Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 21

Thema: Ciprofloxacin und Co.

  1. #11
    Registriert seit
    22.02.2018
    Beiträge
    132
    Apropos Fosfomycin... hat in Deutschland meines Wissens noch keine Zulassung zur Behandlung bei Männer. Man möge mich berichtigen falls doch...

    Ansonsten eine vielversprechende Alternative.

    Thomas

  2. #12
    Registriert seit
    16.09.2017
    Ort
    Norddeutschland
    Beiträge
    38
    Da ich früher häufiger Archillensehnenprobleme hatte, kommt bei mir, auch für die in rund 12 Tagen anstehende Kontrollbiopsie, Cotrim Forte zum Einsatz. Vorsorglich wurde letzte Woche ein Analabstrich zur Klärung genommen. Es bleibt bei Cotrim Forte.

  3. #13
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    773
    Thomas, ich zitiere aus dem pdf: "Das Risiko für Sehnenschäden unter Levofloxacin ist offenbar nicht dosisabhängig, denn jeweils 6,5 bzw. 11.1% der betroffenen Patienten hatten Dosierungen von weniger bzw. mehr als der üblichen mittleren Tagesdosis von 500 mg erhalten."
    Für Levofloxacin wurden viermal mehr Sehnenschäden gemeldet als für Ciprofloxacin. Das legt NICHT nahe, von dem einen auf das Andere zu schließen, es sind schließlich verschiedene Abwandlungen des Wirkstoffes. Auch ist nicht klar, wie lange die Tagesdosen gegeben wurden. Die gleichzeitige Gabe von Steroiden hat zusätzlich das Risiko deutlich erhöht.
    Bei Cipro sollte man Steroide vermeiden und 7 Stunden nach Einnahme eine Tagesdosis Magnesium einnehmen (auch wenn Letzteres nicht studienmäßig belegt ist).

  4. #14
    Registriert seit
    22.02.2018
    Beiträge
    132
    Martin, es dreht sich im allgemeinen um die Wirkstoffgruppe der Fluorchinolone. Man kann jetzt Zahlenspiele treiben und versuchen den Wirkstoff schön zu reden, es ändert nichts an den Problemen die ganz individuell auftreten können.

    Das eigentliche Problem ist die unbekümmerte und unkritische Anwendung. Mein erster Urologe wusste nichts, oder wollte nichts von den schwerwiegenden Nebenwirkungen wissen.

    Statt einem restriktiven Umgang im Sinne des Reservepotentials der Fluorchinolone wurden diese zu einem Feld, Wald und Wiesenmedikament. Die Urologie hatte da auch seinen Beitrag dazu geleistet. Gerade bei den Biopsien wurde meistens zu schnell und voreilig gehandelt, statt die komplette Diagnostik in Betracht zu ziehen. Zur "Sicherheit" mal schnell gestanzt war doch die Devise um ein Karzinom auszuschließen, statt umgekehrt diese lediglich zum Nachweis zu nutzen. Dies setzt natürlich voraus das mit einem hohen Prozentsatz ein Karzinom auch vermutet werden kann. Allein hier gingen Massen an Fluorchinolonen über die Ladentheke. Die meisten unnötig.

    Entsprechend hoch wurden dann die Zahl der Personen die mit unerwünschten Nebenwirkungen zu kämpfen hatten.

    Thomas

  5. #15
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    773
    Zitat Zitat von Tomilein Beitrag anzeigen
    Apropos Fosfomycin... hat in Deutschland meines Wissens noch keine Zulassung zur Behandlung bei Männer. Man möge mich berichtigen falls doch...
    Harnwegsinfekte bei Männern gelten immer als kompliziert. Fosfomycin wurde nur geprüft in Bezug auf leichte Infektionen. Das Potential ist jedoch viel größer (Seite 6, "Prophylaxe"):
    Fosfomycin-im-21.-Jahrhundert-Ein-Update.pdf
    Studien haben die bessere Wirkung gegenüber Cipro bei Prostataprophylaxe belegt, was wohl vor allem an der zunehmenden Resistenz gegen Cipro liegt, aber auch an der besonderen Wirkungsweise von Fosfomycin.

