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Thema: Lebenserwartung bei Metastasierung

  1. #11
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    Anmerkungen zur Lebensqualität


    Meine vorsichtige Definition von Veränderung der Lebensqualität während einer Krebserkrankung:

    Veränderung der Lebensqualität ist Zustand des Patienten vor der Erstdiagnose im Vergleich zur Entwicklung nach der Erstdiagnose.

    - Die Lebensqualität kann abnehmen wenn die Krankheit fortschreitet, der Alltag schwerer zu bewältigen ist oder Therapien nicht den gewünschten Erfolg zeigen.

    - Möglicherweise verbessert sich die Lebensqualität nach der Erstdiagnose (Schmerzen können gelindert werden, die Unsicherheit über das was dem Patienten fehlt ist weg, oder der Krebs kann als Herausforderung gesehen werden aktiv dagegen anzugehen, das kann durch Ernährungsumstellung oder sportliche Aktivitäten erfolgen, was sich ebenfalls positiv auf die Lebensqualität auswirken kann.

    - Oder die Lebensqualität fällt und steigt dann wieder (z. B. nach erfolgreicher Chemo).


    Ausführlicher wird die Lebensqualität bei einer Krebserkrankung in einer Veröffentlichung des Krebsinformationsdienstes behandelt.
    Die Literatur ist mal wieder extra, da zu viele Grafiken im Text, frage mich nur wo?

    Franz



  2. #12
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  3. #13
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  4. #14
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    Anmerkungen eines Optimisten zur Lebenszeit


    Bisher ist Lehrmeinung:
    Haben sich Fernmetastasen gebildet ist eine kurative Behandlung nicht mehr möglich, die Behandlung erfolgt palliativ (Verzögern, Verbessern der Lebensqualität, Schmerztherapie)
    Die Lebenserwartung ist begrenzt, je nach Studie auf wenige bis sehr wenige Jahre je nach Metastasierung (siehe auch # 11).
    Mittlerweile gibt es erfolgversprechende Ansätze bei wenigen Fernmetastasen gezielt dagegen vorzugehen, diese zu beseitigen und den Krebs über viele Jahre zu bremsen oder auch ganz zu beseitigen. Dazu werde ich mich nicht weiter äußern, ich habe mich kaum damit befasst.

    Ich spiele in einer anderen Liga.
    Meine Fernmetastasen waren nicht zählbar und dank Knochen-, Lymphknoten- und Lungenbefall gehöre ich zur Gruppe mit der schlechtesten Prognose (s. #1)


    Ein paar Gedanken zur Lebenszeit bei üppiger Metastasierung.

    Einfluss auf die Lebenszeit bei der kurativen Behandlung haben Begleiterkrankungen, Fitness des Patienten, sein soziales Umfeld und seine Einstellung zur Krankheit.
    Mögliche Einstellungen die ich bisher kennengelernt habe:
    - Resignation
    Verlängert die Lebenszeit eher nicht und Lebensfreude kommt auch selten auf.

    - Aufbäumen und entschlossen dagegen ankämpfen
    Kann, wenn zu unkritisch vorgegangen wird gefährlich werden und den gegenteiligen Effekt bewirken. Der Patient hört oder liest etwas das helfen könnte und steigert sich ohne groß nachzudenken hinein, Kritikfähigkeit wird abgeschaltet. Und wenn alles nicht hilft warten schon Wunderheiler und heilen zumindest von der Sorge „wohin mit meinem Geld“.
    Auch hier sehe ich keine Verlängerung der Lebenszeit.

    - oder gelassen sein, den Krebs akzeptieren, sich ausgiebig informieren, sich mit Urologen und Onkologen austauschen und eigene Behandlungsvorschläge ins Gespräch einbringen.
    Meine Ärzte waren dazu bisher sehr aufgeschlossen, haben mich auch mal kritisiert, aber ich hatte immer die Zeit deren Kritik zu prüfen und dann im nächsten Gespräch die Vorgehensweise mit den Ärzten festzulegen.

    Das Gefühl verstanden zu werden und den Arzt vertrauen zu können trägt zur Lebensqualität und vielleicht auch zur längeren Lebensdauer bei.
    Aber wie soll man diese feststellen oder messen können?

    Vielleicht hilft mir meine Entscheidung den Hormonentzug mit einer frühen Chemo zu begleiten ein paar Monate oder Jahre zu gewinnen, wer weiß.
    Vertraut man den großen Studien zu diesem Thema haben Patienten mit hoher Metastasenlast durch Kombination dieser beiden Therapien am meisten davon profitiert. Also eventuell auch ich.
    Für mich ist die mögliche Restlebenszeit nicht von so großer Bedeutung. Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht die noch vorhandene Lebenszeit mit Lebensqualität zu erfüllen, denn was nützen beispielsweise 12 gewonnene Monate, wenn ich nur dasitze, mich selbst bedauere oder bedauern lasse und ängstlich auf den Ablauf dieser Zeitspanne warte ?


