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Thema: Cochrane Blog - PSA neverending Story

  1. #21
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    Zitat Zitat von Tomilein Beitrag anzeigen
    Lassen wir es.
    Einverstanden, das führt zu nichts.
    Geändert von RalfDm (20.03.2019 um 07:23 Uhr)

  2. #22
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    Hallo Ralf,
    ich bin mit dir so gut wie in allem einig, aber den Satz "Wenn diese Männer sich ein Auto kaufen, dann machen sie sich gründlich kundig ..." finde ich unfair, sogar ein wenig arrogant. Ich erzähle einfach mal, warum ich schrieb, dass man sich oft überfahren fühlt.

    Bei mir war es so: Nach der Blutentnahme DRU und TRUS, dann verabschiedet mit den Worten "Alles im grünen Bereich." Ich bester Dinge. Nach dem Ausflug ins verlängerte Wochenende Anrufbeantworter abgehört, "Bitte rufen Sie die Praxis zurück". "Warum rufen Sie an?" "Weil ich auf dem Anrufbeantworter darum gebeten wurde." Dann durchs zugehaltene Mikrofon: "Der Herr sowieso ruft an." "Warum?" "Stark erhöhtes PSA!" Nun wieder deutlich: "Bitte kommen Sie heute Nachmittag in die Praxis!" "Warum?" "Das besprechen wir persönlich." Ich denke, lass ihm die Freude und es dir selber sagen, dann macht er auch das arme Mädchen nicht rund.

    In der Praxis kam der Doc direkt auf den Punkt. Das PSA (28,41) sei so stark erhöht, dass man mit Sicherheit von Krebs ausgehen könne, wahrscheinlich schon metastasiert in Knochen und Leber. Eine RPE wäre wahrscheinlich unumgänglich und anschließend könnte man ja noch eine Hormonentzugstherapie machen. Davor wäre aber eine Biopsie notwendig, ich sollte das Einwilligungsformular lesen und unterschreiben. Und das Datum bitte nicht vergessen.

    Ich war natürlich entsetzt und habe mir einige Tage Bedenkzeit ausgebeten. Wenn man erstmalig mit so etwas konfrontiert wird, braucht es auch Zeit, bis man im Internet die Stecknadeln im Müllhaufen rausfindet. Zugegebenermaßen war ich zuerst aus Angst, es könnten sich bei der Biopsie Krebszellen lösen und anderswo Metastasen bilden, dagegen. An die Infektionsgefahr habe ich erstmal nicht gedacht; wahrscheinlich erschien sie mir verglichen mit Krebs auch eher harmlos.
    Liebe Grüße, Hermann

    Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann
    und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

    https://de.myprostate.eu/?req=user&id=896

  3. #23
    Tomilein Gast
    Das Thema lässt nicht locker:

    Ganz aktuell ein Auszug aus dem Wissenschaftlichen Institut der AOK zum Thema "Versorgungs-Report Früherkennung" zum dem auch ein Link des BPS verweist:

    https://www.prostatakrebs-bps.de/med...le-aufgeklaert

    "Bei einem rein PSA-basierten Screening in einem populationsbasierten Setting überwiegen diese Schäden tendenziell den Nutzen, sodass eine weitere Verfeinerung des Screening-Algorithmus angezeigt ist.

    Die Schäden des PSA-basierten Screenings werden durch die geringe Spezifität des PSA-Tests verursacht: Der PSA-Wert ist oft durch andere Ursachen als das Vorliegen eines klinisch signifikanten Prostatakarzinoms erhöht. Erfreulicherweise hat PSA eine hohe Sensitivität. Die gleichzeitig geringe Spezifität kann durch den Einsatz von neuentwickelten Biomarkern, Risikorechnern und bildgebenden Verfahren wie Multiparameter-MRT (mpMRT) in Kombination mit gezielten statt zufälligen systematischen Prostata-Biopsien verbessert werden.
    "

    "
    Ein gut organisiertes, zeitgemäßes Screening-Programm ist den derzeitigen ineffektiven, opportunistischen Screening-Praktiken vorzuziehen."

    Das Ganze ist hier unter Punkt 10 nachzulesen:

    https://www.wido.de/publikationen-pr...rueherkennung/

    Nun kann man natürlich die Unabhängigkeit der Verfasser anzweifeln und auf den Auftraggeber hinweisen. Die AOK wäre ja immerhin auch Kostenträger des Screenings. Umso erstaunlicher, dass aber auch kostenintensive Lösungen vermittelt werden die eine wesentliche Verbesserung der Früherkennung mit sich bringen würden. Evtl. ist auch der AOK bekannt, dass Schäden des reinen PSA Screenings immense Kosten verursachen und eine gute Diagnostik sich auch bei den Therapien bemerkbar macht.

    Die Forderung nach einem reinem PSA Screening ist m.E. überholt und nicht zeitgemäß. Konsequenterweise sollten dann die Bildgebung und gezielte Biopsien mit gefordert werden. Gerade Patientenvertretungen sollten hier im Sinne ihrer zukünftigen Klientel agieren und nicht zum Anwalt der Kostenträger mutieren. Bisher kam auch niemand auf die Idee die Kosten der äußerst sinnvollen Darmspiegelungen zu hinterfragen, da der Nutzen nachweisbar ist! Lasst uns also auch die Früherkennung des Prostatakarzinom nachweislich sinnvoll gestalten!

    Thomas











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