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Thema: Ist mein Weg der Richtige?

  1. #1
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    Ist mein Weg der Richtige?

    Guten Morgen,
    mein Name ist Andreas, bin 58 Jahre alt und wohne im Saarland. Ich habe schon viel mitgelesen und das Werk "Erster Rat" verschlungen. Das Beste, was man über Prostata lesen kann!
    PSMA Ergebniss:
    Eine osteoplastische Läsion im Os ischii und kaudelen Os ilium. lm Bereich des Acetabulums links, einer ossären Metastase entsprechend. Ansonsten zeigt sich eine insgesamt physiologische Tracerverteilung ohne Nachweis suspekter PMSA-positiver Herdbefunde. Kein Nachweis eines Lokalrezidivs oder von Lymphknotenmetastasen.

    (Metastase im Bereich Hüftgelenk und Sitzbein/Schambeinhals links)

    Ich habe folgende Vorgehensweise für mich geplant:
    - Nach dem PSMA PET die Cyberknife Bestrahlung der Metastasen im Beckenbereich
    - Im Dezember keine Erneuerung der 3Monats Trenatone Spritze (bin schon hormonresitent)
    - Warten, ob der PSA Wert durch die Bestrahlung nach unten geht.
    - Wenn er bis zur Nachweisgrenze sinkt, keine Medikamente mehr nehmen.
    - Monatliche PSA Kontrolle.

    Was haltet ihr davon? Gehe ich ein Risiko ein, weil mein PSA in den letzen Monaten gestiegen ist?
    Kann ich einfach abwarten bei der PSA VZ?

    Ich will den Weg gehen, alle Metastasen so früh wie möglich erkennen und dann eliminieren!

    Gruß aus dem Saarland
    Andreas

  2. #2
    SeppS58 Gast
    Hallo Sardan,

    da gibt es die Geschichte mit den Köpfen, die immer doppelt nachwachsen. - So ähnlich ist es auch mit den PC Metastasen. Ab einem gewissen Stadium nützt nur noch eine systemische Therapie, wie Kastration, Chemo oder Bestrahlung von innen.
    Natürlich macht es aber auch Sinn, dieses Stadium so lange wie möglich hinaus zu ziehen, denn die sind alle nicht ohne heftige Nebenwirkungen.

    Daher finde ich Deinen Ansatz gut. Aber Du wirst auch weiterhin das Testosteron blocken müssen.
    Dass die Dein Krebs hormonunabhängig geworden ist, heißt nur dass Du ihn damitnicht mehr blocken kannst. Aber Testosteron ist auch weiter ein Futterstoff für die Krebszellen.
    Daher habe ich die chir. Kastration bei mir machen lassen.

    Hoffe, Du kannst Deine Metastasen lange klein halten, aber die bösen Zellen schwimmen nun mal überall rum bei T3.

  3. #3
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    Andreas,
    da ich auch nicht übers Wasser gehen kann, weiß ich natürlich auch nicht, ob Dein Weg der richtige Weg ist.

    Rein formal ist es noch nicht klar, ob Du wirklich kastrationsresistent geworden bist. Bisher hast Du die 2-fache ADT (ADT2) mit Trenatone + Bicalutamid gemacht. Nach Anstieg des PSA Wertes aus dem NADIR, wurde leitliniengerecht Bicalutamid abgesetzt. Kommt es in einigen Wochen zu einem erneuten PSA Abfall (Antiandrogen withdrawal syndrome), dann hat sich die Eigenschaft des Antiandrogens durch Mutationen am Androgenrezeptor (AR) gewandelt. Das kommt allerdings eher selten vor. Wenn nicht, könnte man versuchen den PSA Wert durch Umstieg auf Enzalutamid einzufangen. Ich rate dringend dazu, den PSA Wert nicht durch irgendwelche Experimente fortrennen zu lassen, denn das Einfangen ist dann oftmals sehr schwer.

    Eine ergänzende lokale Behandlung der bildgebend nachweisbaren Knochenmetastase würde ich befürworten. Dies wäre allerdings nicht leitliniengerecht, und man müsste erstmal die Erstattungsproblematik klären! Die einzusetzende Technik ist belanglos, ob Du IMRT oder SBRT nutzt wird das Ergebnis nicht beeinflussen. SBRT ist in sehr wenigen Sitzungen erledigt, und deshalb komfortabler, dafür teurer - zumindest wenn das Cybereknife System zur Anwendung kommt.
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  4. #4
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    Hallo, danke für Rückmeldungen,
    @Sepp
    Hat die chirugische Kastration die gleichen Nebenwirkungen wie die ADT?

    @LowRoad
    Ich möchte irgendwie den Erfolg der Cyberknife Bestrahlung erkennbar machen. Der Einsatz von Abirateron wurde schon vom Uro angesprochen.
    PSMA PET Kostenübernahme wurde von meiner GKV nicht übernommen. Einspruch läuft. Dafür bezahlt sie Cyberknife!

    Gruß aus dem Saarland
    Andreas

  5. #5
    SeppS58 Gast
    Hallo Andreas,

    die chir. Kastration unterbindet die Testosteron Bildung (außer in den Nebennieren, was aber vernachläßlich ist). Damit sind natürlich alle Nebenwirkungen des Testosteron Entzugs da (Schwitzen, Schlappheit, Verweiblichung, ...). Man spart sich aber die weitergehenden Nebenwirkungen durch das Hormonpräparat, bei Eligard z.B. Muskelschmerzen (zumindest bei mir) und das regelmäßige Nachspritzen.
    Außerdem könnte man Testosteron per Creme auch gezielt wieder zuführen.

    Ich komm damit ganz gut klar.

  6. #6
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    Hallo zusammen,
    würde es etwas bringen, wenn man einfach mal eine Chemo recht frühzeitig macht? Wegen der bösen Zellen im Blut.
    Körperlich bin ich in einer sehr guten Verfassung.

    Gruß aus dem Saarland
    Anderas

  7. #7
    SeppS58 Gast
    Schwer zu sagen. Gerade weil Du aktuell in guter Verfassung bist. Schau Dir die Für und Wider hier ganz genau an.
    Ich habe gewartet, solange wie möglich. Bin erst bei PSA über 300 in die Chemo gegangen. Hatte da aber noch 2 gute Jahre. Aber jetzt nimmt mir das Xtandi die Lebensqualität.
    Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

  8. #8
    Rudi61 Gast
    Hallo Andreas,

    habe Dein Profil auf Myprostate gelesen; vielleicht könnte Dir die Psychoonkologie bei einen Teil Deiner Problemen helfen, erkündige Dich doch vielleicht mal bei Deinen Arzt danach.

    Falls eine Oligometastasierung vorliegt ist noch nichts verloren. (Kann ich aber nicht beurteilen - bin kein Arzt)



    Auf alle Fälle wünsche ich Dir viel, viel Glück.

    Rudi

  9. #9
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    Andreas,

    ich habe den Eindruck, Du meinst mit der Cyberknife Bestrahlung wärst Du weitgehend kuriert. Das ist aber nicht der Fall, Du hast nur die größten Tumorherde beseitigt. Normalerweise wachsen in 6 bis 12 Monaten neue Metastasen zu einer Größe heran, mit der sie mit einem PSMA PET/CT zu erkennen sind. Wenn Du diesen Zeitraum verlängern willst, musst Du weiter ADT machen oder Abiraterone oder Enzalutmid nehmen. Es kann sein, dass durch die Cyberknife Bestrahlung ein Großteil der resistenten Tumorzellen beseitigt wird und eine ADT erstmal wieder wirkt. Es ist also möglich nach der Bestrahlung erstmal wieder mit ADT weiterzumachen und sehen, ob diese wirkt. Wenn nicht wäre Abiraterione oder Enzalutamid einzusetzen. Bei Knochenmetastasen hat sich auch eine Chemo als wirksam erwiesen, diese Wirkung ist aber erst bei mehr Knochenmetastasen als bei Dir erkennbar.

    Du kannst natürlich bei der ADT eine Pause einlegen (intermittieren). Meine eigene Erfahrung ist, dass durch eine Cyberknife Bestrahlung sich der PSA Wert halbiert und dann wieder ansteigt. Diesen Wiederanstieg und damit eine erneute Bestrahlung kann man mit ADT hinausschieben.

    Georg

  10. #10
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    Hallo zusammen,
    ich war gestern beim Cyberknife Zentrum in München. Dort ist alles vom Feinsten. Ich bin total begeistert von Professionalität. Angefangen vom Empfang bis zur Beratung und Behandlungsempfehlung, alles auf höchstem Niveau. Ich werde am 29.11 in einer Sitzung bestrahlt. Ich freue mich darauf.

    @georg_
    Ja, ich habe z.Z. eine positive Einstellung zu meiner Erkrankung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Die weitere Vorgehensweise werde ich mit meinen Urologen besprechen.
    Auch das PSMA/ PET wird bei mir jetzt zum Standard.

    Ich werde mich auch selber weiter intensiv um die Weiterbehandlung kümmern. Denn wenn ich mich nicht selber gekümmert
    hätte, wäre es so abgelaufen: ADT bis zur Resitenz; Abiraterone, Enzalutmid bis zur Wirkungslosigkeit; Chemo und dann Ende.

    @Rudi61
    Danke für den Rat und den guten Wünschen


    Gutgelaunt und Grüße aus dem Saarland
    Andreas

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