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Thema: Gelenke und intermittierende Hormontherapie

  1. #1
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    Gelenke und intermittierende Hormontherapie

    Guten Morgen,

    ich habe eine Frage an die Kollegen die sich für eine intermittierende Hormontherapie entschieden haben. Konnte bei Euch durch dieses zeitweise Aussetzen eine Verbesserung von Gelenkbeschwerden beobachtet werden? Bin am Überlegen ob ich für einige Zeit aussetze.

    Bin heute mal wieder auf allen vieren vom Bett zu einer stabilen Kommode und habe mich dann mühsam daran hochgearbeitet. meine Frau bringt mich nicht hoch, da bin ich zu schwer. Und der gute Rat abzunehmen, naja immerhin habe ich es geschafft die anfängliche Gewichtzunahme durch Pamorelin zu bremsen und wieder rückgängig zu machen.
    Die Gelenke sind morgens oft sehr steif, jetzt eine Stunde später kein Problem. Das nervt ein bißchen.
    Tagsüber gelegentlich auftretende Gelenkprobleme kriege ich bisher gut mit Beinwellsalbe oder meinem Allheilmittel "Franzbranntwein" in Griff.

    In der Literatur findet sich kein Hinweis auf Verbesserungen der Gelenksituation durch intermittierende Hormontherapie.

    Bitte keine Diskussion um Sinn u. Unsinn des Intermittierens, darüber bin ich ausführlich informiert, mir geht es nur um Erfahrungen zu Gelenkbeschwerden.

    Optimist

  2. #2
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    Hallo Optimist, Du hast dir gemäss Profil die Gelenke mit der Chemotherapie ruiniert,
    nicht mit der ADT. Die solltest Du so lange nicht unterbrechen, wie das PSA noch sinkt.
    Sonst verzichte ich wunschgemäss auf weitere Ausführubgen zu ADT.

    Konrad

  3. #3
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    Hallo Optimist,

    ob Deine Gelenkbeschwerden von einer Chemotherapie kommen, wie Konrad schreibt, oder von einer iADT, kann ich nicht beurteilen. Sie wären aber typisch für eine ADT, und wenn das der Fall ist, dann ist die Situation in der Therapiepause genau dieselbe wie nach einer nicht intermittierend betriebenen ADT: Die meisten NW, und dazu würde ich die beschriebene zählen, die ich aus eigener Erfahrung auch kenne, verschwinden im Laufe von ca. sechs Monaten. Wenn allerdings Deine Therapiepause kürzer ist, werden Deine Beschwerden keine ausreichende Zeit haben, zu verschwinden.

    Ralf

  4. #4
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    Danke für Eure Einschätzungen,
    die haben meine Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise leichter gemacht.

    Konrad, Dir kann ich in Bezug auf die Chemo nicht zustimmen, Docetaxel bewirkt u. a. Gelenkschmerzen. Die habe ich bis jetzt noch nicht, aber eine zeitweise morgendliche Gelenkversteifung (ohne Schmerzen). Und diese Versteifung ist im Nebenwirkungskatalog von Pamorelin aufgelistet.
    Deinen Rat noch abzuwarten ob der PSA-Wert noch sinkt werde ich befolgen. Die letzte Messung ergab 0,2, wie nahe gegen Null könnte der Wert bei noch vorhandener Prostata sinken?

    Ralf, Du nennst eine sinnvolle Dauer der Therapiepause zur Reduzierung der Nebenwirkungen von 6 Monaten. An einen Zeitraum dieser Größenordnung traue ich mich vorerst nicht heran. Sicher wenn nach drei Monaten der PSA-Wert wieder steigt, fängt man wieder mit der ADT an, aber bei den Nebenwirkungen hat sich in den drei Monaten nach Deiner Erfahrung wenig verbessert.
    Fazit: Abwarten der nächsten zwei PSA-Werte, mit den restlichen Nebenwirkungen komme ich bisher gut zurecht.

    Optimist

  5. #5
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Danke für Eure Einschätzungen,
    die haben meine Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise leichter gemacht.

    Konrad, Dir kann ich in Bezug auf die Chemo nicht zustimmen, Docetaxel bewirkt u. a. Gelenkschmerzen. Die habe ich bis jetzt noch nicht, aber eine zeitweise morgendliche Gelenkversteifung (ohne Schmerzen). Und diese Versteifung ist im Nebenwirkungskatalog von Pamorelin aufgelistet.
    Ach so?
    Zitat Zitat von Pamorelin
    Muskelskelettsystem

    Sehr häufig: Knochenschmerzen (25,8%).
    Häufig: Rückenschmerzen, Beinschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Muskelkrämpfe der unteren Extremitäten.
    Gelegentlich: Arthrose, Muskelschwäche.
    Selten: pathologische Frakturen.
    Fazit:
    Abwarten der nächsten zwei PSA-Werte, mit den restlichen Nebenwirkungen komme ich bisher gut zurecht.
    Danit liegst Du wohl richtig.


