicht. Verständlicherweise liegen aber derartige Langzeitdaten noch nicht vor, so dass dies Spekulation ist, auch wenn ich dem viel Potential zubilligen möchte.

    Die aktuell zunehmend nachgefragte Vorgehensweise, abzuwarten, bis PSMA positive Befunde vorliegen, um erst dann zu intervenieren, muss ebenso in den Bereich des Experiments eingeordnet werden. Ob man damit letztendlich besser fährt ist 'terra incognita' ! Heilungschancen werden damit aber meist verspielt, womit ich immer sehr vorsichtig sein würde. Vor etwa 20 Jahren war die DHB von Leibowitz der letzte Schrei, der auch Heilung zugusten einer 'Chronifizierung' aufgeben wollte. Bekanntlich war auch das eine Fehleinschätzung.
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  3. #13
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  4. #14
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    Anmerkung: die Anzahl der Lymphknoten wurde hier offensichtlich durch eine Lymphknoten-Entnahme während der Prostataoperation gemacht. Dabei muss man berücksichtigen, dass in den USA oft weniger als 12 Lymphknoten entnommen werden, teilweise nur vier. Wenn dann mehr als drei Lymphknoten befallen sind, so glaube ich gern, dass diese Patienten eine schlechte Prognose haben.
    Mit der durch ein PSMA PET/CT ermittelten Anzahl an befallenen Lymphknoten kann man das nicht vergleichen. Die Zahl der befallenen Lymphknoten hängt davon ab, mit welchem bildgebenden Verfahren man sie ermittelt.

    Die amerikanische Krebsstatistik gibt an, dass 99% der lymphknotenpositiven Patienten 10 Jahre überleben. Diese Zahl wundert mich auch.

    Georg

  5. #15
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    Aber auch die tatsächliche prozentuelle Rezidivanzahl der (post Op) Null
    LK Fälle ist ziemlich hoch sodass ich denke dass die“richtigen“ Lk nicht erwischt worden sind...

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