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Thema: Tumorlastsenkung bei Fernmetastasen

  1. #1
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    Tumorlastsenkung bei Fernmetastasen

    Hans-J. hat mich mehrmals auf die Möglichkeit der Tumorlastsenkung hingewiesen.

    Ich bin jetzt am Nachdenken, ob dies auch eine Möglichkeit für mich wäre.

    Wer vom Forum hat damit praktische Erfahrungen (egal ob positives oder negatives Ergebnis).

    Bitte meldet euch.

    Franz

  2. #2
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    Ich meine als Patient ist man erleichtert über jede entfernte Metastase, egal ob N1 oder M1. Es hängt nur davon ab, ob man sie operativ oder mit Bestrahlung überhaupt entfernen kann bzw. einen Arzt dafür findet, der dazu bereit ist.

    Georg

  3. #3
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    Georg,
    die Metastasen sind das eine, mir geht es vornehmlich um den Primärtumor (habe mich oben zu allgemein ausgedrückt). Meine multiplen Metastasen sind momentan verschwunden oder im Ruhezustand und warten auf bessere Zeiten. Operation oder Bestrahlung des Primärtumor wäre, da ich gesundheitlich fit bin ein Gedanke.
    Ob die Behandlung des Primärtumors in meiner Situation noch etwas bringt das ist die Frage, könnte auch sein dass ich durch diese Behandlung für eine Zeit geschwächt bin und dann die Metastasen wieder .....

    Die andere Frage ist natürlich ob ein Arzt mitmacht.
    Ich warte mal auf Erfahrungsberichte.

    Franz

  4. #4
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    Es gibt die Studien von Heidenreich zur zytroreduktiven Operation der Prostata. Siehe dazu meinen KISP Text "Lokale Therapien ...". Um die Ergebnisse dieser Studien weiter zu verifizieren gibt es die G-RAMPP Studie, da wird die Prostata operiert obwohl Knochenmetastasen da sind - es sei denn man kommt in die Kontrollgruppe. Die beteiligten Kliniken operieren aber meist auf Wunsch des Patienten auch außerhalb dieser Studie.

    Ob es bei Dir etwas bringt ist schwer zu sagen. Man kann natürlich hoffen, dass die Tumorlastsenkung einen Vorteil bringt. Manche Patienten belastet es auch sehr, wenn der Arzt meint, sie wären so weit fortgeschritten, dass sie von der Operation keinen Vorteil mehr hätten. Manchmal wird damit argumentiert, wenn der Tumor weiter fortschreitet kommt es irgendwann zu einer Blockade der Harnröhre und es muss doch operiert werden. Andererseits erleben das viele Patienten auch nicht.

    Georg

  5. #5
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Es gibt die Studien von Heidenreich zur zytroreduktiven Operation der Prostata. Siehe dazu meinen KISP Text "Lokale Therapien ...". Um die Ergebnisse dieser Studien weiter zu verifizieren gibt es die G-RAMPP Studie, da wird die Prostata operiert obwohl Knochenmetastasen da sind - es sei denn man kommt in die Kontrollgruppe. Die beteiligten Kliniken operieren aber meist auf Wunsch des Patienten auch außerhalb dieser Studie.
    Naja, bei der G-RAMPP-Studie sind viscerale Metastasen ausgeschlossen und in deinem KISP Text, da geht es wenn ich nichts übersehen habe um Oligo-Metastasen. Nichts für mich, ich spiele in einer anderen Liga.

    Franz

  6. #6
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    Es gibt mittlerweile sehr gute Evidenz dafür, den Primärtumor zu bestrahlen wenn zwar cM1 aber eben nicht viele Metastasen da sind.

    Im Vergleich zu den bislang durchgeführten Studien mit zytoreduktiver Chirurgie, ist diese Studie deutlich überlegen, da a) viel grösser (2000 Teilnehmer) und b) randomisiert.


    https://www.urologenportal.de/fachbesucher/aktuell/newsboard/newsboard-fachbesucher-artikel.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=5&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1817&cHash=41452b014c10c79a2436ade291e4f990


    Es profitieren eben nur Patienten mit ein paar Lymphknotenmetastasen oder Knochenmetastasen, solange Letztere im Becken und in der Wirbelsäule begrenzt sind. Patienten mit Leber- / Lungenmetastasen oder solche mit Knochenmetastasen z.B. in den Rippen profitieren nicht.

    Wieviel das ausmacht? 11% mehr Patienten am Leben nach 3 Jahren, absolut gemessen. Das ist eine Menge. Der Effekt liegt in der Grössenordnung von Chemotherapie oder Abiraterone für diese Subgruppe.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Es profitieren eben nur Patienten mit ein paar Lymphknotenmetastasen oder Knochenmetastasen, solange Letztere im Becken und in der Wirbelsäule begrenzt sind. Patienten mit Leber- / Lungenmetastasen oder solche mit Knochenmetastasen z.B. in den Rippen profitieren nicht.
    Danke für den Hinweis auf die Studie aber:
    eine Knochenmetastase im Becken (würde passen) und multiple Lungenmetastasen, das ist das Problem.

    Franz

  8. #8
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    Franz,

    ob die Entfernung der Metastasen in Deinem Fall einen großen Vorteil bringt, kann ich nicht sagen. Jedenfalls in diesem KISP Text sagt Dr. Kwon auf Seite 16, dass er bei einem Patienten Lungenmetastasen operativ entfernt hat. Wie lange es dem Patienten danach besser ging, darauf geht er in seinem Vortrag regelmäßig nicht ein. Ansonsten berichtet Prof. Heidenreich in diesem Abstract, dass er metastasierte Patienten operiert. Vielleicht kannst Du Dich da mal beraten lassen.

    Georg

  9. #9
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    Hallo Franz,

    sind denn beide Lungenflügel betroffen oder nur eine und wie multibel. ( Segment )
    Wenn die Stellen klar und evlt. begrenzt sind würde ich mit der CD ( PSMA evtl. auch MRT ) einen Radiologen aufsuchen der ausloten könnte ob mit einer RFA ranzukommen ist. Die RFA können auch mehrelektoden haben und an mehreren Stellen eingeführt werden.
    Eine weitere Möglichkeit wäre eine steriotaktische RT.

    Hans-J.

  10. #10
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    Hallo Hans-J.,

    im CT vom August 17: "beide Lungenflügel mit multiplen Herden in allen Segmenten". Keine gute Diagnose, die Knochen waren dafür im Szint. bis auf einen ohne Befund.

    Ich bin mit multiplen Lungenmetastasen in beiden Lungenflügeln gestartet. Und dann hatte ich bei meiner üppig, fortgeschrittener Metastasierung sicherlich auch noch zahlreiche kleine und kleinste Metastasen, die bei meiner Untersuchung mit dem Multislice-Spiral-CT nicht dargestellt werden konnten.
    Die sichtbaren sind nach Hormonentzug und früher Chemo verschwunden.

    Ein Gedanke war:
    Wenn ich abwarte bis mein PSA-Wert (aktuell 0,25 ng/ml) wieder etwas ansteigt, könnten die neuen oder die wieder aktiven alten Metastasen mit dem PSMA-PET-CT erkannt, und wenn es am Anfang wenige sind, gezielt bekämpft werden. Allerdings ist die Genauigkeit des PSMA-PET-CT nach längerem Hormonentzug umstritten.

    Stärker ist aber der Gedanke, dass aufgrund meiner Erstdiagnose-Metastasierung nach Eintritt der Kastrationsresistenz die neuen Metastasen sehr rasant und zahlreich auftreten und dann gezielte Operation oder Bestrahlung nicht mehr weiterhelfen.


    @Georg
    Danke für den Hinweis auf Prof. Heidenreich.
    Ich konnte ihn vor ein paar Monaten in einer sehr interessanten online-Veranstaltung (Therapie des Rezidivs) kennenlernen und auch 2 wichtige Fragen stellen.
    Prof. Heidenreich hat bei den Vorgehensweisen beim Rezidiv immer sehr deutlich zwischen Vorgehen bei Knochen- und Viszeralmetastasen unterschieden. Das hat mir sehr weitergeholfen.

    Mein weiteres Vorgehen und meine Prognose aufgrund meiner Erstdiagnose ist weitgehend klar (ich schwanke nur noch zwischen 2. Chemo und Enzalutamid wenn das Rezidiv eintritt).
    Nur manchmal überlege ich mir Alternativen zu obigen Vorgehen, aber nach Durchsicht der mir vorliegenden umfangreichen Literatur zeichnet sich ab, dass Tumorlastsenkung durch Operation oder Bestrahlung bisher nur bei Oligometastasen erprobt ist.

    Und bitte keine Hinweise auf Lutetium. Meine Meinung dazu ist im Forum hinreichend bekannt. Abgesehen davon dass Lutetium besser bei Knochen- als bei Viszeralmetastasen hilft.

    Franz
    PS: Optimist bin ich immer noch






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