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Thema: Bitte um Rat - Vater (71) Gleason score 7a

  1. #1
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    Bitte um Rat - Vater (71) Gleason score 7a

    Hallo zusammen,

    mein Vater (71) hat durch eine Prostatauntersuchung (Biopsie) erfahren, dass er in der linken Prostata 5 Positive Proben hat, insgesamt wurden 16 entnommen. Nun sind wir zeitlich natürlich überfordert. Laut dem jetzigen Urologe (arbeiten mit Krankenhaus zusammen, Operieren halt nur, KK hat schlechten Ruf, erst kürzlich erfahren) sollte umgehend die Prostata entnommen werden! Wir werden nun aber noch einen anderen Urologen als Zweitmeinung einbeziehen.

    Hier sind einige Ergebnisse bzw. Werte:

    Malitgnitätsgrad: G2
    PSA Wert: Ende Dezember 19
    Ende Januar 29
    Gleason score: 3+4= 7a
    ICD-O: M-8140/3
    LCD-10:c61
    Basalzellschichtg mit nuklear Expression von p63.
    16 Proben wurden entnommen, da von 6 Positive in der linken Prostata
    Laut Ganzkörper Skelett Szintigraphie gibt’s es keine Streuung (Metastasen).

    Mein Vater hat keine Probleme mit dem Wasser lassen oder sonstige Schmerzen.

    Ich hatte mich versucht in einige Themen einzulesen und lass halt immer das gerade bei älteren, der Krebs nicht so schnell wächst. Daher dachten wir, wir könnten Ihn noch einige Zeit beobachten. Da der PSA Wert schnell gestiegen ist, denke ich aber schon dass wir schnell handeln müssen. Da wir keine Erfahrungswerte haben, wollte ich in diesem Forum, versuchen weitre Info´s bzw. mögliche Therapien zu erfragen. Und wie schnell man nun handeln sollte. Um irgendwie ein Gefühl für die Situation zubekommen.

    Da in der Nähe auch mit Da Vinci gearbeitet wird, hat mein Vater das nun in Betracht gezogen. Dort bzw. die Urologie die mit denen zusammen arbeitet, haben wir die Tage hoffentlich einen Termin. Ein Verwandter wurde dort recht gut betreut.

    Alle Aussagen/Ergebnisse stammen bisher von einem Urologen.

    Gibt’s gute Ätzte die man irgendwie via Mail bzw. telefonisch die Befunde zukommen lassen kann um Meinungen zu bekommen?
    Für sämtliche Tipps und Info wären wir sehr dankbar. Ich hoffe man kann mit den Werten (Befund) etwa anfangen? Fehlt was Wichtiges?

    Vielen Dank

  2. #2
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    Das war wohl eine systematische Biopsie ohne vorheriges MRT? Wie ist denn der Befall der einzelnen Stanzen (Länge in mm) - wie groß ist etwa der Tumor? Wie der Anteil von Gleason 4? Ist es ein T2c?
    Das wäre alles wichtig, um zu sehen, ob PSA-Anstieg (und Wert) übereinstimmen mit dem Befund "Krebs hochwahrscheinlich auf Prostata und Samenblasen beschränkt".
    Man kann die Befunddaten hier eingeben:
    https://www.mskcc.org/nomograms/prostate/pre_op
    Anleitung dazu: Tisman_Nomogramme.pdf
    Der Befund deines Vaters läßt erwarten, daß binnen 5 Jahren nach Operation ein Rezidiv eintritt, welches weitere Behandlungen auslösen wird. Das kann lokal oder entfernt (Metastase) sein. Die alleinige Szintigraphie ist zum Ausschluß einer bereits erfolgten Streuung nicht mehr zeitgemäß. Ein PSMA PET/CT wäre besser. Es erkennt auch befallene Lymphknoten (bei der Operation werden nur einige Knoten entfernt, um sie zu untersuchen, meistens fast nur gesunde, außer es wird die umstrittene erweiterte Entfernung gemacht).

    Eine bereits erfolgte Streuung hätte therapeutische Konsequenzen. Unter Berücksichtigung des Alters und eventuelle Komorbiditäten käme dann auch eine alleinige systemische Therapie in Frage.
    Sollte sich keine Metastasierung nachweisen lassen, so wäre eine moderne Strahlentherapie bei dem Alter eine gute Alternative. Sie ist auch mittelfristig schonender. Oder andere Optionen für privat Versicherte oder Selbstzahler.

  3. #3
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    Zitat Zitat von hansi2019 Beitrag anzeigen
    ... Ich hoffe man kann mit den Werten (Befund) etwa anfangen? Fehlt was Wichtiges?
    Hallo Hansi,
    die vorhandene Messreihe zu den PSA-Werten wäre noch wichtig, um über die Anstiegsgeschwindigkeit eine bessere Einschätzung der Tumoraggressität zu erhalten. Dies könnte ein Kriterium sein, das bei der Entscheidung für die Therapie eine Rolle spielt.

    Leitliniengerecht sind bei deinem Vater nach vorliegenden Daten zunächst einmal als gleichwertige Möglichkeiten die Operation und die Bestrahlung. - eine Active Surveillance scheidet aus.

    Eine Zweitmeinung würde ich mir in einem zertifizierten Prostatakrebs-Zentrum einholen und sollte sich dein Vater für eine DaVinci-OP entscheiden, dann nur dort durchführen lassen, wo ein entsprechend guter Erfahrungshintergrund mit dieser Methode vorliegt (viele OP's).

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  4. #4
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    Hallo Hansi,

    ich würde Dir empfehlen, einmal bei der Beratungshotline des BPS anzurufen (0800/70 80 123, siehe auch hier). Der Berater wird sich alle erforderliche Zeit nehmen, um Deine Fragen ausführlich zu beantworten.

    Ralf

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