Seite 5 von 6 ErsteErste ... 3456 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 57

Thema: Ist Heilung bei einer Krebserkrankung überhaupt möglich?

  1. #41
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    993
    Zitat Zitat von Muggelino Beitrag anzeigen
    Ein paar Gedanken hierzu.
    1. Ich würde von Heilung sprechen, wenn eine Krankheit nicht mehr nachweisbar ist.
    Insofern kann sich jeder PCa-Kranke als geheilt betrachten, solange er kein Rezidiv bekommt.
    Rezidiv heisst Wiederauftreten, also muss die Krankheit ja fort gewesen sein. Endgültige Heilung bedeutet dann, kein Rezidiv vor dem Ableben aus anderen Ursachen.
    Wie schreibt unser Administrator manchmal:
    "Das Fehlen eines Beweises ist kein Beweis für das Fehlen"


    PSA-Verlauf 12 Jahre


    Das ist der PSA - Verlauf eines Bekannten (damals 60), operiert bei PSA 7,5 und 3 von 12 Stanzen Gleason 3+4.
    Läuft seit der OP vor 12 Jahren wie ein Uhrwerk mit 14 Monaten Verdoppelungszeit.
    Das PSA hat sich seit dieser Zeit schon mehr als verhundertfacht.
    Wäre nicht ultrasensitiv, sondern mit Meßwertgrenze PSA 0,1 ng/ml gemessen worden, hätte der Urologe 7 Jahre lang PSA 0,0 strahlend verkündet und der Betroffene hätte sich 7 Jahre - wenn auch fälschlicherweise - als geheilt fühlen können.
    Hat ja auch einen Wert.
    Aber nach 7 Jahren wäre auch mit dem groben Meßverfahren eine Zahl erschienen und man hätte sicher angenommen dass der Krebs wieder aufgetreten sei.
    Tatsache ist aber, er war nie weg.
    Wo sollte er denn auch herkommen ohne Prostata.
    Da er eine Bestrahlung bei PSA 0,2 aus Bedenken wegen Inkontinenz nicht wollte, geht er jetzt das Problem bei PSA knapp 2 gezielt an.

    Mein Sohn und mein Schwiegersohn haben mit 40 Jahren angefangen, 2-jährlich PSA zu messen, einer PSA 0,5 und der andere PSA 0,7.
    Heute nach fast 10 Jahren haben beide 0,2 mehr, immer noch unter PSA 1.
    Sollten innerhalb von 2 Jahren Werte von 3 oder 4 auftreten, was ja früher als "alles in Ordnung" galt, ist das die gelb-rote Alarmleuchte.
    Und das wissen beide.

    Gruß Ludwig
    Wer nichts weiß ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

  2. #42
    Registriert seit
    10.05.2016
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    620
    Hallo Ludwig,

    so betrachtet hast du natürlich Recht.
    Es ist eine Frage der Definition, was wir unter Gesundheit, Krankheit, Heilung verstehen.
    Kennst du jemanden, der 100% gesund ist? Ich nicht. Je sensitiver man misst, desto eher tauchen Krankheiten auf.
    In jedem Körper entarten täglich Zellen bei der Teilung. Ich glaube sogar, es sind tausende.
    Unsere Abwehr hält sie in Schach, normalerweise. Damit ist Gesundheit ein Gleichgewicht zwischen Krankheit und Heilung.
    Es soll ja PCA-Patienten geben, deren PSA sich einpendelt und keine Probleme verursacht. Sind die nicht eher gesund als krank?
    Wenn kein Krebs nachweisbar ist und ich mich nicht krank fühle, warum soll ich mich krank nennen?
    Natürlich muss man weiter zur Nachsorge, und sollte im Hinterkopf behalten, dass ein Wiederauftreten jederzeit möglich ist bzw. messbar werden kann.
    Hat sich dein Bekannter seit 2007 als Krebskranker gefühlt? Er dürfte von den verbliebenen und sich wieder vermehrenden Tumorzellen doch nichts gemerkt haben.
    Es heisst ja auch, dass jeder PCa bekommt, er muss nur alt genug werden.

    Ich finde es ganz angenehm, mich eine Zeit lang als gesund und geheilt zu betrachten, sofern ich mich so fühle und keine Behandlungserfordernis auftritt.
    Die Nachsorge und Vorsorge laufen dennoch weiter.

    Aber jede andere Sichtweise hat genauso ihre Berechtigung.

    Gruß
    Detlef

  3. #43
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    Sachsen
    Beiträge
    993
    Nein, Detlef, krank fühlt der sich überhaupt nicht - wenn man mal die meist auftretenden Einschränkungen einer Prostata-OP beiseite lässt.
    Jetzt ist er 72 und sieht aber, dass er mit 80 die Marke PSA 100 gerissen haben wird - falls nicht schon eher was aus dem Ruder läuft.
    Doch dann dürften unbehandelt die krebsbedingten Probleme sich schon zeigen und das kann man sicher noch paar Jahre rausschieben.
    Und das geht er jetzt an.

    Gruß Ludwig
    Wer nichts weiß ist gezwungen zu glauben.

