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Thema: Fluch oder Segen des aufgekärten Patienten/ Angehörigen

  1. #1
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    Fluch oder Segen des aufgeklärten Patienten/ Angehörigen

    Guten Morgen, wie jedes Mal kurz vor dem quartärlichen PSA-Wert Bestimmung liegen bei uns die Nerven blank. Weil wir wissen, dass es im Fall meines Mannes nicht darum geht, ob sondern wann das Rezidiv oder die Metastasierung "messbar" werden.

    Die Beispiele in myprostate.eu und in diesem Forum belegen, dass bei T3a 3+4 (tertiärer Grad 5) nicht von dauerhafter krebsfreiheit zu rechnen ist. Im Grunde genommen geht es um den Zeitpunkt, an dem die Bestrahlung ansteht. Und der böse Gleason 5 wird wohl nie endgültig bekämpft werden können.

    Wäre es nicht einfacher, den Aussagen von Prof. Schostak zu vertrauen (" Ihr Mann ist geheilt, der Tumor wurde entfernt")? Stattdessen reize ich Nomogramme, versuche Statistiken zu finden und suche nach Strohhalmen, an die wir uns klammern können. Warum schlagen die Rezidive oft nach Jahren ohne messbaren PSA so erbarmungslos zu?

    Ja, es gibt Menschen, denen es um Längen schlechter geht, die gerne tauschen würden. Und trotzdem zerfrisst mich die Angst, alle 3 Monate.

    Vielleicht könnt Ihr an den wirren Worten erkennen, wie panisch ich gerade wieder bin.

    Viele Grüße Sonja

  2. #2
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    Liebe Sonja,

    die Angst vor dem PSA-Test kennen wir wohl alle hier, und unsere Frauen auch. Da muss man einfach durch.
    Umso größer die Erleichterung, wenn der Wert gut ist.

    Ein Rezidiv kann kommen, selbst nach vielen Jahren mit PSA unter der Nachweisgrenze. Muss aber nicht!
    Und wenn es kommt, dann geht das Leben weiter. Eine Bestrahlung kann Heilung bringen.
    Nicht jeder steigende PSA-Wert bedeutet baldigen Tod.

    Vielleicht hilft es, über diese Sätze zu meditieren:
    - Wir werden alle sterben, früher oder später.
    - Die Gesundheit kann sich jederzeit verschlechtern oder verbessern (!), bei jedem Menschen.
    - Gedanken und Gefühle vor der PSA-Messung ändern den Wert nicht.
    - Jeder hat seinen eigenen Krankheitsverlauf, ungeachtet aller Statistik.

    Ich habe mir angewöhnt, meine Gedanken zu unterscheiden in sinnvolle und sinnlose.
    Die sinnvollen sind die, die dazu beitragen, meine Situation zu verbessern.
    Die sinnlosen sind die, die mich nur verrückt machen. Denen setze ich ein Stopp! entgegen und höre ihnen nicht weiter zu.

    Ich tu alles, was ich kann, um meinen Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen (siehe Bericht unter myprostate).
    Der Rest ist "Schicksal", liegt in Gottes Hand oder wie auch immer. Ich akzeptiere das einfach.

    Alles Gute für euch beide!
    Detlef

  3. #3
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    Hallo Detlef, danke für Deine Antwort. Mein Kopf stimmt Dir uneingeschränkt zu. Trotzdem macht sich momentan die nackte Panik breit. Morgen sind wir schlauer.

  4. #4
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    Daumen halten für morgen!!!

    und dir, lieber Detlef, wieder mal danke für die Beschreibung der (vor PSA Messung) Lage! Jeder hier weiss genau wie es ist...

  5. #5
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    Danke, liebe Daniela.

  6. #6
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    Man kann halt Bauch und Kopf doch nicht immer voneinander trennen...

  7. #7
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    Hallo Uwe, und das betrifft, viele Bereiche im Leben.

  8. #8
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    Ich glaube das eon gewissenhafter Uro nie die Aussage macht geheilt zu sein. Ein Krebs, egal welcher kann immer zurückkommen und darum soll man eine gewisse Zeit alle 3 Monate zur Kontrolle gehen

    1 Jahr nach Op wurde bei mir ein Rezitiv festgestellt und ich hatte 35 Bestrahlungen. Jetzt 2 Jahre nach der Bestrahlung ist mein PSA Wert 6x gleich gewesen (<0,07) und ich brauche nur noch alle 6 Monate zur Kontrolle. An diesen Freitag gehe i9ch zur Blutentnahme und habe dann am Dienstag meinen Termin beim Uro. Wenn ich diesen Termin nicht am PC eingetragen habe und daran errinnert werde hätte ich nur Angst in zu vergessen. Sonst macht er mir keine Angst mehr. Ich werde ja überwacht.

  9. #9
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    Hallo Michael et all,

    auch wenn die 10 Jahre überstanden waren und man dann als endgültig geheilt gilt, habe ich einmal im Jahr meinen Urologen aufgesucht. Wie wichtig das für mich war, kannst Du in meinem Profil nachlesen. Außerdem haben wir in diesem Forum ein paar Mitbetroffene, bei denen sich erst nach mehr als 10 Jahren ein Rezidiv gezeigt hat. Also, Nachsorge ein Leben lang!

    Beste Grüße
    Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  10. #10
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    Die Beispiele in my Prostate sind, wie man mir hier erklärte biaisiert.
    Die Menschen welche mit diesem Krebs geheilt sind schreiben nicht mehr, warum auch ?
    Ich kenne etliche die wirklich geheilt sind.
    Wenn 50 % biochemische Rezidive nach 15 Jahren sind, dann heisst das auch dass bei 50 % kein Rezidiv ist, und selbst ein biochemisches Rezidiv ist nicht immer gleichzunehmen mit negativem Krankheitsverlauf.

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