Seite 7 von 7 ErsteErste ... 567
Ergebnis 61 bis 69 von 69

Thema: mein Ehemann ist erkrankt Fragen!

  1. #61
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    2.960
    Christel,

    damals wäre die einzige leitliniengerechte Option nach Versagen der Hormontherapie eine Chemotherapie gewesen. Diese hätte aber nur eine begrenzte Wirkung gehabt. Ansonsten gab es off-label Ketoconazol, damals statt Abirateron eingesetzt. Das war aber wohl nicht leitliniengerecht. Man wird aus der Akte erfahren, warum keine Chemo eingesetzt wurde. Ob man damit viel anfangen kann, weiß ich nicht.

    @Martin: ob die Klinik bereit ist ihre Prozesse zu verbessern, da habe ich meine Zweifel. Man lässt sich ja auch nicht nach ISO 9000 zertifizieren, was für ein Krankenhaus sicher eine gute Sache wäre. Dann würde man ständig die Prozesse verbessern.

    Georg

  2. #62
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    998
    Georg, das ist ein inzwischen privatisiertes Krankenhaus der Maximalversorgung, das auch Ärzte ausbildet ("Lehrkrankenhaus"): einerseits werden die genug Druck haben, Standards einzuhalten, andererseits auch genug Druck zu sparen.
    Aus Patientensicht ist aber nicht die Klinik die Beste, die eine bestimmte Methode 99,99% fehlerfrei ausführt, sondern die, die die für den jeweiligen Patienten beste Methode anwendet. Dass sie das dann auch möglichst perfekt machen sollte, versteht sich eigentlich von selbst.

    Zertifizierungen sind so eine Sache. Bei ISO 9000 definiert ja die Klinik selbst ihre Prozesse und es wird nur die formale Korrektkeit und die Compliance zertifiziert. Ob dann immer zur Operation oder immer zur Bestrahlung geraten wird, bleibt außen vor. Und wenn das strukturell nicht abgefangen wird, verbringt das hochqualifizierte Personal zuviel Zeit, die Fragebögen und Statistiken auszufüllen.
    Ich habe mir vor längerem den Spaß gemacht, die Zertifizierungsvoraussetzungen für die "zertifizierten Prostatakrebszentren" herunterzuladen. Das ist so ein Wunschkatalog, man fragt sich, wann die eigentlich noch behandeln wollen. Natürlich ist es schön, wenn Selbsthilfegruppen in die Prozesse integriert sind und dafür Ärzte abgestellt werden, aber letztlich müssen dann im Alltag Prioritäten gesetzt werden. Das Zertifikat droht dann zum Marketinginstrument zu werden.

  3. #63
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    2.960
    Martin,

    ich meinte Krankenhäuser allgemein und hatte an keine bestimmte Klinik gedacht. Mit ISO 9000 kann man auch den Prozess definieren, dass der Patient "richtig" beraten wird. Was immer die Klinik für richtig hält, sie wird sich aber keinen Unsinn als Vorgabe machen.
    Ich dachte aber eher daran, dass keine Medikamente verwechselt werden, der Patient nicht drei Stunden auf eine Beratung warten muss, die Notaufnahme die Patienten sofort behandelt und nicht im Warteraum fast sterben lässt, Krankenhauskeime bekämpft werden, die Ärzte geregelte Arbeitszeiten haben, Vertretungsregelungen funktionieren usw. usw. Das ließe sich mit ISO 9000 durchaus verbessern. Man beschreibt die Prozesse wie sie eigentlich funktionieren sollen und kontrolliert ob sie dann auch so ablaufen. Wenn nicht, klärt man warum nicht und verbessert die Situation.

    Georg

  4. #64
    Registriert seit
    28.01.2019
    Beiträge
    44
    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Christel,

    damals wäre die einzige leitliniengerechte Option nach Versagen der Hormontherapie eine Chemotherapie gewesen. Diese hätte aber nur eine begrenzte Wirkung gehabt. Ansonsten gab es off-label Ketoconazol, damals statt Abirateron eingesetzt. Das war aber wohl nicht leitliniengerecht. Man wird aus der Akte erfahren, warum keine Chemo eingesetzt wurde. Ob man damit viel anfangen kann, weiß ich nicht.

