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Thema: Cabazitaxel

  1. #1
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    Cabazitaxel

    Cabazitaxel soll etwas stärker als Docetaxel wirken und wird meist nach Docetaxel eingesetzt, Bei den Nebenwirkungen ist bekannt dass es stärkere hämatologische Wirkungen als Docetaxel zeigt.

    Die FIRSTANA-Studie bewertet die beiden Chemotherapeutika und kommt zu ähnlichen Ergebnissen bei den beiden, mit Hinweisen auf mehr Fälle von febriler Neutropenie bei Cabazitaxel.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28753384

    Momentan besteht kein Bedarf, aber wenn ich in die Zukunft schaue, ist Cabazitaxel eine mögliche Option für mich. Docetaxel habe ich halbwegs gut vertragen.
    Chemotherapien stehe ich nicht so ablehnend gegenüber wie zahlreiche Forumsteilnehmer.

    Wer hat Erfahrungen mit Cabazitaxel. Bitte melden.

    Franz

  2. #2
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    Mit der Nanotherapie wird an effektiveren Einsatzmöglichkeiten von Cabazitaxel geforscht.


    https://www.researchgate.net/publica...eutic_Efficacy

    Abstract, übersetzt von Franz
    (In kleiner Schrift gehalten sind Erläuterungen von mir)


    Abstract:
    Die Entwicklung einer hochentwickelten nanotherapeutischen Grundlage, um potente Wirkstoffe effektiv und sicher an die gewünschten Tumorstellen zu bringen, bleibt eine große Aufgabe. Cabazitaxel (CTX) ist für den klinischen Einsatz besonders interessant, da es in der Lage ist, die durch andere Taxane (z. B. Docetaxel) verursachte Arzneimittelresistenz zu überwinden.

    Die Untersuchungen dieses potenten Wirkstoffs sind jedoch aufgrund seiner hohen Toxizität bei Patienten nur bedingt erfolgreich, und so bleibt die Erforschung von CTX als sicheres Chemotherapeutikum eine Herausforderung.
    In dieser Arbeit wird berichtet, dass CTX durch chemische Derivatisierung mit Oligolactid (oLA) strukturell so zugeschnitten werden kann, dass es besser mit einer Polymergrundlage zusammenpasst.
    (In der Pharmazie wird die Derivatisierung verwendet, um aus bestehenden Arzneimitteln neue, wirksamere oder verträglichere Arzneimittel zu schaffen.)

    Die Bindung von CTX mit oLAs ergibt neue Einheiten, die mit exogenen Polymermatrizen ausreichend mischbar sind, um injizierbare Nanomedizinprodukte zu bilden (genannt o(LA)n-CTX-NPs).

    Unter Verwendung dieser o(LA)n-CTX-NPs werden die bemerkenswerten Steigerungen der Anreicherung im Tumor und die Verbesserung der Medikamentenverträglichkeit bei Tieren nachgewiesen.

    In einem Xenotransplantatmodell (Krebszellen auf Maus übertragen) von Lungenkrebs, verbessert die Verabreichung von o(LA)18-CTX-NPs die Antitumorwirksamkeit im Vergleich zur Verabreichung von freiem CTX.

    Insgesamt zeigen die Daten, dass die präzise Bearbeitung von chemischen Strukturen von Medikamenten genutzt werden kann, um besser verträgliche und effizientere Nanomedizin zu generieren. Dieser Ansatz könnte eine ergänzende Strategie sein, um die Sicherheit und Wirksamkeit auch anderer Krebsmedikamente zu erhöhen.


    Die Originalarbeit ist leider nicht frei zugänglich, aber auch das Abstract zeigt interessante Einblicke in die aktuelle Forschung.
    Vielversprechend, aber es wird noch einige Jahre dauern.

    Franz


  3. #3
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    Hallo, ich habe mal von Dr. Machtens aus Bergisch Gladbach bei einem Seminar gehört, dass Cabazitaxel weniger Nebenwirkungen verursacht, da die erforderliche Dosis niedriger ist als bei Docetaxel.

