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Thema: PSA von 3.16 auf 6.67 in 5 Jahren

  1. #1
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    PSA von 3.16 auf 6.67 in 5 Jahren

    Ich bin 48. Seit 7 Jahren mit BPH disagnostiziert. PSA +-3. 32g. War von 5 Jahren zum letzten Mal beim Urologen. Hab während einiger Zeit Pradif-T genommen, dann, vielleicht wegen mehr Sport, besserer Ernährung war das Medikament nicht mehr nötig. Ich könnte mehr oder weniger normal aufs WC. In letzter Zeit hat sich die Situation aber verschlechtert, das noch übrige Pradif-T hat nicht speziell geholfen (abgelaufen?), und so bin ich wieder zum Doktor. Die Prostata scheint leicht gewachsen zu sein (34g). Tasten und Ultraschall war aber nicht besonders auffällig. Doktor: “Scheint so weit i.O. Ich ruf Sie an, falls die PSA-Werte ungewöhnlich sind.”

    Dann krieg ich das Telefon. “Ihre Werte sind leicht gestiegen.” Was heißt leicht? PSA 6.67.

    Ich weiß, dass es viele Fehldiagnosen gibt, dass Velofahren, Ejakulation 24h vor dem Test usw. den Wert steigern können, aber so viel ich weiß ist man bei 6.67 schon in einem ziemlich auffälligen Bereich.

    Meine nächste Messung ist in 4 Wochen. Ich flippe aber langsam etwas aus. Soll ich die Messung vorverlegen? Kann der Wert nur wegen BPH so hoch sein? Was macht ihr, um cool zu bleiben? Ich hab das Gefühl etwas in dem Bereich zu spüren. Ein leichtes Stechen oder so. Wie bei einer kleinen Verdauungsstörung. Nichts Schlimmes, aber es ist immer latent da. Kann das von einer zusätzlichen Entzündung kommen?

    In meiner Familie kommt BPH vor (Opa) aber, so viel ich weiß, kein Prostatakrebs, dafür aber Magenkrebs (Oma), Lymphom (Mutter), 2x Darmkrebs (Onkel und Tante). Was ich bei meiner Mutter mitgemacht habe, wünsch ich meiner Frau und va. unseren kleinen Kindern gar nicht. Freilich hab ich selbst auch Angst und der Ausblick auf fehlgeschlagene Operationen stimmt mich auch nicht besonders heiter...

  2. #2
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    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    Ich weiß, dass es viele Fehldiagnosen gibt, dass Velofahren, Ejakulation 24h vor dem Test usw. den Wert steigern können, aber so viel ich weiß ist man bei 6.67 schon in einem ziemlich auffälligen Bereich.
    PSA 4-10 ist die Grauzone, wo man nichts richtig weiß. Sind denn die genannten Vorgänge vor dem Test nicht passiert? Ist vor oder nach der Blutabnahme rektal getastet worden? (sollte danach sein). Gibt es Meßwerte weiter zurück als 5 Jahre??
    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    Ich flippe aber langsam etwas aus. Soll ich die Messung vorverlegen? Kann der Wert nur wegen BPH so hoch sein? Was macht ihr, um cool zu bleiben? Ich hab das Gefühl etwas in dem Bereich zu spüren. Ein leichtes Stechen oder so. Wie bei einer kleinen Verdauungsstörung. Nichts Schlimmes, aber es ist immer latent da. Kann das von einer zusätzlichen Entzündung kommen?
    Anmerkungen zu jedem Satz:
    Ausflippen ist unnötig.
    Nein.
    Ja, oder wegen Entzündung.
    Sich mit den Fakten beschäftigen.
    Vermutlich Einbildung.
    Oder es sticht was Anderes.
    Z.B. die Verdauung.
    Wenn was schlimmes, dann nicht vom Prostatakrebs.
    Man kann vor einer Biopsie erstmal ein Antibiotikum geben, der PSA-Wert geht dann manchmal deutlich herunter.

