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Thema: Ciprofloxacin und Co.

  1. #1
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    Ciprofloxacin und Co.

    Trotz Warnungen werden anscheinend immer noch Fluorchinolone in Massen verordnet. Ist die Thematik dort immer noch nicht angekommen?

    Besonders lesenswert sind auch die Kommentare... Von der Prostatitis in den Rollstuhl.

    http://news.doccheck.com/de/newslett...1c7a24bb3dcd92

  2. #2
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    Ich habe das hier gefunden:
    "Fluorchinolone: Schwere und langanhaltende Nebenwirkungen im Bereich Muskeln, Gelenke und Nervensystem"
    https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risi...gsapparat.html

    Ich hab gerade nachgeguckt: Ciprofloxacin hatte ich auch als Prophylaxe bei der Biopsie bekommen. Mir sind keine Nebenwirkungen aufgefallen.
    In Kürze lasse ich mir Goldmarker implantieren - vermutlich wird man mir dort auch Ciprofloxacin verschreiben.

    Gibt es denn eine sinnvolle Alternative für diese Einsatzzwecke?
    • Gar kein Antibiotikum? Ich möchte natürlich beim Beginn der Bestrahlung möglichst wenig "Rest-Prostatitis" vom Einsetzen der Goldmarker haben. Ohne Antibiotikum dauert das vermutlich zumindest länger.
    • Anderes Antibiotikum?
    • Einstichstellen im Rektum desinfizieren?
    • Einlauf mit Desinfektionsmittel...?

  3. #3
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    Hallo,

    als alternatives Breitbandantibiotika gilt Fosfomycin. Aber glaube nicht, dass davon weniger oder seltener Nebenwirkungen zu erwarten sind.
    Scheidenentzündung, Mangel an weißen Blutkörperchen, Überschuss an Blutplättchen, nervliche Missempfindungen in Armen und Beinen, Durchfall, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Leber-Enzym-Werterhöhung
    Bei einer Kurzzeitantibiose sehe ich die Nebenwirkungen von Fluorchinolone als sehr gering an, wenn es bislang immer gut vertragen wurde.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
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    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  4. #4
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    Die Goldmarker können auch perineal implantiert werden, dann kann eine Antibiose vermieden werden:
    https://docplayer.org/24351999-Impla...-prostata.html

    Desinfektion, Einlauf, ... , wenn es so einfach wäre.

    Sonst wäre Fosfomycin ein Ersatz:
    https://link.springer.com/article/10...092-017-1416-7
    01_Januar_2017.pdf

  5. #5
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    perineal -> keine Antibiotikum nötig?

    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Die Goldmarker können auch perineal implantiert werden, dann kann eine Antibiose vermieden werden:
    https://docplayer.org/24351999-Impla...-prostata.html
    Ich war inzwischen zur Goldmarker-Vorbesprechung, und habe mich gefreut, dass bei mir die Goldmarker perineal eingesetzt werden sollen. Prima, dachte ich mir, kein Antibiotikum nötig. Jetzt bekam ich aber per Post doch ein Rezept für Ciprofloxacin als Prophylaxe. Ich hab den obigen Link nochmal genauer gelesen, und da steht:
    Wie sollen die Goldmarker implantiert werden?
    914 Pat. 2x500mg Ciprofloxacin für 3 Tage
    402 Pat. ( ) transrektal ohne Anästhesie 2 Pat. mit Grad 3 Toxizität (2xUrosepsis)
    512 Pat. ( ) perineal unter Verwendung einer Matrize, subcutan Lidocain keine Toxizität
    Das liest sich, als hätten auch die perinealen Patienten das Antibiotikum bekommen. Oder war das in diesem Fall nur, um Vergleichbarkeit herzustellen?
    Soll das bei mir eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sein? Besteht auch durch den Beckenboden ein ernstzunehmendes Risiko eine Prostatitis zu verursachen? Ich versuche das telefonisch zu klären, aber bin nicht sicher, ob ich die richtige Person für diese Frage ans Telefon bekomme...

    Paul

  6. #6
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    Im zitierten Vortrag haben alle Patienten Prohpylaxe erhalten. Trotzdem haben 2 bei transrektalem Zugang eine Sepsis gehabt. Dieses Risiko ist bei transperinealem Zugang deutlich geringer, insoweit könnte man auf die Prophylaxe verzichten. Belastbare Daten dazu habe ich nicht, die perineale Implantation wird erst seit ein paar Jahren eingesetzt.
    Bei meiner transperinealen Biopsie vor mehr als 2 Jahren gab es auch 3 Tage Cipro. Hier im Forum sind jedoch Berichte von transperinealen Biopsien ohne Prophylaxe. Wenn man auf die Webauftritte sieht, ist das von Klinik zu Klinik unteschiedlich. Manche wollen wohl 200% Sicherheit, es sind die Infektionen und nicht die (späten) Nebenwirkungen im Fokus.
    Paul, wenn du Cipro schon einmal genommen und vertragen hast, würde ich die 3 Tage Prophylaxe machen und nicht ein anderes Mittel nehmen.

  7. #7
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    Martin, Du bist spitze! Deine Info war schneller als der Rückruf.

    Mein Arzt macht - nach Auskunft der Mitarbeiterin - grundsätzlich die Antibiotika-Prophylaxe, auch bei Transperineal.
    Mir erscheint das unnötig, aber ich werde nicht darüber diskutieren, nachdem ich beim letzten Mal keine Probleme mit dem Ciprofloxacin hatte.

    Alles geklärt - danke Dir!

    Paul

  8. #8
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Paul, wenn du Cipro schon einmal genommen und vertragen hast, würde ich die 3 Tage Prophylaxe machen und nicht ein anderes Mittel nehmen.
    Ist leider ein Irrglaube. Gerade bei der Mehrfachgabe können die Nebenwirkungen urplötzlich, dafür verstärkt auftreten. Dies gilt insbesondere bei der gleichzeitigen Einnahme von Kortikoiden oder kortisonhaltigen Arzneimittel. Kortikoide potenzieren die Nebenwirkungen erheblich!

    Diese sind auch unabhängig von der Dauer der Einnahme. Schon ein präoperativer single shot kann heftige Nebenwirkungen erzeugen.

    Weitere Risiken sind dann noch das Alter >65 und Komorbiditäten.

    Thomas

  9. #9
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    Thomas, welche Fakten begründen deine Annahme der dosisunabhhängigen Nebenwirkungen?
    Wenn ich hier ( http://www.myquinstory.info/wp-conte...ORT_REV_11.pdf ) in Tabelle 3 nachsehe, kann ich nur eine mengen- und zeitabhängige Wirkung sehen. Zugegeben, diese Zahlen im Flox-Report sind basieren auf einer unwissenschaftlichen Stichprobe.
    Die Gruppe mit niedrigster Dosierung in der Stichprobe ist "bis 7 Tage bis 1000mg". Ciprofloxacin als Prophylaxe wird 2-3 Tage jeweils 250-500mg gegeben.

    Die Alternative Fosfomycin soll besser wirken und zumindest nicht diese Nebenwirkungen haben. Siehe auch die Quellen in meinem Beitrag https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...309#post105309

  10. #10
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    Martin, eine Abhandlung zur Gefahr der Achillessehnenruptur gibt es hier

    https://www.google.de/url?sa=t&sourc...OFnrJx-zai4e1_

    Dabei ist eindeutig von dosisunabhängig die Rede.

    Die allgemeine Beurteilung des BfArm, auch zur gleichzeitigen Kortisoneinnahme, gibt es hier

    https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risi...gsapparat.html

    Ansonsten darf man sich gerne mal das Forum Fluorchinolonveschädigter zu Gemüte führen.

    Thomas

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