Seite 3 von 7 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 70

Thema: mein Ehemann ist erkrankt Fragen!

  1. #21
    Registriert seit
    21.06.2012
    Ort
    Raum Stuttgart
    Beiträge
    730
    Zitat Zitat von Espera Beitrag anzeigen
    ... er bekam "Firmagon" gespritzt, .....also sollte der PSA nach 7 Wochen doch unbeeinträchtigt bleiben...oder?

    Hallo Christel,

    bei mir wird seit 2012 Firmagon eingesetzt. Wegen Urlaubsplanung und anderer organisatorischer Probleme zur Einhaltung des
    4-wöchigen Injektions-Intervalls, habe ich direkt beim Hersteller Ferring nach der Wirkdauer der Spritze angefragt. Laut deren Aussage besitzt das Medikament einen 1-wöchigen Puffer über die deklarierte Wirksamkeit von 4 Wochen hinaus.


    Dies bedeutet, die volle Wirkung der Spritze beginnt erst nach 5 Wochen nachzulassen. Wie lange es dann noch dauert bis das Depot vollständig abgebaut ist und die Testosteronproduktion wieder anspringt bzw. sich auf Normalniveau einpendelt, weiß ich leider nicht.

    Ich denke aber, dies ist nach 7 Wochen noch nicht der Fall - damit dürfte auch ein gewisser Einfluss auf's PSA wohl noch möglich sein.


    Noch was zu Antriebsschwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperlicher Schwäche, Verlust an Muskelmasse, depressive Verstimmtheit,... in Zusammenhang mit einer Hormontherapie. Ich für mich habe festgestellt, dass es ein hohes Maß an Willensleistung und Disziplin braucht, um sich einem täglichen Sport- und Bewegungsprogramm zu unterwerfen. Nur so konnte ich die Nebenwirkungen der Behandlung einigermaßen in den Griff bekommen.

    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  2. #22
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.033
    Nach einer sechsmonatigen Therapie mit Degarelix hat es in dieser Studie im Mittel 4 Monate gedauert, bis das Testosteron (wieder) über 0,5 anstieg:
    https://www.sciencedirect.com/scienc...02283814005193
    Entsprechend dürfte der PSA-Wert mindestens bis dahin stark verfälscht werden. Die Prognosebedeutung eines postoperativen PSA-Wertes unter 0,2 ist meines Erachtens dadurch so gut wie Null, egal wann er gemessen wird, außer jemand kennt dazu anderslautende Studien. Dadurch kann eine eventuelle Salvage-Bestrahlung nach hinten verschoben werden - ob das allerdings eine Bedeutung für das Gesamtüberleben hat, wäre noch zu beweisen.

  3. #23
    Registriert seit
    28.01.2019
    Beiträge
    69
    Herzlichen Dank euch allen (Lothar, Roland und Martin) für eure wertvollen Tipps.

    Wäre es denn möglich vor der Messung des ersten PSA-Wertes zunächst den Testosteronspiegel bestimmen zu lassen und den PSA-Wert erst dann zu messen, wenn das Testosteron wieder einen Normalwert erreicht hat?

  4. #24
    Registriert seit
    18.04.2018
    Ort
    Raum Zürich
    Beiträge
    525
    Ja, bei Testosteron Hormontherapien jeder Art ist es sehr sinnvoll, den Testosteronspiegel auch zu bestimmen, nur so kann
    man feststellen, ob die Spritze auch gewirkt hat. Also in eurem konkreten Fall:

    Testosteron kleiner als 0.5 ng/mL. Spritze hat zwar gut gewirkt aber PSA Wert ist nicht geeignet für Erfolgskontrolle der OP
    Testosteron grösser als ca. 2.0 - 2.5 ng/mL: Dies wäre der Zielwert nach Abflauen der Spritzenwirkung.
    Wenn danach über längere Zeit (mehr als 3 Monate) der PSA Wert immer noch < 0.1 ng/mL bleibt ist das ein gutes prognostisches Zeichen.

    Aber: Wie auch anderswo geschrieben: Auch wenn der PSA wieder ansteigen sollte über 0.2 ng/mL, dies ist erst der Anfang weiterer erfolgreicher Therapien und Dein Mann
    kann theoretisch immer noch 100 Jahre alt werden.

    Tritus

    Nebenbei: Ganz aktuell bei mir: Habe gestern erfahren, dass mein PSA Wert jetzt nach Bestrahlung nicht einfach 0.03 ng/mL sondern gar < 0.03 ng/mL ist !!
    Was grad nochmals einen Freudensprung ausgelöst hat. Also auch ich bin zu den Optimisten übergetreten und erhoffe mir auch
    wieder ein zumindest weiteres hundelanges Leben (grad heute einen Welpen gekauft).

  5. #25
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.033
    Der "Zielwert" von größer 2,0 für Testosteron setzt voraus, dass das Testosteron vor der Behandlung mindestens ebenso hoch gewesen ist. Gibt es dazu Meßwerte? Leider schwanken die Werte auch gerne mal, selbst wenn vorschriftsgemäß morgens und nüchtern gemessen wird.

  6. #26
    Registriert seit
    28.01.2019
    Beiträge
    69
    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Ja, bei Testosteron Hormontherapien jeder Art ist es sehr sinnvoll, den Testosteronspiegel auch zu bestimmen, nur so kann
    man feststellen, ob die Spritze auch gewirkt hat.
    Gut zu wissen, das werden wir dann auf jeden Fall auch so tun.

    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Aber: Wie auch anderswo geschrieben: Auch wenn der PSA wieder ansteigen sollte über 0.2 ng/mL, dies ist erst der Anfang weiterer erfolgreicher Therapien und Dein Mann kann theoretisch immer noch 100 Jahre alt werden.
    Schön zu lesen, das entspannt ja schon mal vorerst .

