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Thema: Patientenrechte - Mündiger Patient

  1. #11
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    Zitat Zitat von Michi1 Beitrag anzeigen
    Brauch ich dann noch einen Arzt ?
    Unbedingt, und nicht nur einen! Spezialisten heißen so, weil sie irgendetwas besser können als andere. Wann wer wo zum Einsatz kommt, das möchte ich aber letztendlich selbst entscheiden, denn ich muss ja auch die Folgen alleine tragen.

    Ob Ärzte noch viel lernen müssen, um uns die Dokumente ohne Murren zu übereignen halte ich für irrelevant. Erst wenn die Patienten lernen, dass sie diese Dokumente benötigen, also besser selbst archivieren, wird sich eine entsprechende Offenheit etablieren. Und Ärzten mit dicken Broschüren zu kommen, die sie gefälligst durchzulesen hätten, damit kann man jedes Patient/Arzt Verhältnis umgehend ruinieren.
    if nothing's fails, it's not real life

  2. #12
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    Hallo
    Ja ich finde auch das es wichtig ist das der Patient seine Unterlagen " in die Hand" bekommt. Aus Erfahrung gehe ich bei den turnusmäßigen Kontrollen beim Urologen immer nach vorn zum Desk und bitte um den Ausdruck der PSA-Werte. In der Regel bekomme ich die Labordaten (zwar verkürzt), doch ohne Einwände in die Hand.
    Mit dem "mündigen Patienten" ist das wohl eine Wunschvorstellung - man muß es ja auch aus Arztsicht sehen, da ist da noch die Kasse, der Kostendruck usw. usw..
    Erfahrungsmäßig (aus meiner Sicht) habe ich als Patient beim Urologen in der Regel nicht mehr als 5 Minuten (!).
    Mit freundlichem Gruß
    Uli

  3. #13
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    Zitat Zitat von Uli49D Beitrag anzeigen
    Erfahrungsmäßig (aus meiner Sicht) habe ich als Patient beim Urologen in der Regel nicht mehr als 5 Minuten (!)
    Uli,
    da stimme ich dir zu, aber auch in den wenigen Minuten der regelmäßigen Kontrollen lässt sich einiges mit dem Arzt besprechen. Meine Erfahrung dazu:
    Habe ich beim Kontrolltermin ein weiteres Problem, dass ich mit dem Arzt besprechen möchte, bringe ich das bei der Anmeldung kurz an der Rezeption vor. Mittels einer kleinen Notiz geht mein Anliegen mit den weiteren Unterlagen an den behandelnden Arzt weiter. Dieser kann sich darauf kurz vorbereiten, weiß was ich vorbringen möchte und wir kommen ins Gespräch. Funktioniert bei den meisten (mir bekannten) Ärzten.


    Ein immer noch aktueller Artikel von 2010 zur Sicht einiger Ärzte auf den mündigen Patienten: "Der mündige Patient als Herausforderung"
    https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=78431

    Zitat:
    Lernbedarf besteht noch auf beiden Seiten

    Und für mich einer der wichtigsten Sätze des Artikels:
    Viele Ärzte verstehen einfach nach wie vor nicht, dass sich kompetente Patienten gar nicht in die Angelegenheit der Ärzte, sondern in die eigenen Belange einmischen wollen“
    (Prof. Dr. med. Gerd Nagel, ehemaliger Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft)

    Franz

  4. #14
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    Hallo, letztes Jahr beim Onkologen, wie ich nach meinen Werten (PSA, CGA, NSE) fragte, sagte der glatt: "Das brauchen Sie gar nicht wissen!" Wie er dann mit meinem Uro telefonierte, erfuhr ich sie beim Mithören und notierte sie mir gleich. Da war er auch schon wieder sauer. Das passte ihm gar nicht.
    Zum Glück brauche ich da vorerst nicht wieder hin, weil mich jetzt nur noch der Uro behandelt.
    Manchmal wird man wirklich wie der letzte Depp behandelt.
    Solange man noch fit genug ist, sich zu wehren, geht es ja noch. Aber was ist, wenn man so schwach und frustriert ist, dass man nicht mehr Piep sagen kann? Da ist es schön, wenn jemand zur Begleitung dabei ist.
    Lutz

  5. #15
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    Seltsam ist das schon, dass viele Menschen die Autofirma verklagen, weil versprochene Verbrauchs- oder Umweltwerte nicht eingehalten werden, oder den Nachbarn, weil er den Baum nicht richtig schneidet, aber beim Arzt nicht auf ihrem Recht bestehen, sondern stattdessen den Arzt wechseln. So wie der Arzt gewissen medizinisch-technischen Regeln (sonst "Kunstfehler" und Körperverletzung) und ethischen Grundsätzen ("Hippokrates") unbedingt zu folgen hat hat er auch gesetzliche Vorgaben einzuhalten, wie die Vorschriften zur "informationellen Selbstbestimmung". Verstöße hier sind jeweils strafbewehrt und werden durch Ärztekammern oder wahlweise Behörden verfolgt. Wenn man das als Patient nicht anstößt, schadet man den anderen Patienten dieses Arztes.
    Danach kann man immer noch den Arzt wechseln.

    Wer geistig oder körperlich (Demenz, Koma usw.) unfähig ist, die Unterlagen anzufordern, steht gut da, wenn er rechtzeitig eine Patientenverfügung oder besser eine Vorsorgevollmacht beim Notar oder viel billiger beim Versorgungsamt beurkunden oder beglaubigen läßt, in der Personen seines Vertrauens benannt sind. Und auch ohne Unfähigkeit kann eine Vollmacht diesen Personen erlauben, alle Informationen einzusehen, so daß der Arzt sie nicht einfach ausschließen darf.
    Zusätzlich von Vorteil ist, dass die Vollmacht auch nach dem Tode des Patienten die Akteneinsicht ermöglicht, ohne den schweren Umweg über Strafanzeige und Rechtsanwalt zu gehen. Die ärztliche Schweigepflicht gilt nämlich über den Tod hinweg, so daß ohne Bevollmächtigten niemand, auch nicht die Erben, an die Unterlagen kommen. Für die Klinik oder den Arzt sehr bequem, da Behandlungsfehler garantiert unentdeckt bleiben.

  6. #16
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    OT: (?)

    Mich stört, dass ich den im Rahmen der Aktiven Überwachung quartalsweise zu messenden PSA-Wert nur telefonisch oder persönlich durch den Urologen erfahre. Die Sprechstundenhilfen/-Mitarbeiterinnen dürfen keine Auskunft geben. Auch mein Hinweis, dass ich damit einverstanden bin diesen Wert durch eine/n MitarbeiterIn zu erfahren, wurde nicht berücksichtigt.

  7. #17
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    Jens, sofern die Helferin dich beim persönlichen Vorsprechen identifizieren kann, muss sie dir Auskunft geben. Schließlich ist sie genauso verpflichtet wie der Arzt und hat üblicherweise Zugang zu allen Befunden. Telefonische Auskünfte sind eigentlich nicht gestattet, im Interesse des Schutzes der Daten des Patienten. Allerdings kann auch hier eine sichere Identifikation möglich sein, zum Beispiel durch eine Vorgangsnummer oder persönliche Bekanntschaft mit Helferin oder Arzt. Möglich ist auch eine Übersendung per Post, email oder Fax (wobei eventuell die Kosten von dir zu erstatten sind, aber allemal billiger als den Arzt aufzusuchen).
    In jedem Fall hat die Einsichtnahme "unverzüglich" zu erfolgen: wenn der Doktor in Urlaub ist, sollte eine Vertretung existieren, die Auskunft geben kann. Und wenn darauf bestanden wird, dass die Information nur vom Arzt gegeben werden soll, dann muss er diese Weitergabe zwischen seine Termine einschieben.

    Die rechtliche Grundlage ist § 630g BGB: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630g.html
    "Erhebliche therapeutische Gründe" stehen einer Auskunft zum PSA sicher nicht entgegen. Dazu auch
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/18...und-wann-nicht
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/18...wissen-sollten
    https://www.forum-verlag.com/themenw...und-wann-nicht
    https://www.haufe.de/recht/deutsches...HI9623696.html

  8. #18
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    Jens,

    mein jetziger Urologe sagte mir auch, nur er würde den PSA Wert bekannt geben. Ich habe ihm dann erklärt, ich wüsste gern den PSA Wert direkt und würde ihn dann bei Fragen kontaktieren. Darauf hat er sich dann eingelassen. Die Sprechstundenhilfen mussten sich erst erkundigen, ob sie mir den Wert sagen können, danach ging das dann. Mir reicht der PSA Wert, ich brauche keine Erläuterungen des Arztes dazu.

    Im Krankenhaus meinte die Sekretärin, ich solle doch erstmal einen Termin beim Arzt machen bevor die Blutabnahme gemacht werden könne. Ich sagte, es wäre doch wohl besser den Termin zu machen nachdem der Wert vorliegt. Seitdem bekomme ich meine Werte ohne Arzttermin.

    Georg

  9. #19
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    Georg, als Privatpatient kannst du die Blutabnahme selbst veranlassen, und da die Helferin sie macht, ist der Arzt nicht erforderlich. Direkt beim Labor geht das auf jeden Fall, und es wird dort nur die Blutabnahme berechnet, kein Arztgespräch. Du kannst theoretisch jeden Tag den PSA-Wert besteimmen lassen (das wird die private Versicherung nur irgendwann nicht mehr ersetzen).
    Als Kassenpatient wird im Labor eine Überweisung benötigt und in der Arztpraxis muss der Arzt vorher prüfen, ob die Blutentnahme nach GBA-Regeln notwendig ist, andernfalls sie jeder selbst bezahlen muss.

  10. #20
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    In vielen Praxen (nicht nur in den urologischen) ist es oft so geregelt, dass die Arzthelferin nur normale Befunde weiter geben darf, bei auffälligen hingegen den Arzt einschalten muss, wegen weiterer diagnostischen/therapeutischen Schritte (ärztliche Sorgfaltspflicht).

    Viele Grüße, Nico

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