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Thema: Warum steigt der PSA nach RPE und Salvage-RT 9 Jahre später an?

  1. #1
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    Warum steigt der PSA nach RPE und Salvage-RT 9 Jahre später an?

    Hallo Mitstreiter,
    lange habe ich in diesem Forum weder geschrieben, noch gelesen. Jetzt hat es mich wieder, dieses ungeliebte Thema und ich stehe jetzt vor einem Rätsel und der Frage, was nun??
    Kurz geschildert, kann man auch in meinem Profil sehen:
    2000 PCA durch Biopsie festgestellt
    2003 HIFU ohne wesentlichem Erfolg
    2008 RPE mit R1 Befund
    2009 Salvage-RT
    2009-2016 PSA: <0,04
    2018 PSA: 0,1

    Was ist da passiert? Wie geht es weiter?
    Mein Urologe sagt: Eigentlich untypisch, Schwankungen beim PSA gibt es, in 3 Monaten neue Messung, danach gucken

    Was ist Eure Meinung und was ratet Ihr mir, gibt es vielleicht ähnliche Fälle?

    Danke im Voraus.

    JürgenK

  2. #2
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    Hallo Jürgen,
    ich würde die PSA-Entwicklung jetzt jedenfalls engmaschig verfolgen.
    Gemäss Deinem Profil war der PSA-Sprung von 2016 auf 2018 von 0,04 auf 0,1.
    Eine Verdoppelung nach 2 Jahren. Aufgrund Deiner Historie (GS 7a, frühe Logenbestrahlung bei 0,12 PSA, guter langfristiger niedriger PSA-Verlauf nach Bestrahlung) ist das ungewöhnlich.
    Ich würde einen METABLOC versuchen und Metformin nehmen.
    Falls Dein PSA weiter ansteigt, käme zwischen 0,5 und 1,0 ein PSMA PET/CT in Betracht.

    Ich wünsche Dir einen neuen PSA-Wert von 0,04.

    Gruss

    Lothar

  3. #3
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    Hallo Jürgen,

    nach Operation und Bestrahlung kommt als Therapie die Hormontherapie in Frage. Je nach dem wie gut Deine Nerven sind, sollte man damit anfangen, wenn der PSA Wert über 10 ng/ml steigt. Bis dahin kann man abwarten und beobachten. Jedenfalls wird es bei einer Verdopplungszeit von 1,5 Jahren sehr lange dauern, bis Du 10 ng/ml erreicht hast. Solange wirst Du voraussichtlich keine Beschwerden haben und während der Hormontherapie nur die Nebenwirkungen des Testosteronentzuges.

    Wie Lothar schreibt, kann man irgendwann ein PSMA PET/CT machen um zu sehen, wo ein Tumorherd ist, der den PSA Wert steigen lässt. Was Du dann unternimmst kannst Du Dir dann überlegen, wenn es so weit ist. Bei der jetzigen Verdopplungszeit in etwa 6 Jahren.

    Georg

  4. #4
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Jedenfalls wird es bei einer Verdopplungszeit von 1,5 Jahren sehr lange dauern, bis Du 10 ng/ml erreicht hast...
    Das setzt allerdings eine dauerhaft gleichbleibende PSA Verdopplungszeit, also Tumorprogress voraus. Bei residualen Tumorresten in der Prostata kann das gut angehen, aber nach RPE und Salvage-RT wären Tumorreste eher unwahrscheinlich. Hat der Krebs aber die Eigenschaft gewonnen zu metastasieren, dann kann das auch sehr schnell gehen. Ich würde hier unbedingt eine engmaschige Nachkontrolle empfehlen. Zur gegebenen Zeit kann dann ein PET hilfreich sein. Über die Konsequenzen sollte man sich allerdings vorher informieren. Nur zum Erkenntnisgewinn ist das unsinnig.

    Auch wirkt METABLOC/Metformin außerhalb der ADT und in hormonsensitiven Stadien eher nicht. Das kann man, meiner Meinung nach, getrost vergessen.
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  5. #5
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    Was wäre denn engmaschig genug für Jürgen? Ich denke, wie vom Urologen vorgesehen, wäre alle drei Monate ausreichend. Ansonsten befürchte ich, dass man ständig über den letzten PSA Wert nachdenkt und sich Sorgen vor dem nächsten macht. Jürgen wollte doch gerne den Tumor aus dem Kopf bekommen.

    Wenn der PSA Anstieg durch eine Metastase verursacht wird, so werden nur die wenigsten Urologen bereit sein, diese operativ oder mit Bestrahlung anzugehen. In aller Regel wird mit Hormontherapie begonnen. Das Beseitigen der Metastase ist ja auch nicht kurativ sondern nur ein teures Verfahren um möglicherweise den Tumorfortschritt zu bremsen. Ich selbst habe es ja gemacht und hoffe damit den Tumorfortschritt zu verzögern. Praktisch alle Ärzte, mit denen ich gesprochen habe, haben davon abgeraten und mir Hormontherapie empfohlen. Ich denke auch aus Kosten- und Haftungsgründen.

