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Thema: Cochrane Blog - PSA neverending Story

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  1. #1
    Tomilein Gast

    Cochrane Blog - PSA neverending Story

    Aktuell aus dem Cochrane Blog - "Die frühe Erkennung von Krankheiten ist nicht unbedingt besser"

    https://www.wissenwaswirkt.org/1-9-f...bedingt-besser

    Ein Artikel der wieder mal polarisiert. Ich hoffe es wird irgendwann eine Studie aufgelegt die auch den Schaden durch PSA Messungen in der Früherkennung aufzeigt. Ich fürchte da würde es sehr ruhig werden um einen Biomarker wenn man tatsächlich alle negativen Auswirkungen auswerten würde.

    Thomas

  2. #2
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    Zitat Zitat von Tomilein Beitrag anzeigen
    Ein Artikel der wieder mal polarisiert. Ich hoffe es wird irgendwann eine Studie aufgelegt die auch den Schaden durch PSA Messungen in der Früherkennung aufzeigt. Ich fürchte da würde es sehr ruhig werden um einen Biomarker wenn man tatsächlich alle negativen Auswirkungen auswerten würde.
    Thomas
    Hallo Thomas,

    man könnte aber auch untersuchen, welche Auswirkungen ein Verzicht auf den PSA-Test hat.

    Die Diskussion ob der PSA-Test sinnvoll ist oder nicht gibt es seit Jahrzehnten. Ich habe aufgrund der Informationen die ich vor längerer Zeit hatte, obwohl gesundheitsbewußt, keinen PSA-Test vornehmen lassen, da der Test als zu wenig aussagekräftig beschrieben wurde.
    Eine DRU habe ich auch bleiben gelassen, weil irgendwo geschrieben stand, als Folge einer DRU kann ein PK entstehen, usw.

    Die Zeit verging, ich hatte keine Beschwerden, dann kam im Rahmen einer anderen Untersuchung ein Verdacht auf, der bestätigt wurde: Prostatakrebs.
    PSA weit über 1000 ng/ml, Metastasierung weit fortgeschritten.
    Im Nachhinein: es wäre besser gewesen wenn ich etliche Jahre früher zur Früherkennung PK gegangen wäre.

    Thomas du warst bei der Früherkennung und bist in Folge dessen "Cipro-geschädigt". Ich war nicht bei der Früherkennung und habe fortgeschrittenen PK.

    Du siehst die Früherkennung sehr kritisch, ich schlage aufgrund meiner Krankheitsgeschichte jedem, der mich darauf anspricht eine PK-Früherkennung vor. Selbstverständlich mit Hinweisen auf Probleme die sich dabei ergeben können.

    In Amerika hat man bei älteren Männern ab 2008 vom PSA-Screening abgeraten, bei jüngeren Männern ab 2012. Seitdem wurden bei Neudiagnosen älterer Männer mehr Erkrankungen mit Metastasierung und auch mit höheren Gleason-Score bei Diagnose festgestellt. Bei jüngeren Männern bisher höhere Gleason-Scores bei Diagnose.

    https://www.aerztezeitung.de/medizin...etastasen.html

    Franz





  3. #3
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    Hallo Thomas,

    bitte einfach mal mein Profil ansehen.

    Ohne PSA Bestimmung würde ich wohl nicht mehr leben. Ich bin der Meinung, daß meine Ärzte bisher auf der richtigen Seite lagen. Und hoffentlich dort bleiben.

    Grüße

    Dirk

  4. #4
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    Dieser kleine Piks alle 3 Monate was sollte daran verkehrt sein ? Er tut nicht weh und er kostet nichts. Ein wenig wird da schon dran sein bei der Bestimmung des PSA.

  5. #5
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    Hallo Michi,


    die alle 3 Monate erfolgende PSA-Wert-Kontrolle hat ihren Sinn. Nach Prostataentfernung kann diese Kontrolle als Krebsmarker, wenn der PSA ansteigt, auf die Entstehung eines Rezidivs hinweisen. Kann aber muss nicht.
    Der Urologe wird diesen Hinweis dann mit weiteren Untersuchungen nachgehen.
    Kostet schon etwas. Blutentnahme und Labor sind nicht kostenlos.

    Hier beim Thema geht es um etwas anderes. Es geht darum ob der PSA-Test bei Männern zur Früherkennung des Prostatakrebses geeignet ist. Darüber haben Thomas und ich, und nicht nur wir beide unterschiedliche Ansichten.


    Franz

  6. #6
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    Egal welche Untersuchungen bei mir bis jetzt, 4 Jahre nach OP, es war alles kostenlos Nur das erste Mal musste ich für Blutentnahme und Labor bezahlen. (Ca. 20 €)

  7. #7
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    Hier ein kurzes Abstract zum Thema vom gerade stattgefundenen EAU-Kongress in Barcelona:

    DDr. Bernhard Grubmüller


    Franlund G., et al., Göteborg, Schweden, Abstract #1125

    Prostatakarzinom-Mortalitätsrisiko nach Beendigung des PSA-Screening-Programmes: Ergebnisse des „Göteborg randomized population-based prostate-cancer screening trials“

    Da manche Guidelines ab dem 70. Lebensjahr keine PSA-Abnahme mehr empfehlen, untersuchte diese Studie das Langzeitrisiko an PC zu versterben bei knapp 4.500 Männern, die aufgrund ihres Alters (>70 Jahre) den Screening-Arm des „Göteborg Randomized Prostate Cancer Screening Trials“ verlassen mussten. Nach einem medianen Follow-Up von ca. 9 Jahren wurde bei fast 190 Patienten nach Beendigung der Studie ein PCa diagnostiziert, von denen 21 daran verstarben. Die Autoren schlussfolgerten, dass es zu früh ist, um PSA-Testungen ab 70 Jahren generell nicht mehr zu empfehlen. Ein wichtiger Prädiktor für ein PC im weiteren Verlauf war hierbei ein PSA-Baseline-Wert von >3ng/ml mit 70 Jahren.


    Roland
    Lerne mit Deinen Beschwerden zu leben, versuche gelassen zu bleiben und gehe friedvoll mit Deinen Mitmenschen um - dann hast Du schöne Tage.

  8. #8
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    Ich habe auch seit meinen 64sten PSA messsen lassen und selbst bezahlt. Ich wüsste nicht was heute wäre, vielleicht wäre ich endgültig von meinen Schmerzen befreit weil ich nicht mehr Leben würde.
    So muss ich wohl noch paar Jahre durchmachen wegen anderer Krankheit bzw. Nebenwirkungen von dieser RPE.
    Aber ich habe es schon richtig gemacht, hatte ein Agresiven PC und jeder Mensch ist nicht gleich bei einem geht der PC langsamer bei andern sehr schnell.
    Ich wäre auch dafür ab dem 60. Lebensjahr ein PSA Screening machen zu lassen statt diese blöde Abstastung.

    Karl

  9. #9
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    Wie ich schon in https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...st103169sagte: Ohne den PSA-Test wäre meine Erkrankung zu spät erkannt worden. Auf demBegleitschreiben zur RPE stand, bereits nach positiver Biopsie: "Rektaltastet sich die Prostata pflaumengroß, prallelastisch, nicht suspekt. Sono:Prostataadenom 25 ccm. Transrektaler Ultraschall: Prostata echohomogen, glattabgrenzbar, sonomorphologisch nicht suspekt. Samenbläschen bds zart."Der pathologische Befund nach RPE: "Radikales Prostataektomiepräparat miteinem mäßig differenzierten azinärem Adenokarzinom der Prostata beiderseitsrechts 15% des Prostatalappens, links 25% des Prostatalappens. Die Resektionerfolgte kranial und dorsal links nicht im Gesunden. Kontakt zum Resektionstandkranial links 2mm, dorsal links 10mm." Ob man die Untersuchung machenlassen sollte, muss man mit sich selber ausmachen. Wie man mit den Befundenumgeht, schreibt Ralf hier: http://www.prostatakrebse.de/informa...bleitungen.pdf
    Geändert von goodhope (19.03.2019 um 10:17 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert
    Liebe Grüße, Hermann

    Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
    und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

    https://de.myprostate.eu/?req=user&id=896

  10. #10
    Tomilein Gast
    Das Problem ist nicht der PSA Wert, sondern das was daraus gemacht wird. Das PSA an sich ist als Biomarker erst einmal nichts sagend, da er natürlichen Schwankungen unterliegt. Erst die Interpretation des Wertes durch Schwellenwerte, Anstiegsgeschwindigkeiten und Verdopplungszeiten machen den PSA Wert als Laborwert interessant. Dabei wurden über die Jahre immer tiefere cut off Werte angesetzt, die dazu führten, dass immer mehr Männer unter Generalverdacht kommen. Die Folge sind Biopsien, die aber die Logik einer Biopsie umkehren. Statt ein Karzinom nachzuweisen, wird die Biopsie immer mehr dazu missbraucht ein Karzinom auszuschließen. Männern soll damit Sicherheit suggeriert werden.

    Genau dieses Problem wird aber den meisten Männern heute verschwiegen. Sie lassen PSA Werte messen in Unkenntnis der weiteren Bedeutung und Auswirkung.

    Wer ein Screening fordert muss auch Antworten zu Fragen und Folgen haben. Dies kann nicht sein Männern nur ein "Heilungsversprechen" zu liefern wenn das Karzinom möglichst früh entdeckt werden sollte. Eine generelle Aufklärung zu Nutzen und Risiken muss erfolgen. Auch müssen sämtliche Diagnosemöglichkeiten vor einer Biopsie ausgeschöpft werden um der Biopsie den eigentlichen Charakter wieder zu geben, nämlich dem des Karzinomnachweises!

    Um den PSA Wert screeningfähig zu etablieren müssen die Konsequenzen auch klar definiert sein. Das würde bedeuten z.B. Triage mpMRT vor der Biopsie vorzuschalten. Fusionsbiopsien als Goldstandard vorzunehmen, usw.

    Auch muss in diesem Zusammenhang auch über das weitere Vorgehen der dann massenhaft entdeckten low risk Karzinome nachgedacht werden. Es kann nicht sein, dass man Männern nur eine OP als Goldstandard anbietet. Der Gedanke der aktiven Überwachung muss forciert werden und ein Prostatakarzinom muss als chronische Erkrankung anerkannt werden.

    Bis dahin halte ich das Nutzen / Schadenrisiko für unausgewogen. Die Argumente der PSA Kritiker sind nachvollziehbar.

    Natürlich ist es nachvollziehbar, dass in diesem Forum der PSA Wert als "Heilsbringer" nicht hinterfragt werden sollte. Eine kritische Haltung darf aber trotzdem erlaubt sein.

    Thomas

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