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Thema: Cabazitaxel

  1. #31
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    Über Praemedikation, Dosisanpassung und Therapiemanagement bei Nebenwirkungen von Cabazitaxel/JEVTANA eine Übersicht vom Hersteller.


    https://studylibde.com/doc/5517931/jevtana---onkolleg

    Franz


  2. #32
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    Hinweise dass Patienten mit viszeralen Metastasen bei einer 177Lu-PSMA-617-Therapie schlechtere Prognosen als Patienten ohne viszerale Metastasen haben, gibt es in mehreren Studien. Allerdings waren in diesen Studien die Patienten mit viszeraler Metastasierung nur in sehr kleiner Zahl vertreten, so dass keine aussagekräftigen Ergebnisse möglich waren.

    Hier eine Studie zu 177Lu-PSMA-617-Therapie, teilweise mit Cabazitaxel in der Vorbehandlung, sowie mit hohem Anteil an Patienten mit Leber- und Lungenmetastasen.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6691377/

    Patienten

    Bei dieser Studie mit 109 mCRPC-Patienten, die mit 177Lu-PSMA-617 behandelt wurden, hatten die Patienten unterschiedliche Vorbehandlungen.
    Erst- (Docetaxel) und Zweitlinien-Chemotherapie (Cabazitaxel) wurden bei 85% und 26% der Patienten durchgeführt, und Abirateron und Enzalutamid wurden bei 83% bzw. 85% verabreicht
    Patienten, die mit Cabazitaxel vorbehandelt wurden, hatten eine höhere Rate an Lebermetastasen als Patienten ohne Cabazitaxel-Vorbehandlung (60 vs. 21%), während ein gleichmäßiger Anteil jeder Gruppe Lungenmetastasen hatte (21 und 22%).
    Bei insgesamt 44 Prozent der Teilnehmer waren viszerale Metastasen (Lebermet./Lungenmet.) vorhanden.


    Ergebnisse:
    Es zeigte sich, dass eine vorherige Chemotherapie mit Cabazitaxel in der zweiten Linie mit einem kürzeren OS (6,7 vs. 15,7 Monate, p = 0,002) und ebenso das Vorhandensein von viszeralen Metastasen (5,9 vs. 16,4 Monate, p<0,001) mit kürzeren OS verbunden waren. Bei den viszeralen Metastasen schnitten Patienten mit Lebermetastasen wesentlich schlechter als Lungenmetastasen ab.

    -
    Patienten mit viszeralen Metastasen
    The highest impact on survival of all visceral metastases was observed for liver metastases (5.6 vs. 13.2 months, Log Rank: p<0.001; HR 3.0, p<0.001), while lung metastases had no significant influence on OS (9.3 vs. 11.5 months p = n.s.)
    „Die höchsten Auswirkungen auf das Überleben bei allen viszeralen Metastasen wurden bei Lebermetastasen beobachtet (5,6 vs. 13,2 Monate, Log Rank: p<0,001; HR 3,0, p<0,001), während Lungenmetastasen keinen signifikanten Einfluss auf das OS hatten (9,3 vs. 11,5 Monate p = n.s.).“

    - Cabazitaxelvorbehandlung
    While for CABA treatment we only observed a trend in reduction of OS, it is significantly reduced by the presence of liver metastases. In CABA treated patients with liver metastases, however the effects of both risk factors seem to add up and shorten life expectation tremendously.”
    „Während wir bei der CABA-Behandlung nur einen Trend zur Reduktion des OS beobachten, wird dieser durch das Vorhandensein von Lebermetastasen deutlich reduziert. Bei CABA-behandelten Patienten mit Lebermetastasen scheinen sich die Auswirkungen beider Risikofaktoren jedoch zu summieren und die Lebenserwartung enorm zu verkürzen.“


    Franz


  3. #33
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    Rudi hat mich auf die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse der CARD-Studie aufmerksam gemacht. Danke Rudi für den link!

    In der CARD-Studie wurde Cabazitaxel im Vergleich mit Abiraterone und Enzalutamid auf Wirksamkeit und Verträglichkeit beim mCRPC in einer Behandlungssequenzstudie untersucht. Cabazitaxel zeigte sich signifikant überlegen.

    https://www.uroforum.de/index.php/21...ch-cabazitaxel

    Zitate:

    In dieser Studie verbesserte die Behandlung mit Cabazitaxel das radiologisch progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben im Vergleich zu Enzalutamid oder Abirateron signifikant ….
    ,,,, primärer Endpunkt der Studie war das rPFS, das unter Behandlung mit Cabazitaxel (N = 129) im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid um das mehr als Zweifache länger ausfiel (N = 126; Median 8,0 vs. 3,7 Monate; HR = 0,54; 95%-KI: 0,40–0,73; p < 0,0001). Mit Cabazitaxel behandelte Patienten erlebten eine Verbesserung des rPFS in allen vorab festgelegten Subgruppen, unabhängig vom Zeitpunkt des vorherigen alternativen AR-gerichteten Wirkstoffs vor oder nach Docetaxel. Cabazitaxel verbesserte zudem signifikant einen wichtigen sekundären Endpunkt, das OS (Median 13,6 vs. 11,0 Monate; HR = 0,64; 95%-KI: 0,46–0,89; p = 0,0078) und reduzierte das Gesamtmortalitätsrisiko im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid um 36 %.
    Weitere wichtige sekundäre Endpunkte fielen ausnahmslos zugunsten von Cabazitaxel aus: das progressionsfreie Überleben (PFS) (Median 4,4 vs. 2,7 Monate; p < 0,0001), das bestätigte PSA-Ansprechen (35,7 vs. 13,5 %; p = 0,0002) und das Tumoransprechen (36,5 vs. 11,5 %; p = 0,004). Auch das Schmerzansprechen (45,0 vs. 19,3 %; p < 0,0001) und die Zeit bis zu symptomatischen skelettalen Ereignissen (nicht erreicht vs. 16,7 Monate, p = 0,0499) verbesserten sich unter Behandlung mit Cabazitaxel signifikant.“


    Franz


  4. #34
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    Franz,

    man muss dabei bedenken, dass diese Patienten, nachdem sie resistent geworden waren, Abirateron und Enzalutamid erhielten. Als sie dagegen resistent geworden waren Docetaxel. Dann kann man entweder wieder Abirateron und Enzalutamid versuchen oder Cabazitaxel. (Abgesehen von Lu177). Dass Cabazitaxel dann besser wirkt als nochmal Abirateron oder Enzalutamid, kommt nicht unerwartet.

    Georg

  5. #35
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Franz,

    man muss dabei bedenken, dass diese Patienten, nachdem sie resistent geworden waren, Abirateron und Enzalutamid erhielten. Als sie dagegen resistent geworden waren Docetaxel. Dann kann man entweder wieder Abirateron und Enzalutamid versuchen oder Cabazitaxel. (Abgesehen von Lu177). Dass Cabazitaxel dann besser wirkt als nochmal Abirateron oder Enzalutamid, kommt nicht unerwartet.

    Georg
    Georg,
    das ist nicht ganz richtig:
    Es handelt sich in der Studie um Patienten, die nach Kastrationsresistenz eine Chemo mit Docetaxel gemacht haben und vor oder nach Chemo entweder Abirateron oder Enzalutamid bekommen hatten.

    Die Studie hat nun verglichen
    -- Patienten, die dann als nächstes mit Capazitaxel behandelt wurden
    mit
    -- Patienten, die als nächstes entweder Abiraterone (diese wurden vorher schon einmal mit Enzalutamid behandelt) oder Enzalutamid (diese wurden vorher schon einmal mit Abirateron behandelt) bekamen.

    Das Studienergebnis war doch eigentlich zu erwarten aufgrund der doch bekannten Kreuzresistenz zwischen Abi und Enza.

    Klaus

  6. #36
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Dass Cabazitaxel dann besser wirkt als nochmal Abirateron oder Enzalutamid, kommt nicht unerwartet.
    Zitat Zitat von Klaus (A) Beitrag anzeigen
    Das Studienergebnis war doch eigentlich zu erwarten aufgrund der doch bekannten Kreuzresistenz zwischen Abi und Enza.
    Hallo Georg und Klaus,

    die Kreuzresistenz ist seit einigen Jahren bekannt, auch bei den Erstellern der Studie.
    In der CARD-Studie sollte geprüft werden, ob mCPRC-Patienten durch den Einsatz von Cabazitaxel, anstatt einer 2. AR-gerichteten Therapie profitieren.

    z. B. in:
    https://www.thieme-connect.com/produ...55/a-0596-4618

    Studieninhalt
    „Die Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) erfolgt häufig unter Verwendung einer AR-gerichteten Therapie (Abirateron oder Enzalutamid) und einer Chemotherapie mit Docetaxel und Cabazitaxel. Retrospektive und prospektive Studien zeigen, dass eine Kreuzresistenz zwischen Abirateron und Enzalutamid existiert, d. h. bei Progress unter der 1. AR-gerichteten Therapie zeigt sich für die 2. AR-gerichtete Therapie eine verkürzte Ansprechdauer und vermindertes biochemisches Ansprechen. Cabazitaxel ist ein neues Taxan, das nach Docetaxel-Versagen eingesetzt werden kann…..
    …..für Patienten, die früh unter der ersten AR-gerichteten Therapie einen Progress aufweisen, ist eine Kreuzresistenz gegenüber der zweiten AR-gerichteten Substanz wahrscheinlich. In der CARD-Studie soll geprüft werden, ob mCPRC-Patienten durch den Einsatz von Cabazitaxel anstatt einer 2. AR-gerichteten Therapie profitieren. Eingeschlossen werden mCRPC-Patienten, die bereits mit Docetaxel vorbehandelt wurden und innerhalb von 12 Monaten unter der 1. AR-gerichteten Therapie (Abirateron oder Enzalutamid, prä- bzw. post Docetaxel) einen Krankheitsprogress zeigten.“


    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Die Überlegenheit von Cabazitaxel gegenüber einer 2. AR-gerichteten Therapie konnte im Rahmen der CARD-Studie eindrucksvoll aufgezeigt und damit die bestehenden Vermutungen und Erwartungen bestätigt werden. Damit erhält der Patient mit mCRPC eine feste Basis für das mögliche weitere Vorgehen bei seiner Erkrankung. Und das finde ich als potentieller mCRPC-Patient durchaus sinnvoll.

    Franz


  7. #37
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Die Überlegenheit von Cabazitaxel gegenüber einer 2. AR-gerichteten Therapie konnte im Rahmen der CARD-Studie eindrucksvoll aufgezeigt und damit die bestehenden Vermutungen und Erwartungen bestätigt werden.
    Das war doch auch ohne Studie schon klar!!
    Die Kreuzresistenz ist doch eine bekannte Tatsache........

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