Auf der ASCO 2018 wurde eine Studie von Dr. Yerramilli vorgestellt, die untersucht hat, mit welchen Komplikationen Prostatakrebspatienten im Endstadium zu rechnen haben.

Es wurden die Daten einer Patientengruppe ausgewertet, davon waren 490 mit niedrigem/mittleren Risiko, 617 mit hohem Risiko und 1005 mit Metastasen und befallenen Lymphknoten schon bei der Diagnose der Erkrankung. (Das müssen dann schon recht große Metastasen gewesen sein, damals gab es noch kein PSMA PET/CT.)

Die Untersuchung ergab folgende Ergebnisse:

Risikohöhe: Niedrig/mittel Hoch Metastasen
Knochenmetastasen in % 7.2 28.1 40.9
Auftreten nach Diagnose in Jahren (Mittel) 4,2 2,9 1,3
Knochenbrüche in % 1.4 6.2 16.3
Auftreten nach Diagnose in Jahren (Mittel) 6,6 4,7 1,4
Rückenmarkskompression in % 2.1 5.2 18.8
Auftreten nach Diagnose in Jahren (Mittel) 4,5 2,9 1,3
Harnröhrenverengung 2.5 10.6 15.5
Auftreten nach Diagnose in Jahren (Mittel) 2,7 3,6 1,6
Nierenversagen durch Harnröhrenverengung 0.6 6.5 10.3
Auftreten nach Diagnose in Jahren (Mittel) 4,3 3,5 1,3
Eintritt der Kastrationsresistenz in Jahren 4,5 2,9 1,2

Patienten, bei den Kastrationsresistenz eingetreten war, hatten eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit Knochenmetastasen und Harnröhrenverengung zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen war um 64% höher und die von Rückenmarkskompressionen um 56% höher.

Quellen:
ASCO Abstract

Artikel in Renal and Urology News

Ich denke, man sollte als Patient um diese Probleme wissen und nicht nur die gerade aktuelle Therapie im Auge haben. Wenn man um diese Risiken weiß, kann man in einigen Fällen bereits bei ersten Anzeichen versuchen diese Beschwerden zu bekämpfen.

Was diese Studie nicht zeigt, sind Organmetastasen. Also der Befall vor allem von Leber und Lunge, die im Endstadium häufig auftreten.

Man kann davon ausgehen, dass diese Patienten den "Standard of Care" erhalten haben. Neue Therapien wie z.B. die Radioligandentherapie sollten den Krankheitsverlauf positiver gestalten können. Insgesamt hätte ich den Krankheitsverlauf positiver erwartet als in dieser Studie ermittelt.

Georg