    Wenn Jürgen jetzt etwas gegen seinen Tumor einnehmen will, so halte ich es für am wahrscheinlichsten, dass Metformin eine Wirkung zeigt. Gesichert ist das natürlich nicht. Und wenn sich dadurch bei einem selbst die PSA Verdopplungszeit um 15% verlängert, so wird man dies nicht feststellen können.

    Georg

  6. #6
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    Die letzte Messung liegt 2 Jahre zurück, das hielte ich für zu lang, alle 3 Monate fände ich absolut OK. Aus dem Kopf wird mand as aber so schnell nicht rausbekommen, weder durch wöchentliche Messung noch durch völliges ignorieren.
    Und doch, Georg, wenn Urologen operieren dürfen, dann sind sie da durchaus nicht abgeneigt, auch bei Lymphknoten im Becken. Ob das immer sinnvoll ist?
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  7. #7
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    @LowRoad

    Zitat: „Auch wirkt METABLOC/Metformin außerhalb der ADT und in hormonsensitiven Stadien eher nicht. Das kann man, meiner Meinung nach, getrost vergessen.“

    Das stimmt so nicht!
    Es laufen Studien zur Unterstützung der RT durch die Einnahme von Metformin.

    Zu Metformin und Bestrahlung folgende Links:

    http://sakk.ch/de/die-sakk-bietet/unsere-studien/urogenitale-tumore/sakk-0815/

    https://prostatakrebs-shg-rostock.de/diabetes-medikament-gegen-prostatakrebs/

    Zur allgemeinen Wirksamkeit von Metformin gegen Krebs siehe nachstehenden Artikel des Ärzteblatts:

    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...nsam-erledigen

    Zur Wirksamkeit gegen Prostatakrebs:

    https://www.deutschesgesundheitsport...prostatakrebs/

    https://pdfs.semanticscholar.org/3df2/93f1cc2167bcf53016a5f0853e2aaa9e1675.pdf

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5405102/

    Gruss

    Lothar



  8. #8
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    Zitat Zitat von Lothar M Beitrag anzeigen

    Das stimmt nicht!
    Es laufen Studien zur Unterstützung der RT durch die Einnahme von Metformin.
    OK, ich hätte es schärfer formulieren müssen, etwa so: 'Metformin zur Reduktion des PSA Fortschreitens in hormonsensitiven Stadien und außerhalb einer ADT wirkt, meiner Meinung nach, nicht. Das kann man getrost vergessen!'

    Die unterstützende Wirkung zur RT steht hier im konkreten Fall nicht zur Diskussion, und die allgemeine Nützlichkeit von Metformin für Jedermann, auch nicht. Außerdem ist es eben 'meine Meinung', die nicht automatisch falsch ist, nur weil Du diese nicht teilen würdest.
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  9. #9
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    @LowRoad

    OK!

    Ich teile Deine Meinung nicht.
    Falsch war übertrieben.
    Bitte um Nachsicht!

    Jedoch würde ich versuchen durch Metformin den PSA-Verlauf zu reduzieren.

    Grüsse

    Lothar

  10. #10
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    Hallo Lothar,

    die laufenden Studien zu Metformin haben aber noch keine Ergebnisse veröffentlicht. Die Ärzte, die die Studien begonnen haben, hoffen natürlich, das Metformin hilft, aber es kann auch ein anderes Ergebnis herauskommen.

    Am interessantesten halte ich den ARM K der Stampede Studie. Da wird wohl Ende nächsten Jahres ein Zwischenstand gemacht und wenn keine Wirkung in Ansätzen erkennbar ist, wird die Studie abgebrochen. Ansonsten läuft sie bis 2024.

    Der von Dir zitierte Artikel im Ärzteblatt bezieht sich auf eine Studie an Mäusen. Mäuse können scheinbar mit fast allen Mitteln von Prostatakrebs geheilt werden, aber bei Menschen kann man dann nur in wenigen Fällen diese Wirkung nachvollziehen. Außerdem ist das Syrosingopin nicht für Geld und gute Worte zu bekommen. Es wurde vor langer Zeit vom Markt genommen, da eine blutdrucksenkende Wirkung bezweifelt wurde.

    Der Artikel im Gesundheitsreport bezieht sich auf statistische Auswertungen bei Diabetes-Patienten. Danach haben diejenigen, die Metformin nahmen, weniger oft Prostatakrebs bekommen als die anderen. Ob das eine heilende Wirkung war, ist damit aber nicht angesprochen. Es kann auch nur heißen, dass eine ungesunde Ernährung Prostatakrebs fördert. Und es beweist nicht unbedingt etwas für Prostatakrebspatienten, die keine Diabetes haben.

    Letztlich ist damit aber die "Beweislage" bei Metformin besser als bei anderen Mitteln, aber immer noch ziemlich unsicher.

    Georg

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