    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Ganz aktuell bei mir: Habe gestern erfahren, dass mein PSA Wert jetzt nach Bestrahlung nicht einfach 0.03 ng/mL sondern gar < 0.03 ng/mL ist !!
    Was grad nochmals einen Freudensprung ausgelöst hat. Also auch ich bin zu den Optimisten übergetreten und erhoffe mir auch
    wieder ein zumindest weiteres hundelanges Leben (grad heute einen Welpen gekauft).
    Super Tritus, das freut mich sehr für dich.....und der Welpe wird sicher für viel Bewegung an der frischen Luft sorgen.

    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Der "Zielwert" von größer 2,0 für Testosteron setzt voraus, dass das Testosteron vor der Behandlung mindestens ebenso hoch gewesen ist. Gibt es dazu Meßwerte?
    Nein Martin, die gibt es leider nicht, wir hatten ja bisher nie einen Grund solche Messungen vornehmen zu lassen.

  7. #27
    Registriert seit
    28.01.2019
    Beiträge
    69
    Sooo....endlich haben wir den abschließenden Biopsiebefund.

    pT3a pN0 (0/16) MX L0 V0 Pn1 R0 Gleason 7b (4+3)
    Graduierungsgruppe (nach WHO 2016) 3

    Ich bin nicht wirklich zufrieden damit, Gleason Score von 7b hat sich Gott sei Dank gegenüber des Erstbefundes nicht verschlechtert, verschlechtert hat sich aber das Tumostadium von 2c auf 3a.....mich beunruhigt auch Pn1...... und sehr merkwürdig und irritierend finde ich den Wert MX.

    Mein Mann konnte nur kurz mit dem Urologen sprechen, dieser meinte, er sei zu unter den gegebenen Umständen zufrieden mit dem Ergebnis, wie allerdings MX zustande kommt, muss mein Mann noch klären.
    Im Internet steht, dass in der aktuellen Version des TNM-Systems der Wert MX -im Unterschied zu früher- nicht mehr verwendet wird, die Aussagen zu Fernmetastasen stützen sich meist auf die klinische Untersuchung, also tastbare Veränderungen oder auf Röntgen- CT- oder MRT Bilder....und da wurden Fernmetastasen ausgeschlossen.

  8. #28
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.033
    Der Histopathologe hat eine Prostata und Lymphknoten bekommen zur Begutachtung, insoweit kann er nichts über Fernmetastasen aussagen und sollte nur pT3a pN0 geschrieben haben, ein pMX oder cMX sollte er nicht angeben, es wäre ja auch offensichtlich ohne Bedeutung. Nach den Regeln hier https://cancerstaging.org/references...%20Staging.pdf
    wird MX nie vergeben, ebenso nicht pM0. Wenn eine verdächtige Stelle biopsiert wurde, wird im positiven Fall pM1 und im negativen Fall cM0 angegeben. cM0 schließt Metastasen nicht aus, sondern sagt nur, dass klinisch keine Anhaltspunkte vorliegen (klinisch: symptomatisch, nicht prognostisch aufgrund Risikoabschätzung). cM1 würde vergeben, wenn Bildgebung oder sonstige Untersuchungen den Verdacht auf Metastasen ergeben. Dazwischen gibt es keine Grauzone, also auch kein MX.
    Allenfalls die Klinik könnte damit andeuten, dass sie keine entsprechenden Befunde dazu hat. Dann wäre das die Angabe im abschließenden Bericht der Klinik, und dem Arzt lagen die Befunde gerade nicht vor (und er ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit, was TNM angeht).
    Trotzdem bzw. gerade deswegen sollte das angesprochen und geklärt werden.

  9. #29
    Registriert seit
    18.04.2018
    Ort
    Raum Zürich
    Beiträge
    525
    Gut ist, dass der Gleason Score bei 7b blieb. pT3a oder pT2c spielt eigentlich keine Rolle, wenn alles raus ist.
    Daher fehlt noch eine wichtige Kennzahl: R0 oder R1 ?
    Über den M Status braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. M0 oder auch MX bedeutet, es wurden keine Fernmetastasen nachgewiesen (das kann eine Prostata-OP auch nicht).

    Wann man M0 oder MX schreibt können vielleicht noch andere besser erklären (schon geschehen, siehe oben, Martin und ich haben gleichzeitig geschrieben).

    Bezüglich Pn1 gibt es meines Wissens keine verlässliche Statistik, was das auf die Prognose bedeutet. Aber auch hier können die Experten vielleicht noch etwas dazu ergänzen.
    Es gibt im ersten Rat auch einige Infos zu Pn1 (siehe Seite 37 im Link unten), aber es scheint wirklich keinen wesentlichen Einfluss auf die Prognose zumindest bei GS < 8 zu haben.

    http://www.prostatakrebse.de/informa...ster%20Rat.pdf

    Also soweit alles gut, ausser eben der R Status, der noch wichtig wäre zu wissen.

    Tritus

  10. #30
    Registriert seit
    28.01.2019
    Beiträge
    69
    Vielen Dank, Martin, ja genau so sehe ich das auch, die Klinik war im Übrigen über die Befunde aus dem präoperativen MRT informiert, und da wurden Metastasen ausgeschlossen.

    Danke auch dir, Tritus, das beruhigt schon mal sehr, was du schreibst.
    R hast du im Befund oben überlesen, war Gott sei Dank 0

    Bezüglich Urlaubsplanung werden wir uns zukünftig wohl darauf einstellen müssen, dass nur noch kurzfristige Planungen drin sind, abhängig von der PSA-Entwicklung.

    Liebe Grüße
    Christel

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •