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Thema: Schlüsselloch OP

  1. #1
    Helmutw Gast

    Schlüsselloch OP

    ich bin 58 Jahre alt und weiß seit 2 Tagen, dass ich ein Prostatacarcinom habe. Das Biopsie-Ergebnis weist folgt Werte auf:
    Tumorstadium: pT1c, pNX, PMX
    Malignitätsgrad: G2
    Gleason-Score: 3+3
    Nachfolgend meine PSA-Historie der letzten 12 Monate:
    08.12.2005 5,15
    16.02.2006 7,57
    12.05.2006 9,42
    06.07.2006 7,65
    27.10.2006 10,78
    Ich bin auf der Suche nach der geeigneten Therapie und habe über die Vorteile der Schlüsselloch-Chirurgie gehört. Was kann ich tun, um sicher zu gehen, dass diese Therapie für mich anwendbar ist? Wer hat damit Erfahrung?

  2. #2
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    Zitat Zitat von Helmutw Beitrag anzeigen
    Ich bin auf der Suche nach der geeigneten Therapie und habe über die Vorteile der Schlüsselloch-Chirurgie gehört.
    Hallo Helmut,

    es gibt erfahrene Ärzte, die sagen, dass die Laparoskopie keine wirklichen Vorteile hätte. Der Operateur würde weniger sehen als bei der "normalen" RP, und so toll seien die diversen Löcher/Narben in der Bauchdecke auch nicht im Vergleich zu einer "normalen" Narbe.

    In jedem Falle solltest Du - wenn Du Dich operieren lassen willst (was ja schon mal eine erste Grundsatzentscheidung ist --> siehe "Erster Rat" auf unserer Homepage) - einen sehr erfahrenen Chirurgen suchen - egal mit welcher Methode operiert wird.

    Sprich ruhig mit Ärzten beider OP-Techniken (das geht ggf. auch telefonisch). Ich fand das damals, bevor ich mich entschieden habe, mich nicht operieren zu lassen, sehr interessant.

    Wenn Du Dich dann definitiv entschieden hast, ob und wenn ja mit welcher Methode Du Dich operieren lassen willst, melde Dich noch einmal hier im Forum. Dann bekommst Du sicher einige Empfehlungen.

    Viele Grüße

    Schorschel

  3. #3
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    Hallo Helmut


    Zitat Zitat von Helmutw Beitrag anzeigen
    Ich bin auf der Suche nach der geeigneten Therapie und habe über die Vorteile der Schlüsselloch-Chirurgie gehört. Was kann ich tun, um sicher zu gehen, dass diese Therapie für mich anwendbar ist? Wer hat damit Erfahrung?
    Ob bei PSA 10 eine RPE die bestmögliche Terapie ist, solltest Du noch überdenken. Siehe dazu Erster Rat in http://www.prostatakrebse.de/
    Wenn Du für Düsseldorf und Umgebung eine geeignete Klinik zur laparoskopischen Op suchst, bitte über Mail anfragen.


    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Fest, gerade jetzt keine unnötige Hektik um in aller Ruhe die für Dich beste Entscheidung zu treffen.
    Alles Gute
    Heribert

  4. #4
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    Hallo
    das da-Vinci-OP-System ist die konsequente Weiterentwicklung der laparoskopischen/Schlüsselloch-Operation. Wir durften uns vor kurzer Zeit ein eigenes Bild davon machen. Hier ein kurzer Ausschnitt aus unserem Bericht:

    "....Gut beobachtbar waren für uns medizinische Laien die besonders vorsichtigen Bewegungen der Instrumente z.B. beim Ablösen und Beiseiteschieben des neurovaskulären Bündels, das Entnehmen von Operationsgut für einen Schnellschnitt beim Pathologen einschließlich dem anschließenden unvermeidbaren Wartens auf dessen Ergebnis oder die faszinierende Beweglichkeit der Roboterarme bei der Näh- und Knotentechnik an der Anastomose und auch wie durch Auffüllen der Blase mit Flüssigkeit die Dichtheit der Anastomose getestet wurde. Und mit einem Endobag, einem Bergesack, wird dann das Operationsgut herausgeholt, nachdem die Öffnung eines Trokars etwas aufgeweitet wurde. Die Präzision, wie das alles ablief, beeindruckte uns.

    Dr. Witt: „Dem Patienten bleibt mit dem Einsatz des OP-Roboters eine Öffnung der Bauchhöhle erspart, der Heilungsprozess verläuft schneller und ist mit weniger Schmerzen verbunden. Der Blutverlust mit durchschnittlich 300ml ist nur noch gering. Die Erholungszeit der Patienten ist deshalb kürzer.“ und fügt noch an: "Diesem Roboter-Assistierten-System gehört die Zukunft",

    Uns erschien die Robotertechnik überzeugend....."

    Die Anschrift von Dr. Witt gebe ich gern weiter. Mail mich an unter info@prostata-sh.info
    Grüße
    Wolfhard
    www.prostata-sh.info

  5. #5
    Reinardo Gast
    Lieber Wolfhard. Es widerstrebt mir, Dir wieder einmal zu widersprechen. Aber hat man hier nicht am Bedarf vorbei ein Urologen-Spielzeug entwickelt, das viel Geld gekostet hat und wegen seines Preises wohl nicht flaechendeckend eingesetzt werden kann. Ist gesagt worden, was die Entwicklung gekostet hat, wer das finanziert hat, wie hoch die Behandlungskosten sind und welche Kasse das uebernehmen wird?
    Krebs ist ein Geschehen auf Zellebene. Die Vorgaenge, die hier ablaufen, waeren es wert, erforscht zu werden. Das waere auch der Schluessel zu besseren Therapien. Wenn da mehr getan und Geld investiert wuerde, waere das ein gutes Unterfangen. Du weisst selbst, wie schwer es Leute mit fortgeschrittenem Prostatakrebs haben, an richtige Therapien zu kommen, fahren quer durch Deutschland zu guten Aerzten, konsultieren einen Professor nach dem anderen, und es ist doch alles bestenfalls nur retardierend. Wer sich mit fortgeschrittenem Krebs als Kassenpatient in die Routinebehandlung begiebt, der haelt doch das Ticket zum Tod.
    Da sehe ich den Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Und da bringt uns das da-Vinci-OP-System nicht weiter.
    Gruss, Reinardo

  6. #6
    Michael Gast
    Zitat Zitat von Reinardo Beitrag anzeigen
    Wer sich mit fortgeschrittenem Krebs als Kassenpatient in die Routinebehandlung begiebt, der haelt doch das Ticket zum Tod.
    Gruss, Reinardo
    Lieber Reinardo,
    diese Aussage halte ich für völlig überflüssig um nicht zu sagen für unsinnig, und das sage ich als Kassenpatient.
    Gruß
    Michael
    Geändert von Michael (27.12.2006 um 09:26 Uhr)

  7. #7
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    Ansichten des Reinardo

    Hallo Reinardo,
    was dem Patienten mit seiner unterschiedlich ausgeprägten Krankheitssituation dient, scheint deinem Text nach zu urteilen für dich weniger von Belang zu sein, mehr die politischen Dimensionen. Nur die sind hier a) in diesem Forum und b) insbesondere als Antwort auf verzweifelt nach Lösungen für ihre Krankheitsprobleme Suchenden völlig fehl am Platz. Geh in die Politik, wir machen hier Selbsthilfe von Mensch zu Mensch.

    Und was die besten Therapien angeht, denen wir Deiner Meinung nach mit nur geringem, nämlich retardierendem, Erfolg „quer durch Deutschland“ nachreisen, das lass mal die Sorgen derjenigen sein, die mit viel Hoffnung solche Wege beschreiten. Die brauchen keinen belehrenden Reise-Schaffner, der ihnen ein Ticket zum Tod abknipst. Informiere dich doch bitte besser, gehe mehr in die Selbsthilfegruppe, lerne vor Ort die Probleme von Verzweifelten erst mal richtig von Grund auf kennen und steige herab von deinem Berg der alleinigen Erkenntnis. Und erfülle mir eine Bitte: Stosse kranken Menschen mit deinen Ansichten (so wie heute geschrieben) nicht weiter vor den Kopf.

    Solche mahnende Worte schreibe ich ungern. Du bist selbst krank, aber scheinbar ausserdem beseelt von einem höherrangigem Missionarsgedanken. Das ist an sich nicht verwerflich, nur hier in dieser Situation, bei einem Hilferuf eiens Kranken, das lasse dir von einem kleinen Selbsthilfegruppensprecher sagen, ziemlich daneben.

    Grüße
    Wolfhard D. Frost
    PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs in Bielefeld
    www.prostata-sh.info

  8. #8
    Reinardo Gast
    Das ist ja alles richtig, was Ihr schreibt, will niemand die Hoffnung nehmen. Ich finde es nur skandalös, dass Unsummen Gelder in die Entwicklung solcher Apparate investiert wird und fuer die ernsthaft an agressivem Prostatakrebs Erkrankten wird zu wenig getan. Das ist nun mal meine Meinung, und wenn ich hier die oft verzweifelten Berichte dieser Mitbetroffenen lese, dann erscheint es mir tatsaechlich so, dass denen nur "eine unguenstige Prognose" belassen wird, wenn ich dasselbe mal in geschmeidigerem Urologen-Deutsch sagen darf.
    Sorry fuer das Missverstehen!
    Gruss, Reinardo

  9. #9
    Registriert seit
    03.12.2006
    Beiträge
    18
    Hallo,
    als frisch Betroffener muß ich mich zu diesem Thema einmal äußern.
    Nach dem ich das Ergebniss -positiver Befund- bekam (Gleason 3 + 3, T2)
    war ich auf der Suche nach einer für mich, 46 Jahre, passenden Therapie.
    Wenn man Kassenpatient ist hat man wenig Chancen mit mehreren Professoren über Therapien zu sprechen. Wie kommt man also mit meinen Werten aus dieser Situation, - ohne - oder mit so wenig wie möglich Nebenwirkungen (Inkontinenz und Impotenz) davon. Nach Recherchen im Internet (mehrere Foren) ist man mehr als verwirrt und steht schlimmer da als vorher, da wird von babarischer Op geschrieben, nach der Bestrahlung verbrannte Schließmuskel usw. Ich habe mich dann ohne Zweitmeinung zu der lakoskopischen Op. entschieden. Ich wurde am 13.12.06 operiert, mußte am 14.12.06 schon aufstehen, der Wundschlauch wurde am 3. Tag gezogen. 7 Tage nach der Op wurde ich auf Dichtigkeit geprüft und war es auch, so daß der Katether entfernt wurde. Einen Tag später wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Bis zum heutigen Zeitpunkt bin bis auf wenige Tröpfchen kontinent, lediglich die Häufigkeit des urinierens ist erhöht (nach Meinung des Arztes normal). Impotenz ist nicht zu 100% vorhanden, nach Einnahme von Levietra ca. 40%.
    Nach Bericht des Krankenhauses wurde ich einseitig nervschonend operiert und der Erstbefund Gleason 3 + 3, Organbeschränkt bestätigt.
    Mit diesem Bericht möchte ich den Leuten die von der Diagnose PC betroffen sind etwas Mut machen. Mein Traum vom Aufwachen oder falscher Diagnose und erst recht der Traum von der alles heilenden Tablette hat sich nicht erfüllt. Wir haben keine Erkältung die zu 100% verheilt, wir werden damit Leben müssen, daß sich vieles ändern wird (im Kopf und auch körperlich). Aber ich bin erst mal mein Schalentier los und werde bis zum nächsten für mich negativen Ergebniss sagen können: ich habe es in meinem Alter richtig gemacht.
    Zu dem Thema neue Krebsforschungen kann ich nur sagen: früher hat man mit der Op 3 Tage intensiv gelegen und ist frühestens nach 3 Wochen entlassen worden. Also nicht alles zerreden, sondern trotz Krebsdiagnose versuchen positiv zu denken.
    Einen guten Rutsch und allen gute Genesung

  10. #10
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    08.06.2006
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    690
    Hallo allerseits !
    Mein Gott, nun hat jemand mal wieder die Wahrheit gesagt und schon ist wieder die Empörung groß. Im wesentlichen stimmt ja die Aussage von Reinardo, man kann ihm höchstens die Art seiner Formulierung zum Vorwurf machen, wobei lediglich dieser eine Satz hier als deplaziert erscheint.

    Zum Thema bzw. zur Anfrage von Helmutw :

    Ich bin im Juli 2005 per Bauchschnitt radikal operiert worden, wobei mir zur Einschätzung der Ausbreitung -8-Lymphknoten (alle tumorfrei) während der Op entfernt worden sind. Bereits kurz nach Diagnosestellung wurde mir durch umfangreiche Informationen klar, dass diese Methode der sogenannte "Goldstandard" ist, d. h. diese Art der Op weist die größte Routine mit den besten Langzeitergebnissen auf. Im Laufe der Jahre ist diese Methode stets verfeinert worden und wird an verschiedenen Zentren bis zu 400 mal im Jahr mit großem Erfolg durchgeführt.
    Ich war 5 Tage nach Ziehung des Katheders völlig dicht und habe zu keiner Zeit Schmerzen oder andere Komplikationen aushalten müssen.
    Lediglich eine 10cm lange Narbe senkrecht unterhalb des Bauchnabel sind als Andenken zurückgeblieben. Da ich nicht beabsichtige, an irgendwelchen "Mister-Wahlen" teilzunehmen, halte ich dies trotz persönlicher Eitelkeiten für erträglich.
    Warum, lieber Helmutw, willst Du Dich irgendwelchen unerprobten Methoden und Eingriffen mit langer Lernkurve und unkalkuklierbaren Risiken aussetzen ? Und wenn Reinardo dies "urologisches Spielzeug" nennt, werde ich ihm da nicht widersprechen.
    Es gibt keine erwiesenen Vorteile, auch die lapraskopische RP mag nur so gut sein, wie der, der diese ausführt.
    Also, mein Rat, wenn OP, dann die retropubische an einem Zentrum mit hohen Fallzahlen.
    Viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung

    Spertel,Berlin

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