    PSA-Verlauf (grafisch)

  4. #44
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.331
    Zitat Zitat von SeppS58 Beitrag anzeigen
    Sorry, aber da weißt Du nichts über die Ängste und die Schmerzen und die Enttäuschungen, wenn wieder mal eine Therapie versagt und der Krebs mit einer noch niedriger VZ zurück kommt.
    Ich plaudere nicht mehr, denn dazu ist meine Restlebenszeit zu kurz. Ich kann Dir das auch nicht klar machen, denn wir sind leider in komplett verschiedenen Welten.
    Lieber Sepp, es ist prinzipiell unmöglich, einen anderen Menschen völlig zu verstehen - jeder lebt in seiner Welt. Aber die Ängste und Enttäuschungen kann man sehr wohl nachfühlen. Ich bin allerdings anders als du der Meinung, dass es mir nicht hilft, mich über Ängste und Enttäuschungen auszutauschen. Darin liegt für mich auch kein Trost. Gemeinsames Leid soll ja geteiltes Leid sein - keine Ahnung wie das funktionieren soll. Mal abgeshen davon, dass jedes PCa ein bißchen anders ist.
    Wenn ich mir nun die Forengliederung im BPS-Forum anschaue, dann sehe ich "Postatakrebs und Psyche", "Angehörigenforum" und "Plauderecke" als die einzig möglichen Plätze zurm Austausch über Befindlichkeiten. Wem das bei der Bewältigung seiner Krankheit hilft - dort kann er schreiben und lesen. Alle anderen Foren richten sich an diejenigen, die Rat für die Bekämpfung ihrer Krankheit suchen oder anderen dazu Tipps geben wollen. Hier zählt sowohl die individuelle Erfahrung als auch die fachliche Information (die vielgeschmähten Studien). Und dort darf genauso schreiben wer in einer bestimmten Situation ist als auch wer nicht, aber glaubt, helfen zu können (auch der Arzt ist ja gesund, gerade die Distanz erlaubt eine nüchterne und ruhige Betrachtung der Situation). Und ein 7a cT2c (die Klinik schrieb nach Biopsie "p", ich habe das so übernommen, richtig wäre "c") mit seelsorgerischen Ambitionen darf auch in den drei genannten Foren aktiv sein und Teilnehmer in fortgeschrittenem Stadium verstehen und beraten.
    Auch meine Lebensperspektive hat sich deutlich verändert, wenn auch bisher nicht meine Lebensqualität. Ich rechne ohnehin mit dem Schlimmsten und freue mich, wenn es mal nicht eintritt. Jeder Tag kann der letzte sein - Torschlußpanik lehne ich ab. Und weder pi noch e wirst du je vollständig aufschreiben können...

  5. #45
    Registriert seit
    27.09.2017
    Beiträge
    51
    Hallo Sepp,

    da die Schmerzen bisher nicht zufriedenstellend behandelt werden konnten, wäre vielleicht die Vorstellung bei einem Palliativteam (SAPV) eine mögliche Option?

  6. #46
    SeppS58 Gast
    Hallo Partner und Mitleser,

    ich war im Winter eine Woche auf der Palliativstation der Barmherzigen Brüder hier in München. Hat mir gut getan. Danke für Deinen Tipp Ich werde das auch wiederholen, wenn ich mich unter Xtandi weiter etwas stabilisieren kann. Eine andere Option wäre Cannabis. Aber da ist schwer ran zu kommen. Hier wird fast rundum geblockt.

  7. #47
    SeppS58 Gast
    Hallo Martin,

    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    .... Und weder pi noch e wirst du je vollständig aufschreiben können...
    Sowohl für Pi wie für e gibt es einfache Formeln. Das Ausschreiben ist müßig, da irrational. - Bin Mathematiker und mag die Zahlen! Und ich habe auch keine Torschlusspanik.

  8. #48
    Tomilein Gast
    Um Pi und e noch mal zur Ausgangsfrage zu betrachten, ist es also demnach genauso irrational von Heilung bei einer Kartzinomerkrankung zu sprechen? Wenn ich das jetzt alles so interpretiere könnte man diesen Schluss fassen.

    Thomas

  9. #49
    Registriert seit
    30.09.2006
    Ort
    Düsseldorf der Bergische Löwe
    Beiträge
    2.623
    Um das Thema in die Realität zurück zu führen. Bei Krebserkrankung spricht man nicht von Heilung, sondern von Remission = Rückbildung (R) oder komplette Remission (CR), weil es nie ganz sicher ist, dass der Krebs nicht zurück kommt. Insofern ist auch der in der Naturheilkunde genutzte Ausdruck "Spontanheilung" falsch.

    Auch wenn ein Primärtumor operativ komplett entfernt werden konnte, bilden sich manchmal noch nach Jahren Metastasen. Sie können aus einzelnen Krebszellen entstehen, die sich schon vor der Operation in Lymphknoten, im Knochenmark oder in anderen Organen abgesiedelt haben oder wie man sagt, vagabundierend sich im Blutkreislauf bewegen ohne vom Immunsystem abgetötet zu werden. Also ist es äußerst fragwürdig bei Karzinomerkrankungen von Heilung zu sprechen. Auch wenn es Ärzten einfällt bei bestimmten Tumorerkrankungen nach 5 Jahren von "Sie gelten als geheilt" zu sprechen, handelt es sich lediglich um eine Vollremission.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  10. #50
    Tomilein Gast
    Hallo Heribert,

    endlich mal Licht im Dunkeln. Die Begriffe sind einleuchtend da eine Krebserkrankung ja eine Neubildung ist.

    Da liegt die chronische Betrachtung auch nicht so weit weg, vor allem dann wenn es sicht nur um eine Rückbildung handelt.

    Warum verkauft oder verspricht man dannn Heilung, Heilungserfolg oder Heilungsaussichten wenn diese Begrife eigentlich mit ganz anderen Vorstellungen verbunden sind (s. Bsp. Schnupfen)?

    Thomas

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •