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Thema: fallender PSA (ohne Therapie) - trotzdem Therapie beginnen?

  1. #61
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    Ich bin noch immer zufrieden!

    9 Monate nach Bestrahlungsende:

    PSA-Wert sinkt immer noch. Aktuell 0,39 ng/ml. https://de.myprostate.eu/?req=user&id=902&page=graphic
    Dafür, dass ich noch eine funktionierende Prostata habe, ist das ganz schön niedrig, finde ich.

    Leider hat sich inzwischen der Durchfluss bei der Blasenentleerung immer mehr verschlechtert, so dass ich nach 3 Monaten Pause jetzt doch wieder täglich Tamsulosin nehme. Damit wird's besser.

    Ich rätsle im Moment, was die Ursache sein kann. Die Prostata ist (als Bestrahlungs-"Nebenwirkung") nicht mehr vergrößert (unter 30 cm³).
    Da ich auch etwas Brennen in der Hanrröhre spüre, gehen meine Überlegungen in Richtung einer leichten Entzündung.
    Die Urinprobe vor 2 Wochen war aber ohne Befund.

    Ich habe demnächst noch einen Nachsorgetermin bei der Strahlentherapie und dann einen Termin beim Urologen. Ich hoffe dort kann ich klären, was im Moment passiert.
    Aber vielleicht hat einer von Euch noch gute Ideen, was da los ist, und was man ggf. untersuchen sollte.

    Vielleicht ist ja auch einfach die Harnröhre im Bereich der Prostata, die ja die volle Strahlendosis (fast 80 Gy) abbekommen hat etwas geschädigt? Passiert das so?
    Verstanden habe ich das so, dass die mitbestrahlten gesunden Zellen eben auch Probleme bei der Reproduktion bekommen. Das führt z.B. zu einer schlechteren Wundheilung, wodurch Operationen nach der Bestrahlung schwierig sind..
    Plausibel fände ich eine leichte Harnwegsentzündung, die die Harnröhre einengt, und wegen der Schädigung der Zellen schlecht abheilt.

    Leider gibt es nur wenige Männer, die eine Strahlentherapie als primäre Therapie machen, und Erfahrungen dazu haben (könnten). Aber wenn, dann gibt es die hier!

    Ich bin für jede Idee dankbar!

    Paul

  2. #62
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    10 Monate nach Bestrahlungsende - Nebenwirkungen?

    Der Urologe ist sehr zufrieden mit mir. Ich auch fast...
    Eigentlich hätte ich jetzt noch einen Nachsorgetermin bei der Strahlentherapie-Praxis gehabt. Der ist aber leider abgesagt worden.
    Schade, ich hatte viele Fragen, mit denen ich Euch jetzt nerven muss...;-)

    Wie es aussieht, komme ich wohl doch nicht ganz ohne Nebenwirkungen der Bestrahlung davon. In den letzten Monaten war ich ja völlig beschwerdefrei, aber aktuell ist es wieder so ähnlich wie in den letzten Bestrahlungswochen:

    • Ich muss öfter mal die Blase entleeren. Es kommen dann meistens (nur) so 200 bis 300 ml raus (im November war ich bei 500). Nachts muss ich fast nie.
    • Stuhlgang habe ich auch etwas öfter, vielleicht so 3 Mal am Tag. Eher weich, aber sonst ok.

    Beides überhaupt nicht schwerwiegend, aber Sorgen macht mir, dass das der Anfang von Etwas schlimmeren sein könnte.

    Irgendwo schrieb hier jemand, Nebenwirkungen nach 9 Monaten wären genau "laut Lehrbuch". Ist das so?
    Womit muss ich rechnen - dass so etwas in Phasen kommt und geht, oder dass es stetig schlechter wird?

    Die Schädigung der gesunden Zellen durch Bestrahlung stellt sich wohl vor allem als Nekrose (Absterben von Zellen) und verschlechterte Sauerstoffversorgung dar.
    Plausibel erscheint mit, dass bei der Harnröhre in der Prostata, die ja die volle Strahlendosis bekommen hat viele Zellen absterben. Darauf gibt es eine Entzündungsreaktion mit etwas Schwellung, was den aktuell verschlechterten Durchfluss erklären würde.
    Der Urologe meine allerdings: keine Entzündung laut der letzten Urinprobe - verschlechterter Durchfluss weil die Harnröhre verhärtet/weniger elastisch ist.
    Noch habe ich ja nicht die Hoffnung aufgegeben, dass die mitbestrahlten gesunden Zellen sich noch irgendwie regenerieren könnten. Zumindest die Drüsenzellen in der Prostata arbeiten noch wie zuvor (produzieren Flüssigkeit).

    Wie könnte ich das Regenerieren unterstützen?
    • gute Versorgung mit Selen, Vitamin D usw.?
    • für gute Durchblutung sorgen, z.B. durch Sport?

    Perfekt wäre natürlich eine Hyperbare Sauerstofftherapie https://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?11005-Strahlenproktitis-Z-n-Prostatalogenbestrahlung-Hyperbare-Sauerstofftherapie-(HBO)&p=115731#post115731
    Aber die bezahlt die Kasse nicht. Trotzdem mache ich mir Gedanken, ob es (privat bezahlt) sinnvoll sein könnte, so etwas lieber früher als später zu machen, also noch lebende Zellen gar nicht erst sterben zu lassen.

    Hat einer von Euch ein paar Antworten für mich (oder Lesestoff zu dem Thema)?

    Lasst Euch nicht Anstecken!
    Paul

  3. #63
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    Hallo Paul,

    bin zwar "protonenbestrahlt", aber bei den evtl. Nebenwirkungen macht dies glaube ich keinen Unterschied, so man sie doch bekommt.

    Zum Thema Blase kann ich nichts sagen, war bei mir nach wenigen Wochen kein Problem mehr.

    Zum Thema Stuhlgang habe ich bei myprostate.eu bei meinem Bericht folgendes nach ca. 7 Monaten nach Bestrahlungsende vermerkt:

    Ultraschalluntersuchung alles O.K., keinerlei Beschwerden, einzige kleine Nebenwirkung seit ca. 5 Wochen erhöhte Darmtätigkeit, muss zwischen 2 und 4 mal täglich den Thron aufsuchen. :-) Lt. Urologe noch kein Problem, kann immer nach Bestrahlungen in unterschiedlichen Zeitabständen auftreten.


    Das Thema war dann tatsächlich nach ca. 6 Wochen wieder vollkommen bis heute erledigt. Soll Dir nur zeigen, das Nebenwirkungen auch wirklich noch nach Monaten auftreten können, diese aber zu mindestens bei mir wieder von alleine verschwunden sind.

    Alles Gute und passt auf Euch auf.

    VG Tom



  4. #64
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    Paul,
    "Genau 9 Monate" meint wohl eher: Median ist 9 Monate. Jedenfalls sind Spätfolgen nicht so selten (5-7%): https://www.thieme-connect.com/produ...s-0032-1324217
    Hier geht man von bis zu 12% nach 5 Jahrwen aus: https://www.springermedizin.de/emedp...42-41168-7_222
    Hier von 8-16 Monaten (mit Therapievorschlägen): https://www.onkodin.de/e6/e95624/e101596/e101616/
    Späte Nebenwirkungen sind meist chronisch und werden nur lindernt behandelt. Allerdings hast du dafür keine Symptome.

    "Zumindest die Drüsenzellen in der Prostata arbeiten noch wie zuvor (produzieren Flüssigkeit)": klare Flüssigkeit oder alles so wie früher? Es könnte auch Flüssigkeit aus der Bulbourethraldrüse sein.

  5. #65
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    Danke für Eure Antworten!

    Tom, Dein Verlauf beruhigt mich etwas, ich gehe einfach Mal davon auf, dass es auch bei mir jetzt nicht stetig schlechter wird!

    Martin, Danke für Deine wertvollen Links. Ich hab angefangen zu lesen, aber brauche noch etwas Zeit ...

    "Zumindest die Drüsenzellen in der Prostata arbeiten noch wie zuvor (produzieren Flüssigkeit)": klare Flüssigkeit oder alles so wie früher? Es könnte auch Flüssigkeit aus der Bulbourethraldrüse sein.
    Nein, ich denke schon dass alles noch funktioniert wie früher, kommt mir nicht verändert vor. Gelegentlich gibt es eine trockene Ejakulation, das halte ich aber für einen Effekt vom Tamsulosin. Im letzten Herbst hatte ich das auch schon, und ohne Tamsulosin war dann alles wieder normal. Erektion ist übrigens noch unverändert gut.
    Gelegentlich werde ich das Tamsulosin wieder absetzen, aber im Moment ist kein guter Zeitpunkt für solche Experimente (mit Harnverhalt zur Notaufnahme ist nie schön, aber jetzt gerade muss das wirklich nicht sein...)