    Nimm den Tag!
    Konrad

  6. #6
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    Ach so? Aber ja!

    Konrad, Dein Zitat von Pamorelin bestätigt ja was ich zuvor gesagt habe!
    Häufige Nebenwirkung u. a. "Arthralgie". Und zur Arthralgie zählt auch die "Gelenkversteifung am Morgen" die mit milden Schmerzen oder auch gar keinen Schmerzen verbunden sein kann und nach relativ kurzer Zeit wieder verschwindet. Trotzdem lästig wenn man beim Aufwachen dringend zur Toilette...

    Gegen Docetaxel als Auslöser meiner Gelenkversteifung spricht auch dass diese im Herbst 2017 nach Umstellung von Leuprorelin auf Pamorelin gelegentlich auftrat, die Chemo begann erst im Dezember. Ab Mai wurden diese Beschwerden dann häufiger und jetzt fast alltäglich. Möglich dass sich Pamorelin und Docetaxel verbündet haben um meine Gelenke zu ärgern.

    Optimist

  7. #7
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    Zitat Zitat von Taxotere
    Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

    Sehr häufig: Myalgie (6-20%; G3/4: bis 1%).
    Häufig: Arthralgie.
    ....
    Lieber Optimist,
    der Begriff 'Arthralgie' (griech. Gelenkschmerzen) steht auch im
    Waschzettel von Docetaxel (Taxotere),was in meinem Vorbeitrag
    irgendwie verlorengegangen war.
    Aber wenn das bereits vor der Chermo auftrat, wird wohl
    das Pamorelin die Ursache sein.
    Da stellt sich die Frage, ob das vom Medikament selbst komme,
    oder vom Testosteronentzug. Im ersten Fall könnte ein weiterer
    Wechsel des Medikaments helfen, z.B. auf das ganz anders
    wirkende Degarelix.
    Kommt es vom Testosteronentzug, ist guter Rat teuer.

    Wegen des lästigen nächtlichen Aufstehens hab ich seit Jahren
    eine Flasche mit weitem Hals und Deckel am Bett stehen.
    Da war mal Tomatenmatsch drin mit Basilikum (ohne geht auch).

    Das ist zwar keine Lösung, aber vielleicht doch eine kleine Hilfe.
    Konrad

  8. #8
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    Guten Morgen Konrad,
    die Nebenwirkungen von Degarelix sind ähnlich denen von Pamorelin.
    Für die Nebenwirkungen wie Hitzewallung (wenig betroffen), Muskelabbau und Müdigkeit (bisher hilft Bewegung) ist die Senkung des Testosteronwertes verantwortlich (siehe chir. Kastr.). Und ob für weitere Nebenwirkungen eher das Medikament oder das fehlende Testosteron verantwortlich ist bleibt auf absehbare Zeit unklar.
    Ich bleib beim Pamorelin, außer den Gelenken kaum Beschwerden und denke im Herbst/Winter nochmal über eine Therapiepause nach.
    Danke für die Diskussion, die wir an diesen Punkt vorerst abschließen sollten.

    Optimist

  9. #9
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    Ein halbes Jahr später - Januar 2019 - weiterhin Hormonentzug

    Nachdem ich mich über den Sommer und Herbst mit meinen Gelenkbeschwerden herumgeärgert habe, mal stärker mal schwächer, alle möglichen Salben und Schmerzmittel mit und ohne ärztlichen Rat durchprobierte, meist ohne Linderung oder Linderung nur für kurze Zeit, habe ich einen Tip von LowRoad ausprobiert und vorsichtig mit Dexamethason angefangen. Das wirkte am 2. Tag, meine Gelenkbeschwerden bin ich seitdem los. Warum mir das keiner meiner Ärzte sagen konnte?

    Dexamethason habe ich wieder abgesetzt und ich bin beweglich wie schon lange nicht mehr. Meine sportlichen Aktivitäten konnte ich dadurch seit 2 Wochen ausbauen, auch Bewegung in der Kälte ist kein Problem mehr.

    Manchmal sind es Kleinigkeiten die einem weiterhelfen. Danke LowRoad!

    Das im Sommer angedachte "Intermittieren" zur Verbesserung meiner Lebensqualität ist damit erstmal kein Thema mehr. Knochenabbau bisher auch nicht und die Hitzewallungen halten sich wenn mein Kaffee nicht zu stark ist in Grenzen.

    Franz

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