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Thema: Pamorelin und Suprefact Depot gleichzeitig ?

  1. #1
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    Pamorelin und Suprefact Depot gleichzeitig ?

    Hallo Leidenskollegen
    und wieder eine Frage:

    Kurz das Problem:
    Gleason 9, seit April 2017 DHB mit Pamorelin und Bicatulamid150.

    Kontrolle April 2018: PSA = 1,3, Testosteron 0,3.
    Uro lässt anrufen (jeder hat hier seine persönliche „Kontakt-Krankenschwester“, Uro selbst ist nur in der Klinik für 30€ und Wartezeit ansprechbar), ich solle Bicatulamid absetzen. Ok, gemacht.

    Kontrolle Juli 2018: PSA = 3,7, Testosteron weiter bei 0,3.
    Uro lässt anrufen, er habe mir ein Rezept für Suprefact Depot geschrieben ( geht hier automatisch an die Apotheke samt Info an das lokale Gesundheitszentrum) und ich solle mir das Implantat sofort einsetzen lassen.

    Die Schwester kann meine Frage nicht beantworten, wie sich das Suprefact mit dem restlichen Pamorelin in der Pobacke verträgt –ist immerhin noch bis mindestens Oktober aktiv. Uro schon im verdienten Urlaub.


    Deshalb die Frage an euch: was passiert bei diesem Overkill? Doppelt so viele Beschwerden wie jetzt? Noch müder, noch weniger Muskeln, noch mehr Fett?
    Was meint ihr?

  2. #2
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    Hallo Peter,

    der Wechsel von einem zum anderen GnRH-Analogon kann, soweit ich informiert bin, jederzeit vollzogen werden. Welche Nebenwirkungen du mit dem neuen Präparat hast, lässt sich nicht vorhersagen, das ist individuell verschieden. Natürlich können durch den neuen Wirkstoff zusätzliche Nebenwirkungen hinzukommen. Das neue Nebenwirkungsprofil wird sich wohl erst nach Abbau des Pamorelin-Depots im Oktober einpendeln. An deiner Stelle würde ich nachfragen, ob ein Wechsel auf den GnRH-Antagonisten Degarelix (Firmagon) nicht mehr Sinn macht.

    Gibt's denn für den im Urlaub befindlichen Urologen keine Vertretung?

    Gruß
    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  3. #3
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    Hallo PeterKa

    Sowohl Pamorelin als auch Suprefact sind GnRH Analoga und haben den gleichen Wirkungsmechanismus, um den Testosteronlevel zu senken. Dein PCa scheint aber so langsam hormonunabhängig zu werden. Kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass ein Wechsel von Pamorelin auf Suprefact nochmals eine relevante weitere Absenkung des Testosteronlevels bewirkt, somit sind keine stärkeren Nebenwirkungen zu erwarten (ausser ev. irgendwelche allergische Reaktionen gegen das neue Depot).

    Hast Du denn eine 6-Monatsspritze Pamorelin gekriegt im April ? Sonst wäre es ja sogar im normalen Rhythmus.

    Interessanter wäre zu wissen, welche Überlegungen Dein Urologe gemacht hat bei diesem Wechsel des GnRH Analogons. Ich meinte Du wärest eher bald ein Kandidat für Enzalutamid (Xtandi) oder Zytiga (Abirateron).

    Tritus

  4. #4
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    Peter,

    an sich müsste der Testosteronspiegel unter 0,2 ng/ml liegen. Ein Wechsel des Medikaments ist daher sicher sinnvoll, wenn die 0,2 mit Pamorelin nicht erreicht werden.

    Die Nebenwirkungen entstehen durch die Unterdrückung des Testosterons und nicht auf Grund anderer Nebenwirkungen des Medikaments. Von daher kann man wahrscheinlich beide Medikamente gleichzeitig einsetzen ohne dass sich die von Dir geschilderten Nebenwirkungen erkennbar verstärken.

    Georg

  5. #5
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    Nachtrag:

    Peter,
    bei deinen Angaben zu PSA und Testosteron fehlen die Masseinheiten. Insbesondere beim Testosteron ist dadurch unklar, ob Pamorelin den Testo-Spiegel überhaupt auf das empfohlene optimale Niveau hat senken können.
    Der Testosteron-Spiegel sollte bei einer ADT unterhalb von 20 ng/dl = 0,2 ng/ml = 0,7 nmol/l liegen.

    Roland
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  6. #6
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    Hallo Peter,

    Zitat Zitat von PeterKa Beitrag anzeigen
    Kontrolle April 2018: PSA = 1,3, Testosteron 0,3.