    Georg
    Es war ja so, dass gar nichts bei meinem Vater unternommen wurde. Ich hatte mich während der Krankheit und nach dem Tod meines Vaters regelmäßig mit meinem damaligen Schulleiter ausgetauscht, der ebenfalls im gleichen KH von den gleichen Ärzten behandelt wurde -mittlerweile aber leider auch an PCa verstorben ist-und mich schon damals gewundert, weil bei meinem Schulleiter immer wieder neue Behandlungen durchgeführt wurden, u.a. auch eine Strahlentherapie mit Seeds....und gleichzeitig bei meinem Vater nichts unternommen wurde. Wenn ich ihn auf den hohen PSA angesprochen und ihn gefragt hatte, was die Ärzte in der Klinik dazu meinten, war die Antwort immer, das sei normal und kein Grund zur Besorgnis, das hinge mit seinen Nierenwerten zusammen.


    Danke Martin auch dir für die Infos, ich werde höflich und nett anfragen, ob ich eine Chance auf die Herausgabe der Unterlagen habe, den neu gestalteten Paragraphen 630g natürlich schon auch erwähnen....... sollten sie in der Klinik wirklich ganz stur sein, so werde ich nicht mehr weiter insistieren, will mich ja nicht unbedingt bei den Ärzten, die ja auch meinen Mann behandeln, unbeliebt machen.:-)

  5. #65
    Registriert seit
    25.05.2019
    Beiträge
    34
    Zitat Zitat von Espera Beitrag anzeigen
    kann mir nur der frühere Hausarzt beantworten, der mich gar nicht kennt und sich auch sicher etwas wundern würde, wenn ich erst jetzt nach 6 Jahren bei ihm aufwarten würde...... außerdem darf er mir auch aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht gar keine Auskunft geben.
    Liebe Christel,
    versuch es doch einfach mal im Guten. Ruf den Hausarzt an und bitte um eine Gespräch. Sag ihm einfach, dass Du durch die Krankheit deines Mannes jetzt plötzlich soviele Fragen in Bezug auf deinen Vater hast und das dich das nicht in Ruhe läßt.

    Vielleicht hat dein Vater ja weiterer Behandlungen abgelehnt und vielleicht steht genau das in den Unterlagen des Hausarztes. Mehr als "Nein" sagen kann er doch nicht und ein Telefonat kostet heute doch nix mehr. 50 KM Entfernung ist doch auch nicht viel.

    Die Ärzte meiner Eltern haben beide auf die Schweigepflicht verzichtet und mir Auskunft gegeben.

    Liebe Grüße und Danke für deine Wünsche
    Sternennacht

  6. #66
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    998
    Zitat Zitat von Espera Beitrag anzeigen
    .... sollten sie in der Klinik wirklich ganz stur sein, so werde ich nicht mehr weiter insistieren, will mich ja nicht unbedingt bei den Ärzten, die ja auch meinen Mann behandeln, unbeliebt machen.:-)
    Die Ärzte lieben Patienten, die keinen Ärger machen, und das ist ja auch verständlich. Besonders kümmern wird man sich allerdings eher um diejenigen, die sich bemerkbar machen in begründeten Fällen. Offenbar hast du kein Vertrauen in diese Ärzte, bis nicht aufgeklärt ist, ob damals mit deinem Vater alles richtig lief. Also gibt es doch nur zwei Möglichkeiten:
    1. die Sache aufzuklären oder
    2. die Ärzte zu wechseln.
    Beides nicht zu machen wird deinem Mann nicht helfen.

  7. #67
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    998
    Zitat Zitat von Sternennacht Beitrag anzeigen
    Die Ärzte meiner Eltern haben beide auf die Schweigepflicht verzichtet und mir Auskunft gegeben.
    Die Ärzte konnten nicht verzichten, sie hätten sich damit strafbar gemacht: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__203.html
    Nur der Patient kann einwilligen, zum Beispiel mittels einer Vollmacht, die die Personen explizit benennt. Da deine Eltern wohl schon verstorben waren, waren die Ärzte gemäß 603g verpflichtet, Auskunft zu erteilen. Ansonsten kann die Einwilligung gemutmaßt werden ("der Schorsch wollte das so...", "hat er mir so gesagt..."), aber das ist natürlich ein heißes Eisen.

  8. #68
    Registriert seit
    25.05.2019
    Beiträge
    34
    Liebe Martin,

    ich hatte ursprünglich geschrieben: Die Ärzte haben auf die Schweigepflicht ges**********.

    Aber diese Formulierung erschien mir nicht angebracht, deshalb habe ich das Wort mit den Sternchen einfach ersetzt

  9. #69
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    998
    H*ly S*it !
    Ja wo kein Kläger da kein Richter, dann geht das.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •