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Thema: 3 Monate "danach"--Zweifel an Entscheidung für OP

  1. #1
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    3 Monate "danach"--Zweifel an Entscheidung für OP

    Hallo zusammen und vielen Dank für die Aufnahme hier im Forum.

    Eigentlich wollte ich diese "unglaubliche Geschichte" hinter mich lassen und nicht weiter drüber nachdenken, doch irgendwie kommen mir Zweifel, ob ich mich seinerzeit für die richtige Behandlung entschieden hab, was mir im Moment psychisch schon ein wenig zu schaffen macht...mehr als ich es mir vor dem Eingriff eingestehen wollte.....doch von vorn...

    Meine Geschichte beginnt letztes Jahr (2018 im Herbst) mit 55.
    Wie jedes Jahr ging ich zu meinem Hausarzt..PSA und Tastuntersuchung
    2017---PSA 1,4--Tastuntersuchung OK
    2018---PSA 2,8--Tastuntersuchung--AUFFÄLLIG (Hausaurzt schickt mich zum Urologen)

    Beim Urologen:
    Tastuntersuchung auffällig
    Ultraschall---DA IST WAS--Urologe: "Das gefällt mir nicht--sehen Sie diesen dunklen Fleck? Das müssen wir genauer untersuchen. Kommen Sie in 2 Tagen zur Biopsie"

    Zum ersten Mal machte sich das böse Wort "Krebs" in mir breit. Bis dahin war ich aber zuversichtlich

    2 Tage später--Biopsie--Proben sollten wir sofort zur Post bringen und direkt nach dem WE zur Besprechung---ein mulmiges Gefühl machte sich breit (warum so eilig?)

    Die Besprechung: Urologe erklärt mir die Gleason Skala und ich läge von 2-10 auf einer 7, was auf einen sehr aggressiven Tumor hindeutet, der am besten schnellstmöglich raus muss.
    Die Histologische Diagnose lautete:
    Prostata Ca- GL 4+3 (4/12 Stanzen) max Tumorausdehnung 70%

    Das war die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht war, das der Tumor zu 99% nicht gestreut hat und ich nach einer RPE wieder eine normale Lebenserwartung hätte.
    Bestrahlen und beobachten könne man machen, wäre aber bei dieser Art von Tumor nicht zu empfehlen, sagte der Urologe.

    Ab da an hab ich nur noch funktioniert, nicht weiter drüber nachgedacht und wollte nur noch die "schnelle Lösung des Problems"
    Blinddarm und Galle waren auch schon mal mein Problem, sind entfernt worden und danach ging es eben munter weiter. Und genauso versuchte ich dieses Problem anzugehen
    Die Folgen einer OP waren uns (meiner Frau und mir) erstmal egal...Hauptsache der Krebs ist raus aus dem Körper.

    2 Wochen später dann RPE in BS mit einseitiger Nervenschonung
    Alles super gelaufen. Nach 5 Tagen raus aus dem KHS, nach 12 Tagen Katheder entfernt und das postoperative histologische Ergebnis bekommen:

    Prostatekomiepräparat war mit einem 10% rechts und 40% links Ca befallen , alles andere Tumorfrei
    Kategorie: pT2c, pN0(0/7), L0, V0, R0 GL 3+3, Epstein 1


    Wahnsinnige Erleichterung. Tumor hat nicht gestreut, alles konnte entfernt werden, keine weitere Medikation nötig ...Nur vierteljähl. PSA Kontrolle

    Dann ab zur Reha.......


    Heutiger Stand:
    Ich bin so gut wie trocken, gehe wieder arbeiten fühle mich körperlich fit, mache wieder Sport...ausser der Sex klappt noch nicht so wie gewollt

    Urologe betont immer wieder was für ein wahnsinniges Glück ich doch hatte. Wäre ich nr ein halbes Jahr später zur Vorsorge gegangen, hätte es schlimmer ausgesehen


    Also im Prinzip müsste ich jetzt (12 Wochen nach OP) doch eigentlich mit dem bisherigen Gesamtergebnis (Krebsfrei und körperlich wieder zu 95% fit) zufrieden sein.