    Genug philosophiert, draußen scheint die Sonne, es gibt einiges zu tun, erstmal wartet mein Fahrrad auf einen Ausritt, dann möchte meine alte Mutter besucht und aufgeheitert werden, meine Freundin hat einiges für heute vor, ich überlege wie ich alles so plane, dass mir auch noch Zeit zum Lesen (nix medizinisches) verbleibt.
    Und wenn das alles halbwegs so läuft wie gedacht ,dann sitze ich abends bei einem Glas Roten (das ist Medizin) und der Krebs ist weit weg ...

    In diesem Sinne einen schönen Tag

    Franz


  5. #15
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    Franz,
    Deine Präferenz wird klar erkennbar, denn Du siehst die Gefahren besonders da, wo selbstbewusst gehandelt wird, wogegen 'dem Arzt vertrauen' Dir Gelassenheit gibt. Es wird Dich nicht verwundern, wenn ich es zwar nicht umgekehrt, aber doch differenzierter sehe.

    Einem Arzt vertrauen kann gut gehen, muss aber nicht, denn es ist auch nur ein Mensch. Mangelnde Kritikfähigkeit kann auch hier schnell in eine Sackgasse führen, denn sterben tust Du, nicht der Arzt. Selbstständige Forschung entlang der medizinischen Publikationen beinhaltet zumindest die Meinung von sehr vielen Spezialisten, nicht nur Ärzten. Hier ist die Fehlerwahrscheinlichkeit, meiner Meinung nach, geringer. Allerdings bedarf es schon etwas tiefer gehende Recherche. Wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist, kann ggf. sehr gut mit einem vertrauten Arzt zurechtkommen, sollte aber andere Ansätze nicht versuchen übertrieben kritisch darzustellen, nur um das eigene Verhalten zu rechtfertigen.

    Was für einen Patienten, wie Dich ein optimaler Ansatz wäre, das ist eine spannende Frage, die natürlich auch Deine Präferenzen beinhalten muss. Du hast klar kommuniziert, dass es Dir auf 12 Monate Lebenszeit nicht ankommt, wenn das mit für Dich schwer erträglichen Nebenwirkungen verbunden wäre. Ich hatte weiter oben versucht darzulegen, dass mein Ansatz eher dahin geht, die 12 Monate versuchen zu nutzen, und das Augenmerk auf die Verringerung der Nebenwirkungen zu legen. Das war nicht als Kritik an Deiner Person oder Deinem Vorgehen gemeint, sondern, bewusst provokativ formuliert, zur Diskussion anregend. Ich habe auch nichts gegen Löwenzahnwurzel, was hier exemplarisch für alternative Ansätze steht. Wer diese allerdings als Allheilmittel öffentlich anpreist sollte mit meinem Widerspruch rechnen.

    Zum PSA NADIR noch ein Hinweis für Dich:


    OK, genug philosophiert. Die Sonne scheint und wenn ich hier aus dem Büro raus bin, dann will ich mir noch einen kleinen Überblick über den Taunus verschaffen. Und Rotwein ist sowieso gesetzt, aktuell ein 'Z1N Il Numero Uno Zinfandel' – lecker.
    if nothing's fails, it's not real life

  6. #16
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    Toll geschrieben, Andi!

  7. #17
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Mangelnde Kritikfähigkeit kann auch hier schnell in eine Sackgasse führen, denn sterben tust Du, nicht der Arzt. Selbstständige Forschung entlang der medizinischen Publikationen beinhaltet zumindest die Meinung von sehr vielen Spezialisten, nicht nur Ärzten. Hier ist die Fehlerwahrscheinlichkeit, meiner Meinung nach, geringer. Allerdings bedarf es schon etwas tiefer gehende Recherche. Wer dazu nicht bereit oder in der Lage ist, kann ggf. sehr gut mit einem vertrauten Arzt zurechtkommen, sollte aber andere Ansätze nicht versuchen übertrieben kritisch darzustellen, nur um das eigene Verhalten zu rechtfertigen.
    LowRoad,

    "mangelnde Kritikfähigkeit",
    da hast du etwas falsch verstanden. An Kritikfähigkeit fehlt es mir nicht.
    Objektive Meinungsbildung ist das eine, für die Umsetzung braucht es aber Ärzte und da muss Vertrauen vorhanden sein.
    Deshalb wiederhole ich nochmal: ausgiebig informieren, sich mit Urologen und Onkologen austauschen und eigene Behandlungsvorschläge ins Gespräch einbringen.


    " sollte aber andere Ansätze nicht versuchen übertrieben kritisch darzustellen, nur um das eigene Verhalten zu rechtfertigen".
    Wenn damit meine Abhandlungen zum Lutetium gemeint sind, ich weiß damit habe ich mich nicht beliebt gemacht, aber es gibt zu viele Nebenwirkungen (nicht sofort aber später), das ist nicht übertrieben kritisch, sondern nur nüchterne Bestandsaufnahme.

    Die Graphik zum PSA-Nadir ist ohne Angabe zur Studie. Habe ähnliche Studien in meinem Archiv, allerdings mit Zeitpunkt des Erreichens des Nadirs (vor oder nach 6 Monaten ab Beginn der Hormontherapie und da sehen die Kurven für mich schon günstiger aus.
    Bitte um Quellenangabe deiner Graphik.

    Franz

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