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Thema: ADT-Nebenwirkungen im Sommer verstärkt ?

  1. #11
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    Lieber Sepp,

    ich denke da hast du was durcheinandergebracht. ich bin 64.
    Es gibt in myprostate einen "Optimisten" der ist 85, er hat seine Diagnose 2000 erhalten und seine Biographie ist sehr lesenswert.
    Und weil der Name bereits vergeben ist, bin ich bei myprostate als "Optimist1954" zu finden.
    Ergänzend zu gestern möchte ich noch anfügen dass bei einer chemischen Kastration eine Pause (hat nichts mit intermittieren zu tun) gemacht werden kann wenn z. B. Herzprobleme auftreten. Darüber wurde hier schon an anderer Stelle berichtet.
    Und es spricht aus meine Sicht auch nichts dagegen wenn ein älterer Patient der fit ist intermittiert.


    Liebe ADT-geplagte Kollegen,

    jetzt bin auch ich wieder fit. Seit 2 Tagen herrschen bei uns angenehme Temperaturen, meine Rücken- und Gelenkschmerzen sind weg und ich nerve mein Umfeld schon wieder durch meine Aktivitäten.

    Schönes Wochenende
    Optimist alias Optimist1954

  2. #12
    SeppS58 Gast
    Hallo Optimist1954,

    na dann lass es mal gut sein. - So wie ich es sehe, wirst Du von der Kastration auch nicht mehr weg kommen, denn selbst mit GS 7a war Dein Krebs schon ganz schön aktiv.

    Ich komm gut klar mit der chir. Kastration - und ich führe mir gezielt Testosteron wieder zu per Creme (was dann mit Letrozol und Finasterid geblockt wird, damit es nicht in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt wird. - Ist mein individueller Ansatz (jetzt zusammen mit Xtandi). Aber ich hab' auch schon den ganzen Rücken voller Metastasen. Da nervt dann halt so ein Gejammer über Zimmperleins.

  3. #13
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    Auch wenn das Gejammer stört, aber der Vollständigkeit halber:

    Mit Verschwinden der Hitzewelle nahmen meine Beschwerden erkennbar ab. Jetzt mit der Hochsommerneuauflage haben sie wieder kräftig zugelegt. Gestern war ich nur am Vormittag zu leichten Tätigkeiten fähig, einen Arztbesuch musste ich abbrechen da ich die Atmosphäre im Wartezimmer nicht mehr ertragen konnte, ab Mittag aufgrund der Gelenkbeschwerden kaum mehr mobil und begleitend eine depressive Verstimmung kombiniert mit aggressiven Verhalten bis weit in die Nacht. Da leidet dann auch meine Liebste und unsere Beziehung drunter.
    Die psychischen Störungen sind jetzt wieder verflogen, Beziehung gerettet, aber die Gelenke ärgern mich weiter. Ibuprofen hilft kaum.

    Solche Tage gab es schon öfter (auch ohne Hitze, aber bei Hitze eben gehäuft) und wenn es so weitergeht (irgendwo habe ich gefunden dass Pamorelin und Co. ihre Nebenwirkungen so nach ungefähr 1 Jahr voll entfalten) gewinnt für mich das Intermittieren immer mehr an Bedeutung auch wenn ich je nach Studie 3 - 4 Monate verliere.
    Diese schlimmen Tage summieren sich auch... und unterm Strich kann ich ja wohl nur gewinnen ?
    Patienten mit meiner Metastasenlast wird zwar eher vom Intermittieren abgeraten (Metastasen sind momentan durch ADT/Chemo verschwunden aber warten nur auf günstige Bedingungen oder neue entwickeln sich) aber ich wage es trotzdem.
    Muss nur noch meinen Urologen überzeugen und wenn nicht den nächsten Spritzentermin ausfallen lassen.

    Jetzt amüsiert sich sicher der eine oder andere dem es schlechter geht über mich, aber meine Beschwerden sind zur Zeit auch nicht ohne und bisweilen unerträglich.


    Optimist (meistens, aber nicht immer)

  4. #14
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    Hallo (Gelegenheits) Optimist ,
    Hitzewallungen und mentale Verstimmungen, verursacht durch die ADT müssen nicht sein! Das sind Kollateralschäden, die durch das niedrige Östrogen verursacht werden



    Ich hatte die Optionen dazu schon mehrfach hier im Forum dargestellt, vielleicht findest Du was passendes. Ich nehme zur ADT ein paar Östrogen Pflaster, Metformin und eine winzige Dosis Dexamethason. Keine Hitzewallungen, kein Knochenabbau,…
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  5. #15
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    Hallo Andy,

    das mit dem niedrigen Östrogen wusste ich noch nicht. Verfügen denn Männer überhaupt über Östrogen? Mir ist klar, dass einem das Testosteron entzogen wird. Wahrscheinlich habe ich in der Vergangenheit, als ich noch ohne ADT durchs Leben gekommen bin, zu wenig gelesen.

    Viele Grüße

    WernerE

    WernerE

  6. #16
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    Werner,
    doch doch, Männer verfügen über Östrogen in geringeren Dosen als bei den Frauen, aber es ist da - und es ist wichtig. Östrogen ist DER Knochenaufbauhelfer! Nur wird das Östrogen bei den Männern aus dem Testosteron generiert, mit dem Ergebnis, dass Testosteronentzug auch gleich unnötigerweise das Östrogen in den Keller bringt. Das müsste aber überhaupt nicht sein.



    Ich empfehle, in der ADT den Östrogenwert bestimmen zu lassen (Normbereich für Männer <40pg/ml), und dann mit einem 100µg/Tag Estradiol Pflaster zu beginnen. Dieses muss alle 3 bis 7 Tage gewechselt werden. Gelegentlich nachmessen lassen, um nicht zu sehr über den Normwert zu kommen.

    Ein anderer Ansatz ist die ADT gleich ganz auf Östrogen-Pflaster umzustellen. Dann werden 4-6 Pflaster verwendet, dafür entfällt die Depotspritze. Das ist auch eine charmante Variante mit guten Ergebnissen (PATCH Studie).

    Bei einer Testosteronersatztherapie oder einer BAT, muss dagegen die Testosteron/Östrogen Umwandlung eher gehemmt werden. Dazu gibt es Aromatase Inhibitors (ARIs). Ein echtes Problem in der Dopingszene (OK, nicht unser Problem)
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  7. #17
    SeppS58 Gast
    ... also ich schmiere eine Tri-Hormon-Creme morgens und abends.
    Die Tri-Hormon-Creme enthält: Progesteron 3g, Testosteron 1g und Estriol 0,1g.
    Und geblockt wird das ganze dann wieder mit Finasterid und Letrozol.

    Ohne diese Creme säse ich im Loch, da ich chir. kastriert bin. - Dieser Ansatz ist vom Onkologen Prof. Schaller und mit den Xtandi Urologen hier im Klinikum r.d. Isar besprochen.

    Mir ist klar, dass das absolut experimentel ist - aber noch hätt' ich gerne ein bisschen was vom Leben. Und Xtandi drückt auch wieder meine PSA Wert. Die Schmerzen allerdings nicht.

    Anbei die Übersicht der Hormon-Übergänge: https://www.dropbox.com/s/ltippqjnth...zymes.JPG?dl=0

  8. #18
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    Ich habe in meiner ADT-Zeit zwar nie mein Östrogen messen lassen, bin aber dennoch ganz gut durch diese Phase gekommen.
    Vielleicht lag es u.a. daran, dass ich viele Lebensmittel zu mir nahm, die den Östrogenspiegel erhöhen (sog. Phytoöstrogene), wie Soja, Leinsamen, Bohnen, Erbsen...
    Was Frauen durch die Wechseljahre hilft, kann auch für uns gut sein: https://www.donna-magazin.de/gesundh...ches-oestrogen

    Und gegen Muskelabbau, Knochenabbau und Depressionen hilft Sport, auch wenn es manchmal schwerfällt, sich dazu aufzuraffen.

    Fehlende Libido kam mir ganz recht, da die Nerven sowieso bei der OP draufgingen... In unserem Alter muss man sich ja nicht mehr über die Potenz definieren.

    Detlef

  9. #19
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    Danke Euch,

    @LowRoad,
    da in Kürze mein PSA-Wert gemessen wird, lasse ich neben Testosteron- auch den Östrogenwert messen. Ein klein bisschen Überzeugungsarbeit wird nötig sein, aber beim Testosteronspiegel konnte ich meinen Urologen bereits von der Notwendigkeit der Messung überzeugen. Er ist lernfähig. Dexamethason hab ich noch von der Chemo übrig, werde mich noch ein wenig einlesen und dann vorsichtig dosieren.

    @Detlef,
    bin gespannt was beim Östrogenwert herauskommt, ich ernähre mich zeitweise mit viel Tofu, Linsen, Kichererbsen usw, und dann kommt nach so zwei Wochen der Wunsch nach Fleisch auf. Nach drei Tagen kann ich es nicht mehr sehen.
    Auf Bewegung habe ich immer großen Wert gelegt, aber wenn jetzt am Vormittag die Gelenke nerven und nachmittags 32°, dann ..... Sollte nächste Woche wieder klappen (18 - 20° Höchstwerte).

    @Sepp,
    die Hinweise auf die Tri-Hormon-Creme nehme ich mal in meine Sammlung auf, falls sonst nichts mehr hilft. Chemie oder Chirurgie, bei den Nebenwirkungen sehe ich keinen Unterschied.

    Optimist

  10. #20
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    ...Ein klein bisschen Überzeugungsarbeit wird nötig sein,...
    Das ist sicherlich erforderlich, da die Urologen in Ihrer Erinnerung ganz ganz fest die VARURG Daten eingebrannt haben, wobei sich massive Herz- Kreislaufprobleme bei oraler Gabe von Östrogenen (~3mg/Tag) ergaben. Das dies mit transdermaler Gabe (Pflaster) nicht der Fall ist, ist leider weitgehend unbekannt.
    Zweitens gehen die Urologen auch davon aus, dass Östrogen den Krebs antreiben könnte, was in Petrischalen gezeigt werden konnte. Beim Menschen bisher nicht.

    Wenn ich mit den Pflastern mal etwas nachlässiger werde, dann meint meine Frau das zu merken, da ich offensichtlich irgendwie übellauniger werde - sagt sie. Könnte aber auch eine Schutzbehauptung sein
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