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Thema: Einschätzung Krankheitsverlauf und Entfernung Prostata

  1. #21
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    Hallo zusammen,

    die Diskussion um PSMA in Kombination mit Hormontherapie habe ich soweit verstanden. Georg zitiert :"Preclinical data indicate that PSMA expression is increased in castration-resistant prostate cancer and under ADT".

    Dieser Satz könnte doch auch heißen, daß sowohl eine Hormontherapie, als auch ein kastrationsresistenter Tumor vorliegen muss, damit die Hormontherapie einen positiven Einfluss auf das PSMA hat. Ob der Tumor kastrationsresistent ist, weiß man aber ja noch gar nicht, korrekt?

  2. #22
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    Den Satz verstehe ich so: die PSMA Expression kann durch zwei Gründe erhöht sein: bei Kastrationsresistenz oder durch Hormontherapie. Das sind vorklinische Untersuchungen, die dies zeigen. Also nicht am Menschen. Aber einige Patienten hier im Forum und auch Ärzte halten dies auf Grund eigener Beobachtungen für sehr wahrscheinlich.

    Noch ein Zitat aus dem dritten Link (Afshar-Oromieh), den ich angegeben hatte. Darin wird erwähnt, dass die PSMA Expression auch bei nicht-resistenten Zellen erhöht ist:
    "It is known from preclinical experiments that short-term ADT can quantitatively increase PSMA expression in castration-sensitive PC cells [11, 12]. This effect was shown with analogues of the luteinizing hormonereleasing hormone (LHRH) as well as with antiandrogen agents such as bicalutamide and enzalutamide. In addition, Hope et al. demonstrated in one patient, that PSMA ligand uptake in PC lesions significantly increased within 4 weeks of ADT with bicalutamide [13]."

    Der darin erwähnte Hope et al. berichtet von dem Fall eines Patienten.

    Georg

  3. #23
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    Hallo zusammen,
    nach allem was ich jetzt rund um die Diskussion über den Einfluss der Hormonunterdrückung/-blockade auf das Ergebnis der PSMA-Diagnostik mitgekriegt habe, scheinen die Erkenntnisse darüber doch noch ziemlich lückenhaft zu sein. Es stellen sich zahlreiche ungeklärte Fragen:

    Gibt es Unterschiede in der Sensitivität der Bildgebung zwischen hormonsensiblen und kastrationsresisten Tumorzellen unter ADT/AHT?

    Gibt es tatsächlich eine Hyperexpression von PSMA zu Beginn einer Hormontherapie und wie lange hält dieser Effekt an?

    Hat eine Langzeit-ADT/AHT negative Auswirkungen auf die Sensitivität der PSMA-Diagnostik?

    Nehmen die verschiedenen Wirkstoffe, die bei einer Hormontherapie eingesetzt werden (GnRH-Analoga, GnRH-Antagonisten, Biclutamid, Abirateron, Enzalutamid,...) oder abseits der Hormontherapie auch die eingesetzten Chemotherapeutika einen unterschiedlichen Einfluss auf die PSMA-Expression? Falls ja, welches der Medikamente erzielt ggfs. die beste Dedektionsrate bzw. die höchste PSMA-Expression und wann ist der optimale Zeitpunkt für die Bildgebung bzw. auch umgekehrt, wann sind die Voraussetzungen für eine PSMA-PET/CT unter Hormontherapie/Chemo besonders ungünstig (abgesehen von einem niederen PSA-Spiegel)?

    Der aktuelle Wissensstand hierzu beruht auf Studien mit jeweils relativ kleinen Kohorten von untersuchten Fällen.
    Zum Teil bezieht man die Erkenntnisse auch aus In-vitro-Versuchen - was immer kritisch hinterfragt werden sollte.

    Es sind also noch viele Fragen offen und insofern halte ich die bedenkende Reaktion eines operierenden Urologen für mehr als verständlich. Das Wissen über die Zusammenhänge von Hormontherapie und PSMA-Diagnostik beim PCa kann bei vorliegender Studienlage sicher noch nicht zu den selbstverständlichen "Basics" eines Urologen gehören.

    Roland
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  4. #24
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    Hallo Roland,

    danke für deine Ausführungen. Aber sollte man mit einer Hormontherapie nicht so schnell wie möglich beginnen anstatt als erstes auf einen PSMA Termin zu warten? Die positiven Effekte einer schnell beginnenden Hormontherapie überwiegen doch bestimmt die eventuellen Nachteile einer schlechteren PSMA Bildgebung oder nicht?

  5. #25
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    Zitat Zitat von TU6491 Beitrag anzeigen
    ... Nun meinte der Professor, dass die jetzt angefangene Hormontherapie das PSMA beeinflussen könnte ...
    Hallo TU,
    hatte es so verstanden, dass dein Verwandter eh schon mit der Hormontherapie begonnen hat.
    Falls nicht, wäre es nach vorliegenden Erkenntnissen sehr wahrscheinlich von Vorteil damit anzufangen. Zu Beginn der Hormontherapie scheint es ja zu einer höheren Expression des PSMA an den Tumorzellen zu kommen, folglich detektiert das PSMA-PET/CT besser als ohne Hormonentzug. Somit gäbe es keine Nachteile, sondern nur Vorteile.

    Roland
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  6. #26
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    Zitat Zitat von rolando Beitrag anzeigen
    ...
    Es sind also noch viele Fragen offen und insofern halte ich die bedenkende Reaktion eines operierenden Urologen für mehr als verständlich. Das Wissen über die Zusammenhänge von Hormontherapie und PSMA-Diagnostik beim PCa kann bei vorliegender Studienlage sicher noch nicht zu den selbstverständlichen "Basics" eines Urologen gehören.
    Keine der von dir zitierten offenen Fragen trifft auf den hier im Thread behandelten Fall zu. Das sollte auch dem Prof. klar gewesen sein. Natürlich erwarte ich nicht, dass jeder alles weiß. Aber in diesem Fall Bedenken zu äußern statt ehrlicherweise zu sagen "Das muss ich mir genauer ansehen, ich weiß das jetzt nicht" ist eine typische Chef-(Arzt-)Reaktion, aus eigentlich vergangenen Zeiten der "Halbgötter in weiß". Der Patient wird dadurch nur verunsichert.

  7. #27
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Natürlich erwarte ich nicht, dass jeder alles weiß. Aber in diesem Fall Bedenken zu äußern statt ehrlicherweise zu sagen "Das muss ich mir genauer ansehen, ich weiß das jetzt nicht" ist eine typische Chef-(Arzt-)Reaktion, aus eigentlich vergangenen Zeiten der "Halbgötter in weiß". Der Patient wird dadurch nur verunsichert.
    Martin,
    wie sich der Prof. gegenüber dem Patienten nun wortwörtlich ausgedrückt hat entzieht sich meiner und auch deiner Kenntnis. Nach TUs Aussage befürwortet der Arzt die PSMA-Diagnostik, war sich aber unsicher darüber, welchen Einfluss dabei eine neu begonnene Hormontherapie hat und verweist den Fall deshalb ans Tumorboard. Damit gibt er ja seine Wissenslücke und die weitere Abklärungsbedürftigkeit zu. Ob man das Handeln des Prof. jetzt als 'Bedenken' bezeichnet oder es 'ich muss mich erst darüber schlau machen' nennt, ist Haarspalterei.

    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Keine der von dir zitierten offenen Fragen trifft auf den hier im Thread behandelten Fall zu. Das sollte auch dem Prof. klar gewesen sein.
    Das sehe ich nicht so. Offen ist für den in diesem Thread diskutierten Fall schon mal die Fragestellung, ob und wie unterschiedlich sich verschiedene neu begonnene Hormontherapien (Antiandrogene/ GnRH-Agonisten/GnRH-Antagonisten) auf die PSMA-Expression und damit auch auf die Detektionsrate im PET/CT auswirken.
    Außerdem könnte auch die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für die PSMA-Bildgebung für dievorliegende Situation eine Rolle spielen.

    Und nochmals: ein operierender Urologe muss die noch offenen Fragen zu den Auswirkungen von Hormontherapien auf die PSMA-Bildgebung nicht unbedingt kennen, zumal die Studienlage hierzu bislang sehr dünn ist.

    Roland
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  8. #28
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    Zitat Zitat von TU6491 Beitrag anzeigen
    Nun meinte der Professor, dass die jetzt angefangene Hormontherapie das PSMA beeinflussen könnte
    Es ist ja vielleicht tatsächlich so, dass der Professor wusste, dass die PSMA Bildgebung und damit
    die Detektionsrate positiv beeinflusst wird nach Start der Hormontherapie. Der optimale Zeitpunkt, 1 Woche, 2 Wochen, 4 Wochen nach Start
    der ADT wurde/wird in folgender klinischen Studie untersucht.

    https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03313726

    Eigentlich müsste diese schon fertig sein und Resultate längst vorliegen, aber wo? Hat jemand Kenntnis davon ?

    Tritus

  9. #29
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    siehe Fortsetzung über das Thema "Einfluss einer ADT auf PSMA PET Diagnostik" unter:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...T-auf-PSMA-PET

  10. #30
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    Hallo Zusammen,

    der Professor hat sich heute mit dem behandelnden Urologen abgestimmt ohne den Fall am Mittwoch dem Board vorzulegen. Einstimmig kamen sie zu dem Entschluss, dass jetzt erst die Hormontherapie begonnen wird (hat ja keiner angezweifelt) und nach 6 Wochen der PSA Wert gemessen wird. Erst wenn dann der PSA-Wert weiter hoch bleibt, soll ein PSMA angeordnet werden. Begründung: Eine möglicherweise sehr kostenintensive Untersuchung für den Patienten wie das PSMA erst dann zu veranlassen, wenn die Hormontherapie nicht anschlägt. Halte ich persönlich für eine schwache Begründung und lässt mich weiter skeptisch bleiben. Die 6 Wochen sind doch verschenkte Zeit, wenn in der Zwischenzeit (mal abgesehen von der Kontroverse um den richtigen Zeitpunkt einer PSMA bei Hormonblockade) auf ggf. metastasiertes Gewebe durch die PSMA hingewiesen werden kann und so andere/weitere Behandlungsmethoden eingeleitet werden können. So zum Beispiel weitere Bestrahlungen oder eine Kombination aus Blockade und Chemotherapie. Sehe ich das richtig?

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