  4. #4
    Harald_1933 Gast
    Hallo Franz,

    mal ein älterer Beitrag zur Kenntnis: https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...1783#post51783

    Harald

  5. #5
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    Zitat Zitat von Jacekw Beitrag anzeigen
    Hallo, ich habe mal von Dr. Machtens aus Bergisch Gladbach bei einem Seminar gehört, dass Cabazitaxel weniger Nebenwirkungen verursacht, da die erforderliche Dosis niedriger ist als bei Docetaxel.
    Danke für den Hinweis, habe zu Dr. Machtens folgendes gefunden:

    https://www.trillium.de/zeitschrifte...nose-sein.html

    daraus zitiert:

    "Dabei dürfe auch die Lebensqualität nicht unberücksichtigt bleiben: In einer prospektiven Registerstudie wurde bei mehr als 70% der Patienten mit mCRPC eine Stabilisierung oder Verbesserung der Lebensqualität und Schmerzsymptomatik gezeigt und die Patientenpräferenz zwischen Docetaxel und Cabazitaxel liegt klar bei Cabazitaxel."

    und:

    " Je früher nach einer Docetaxel-Therapie Cabazitaxel eingesetzt wurde, umso höher war in einer Auswertung von 13 Studien das kumulative 12-Monats-Überleben."


    Franz

  6. #6
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    Hallo Franz,

    letztes Jahr in Magdeburg gab es Vorträge zum Vergleich von Cabazitaxel mit der PSMA Therapie. Ich habe jetzt einen Bericht darüber ins Forum gestellt:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...655#post112655

    Georg

  7. #7
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    Danke Georg,

    für deinen link mit den ausführlichen Darstellungen.
    Wir haben an anderer Stelle schon ausführlich über die PSMA Therapie diskutiert und ich habe zu dieser Zeit die PSMA-Therapie vehement abgelehnt.
    Zwischenzeitlich sehe ich diese Therapie durchaus als eine Option für geeignete Patienten. Die ersten Erfolge sprechen dafür.

    Was mir aus einem Vortrag von Dr. Matthias Heck/München in Erinnerung geblieben ist, war eine von ihm vorgestellte Subgruppenanalyse fortgeschrittener Patienten, die mit der PSMA-Therapie behandelt wurden. Dabei kamen die Patienten mit zahlreichen viszeralen Metastasen wesentlich schlechter bei der progressionsfreien Zeit und dem Gesamtüberleben weg, als Patienten mit überwiegenden Knochenmetastasen.
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...320#post110320

    Für mich als viszeral Metastasierten bleibt Cabazitaxel deshalb eine wichtige Therapieoption, die ich kritisch weiter verfolgen werde.

    Eventuell melde ich mich noch zu deinen Bericht zum Vergleich Cabazitaxel/PSMA-Therapie.

    Franz

  8. #8
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    Hallo Franz,

    ich würde die Studie von Dr. Heck betreffend viszeraler Metastasen anders interpretieren als Du.

    Die übliche Entwicklung einer Metastasierung ist: erst entwickeln sich Lymphknotenmetastasen im Becken, dann Knochenmetastasen (teilweise auch ohne Lymphknotenmetastasen) und dann viszerale Metastasen. Und diese viszeralen Metastasen sind die bedrohlichsten, denn wenn Organe wie Leber und Lunge nicht mehr funktionieren stirbt der Patient. Aber in der Regel hat ein Patient, der viszerale Metastasen hat, auch Knochen- und/oder Lymphknotenmetastasen.

    Es gibt auch Untersuchungen ohne PSMA Therapie, die zeigen, dass Patienten, die (auch) viszerale Metastasen haben, die kürzeste Überlebenszeit haben. Die Patienten, die in Studien zur PSMA Therapie eingeschlossen wurden, waren in vielen Fällen Patienten, die nur Knochenmetastasen hatten. Diese Patienten hatten damit grundsätzlich eine längere Überlebenszeit als Patienten, die Knochen- und viszerale Metastasen hatten.

    Wenn man vermutet, dass die PSMA Therapie die Überlebenszeit verlängert, so kann sie aber nicht die grundsätzlich kürzere Überlebenszeit von viszeralen Patienten auf die gleiche Überlebenszeit anheben wie bei Patienten, die nur Knochenmetastasen haben. Der grundsätzliche Unterschied bleibt bestehen. Daher haben diese Studien das Ergebnis, dass Patienten mit viszeralen Metastasen eine kürzere Überlebenszeit nach einer PSMA Therapie haben als andere Patienten. Das heißt aber nicht, dass die PSMA Therapie schlechter auf viszerale Metastasen wirkt als auf Knochen- oder Lymphknotenmetastasen. So jedenfalls meine Interpretation.

    Wie ich dem Bericht auf myprostate.eu entnehme, sind Deine Lymphknotenmetastasen durch die Chemo mit einem PSMA PET/CT nicht mehr nachweisbar. Die Situation ist jedenfalls nicht mit Patienten vergleichbar, die Knochenmetastasen und viszerale Metastasen haben und bei denen eine ADT oder Chemo nicht mehr wirkt. Das waren die Patienten, von denen Dr. Heck berichtet hat.

    Solange die Hormontherapie und anschließend Zytiga wirkt, werden auch keine neuen Metastasen entstehen. Ich würde vor oder nach Zytiga die Entwicklung mit einem PSMA PET/CT untersuchen und, wenn dann wieder Metastasen sichtbar sind, diese mit einer PSMA Therapie angehen. Das Cabazitaxel würde ich nach der PSMA Therapie einsetzen.

    Georg

  9. #9
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    1- Wenn man vermutet, dass die PSMA Therapie die Überlebenszeit verlängert, so kann sie aber nicht die grundsätzlich kürzere Überlebenszeit von viszeralen Patienten auf die gleiche Überlebenszeit anheben wie bei Patienten, die nur Knochenmetastasen haben. Der grundsätzliche Unterschied bleibt bestehen. Daher haben diese Studien das Ergebnis, dass Patienten mit viszeralen Metastasen eine kürzere Überlebenszeit nach einer PSMA Therapie haben als andere Patienten. Das heißt aber nicht, dass die PSMA Therapie schlechter auf viszerale Metastasen wirkt als auf Knochen- oder Lymphknotenmetastasen. So jedenfalls meine Interpretation.

    2- Wie ich dem Bericht auf myprostate.eu entnehme, sind Deine Lymphknotenmetastasen durch die Chemo mit einem PSMA PET/CT nicht mehr nachweisbar. Die Situation ist jedenfalls nicht mit Patienten vergleichbar, die Knochenmetastasen und viszerale Metastasen haben und bei denen eine ADT oder Chemo nicht mehr wirkt. Das waren die Patienten, von denen Dr. Heck berichtet hat.

    3- Solange die Hormontherapie und anschließend Zytiga wirkt, werden auch keine neuen Metastasen entstehen. Ich würde vor oder nach Zytiga die Entwicklung mit einem PSMA PET/CT untersuchen und, wenn dann wieder Metastasen sichtbar sind, diese mit einer PSMA Therapie angehen. Das Cabazitaxel würde ich nach der PSMA Therapie einsetzen.

    Hallo Georg,
    ein paar Punkte zur Klärung.

    zu 1 - um deine Interpretation zu untermauern, wäre eine Untersuchung gefragt, in der z. B. Patienten mit viszeralen Metastasen bei Behandlung mit Cabazitaxel ähnlich wie bei Lutetium schlechter abschneiden würden, als Patienten mit überwiegend ossären Metastasen.

    zu 2 - Schwerpunkt meiner Metastasierung waren Lungenmetastasen. Die Bildgebung zeigte auch ohne PSMA PET/CT erschreckende Tatsachen.
    Möglicherweise hast du mich (in myproste Optimist1954) mit dem anderen Optimisten verwechselt. Zu myprostate bin ich erst einige Zeit nach meiner Anmeldung im Forum. Und bei myprostate war der "Optimist" seit langer Zeit gemeldet.

    zu 3 - Zytiga ist für mich, wenn der PK fortschreitet, weniger geeignet. Bei Lungenmetastasen werden Erfolge mit Enzalutamid vermeldet. Und so wie meine Lunge ausgesehen hat ...

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27648814


    Franz

  10. #10
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    Hallo Franz,

    es gibt aber auch keine Studie, dass Patienten mit viszeralen Metastasen bei Cabazitaxel schlechter oder besser abschneiden als solche mit überwiegend ossären Metastasen.

    Bei myprostate.eu lese ich bei Dir im Bericht: "Die Nachuntersuchungen zeigten keine neuen Metastasen und auch aus der Lunge sind sie zur Zeit verschwunden."

    Ich will nicht Zytiga statt Enzalutamid empfehlen, nur wird dies häufiger verwendet. Allerdings vergleicht die von Dir angegebene Studie Enzalutamid mit Placebo und nicht mit Zytiga. Es ist daher unklar, ob Enzalutamid einen signifikanten Vorteil gegenüber Zytiga hat. Aber es spricht nichts dagegen Enzalutamid einzusetzen.

    Georg

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