    Ach ja: Seit ein paar Wochen schmerzt meine Lendenwirbelsäule morgens - im Laufe des Tages wird das besser. Wahrscheinlich hat das überhaupt nichts damit zu tun, aber der Gedanke kam mir:
    Die Bestrahlung hat das untere Ende der Wirbelsäule ja auch etwas erwischt. Die war zwar in den Bildern der Bestrahlungsfelder weitgehend ausgespart, aber etwas hat sie sicherlich abbekommen.

    Wurde so etwas schon berichtet: Schmerzen in der Lendenwirbelsäule als Folge der Prostata-Bestrahlung?

    Paul

  6. #66
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    Ein Jahr nach der Strahlentherapie

    PSA-Verlauf zeigt weiterhin nach unten https://de.myprostate.eu/?req=user&id=902&page=graphic
    Ich staune ja, dass so niedrige Werte (z.B. 0,26 ng/ml) mit vorhandener und funktionierender Prostata möglich sind. Das bringt mich zu der Annahme, dass auch schon ein PSA-Wert von z.B. 1,0 ng/ml ein Zeichen für mutierte Prostatazellen ist - die sind "undicht" und verlieren PSA an den Blutkreislauf, aber breiten sich noch nicht (sehr) invasiv aus. Eben eine "gutartige" Vergrößerung.
    Alternativer Erklärungsansatz für den niedrigen Wert: bei mir ist nur noch ein kleiner Teil der Prostatazellen funktionsfähig, die meisten wurden durch die Bestrahlung zerstört.

    Leider brauche ich weiterhin Tamsulosin, anderenfalls habe ich einen geringen Durchfluss und kann nur ca. 250 ml Blasenvolumen nutzen. Warum das so ist, habe ich noch nicht so ganz verstanden. Den schlechten Durchfluss kann ich ja noch mit verhärtetem Gewebe durch Nekrose im Bereich der Harnröhre in der Prostata verstehen (wieso kann das Tamsulosin das verbessern?).
    Aber warum das verringerte nutzbare Volumen? Wenn die Prostata nicht mehr vergrößert ist, kann sie auch nicht in den Bereich der Blase hineindrücken und Restharn bewirken. Also habe ich wohl Harndrang schon bei "halb voll"?
    Ich wollte eigentlich versuchen mir das beim Nachsorgetermin von der Strahlentherapeutin erklären zu lassen, aber die machen zur Zeit wg. Coronavirus überhaupt keine Nachsorge.
    Beim Urologen fand auch nur Blutentnahme statt, aber ich sollte vielleicht in drei Monaten wieder einen Gesprächstermin "buchen".

    Stuhlgang ist inzwischen wieder normal, so wie's auch bei Dir war, Tom.

    Die Lendenwirbelsäule schmerzt noch immer jeden Morgen. Ich habe mir gerade die MRT-Bilder angesehen: für eine Schädigung durch die Bestrahlung ist das die falsche Stelle! Auf Höhe der Prostata liegen die allerletzten Wirbel. Wie auch immer, mit der Strahlentherapie hat das wohl nicht zu tun.

    Paul

  7. #67
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    Wirbelsäule? Man hat mir mal gesagt, wenn man über 40 ist und morgens tut nicht irgend etwas weh, ist man tot...
    Zitat Zitat von Paul_aus_Berlin Beitrag anzeigen
    Das bringt mich zu der Annahme, dass auch schon ein PSA-Wert von z.B. 1,0 ng/ml ein Zeichen für mutierte Prostatazellen ist - die sind "undicht" und verlieren PSA an den Blutkreislauf, aber breiten sich noch nicht (sehr) invasiv aus. Eben eine "gutartige" Vergrößerung.
    Alternativer Erklärungsansatz für den niedrigen Wert: bei mir ist nur noch ein kleiner Teil der Prostatazellen funktionsfähig, die meisten wurden durch die Bestrahlung zerstört.
    Wohl eher die Alternative. Oder möchtest du damit eine neue Diskussion über den Sinn des PSA-Screenings einleiten? Dann ist das ein schlechter Beginn. Denn definitiv steht fest: bei 1,0 und weniger hat praktisch niemand ein PCa.

  8. #68
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    Zitat Zitat von Paul_aus_Berlin Beitrag anzeigen
    Ich staune ja, dass so niedrige Werte (z.B. 0,26 ng/ml) mit vorhandener und funktionierender Prostata möglich sind. (...)
    Paul,
    es geht noch weitaus niedriger. Bei mir PSA um die 0,06 ng/ml.
    Was meinst du mit "funktionierender" Prostata? Samenerguß geht noch? Eher nicht. Oder?
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  9. #69
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    ... Denn definitiv steht fest: bei 1,0 und weniger hat praktisch niemand ein PCa.
    Nein, das bestreite ich ja gar nicht. Ich denke nur, das was vor dem Erreichen der Definition "Krebs" passiert, sind ja auch Mutationen der Prostata-Zellen (Gleason Grad 1 bis 2), und im Fall der "gutartigen" Vergrößerung breiten sich diese auch mehr aus, als es gut wäre. Aber es gibt da noch keinen akuten Handlungsbedarf.
    Meine Annahme ist eben die, dass diese Mutationen die Ursache für das langsame Ansteigen des PSA-Wertes im Laufe des Lebens sind.
    Aber die Beweislage nur mit mir selbst als Proband ist etwas dünn...

    Zitat Zitat von hartmuth Beitrag anzeigen
    Was meinst du mit "funktionierender" Prostata? Samenerguß geht noch? Eher nicht. Oder?
    Doch, genau so hatte ich das gemeint. Samenerguss funktioniert noch wie zuvor. Ich habe sogar, weil ich Zweifel hatte, ob ich mich täusche noch mal die Flüssigkeitsmenge ermittelt. Das sind ca. 6 g = 6 ml. Vor einem halben Jahr hatte ich das schon mal gemessen, und war ebenfalls auf 6 g gekommen. Laut diesem Artikel
    https://de.wikipedia.org/wiki/Samenerguss
    in dem es heißt;
    Beim Samenerguss werden ab der Pubertät, wenn die Hoden mit der Spermienproduktion begonnen haben (Spermarche), beim Mann etwa zwei bis sechs Milliliter Sperma (Ejakulat) mit individuell oder von Ejakulation zu Ejakulation sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit ausgestoßen.[11]
    wäre das sogar relativ viel. Die Quelle für diese Information scheint aber wohl
    A. C. Kinsey et al.: Sexual Behavior in the human female. Saunders, 1953
    zu sein, nicht gerade brandaktuell.

    Wie auch immer - ich bleibe dabei:

    Meine Prostata scheint noch in normaler Weise Sekret zu erzeugen, obwohl der PSA-Wert auf 0,26 ng/ml gesunken ist.
    Die positive Deutung: es sind nach der Bestrahlung nur die gesunden Drüsenzellen übriggeblieben. Nicht nur die Krebszellen sind weg, sondern auch die wenig malignen Zellen, die relaiv viel PSA abgeben.
    Negativere Deutung: da sind noch die letzten Tröpfchen bevorratet, und in Kürze kommt da gar nix mehr.

    Letztlich ist es egal und ein Luxusproblem - wirklich freue ich mich über den stetigen PSA-Abfall, der mich hoffen lässt, dass es für Jahrzehnte (bin ja "jung" mit 54) nicht wieder steil hochgeht.

    Paul

  10. #70
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    Zitat Zitat von Paul_aus_Berlin Beitrag anzeigen
    Doch, genau so hatte ich das gemeint. Samenerguss funktioniert noch wie zuvor.
    Uff, da muß ich dann wohl meinen Wissensstand korrigieren. Bislang war ich davon ausgegangen, dass nach einer Bestrahlung der Prostata - zumal wenn der PSA anschließend auf Tiefstwert steht - die Kontraktionsfähigkeit wie auch die Fähigkeit zur Sekreterzeugung derart in Mitleidenschaft gezogen wird, dass nur noch ein trockener Orgasmus möglich ist. Mein Urologe hatte dies meiner Erinnerung nach auch entsprechend angedeutet gehabt. Bei mir jedenfalls kommt es nicht mehr zur Ejakulation.
    Frage an die Runde: Welche Funktionalitäten mögen bei mir im Gefolge meiner Bestrahlung beeinträchtigt sein? (Bewegt sich außerhalb des thread-Themas, aber vielleicht doch eine kurze Antwort möglich.)
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

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