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Thema: RTOG 0534 SPPORT Trial

  1. #11
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    Das Gesamtüberleben (OS) ist wahrscheinlich für die Bewertung solch langer Verläufe kein geeigneter Endpunkt, das haben die Zulassungsbehörden auch schon erkannt, und deshalb den erstmaligen Nachweis von Metastasen als Surrogate-Parameter zur Beurteilung anerkannt. Und auch dabei kann die kombinierte Therapie, wie in der RTOG-0534 getestet, punkten:

    Rates of cancer spread were also significantly different between treatment arms. In all eligible patients followed for up to eight years, distant metastases were found in 45 patients in the PBRT-only arm, 38 patients in the PBRT+ADT arm and 25 patients in the PLNRT+PBRT+ADT arm. Distant metastasis rates were significantly lower following the three-treatment approach compared to PBRT alone (Hazard Ratio 0.52) and compared to PBRT+ADT (HR 0.64).
    "Die Raten der Metastasierung unterschieden sich ebenfalls signifikant zwischen den Behandlungsarmen. Bei allen in Frage kommenden Patienten, die bis zu acht Jahre lang nachverfolgt wurden, konnten Fernmetastasen bei

    • 45 Patienten im Nur-PBRT-Arm,
    • 38 Patienten im PBRT + ADT-Arm und
    • 25 Patienten im PLNT + PBRT + ADT-Arm

    gefunden werden. Die Fernmetastasierungsraten waren nach dem trimodalen Ansatz signifikant niedriger im Vergleich zu PBRT allein (Hazard Ratio 0,52) und auch verglichen mit PBRT+ADT(HR 0,64)."

    Fraglich bleibt natürlich, ob diese erneute Bestätigung der Wirksamkeit einer kombinierten Therapie bei biochemischen Rezidiven nach Operation zu irgendeiner Änderung der klinischen Praxis führt. Ich vermute mal, dass, wenn es sich hier um chirurgische Interventionen handeln würde, das längst eine übliche Vorgehensweise wäre, aber die RT und besonders die ADT genießen bei den Urologen nicht das beste Ansehen. Da verliert die evidenz-basierte Medizin dann regelmäßig.

    Natürlich darf man die massive Übertherapie nicht ganz außer Acht lassen, die bei solchen Ansätzen existieren würde. Der Ruf nach besserer Stratifizierung der Patienten erscheint mir aber eher vorgeschoben, denn das ist eigentlich alles längst verfügbar, beispielsweise _hier_. Natürlich wird man solche Nomogramme immer noch verfeinern können und müssen, aber durch Abwarten heilt man auch keinen solchen Patienten.


    Lothar,

    die Studienprotokolle der RTOG-0534 sind im Detail im Netz verfügbar, und natürlich werden die Patienten, wie in jeder Phase-III Studie, derart randomisiert, dass sich die Ausgangssituationen in etwa angleichen. Du darfst gerne etwas mehr Vertrauen in die EBM haben
    if nothing's fails, it's not real life

  2. #12
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    LowRoad,
    die Randomisierung ist nicht mein Punkt.
    Nach den Leitlinien wird eine ADT vor der Logenbestrahlung nur bei Risikopatienten angewandt (LK-Befall und/oder GC => 7b, PSA vor OP über 10).
    Ich frage mich, ob so eine begleitende HT bei einem PSA-Einstiegswert von 0,2 und einem mit Bildgebung nachgewiesen Lokalrezidiv und keinem LK-Befall eine Übertherapie darstellt.
    Kannst Du mir einen Link zu den Studiendaten übermitteln?
    Danke!
    Gruss
    Lothar

  3. #13
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    Lothar,

    ob die Studie eine sichere Aussage machen kann, dass eine Hormontherapie bei 7a unsinnig und bei 7b unbedingt erforderlich ist? Wohl kaum. Es geht hier um vier, oder bei 3-Monatsspritzen um 6 Monate, ADT. Ich denke der Patient kann zur Sicherheit hier etwas Übertherapie machen.

    Georg

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