    Wenn man diesem Link folgt https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risi...osfomycin.html
    erfährt man "Fosfomycin infusion is authorised for treating patients of all ages with serious infections such as osteomyelitis (infection of the bone), complicated urinary tract infections, respiratory tract infections that start in hospital,..."
    Eine Zulassungsbeschränkung liegt offenbar EU-weit nicht vor. In Deutschland sollte (falls die Zulassung wirklich eingeschränkt ist) bei Nichtverträglichkeit von Cipro oder unter Hinweis auf die Studien zur Biopsieprophylaxe ein "off label" Einatz möglich sein.

  6. #16
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    773
    Zitat Zitat von Tomilein Beitrag anzeigen
    Das eigentliche Problem ist die unbekümmerte und unkritische Anwendung. Mein erster Urologe wusste nichts, oder wollte nichts von den schwerwiegenden Nebenwirkungen wissen.
    Ja, leider machen es sich manche Ärzte einfach. Zur Ausübung eines akademischen Berufs mit Verantwortung für "Leib und Leben" gehört auch die ständige Hinterfragung, ob man alles richtig macht. Passives Konsumieren von Fortbildungen reicht nicht aus.

  7. #17
    Registriert seit
    05.12.2007
    Ort
    Westdeutschland
    Beiträge
    45
    Ich habe vor Jahren wegen einer Blasenentzündung Levofloxacin verordnet bekommen.

    Bereits nach der Einnahme von zwei Tabletten habe ich heftigste Archillessehnenschmerzen bekommen.
    Nach Recherche im Internet habe ich das Medikament sofort abgesetzt. Ich konnte kaum gehen und die Schmerzen haben eindreiviertel Jahr angehalten.

    Alles Gute für euch.

    Wolfgang

  8. #18
    Registriert seit
    22.02.2018
    Beiträge
    132
    Wolfgang,

    die Dunkelziffer von "Flox" Geschädigten schätzt man als sehr hoch, da viele nicht bei ihrem Verordner vorstellig wurden oder man die Probleme auf andere Ursachen schob.

    Wichtig ist, falls es wieder zu einer Verordnung käme wäre eine dringende Information von den beobachteten Nebenwirkungen an den Arzt notwendig. Unabhängig davon müsste auch jeder Arzt die Risiken vor einer Verordnung abklären. Insbesondere der vorherigen Einnahme von kortisonhaltigen Präparaten (auch Cremes und Salben), sowie Komorbiditäten. Bei bereits bekannten Nebenwirkungen käme der Einsatz von Medikamente der Fluorchinolongruppe nur noch im äußersten Notfall in Frage.

    In einer finnischen Untersuchung aus 2018 wird eine DNA Schädigung durch Fluorchinolone (in dem Fall Cipro) vermutet. Auch hier wird bereits von Nebenwirkungen, wenige Stunden nach der Einnahme, berichtet.

    https://www.apotheke-adhoc.de/nachri...luorchinolone/

    Unterm Strich bleibt für den Patienten nur die kritische Nachfrage oder der Frage nach Alternativen zu einer Verordnung bei seinem Arzt. Auch wir Patienten selbst müssen unsere Haltung und Position ändern. Nicht jeder Infekt benötigt ein Antibiotikum wenn dieser virale Ursachen hat. Keine Biopsie bringt Sicherheit wenn sie nicht dem Nachweis dient. Längerfristige PSA Verläufe oder vorgeschaltete mpMRT können aussagekräftiger sein als eine negative Stanzerei.

    Thomas

  9. #19
    Registriert seit
    28.01.2017
    Beiträge
    30
    Zu diesem Thema:
    Danke für die Info. Auch ich habe März 2016 Ciprofloxacin zur Behandlung einer akuten Divertrikulitis eine Woche verordnet bekommen.
    Prostatabezogen lief seit Januar 2016 eine Behandlung mit Bicalutamid, die bis März 2019 angedacht ist.
    Ich bekam damals Schmerzen im Schulterbereich - das ist heute noch (aber zum Glück geringer) der Fall.
    Ich hatte es immer auf das Bicalutamid geschoben!
    Nun gehe ich davon aus, dass es wohl durch das Ciprofloxacin verursacht worden sein könnte...
    Mit freundlichem Gruss
    Uli

  10. #20
    Registriert seit
    09.03.2016
    Ort
    Niederösterreich
    Beiträge
    31
    Hab auch nach der letzten Cipro"kur" massive Schmerzen in der Schulter gehabt, Ultraschall hat eine Entzündung ergeben, das ging recht lange - hab dann begonnen Magnesium zu nehmen (und nimm es heute noch) damit wurde es allmählich besser - kann aber nicht sagen ob es nicht auch so abgeklungen wäre.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •