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Thema: droht mir jetzt die Stuhlinkontinenz 2 Jahre nach der Bestrahlung

  1. #1
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    droht mir jetzt die Stuhlinkontinenz 2 Jahre nach der Bestrahlung

    Hallo zusammen,
    ich habe leider wieder mal wie schon des Öffteren seit meiner Prosatatabestrahlung ein Problem, das mir Sorgen bereitet. Mein Psa ist mit 0,22 jetzt auf einem guten Weg. Allerdings habe ich schon längere Zeit immer wieder schnelle, blutige Durchfälle und es wird immer problematischer diese auch halten zu können wenn ich nicht schnell genug eine Toilette aufsuchen kann. Ich habe das Gefühl, dass mein Schließmuskel immer schwächer wird, selbst wenn ich mich anstrenge und extrem abklemme drückt der Stuhl einfach durch, zurückhalten geht so gut wie gar nicht mehr. Ich fühle mich echt hilflos, im Sommer war ich im Enddarmzentrum Bietigheim bei einem Proktologen in der Hoffnung Hilfe zu bekommen. Leider wurde mir dort mitgeteilt, dass ich an einer Strahlenproktitis leide und man nichts dagegen machen kann, ich gehöre wohl leider zu den 3 bis 5% die durch eine Bestrahlung mit einer solchen Darmschädigung gestraft werden. Ich habe leider hier im Forum noch nichts über diese Probleme gelesen, so dass ich annehmen muss dass entweder niemand bereit ist darüber zu schreiben, oder aber ich einer der wenigen bin die damit gestraft wurden. Ich bereue es beinahe schon dass mein Krebs überhaupt entdeckt wurde, ich hatte Angst vor Urininkontinenz und habe jetzt durch die Bestrahlung wohl etwas viel schlimmeres bekommen. Ich weiß im Moment nicht was ich tun soll, an wen ich mich mit meinen Problemen wenden kann, mein Hausarzt ist überfordert, der Proktologe kann oder will nichts machen und ich denke mein Urologe ist der falsche Ansprechpartner. Ich kann es bei meinem nächsten Treffen beim Strahlenarzt zwar ansprechen, aber das wird ihn wohl auch nicht sonderlich interressieren. Es wäre toll, wenn sich jemand melden würde, der mir einen Rat geben kann, aber ich glaube eher nicht dass sich jemand findet.

  2. #2
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    Hallo Kanarenfan,
    hast du schon mal Strahlenproktitis gegoogelt? Da gibt es schon Angebote, die helfen sollen. Ich kann allerdings nicht beurteilen, was die taugen.
    Allgemein lässt sich sagen, dass Enddarmprobleme nach Bestrahlung nicht so selten sind. Manche verschwinden von selbst mit der Zeit, andere treten erst nach Jahren auf.
    Eine Proktitis ist eine Entzündung, müsste also auch auf entzündungshemmende Massnahmen ansprechen. Ich denke da auch an Lebensmittel, die entzündungshemmend sind, wie Kurkuma etc.
    Leider ist dein Profil nicht ausgefüllt, auch ein link zu myprostate fehlt. So weiss ich nicht, wie lang deine Bestrahlung schon her ist.

    Lass den Kopf nicht hängen und mach dich im Internet schlau. Wenn ein Proktologe nicht weiter weiss, heisst das noch lange nicht, dass es keine Hilfe gibt.

    Alles Gute!
    Detlef

  3. #3
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    Hallo,

    vielleicht kann dir ja Volkmar helfen! https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...2974#post72974


    Gruß Helmut




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  4. #4
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    Hallo,
    vielen Dank für eure schnellen Antworten. Meine Bestrahlung ist jetzt gut 1,5 Jahre her und ich hatte schon ab der Hälfte der Bestrahlungen Darmprobleme, allerdings konnte ich damals den Stuhl noch halten. Während es mir mittlerweile so vorkommt, dass ich immer weniger Kraft im Schließmuskel habe, ich habe vom Hausarzt Rektalschaum verschrieben bekommen der soll die Entzündung bekämpfen das selbe habe ich während der Bestrahlung auch schon bekommen. Damals hatte ich keine Probleme den Schaum anzuwenden, ich konnte den ohne Probleme im Darm behalten, jetzt schaffe ichs nicht einmal 1 Minute, kaum dass ich ihn eingeführt habe reicht es gerade noch um aufs Wc zu sitzen und dann ist alles wieder drausen. Der Proktologe hat mir vor einem halben Jahr auch schon gesagt, dass es gut möglich ist dass mein Schließmuskel durch die Bestrahlung geschädigt worden ist.
    Detlef eine Proktitis ist eine Entzündung das ist richtig, aber bei einer Strahlenproktitis ist die Darmschleimhaut durch die Bestrahlung geschädigt und das ist laut dem Proktologen nicht mit Medikamenten behandelbar, da es keine normale Entzündung ist. Er sagte er könne mir nichts verschreiben da es keine Medikamente gäbe die bei einer Strahlenproktitis wirken würden.
    Was soll ich also machen, mein Hausarzt weiss nicht wie er mir helfen kann und ich habe ja auch schon bei einem anderen Arzt eine Darmspiegelung machen lassen, Ergebnis Strahlenproktitis mit kleinem Geschwür und auch er sagte nur da kann man nichts dagegen machen. Ich bin natürlich jetzt etwas geknickt und mag auch meinen Hausarzt nicht mehr belästigen, allerdings könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht so toll ist wenn man sich an den Gedanken gewöhnen muss zum, sorry für den Ausdruck "Hosenscheisser" zu werden. Es ist mir leider schon ein paar mal passiert und einige Male hatte ich großes Glück dass es gerade noch gereicht hat. Die Hoffnung den Krebs durch die Bestrahlung erfolgreich bekämpft zu haben ist zwar noch da, aber wenn der Preis nun die Inkontinenz war weiss ich nicht ob ich mir nicht wünschen sollte dass der Krebs wieder weiter wächst.