    Mein Plan war es daher auch, mich nach der OP gar nicht mehr mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen...sondern einfach nur nach vorn gucken, Mund abwischen, weiterleben..

    Doch so einfach scheint es wohl doch nicht.

    Oft denke ich darüber nach, wäre Beobachten vllt nicht doch erstmal besser gewesen, als gleich zu operieren? Denn unter meiner derzeitig noch vorhandenen Impotenz leide ich schon ein wenig.
    Wir hatten vorher ein sehr reges Sexualleben und nu?...
    meine Frau macht mir keinen Druck..das bin ich eher selber..bin halt sehr ungeduldig und hab im Hinterkopf die Angst, das ER nie wieder steht.

    Und dann hat die Postoperative Histologie einen GL von 3+3 ausgespuckt. Und bei allem was ich jetzt im Nachhinein so gelesen hab, kann man bei 3+3 nochmal abwarten und beobachten.

    Daher meine Frage an die Runde:

    War meine Entscheidung zur OP zu Verfrüht und falsch? Hab ich mich zu sehr von den Ärtzen lenken lassen ohne kritisch zu hinterfragen (dazu hate ich damals vllt auch nicht dne Kopf, weil ich nur Lösungen wollte)

    Vielen Dank an Euch für`s lesen und antworten

    LG
    Berema

  2. #2
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    Moin...

    DU HAST ABSOLUT ALLES RICHTIG GEMACHT !!!!!

    Ich habe dir eine private Nachricht geschickt; schau´da mal rein !

    LG

  3. #3
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    Hallo,

    jetzt habe ich einen langen Beitrag geschrieben und beim "Antworten" kam, dass ich keine Berechtigung dazu hätte und die Seite neu laden solle.
    Zwischenzeitlich hatte allerdings ein weiterer Fori geantwortet.
    KOMISCH!!!

  4. #4
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    Zitat Zitat von Wolfram Beitrag anzeigen
    Hallo,

    jetzt habe ich einen langen Beitrag geschrieben und beim "Antworten" kam, dass ich keine Berechtigung dazu hätte und die Seite neu laden solle.
    Zwischenzeitlich hatte allerdings ein weiterer Fori geantwortet.
    KOMISCH!!!
    dann schick ihn mir doch bitte als PN...mich würde Dein Bericht auch sehr interessieren

  5. #5
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    Hallo Berema,

    diese Zweifel hat wohl jeder von uns, der sich hat operieren lassen. Allerdings finde ich, dass Du nichts falsch gemacht hast. Bei dem Ergebnis der Biopsie (GS 4+3) war die RPE absolut folgerichtig und (außer durch Bestrahlung) nicht zu umgehen. Allerdings wundert mich die Histologie nach RPE doch sehr! Ich persönlich würde (nur um für mich Klarheit zu haben und ohne therapeutische Notwendigkeit), das Präparat durch meinen Urologen zu einem Referenzpathologen schicken lassen. Habe ich für mich auch so gemacht, nachdem der ursprüngliche Pathologe nach RPE keinen GS festgestellt hat (wegen Vorbehandlung mit Bicalutamid?).
    im Übrigen wäre nach der Leitlinie ein Abwarten auch beim histologischen Ergebnis nach RPE nicht möglich gewesen!

    Viele Grüße

    Achim

  6. #6
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    Hallo Berema,
    Zitat Zitat von Berema Beitrag anzeigen
    Und bei allem was ich jetzt im Nachhinein so gelesen hab, kann man bei 3+3 nochmal abwarten und beobachten.
    das stimmt so nicht. Mehrere Kriterien müssen erfüllt sein, um sich auf die "Active Surveillance" einzulassen:


    • PSA-Wert nicht höher als 10 ng/ml — erfüllt
    • Gleason Score nicht höher als 3 + 3 = 6 — bei der Diagnose nicht erfüllt, da hieß es 4 + 3 = 7b
    • Anzahl positiver Stanzen nicht mehr als zwei von 10 bis 12, mit je nicht mehr als 50 % Befall — nicht erfüllt, es waren vier von zwölf
    • Tumorstadien cT1 und cT2a — nicht erfüllt, Du hast tatsächlich einen pT2c.


    Fazit: Du wärst kein Kandidat für die Active Surveillance gewesen, Du hast alles richtig gemacht. Die Gleason-Befundung geschieht nicht aufgrund irgendeiner Präzisionsmessung sondern ist die subjektive Einschätzung des jeweiligen Pathologen. Es ist nicht selten, dass zwei Pathologen zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen, allerdings ist ein Upgrading – ein Höherstufen des Gleason Scores nach OP – viel häufiger als ein Downgrading – das Herunterstufen. Dein Krebs ist offenbar ein Grenzfall.

    Ralf

  7. #7
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    Zitat Zitat von Berema Beitrag anzeigen
    dann schick ihn mir doch bitte als PN...mich würde Dein Bericht auch sehr interessieren
    Hallo Berema,

    ich werde den Beitrag in den nächsten Tagen nochmals erstellen, dann allerdings mit Word, damit er nich nochmal verloren geht. Anschließend kopiere ich ihn hier ein. Das kann nun allerdings ein paar Tage dauern.

    Gruß
    Wolfram

  8. #8
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    Zitat Zitat von Wolfram Beitrag anzeigen
    Hallo Berema,

    ich werde den Beitrag in den nächsten Tagen nochmals erstellen, dann allerdings mit Word, damit er nich nochmal verloren geht. Anschließend kopiere ich ihn hier ein. Das kann nun allerdings ein paar Tage dauern.
    Bitte bedenken, der Forumeditor kann die Formatierung von Word nicht umsetzen, deshalb einen normalen Texteditor zum Vorschreiben eines Beitrags verwenden. Dann erst nach dem Einfügen in den Forumeditor den Text formatieren.

    Gruß Heribert

    Vollständige PK-Historie seit 2005 bei
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    Menschen sind Engel mit nur einem Flügel.
    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  9. #9
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    Danke Heribert!
    RalfDM hat mich bereits darauf hingewiesen.

    Gruß
    Wolfram

  10. #10
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    Zitat Zitat von Berema Beitrag anzeigen
    Die gute Nachricht war, das der Tumor zu 99% nicht gestreut hat und ich nach einer RPE wieder eine normale Lebenserwartung hätte.
    Was auch immer da vom Urologen gesagt wurde: so wie zitiert ist es unklar oder falsch. Ging es nur um (Fern-)Metastasen? Die dürften wohl nur in 1% der Fälle mit 7b und PSA<5 zu dem Zeitpunkt der Erstbiopsie nachweisbar sein. Lymphknoten, Samenblasen und Kapseldurchbruch sind allerdings wesentlich wahrscheinlicher, dazu nimmt man dieses Nomogramm:
    https://www.mskcc.org/nomograms/prostate/pre_op
    Danach wäre das PCa auf die Prostata in 52% der Fälle beschränkt, von den anderen 48% (das sind die gestreuten Fälle) werden die Hälfte lange Zeit kein Rezidiv haben.
    Zitat Zitat von Berema Beitrag anzeigen
    Blinddarm und Galle waren auch schon mal mein Problem, sind entfernt worden und danach ging es eben munter weiter. Und genauso versuchte ich dieses Problem anzugehen
    Die Folgen einer OP waren uns (meiner Frau und mir) erstmal egal...Hauptsache der Krebs ist raus aus dem Körper.
    Nach Betrachtung der oben genannten Zahlen hätte man gesagt: die Prostata ist raus aus dem Körper, nicht unbedingt der Krebs. Nimmt man den Befund nach der Operation, so gilt das Nomogramm hier:
    https://www.mskcc.org/nomograms/prostate/post_op
    4% erleiden binnen 10 Jahren ein Rezidiv. Das ist bei Blinddarm oder Galle nicht zu erwarten.

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