    Kontrolle Juli 2018: PSA = 3,7, Testosteron weiter bei 0,3.
    Was meint ihr?
    Ich meine, dass Du es Dir zur Gewohnheit machen solltest, bei solchen Angaben immer die Maßeinheit mit anzugeben, siehe Basiswissen, Abschnitte 6.2 und 6.3.

    Ralf

  7. #7
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Die Nebenwirkungen entstehen durch die Unterdrückung des Testosterons und nicht auf Grund anderer Nebenwirkungen des Medikaments.
    Nicht nur lieber Georg.
    Ich erinnere an Konrads Erfahrungen beim Wechsel von Leuprorelin (Lucrin) auf Goselerin (Zoladex). Dieser löste Brechattacken aus.
    Jeder Wirkstoff hat sein eigenes Nebenwirkungsprofil bei jedem Individuum - selbst wenn er von seinem Grundprinzip her gleich funktioniert wie ein anderer Wirkstoff. Und es gibt durchaus Betroffene, bei denen ein Wechsel von einem Präparat auf ein anderes aus der gleichen Wirkstoffgruppe (in unserem Fall innerhalb der GnRH-Analoga) eine bessere/schlechtere Wirkung erzielt und andere sowie stärkere/schwächere Nebenwirkungen hat.

    Roland
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  8. #8
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    Hallo Tritus,

    ich hatte auch an Hormonunabhängigkeit gedacht aber aus folgenden Gründen verworfen:

    - nach gut einem Jahr Hormontherapie wäre die Resistenz ungewöhnlich schnell eingetreten.

    - die Definition für Resistenz ist noch nicht vollständig erfüllt.

    Die Definition ist in Anlehnung an die EAU-Leitlinie im Basiswissen in Kapitel 8.5.2 angegeben:
    Serumtestosteron < 50 ng/dl bei gleichzeitiger biochemischer oder radiologischer Progression.

    Die biochemische Progression ist dann wiederum definiert als:
    - drei aufeinanderfolgende PSA-Anstiege mit einwöchigem Abstand,
    - die zwei Anstiege um 50 % über Nadir ergeben,
    - und ein PSA-Spiegel > 2 ng/mL

    Man müsste also noch eine PSA Messung haben. Roland würde erstmal sagen: "vorbeigeschrammt".

    Im Fall einer Resistenz würde ich versuchen an der ARASENS Studie teilzunehmen.

    Georg

  9. #9
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    - nach gut einem Jahr Hormontherapie wäre die Resistenz ungewöhnlich schnell eingetreten.
    Georg

    Möglicherweise ist es schon so, obwohl vielleicht die Definition noch nicht erfüllt ist (mit dem Januar Wert aber wahrscheinlich schon). Die PSA Werte mal zusammengekratzt:
    Januar 2017 : 12 ng/mL vor Therapie
    April 2017: Beginn HB2
    Juni 2017 : 0.8 ng/mL
    Januar 2018: < 0.1 ng/mL (aus einem früheren Post von Peter)
    April 2018: 1.3 ng/mL (immer noch unter Pamorelin und Bica), jetzt Bica abgesetzt (wird hier eher Bica Resistenz vermutet?)
    Juli 2018: 3.7 ng/mL Wechsel Pamorelin zu Suprefact empfohlen.

    Wir sind zwar jetzt etwas neben der ursprünglichen Frage von Peter gelandet. Es ist auch nicht ganz ersichtlich ob doch noch im Herbst eine Chemo gemacht wurde, was den schönen Wert vom Januar 2018 auch erklären würde. Ohne eine Chemo anzunehmen, sieht die PSA Entwicklung seit Januar ziemlich rasant aus (Testosteron Wert im Januar wäre noch hilfreich zu wissen für diese Fragestellung).

    Tritus


  10. #10
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    Zitat Zitat von rolando Beitrag anzeigen
    Ich erinnere an Konrads Erfahrungen beim Wechsel von Leuprorelin (Lucrin) auf Goselerin (Zoladex). Dieser löste Brechattacken aus.
    Ich erinnere mich aber auch daran, dass Konrad diese extremen NW im Nachhinein als eine Unverträglichkeit gegenüber den Depothilfstoffen angesehen hat. Scheint aber doch sehr selten zu sein, jedenfalls ist mir kein anderer Fall aus dem Forum in dieser Form bekannt. Zugegeben, dem leidenden Patienten dürfte es total egal sein, ob seine NW vom Wirkstoff oder den Formulierungshilfstoffen herrühren. Zumindest die Testosteronentzug-typischen NW, wie sie Peter aufgezählt hat dürften plus/minus gleich bleiben.

    Tritus

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