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Thema: mein Ehemann ist erkrankt Fragen!

  1. #1
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    mein Ehemann ist erkrankt Fragen!

    Hallo zusammen,

    nachdem vor 6 Jahren mein Vater an einem Prostatakarzinom verstorben ist, hat es jetzt meinen Mann erwischt.
    Wir hatten das Glück, dass er sehr zeitnah zur Diagnose operiert werden konnte, die OP war vor einer Woche, es geht meinem Mann wirklich gut und er ist fast kontinent.
    Nun warten wir auf die abschließende Histologie und hoffen, dass es kein Upgrading von Gleason-Score und TNM geben wird.

    Mich würde nun zunächst interessieren, wann vermutlich die erste PSA-Messung erfolgen wird und ob dieser Wert schon unter der 0,1-Grenze sein sollte.

    Und noch eine weitere Frage: Mir ist nicht ganz klar, welcher Faktor für die Heranziehung der Rezidivwahrscheinlichkeit eine größere Rolle spielt, der Gleason-Score oder das TNM-Stadium. Während z.B. bei meinem Mann in der Erstdiagnose ein Gleason 7b (4+3), sowie TNM Stadium 2cPn1 diagnostiziert wurde (auf die postoperative Histologie warten wir noch), habe ich im Profil anderer User die Kombination: Gleason 7a, aber TNM 3a entdeckt......wer hat da statistisch gesehen die bessere Prognose?

  2. #2
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    Hallo Espera,
    Die erste PSA Messung erfolgt in der Regel nach 6 Wochen, und sollte dann unter die Nachweisgrenze des Testverfahrens gefallen sein (je nach Testverfahren sogar < 0.01 ng/mL, bei Anfangswert unter 10 ng/mL). Ich rechne eher konservative mit einer Halbwertszeit von 3.5 Tagen.

    Für eine weitere Prognose ist vor allem wichtig
    -der PSA-Wert nach 6 Wochen, sowie ggf. der weitere Verlauf bzw. Anstiegsgeschwindigkeit
    -der Gleason Score anhand der postoperativen Histologie
    -der R Status, R0 bedeutet, alle Ränder sind tumorfrei, R1= der Tumor konnte nicht vollständig entfernt werden

    dann spielt ein Upgrading von T2c auf T3a keine Rolle wenn alles raus ist. Ein T3b (Samenblasen befallen) würde wieder eine etwas schlechtere Prognose bedeuten unabhängig vom Gleason Score.
    Also zuviel Spekulation macht zum jetzigen Zeitpunkt noch wenig Sinn.

    Also fürs erste, scheint mal alles gut gelaufen für Deinen Mann. Melde Dich doch wieder wenn die postoperative Histologie vorliegt, dann können die Experten hier mehr dazu sagen.

    Wünsche euch weiterhin alles Gute

    Tritus

  3. #3
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    Zitat Zitat von Espera Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ...

    Und noch eine weitere Frage: Mir ist nicht ganz klar, welcher Faktor für die Heranziehung der Rezidivwahrscheinlichkeit eine größere Rolle spielt, der Gleason-Score oder das TNM-Stadium. Während z.B. bei meinem Mann in der Erstdiagnose ein Gleason 7b (4+3), sowie TNM Stadium 2cPn1 diagnostiziert wurde (auf die postoperative Histologie warten wir noch), habe ich im Profil anderer User die Kombination: Gleason 7a, aber TNM 3a entdeckt......wer hat da statistisch gesehen die bessere Prognose?
    Mit diesem Nomogramm https://www.mskcc.org/nomograms/prostate/post_op
    kannst du die verschiedenen Möglichkeiten durchspielen.

    Alles Gute für deinen Mann.
    Niko

  4. #4
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    Vielen Dank Niko und Tritus für eure Rückmeldung und Hilfe.
    Am Montag sind wir hoffentlich etwas schlauer, wenn endlich die postoperative Histologie eintrifft.

    Liebe Grüße, Christel

  5. #5
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    Noch eine Frage, Tritus, wie habe ich diesen Satz zu verstehen?
    Da wir noch bei sind, muss ich mich erst ist in die fachlichen Begriffe einarbeiten.

    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Ich rechne eher konservative mit einer Halbwertszeit von 3.5 Tagen.
    Geändert von Espera (23.02.2019 um 09:03 Uhr) Grund: Tippfehler

  6. #6
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    Hallo Christel,

    mit Halbwertszeit hat Tritus den Zeitraum gemeint, in dem sich das PSA durch Abbauprozesse auf die Hälfte reduziert.

    Ausgehend vom PSA-Wert 6,8 ng/ml deines Mannes vor der OP bedeutet dies, dass sich das PSA bei einer Halbwertszeit von 3,5 Tagen folgendermaßen reduzieren sollte (sofern kein PSA produzierendes Gewebe im Körper verblieben ist):
    3,5 Tage/3,4 ng/ml -->7 Tage/1,7 ng/ml -->10,5 Tage/0,85 ng/ml -->14 Tage/0,425 ng/ml -->.... 35 Tage/~0,01 ng/ml.

    Üblicherweise bestimmt man das PSA deshalb etwa 6 Wochen postoperativ.

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  7. #7
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    Ja genau. Diese sog. Halbwertszeit ist von Patient von Patient etwas verschieden, liegt aber in der Grössenordnung um 3 Tage rum.
    Ich rechne gerne mit 3.5 Tagen, weil man dann nach jeweils 1 Woche den vorangegangenen Wert grad geteilt durch 4 machen kann.

    Tritus

  8. #8
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    Vielen lieben Dank Rolando und Tritus für die Aufklärung.
    Ich bin echt beeindruckt über euer Fachwissen, ich muss mich da auch erst mal einarbeiten.

    Liebe Grüße, Christel

  9. #9
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    Kurzes Zwischen-Update:
    Wir warten immer noch auf den postoperativen Biopsiebefund, haben lediglich das Ergebnis vom Erstschnitt, demnach seien die Schnittränder tumorfrei, also vermutlich R0, was schon mal ein erstes Aufatmen zur Folge hat.

    Man hat uns nun gesagt, dass das abschließende Ergebnis bis zu 4 Wochen dauern könne. Vermutlich hängt es daran, dass mein Mann am 1. Februar noch in der Praxis des Urologen unmittelbar nach der Diagnose bereits eine Hormonspritze bekam. Der Professor in der Uniklinik war darüber nämlich nicht so begeistert, er sagte das könne die postoperative Biopsie erschweren, weil der Histologie deutlich mehr Aufwand habe, um zu einem aussagefähigen Ergebnis zu kommen.

    Ich hoffe natürlich, dass sich der Gleason-Score in der abschließenden Histologie nicht verschlechtert hat.
    Dazu noch eine Frage: In einer hier veröffentlichten Statistik habe ich gelesen, dass ein Gleason-Score von 7b eine Rezidivwahrscheinlichkeit von 38% mit sich bringt. Hat man denn nach Auftreten eines Rezidivs noch eine Heilungschance, also damit meine ich nicht eine rezidivfreie Zeit von mehr als 5 Jahren, sondern die theoretische Wahrscheinlichkeit 100 zu werden.

    Liebe Grüße, Christel



  10. #10
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    Hallo Christel,
    ja, auch bei einem Rezidiv nach einer OP hat man definitiv eine Heilungschance.
    Nach der OP wird der PSA-Wert regelmäßig gemessen, in den ersten 2 Jahren alle 3 Monate.
    Ein biochemisches Rezidiv liegt vor, falls der PSA-Wert bei zwei hintereinander folgenden Messungen über 0,2 liegt.
    Bei mir ist das nach 6 Jahren passiert.
    Dann wird in der Leitlinie empfohlen eine (IMRT-) Prostatalogenbestrahlung durchzuführen.
    Die Heilungschancen hängen dann vom postoperativen PSA-Steigerungsverlauf, Gleasonscore, Randstatus (R) und Lymphknotenstatus (N) sowie von weiterer Diagnostik (z.B. PSMA-PET/CT) ab.
    Vorteilhaft ist jedenfalls, wenn nur ein Lokalrezidiv vorliegt.
    Vgl. mein Profil und meinen Thread zur Prostatalogenbestrahlung.

    Viele Grüße

    Lothar

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