  5. #5
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    Hallo Kanarenfan (ein Vorname wäre schon schön!)

    googele doch mal nach "Kontinenzzentrum" und "Sakralnervstimulation". Ich glaube, dass man Dir in solchen spezialisierten Kliniken eher helfen kann als Deine derzeitigen Ärzte es können.

    Ralf

  6. #6
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    Auch ich hatte nach ca. 1,5 Jahren das Vergnügen mit Blut im Stuhl!

    Bei mir wurde diese Strahlenproktitis mittels Argon-Plasma-Koagulation behandelt.

    Beim erstenmal flutsche eine Menge so groß wie der Inhalt einer Tasse raus!
    Insgesamt wurden zwei Sitzungen nötig, die Erste wurde sediert, bei der zweiten war ich bei bewußtsein und kann daher sagen ist wie die Koiloskopie, nur das dabei verödet wird (was ein leichtes Zwicken ergibt, wenn die Stelle etwas größer ist).

    Seitdem Ruhe.

    lg
    Harald
    Flüstermann alias Harald (nomen est omen)
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=733&page=graphic

  7. #7
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    Nachtrag zu meinem Beitrag oben:

    Unter http://www.kontinenz-gesellschaft.de...tren.48.0.html gibt es eine nach PLZ geordnete Suchfunktion zu Kontinenz- und Beckenbodenzentren. Es sind erstaunlich viele. Man muss aber wohl davon ausgehen, dass es nicht in jeder von ihnen Experten für den Zustand nach Radiatio der Prostata mit anschließender Stuhlinkontinenz gibt. Es kostet aber nur einen Anruf, das herauszufinden.

    Ralf

  8. #8
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    Hallo Ralf, vielen Dank für deine Info. Ich denke ich werde es bei meiner Nachsorgeuntersuchung im Januar beim Strahlenarzt mal ansprechen, da im Heilbronner Gesundbrunnen ein Kontinenzzentrum ist würde sich das ja anbieten und ich bin gespannt was er dazu sagen wird, ich denke mal er wird wieder mit den 2-5% kommen und es stand ja auch im Aufklärungsbogen. Ich hoffe ich bin nicht zu ängstlich, aber wenn man schon mehrmals in der Situation war und den Stuhl einfach nicht mehr halten kann, da kommt man sich doch sehr hilflos vor und wie peinlich so etwas ist brauche ich wohl nicht extra betonen. Bisher ist es meist bei mir zu Hause passiert, einmal auf dem Weg zur Arbeit und da habe ichs gerade nach auf die Toilette geschafft, allerdings die WC-Brille musste ich wieder putzen, die Hose blieb zum Glück sauber. Aber was, wenn mir das mal in der Stadt passiert oder es mir in der Firma nicht mehr auf die Toilette reicht?
    Das Bluten macht mir da weniger sorgen, da es manchmal nur alle 2-3 Wochen stattfindet und auch nicht sehr stark ist. Ich will nicht ständig wegen jedem Wehwehchen zum Arzt rennen, aber ich habe halt Angst, wenn ich noch ein Jahr durchziehe, dass ich dann vielleicht den Stuhl gar nicht mehr halten kann.
    Gruß, Hartmut

  9. #9
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    Hallo Hartmut,

    um mehr Sicherheit außerhalb der Wohnung zu bekommen, könntest Du nach Rücksprache mit Deinem Proktologen "Annaltampons" anwenden.
    Bei mir wurde das Rektum selbst bestrahlt und der Schließmuskel entfernt und durch ein Stoma ersetzt. Ich leide seit dem unter vollständiger Harninkontinenz, was durch die OP, aber auch auf die Schädigung der Kontinenznerven im Verlauf zwischen dem Kreuzbein (Sakrum und Sakralnervenbündel) und dem Rektum zurückzuführen ist. Auch die unmittelbare Schädigung durch Strahlentherapie in der Harnröhre ist schmerzhaft und führt gelegentlich zu Makrohämaturien.
    Dem Vorschlag von Ralf, mögliche Ursachen in diesem Bereich durch Fachleute eines Kontinenzzentrums zu eruieren, kann ich nur zustimmen.

    Herzliche Grüße und allen frohe Festtage und Gesundheit für 2019
    Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
    myProstate.eu
    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  10. #10
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    Hallo Heribert,
    vielen Dank für deine Antwort. Es war schon schwer genug für mich mit der Diagnose Prostatakrebs zurechtzukommen, aber was da an Nebenwirkungen auf zukommen würde habe ich so nicht erwartet. Irgendwie habe ich kein Glück im Leben, ich schlafe sehr schlecht und liege oft die ganze Nacht wach. Ich mag nicht immer wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen, ich bin eh schon zu oft bei Ärzten. Das Problem ist auch, dass in meinem Umkreiss von 50 km kein Proktologe zu finden ist, der bei dem ich war ist fast 70km weg und halt auch sehr überlaufen. Es gibt noch eine Möglichkeit, das Enddarmzentrum in Mannheim, die überprüfen auch die Kraft des Schließmuskels. Wenn ich nochmal zum Prokrologen gehe, denke ich werde ich mich nach Mannheim überweisen lassen, aber dort muss man für alles bezahlen was gemacht wird, aber wenn es eine Möglichkeit gibt dass ich davon geheilt werden kann dann bezahle ich auch gerne dafür.
    Schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.

    Hartmut

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