    Wenn der PSA-Wert bestätigt wird, wäre er mir im Alter 48 und mit leichter BPH zu hoch und ich würde ein mpMRT machen lassen.

  3. #3
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    PSA 4-10 ist die Grauzone, wo man nichts richtig weiß. Sind denn die genannten Vorgänge vor dem Test nicht passiert?

    Ist vor oder nach der Blutabnahme rektal getastet worden? (sollte danach sein). Gibt es Meßwerte weiter zurück als 5 Jahre??

    Wenn der PSA-Wert bestätigt wird, wäre er mir im Alter 48 und mit leichter BPH zu hoch und ich würde ein mpMRT machen lassen.
    Danke für die Anworten.

    Fahrrad: Ja, ich fahre vermehrt Fahrrad, aber nicht gerade vor dem Test. Vielleicht ein Tag vorher. Der Anstieg ist aber zu gross dafür.

    Ejakulation vielleicht auch 1 Tag vorher, bin aber nicht sicher.

    Rektal getastet: Nach der Abnahme.

    Messwerte vor 5 Jahren waren etwas unter 3, so viel ich mich erinnere (2.6 und 2.8), hab sie nicht zur Hand, aber sie waren nie wirklich niedrig.

    mpMRT: Das hatte ich auch vor. Ich hab etwas gelesen über Micro RNA test
    https://www.medicalnewstoday.com/articles/277949.php

    Das klingt wirklich recht gut, finde aber sonst kaum was zum Thema. Hab nur ergooglet, dass eine Klinik bei mir in der Nähe so einen Test anbietet, dann aber wurde die Meldung gelöscht. Hab angefragt, aber bisher nichts gehört. Wisst ihr mehr darüber?

    (Einer dieser Tests hat den Produktnamen SelectMDX und man kann ihn als Arzt sogar bestellen, wie mir scheint. Aber wenn diese Tests so gut wären, wären sie wohl weiter verbreitet, dacht ich.)

    Und wenn wir schon bei meinen Googlereien sind: Diese Therapie scheint auch vielversprechend: https://www.youtube.com/watch?v=81TfadXoXvo
    Photodynamic therapy

    Oder sind solche Entdeckungen typische Anfängerfehler?

  4. #4
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    Solange nicht klar ist, ob überhaupt Prostatakrebs vorliegt, würde ich mich nicht mit möglichen Therapien auseinandersetzen.

    Prostatakrebs wächst langsam und Eile ist nicht geboten, obwohl dies die normale Reaktion des Betroffenen ist. In dieser Studie zeigte sich, dass sechs Monate zwischen Biopsie und Operation bei Patienten mit hohem Risiko - der Du auf keinen Fall bist - keinen Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf hatten.

    Sinnvoll wäre, in vier Wochen einen weiteren PSA Test zu machen und evtl. eine Biopsie anschließend durchzuführen. Und sich das Thema Prostatakrebs bis dahin aus dem Kopf zu schlagen. Du kannst jetzt auch sofort eine Biopsie machen lassen, aber normalerweise drängt sich keiner danach.

    Georg

  5. #5
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    Hallo!

    Martin: „Wenn der PSA-Wert bestätigt wird, wäre er mir im Alter 48 und mit leichter BPH zu hoch und ich würde ein mpMRT machen lassen.“

    Das habe ich damals bei PSA 5,2 auch gemacht. Da war ich 57 Jahre. Leider positiv. GLeason 7a.
    Erste Biopsie war negativ. Mit mpMRT wurde genau der Herd getroffen.

    Ich würde der Sache auf den Grund gehen.

    Gruß

    Lothar

  6. #6
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    Genau das werde ich tun. Vielen Dank, Lothar, Georg und Martin für die erfahren-nüchternen Antworten. Was wisst Ihr über diese Mikro-RNA-tests (SelectMDX)? Ich bin darauf gestossen, weil ich mir überlegt habe, dass man ja eigentlich im Sperma viel eher was nachweisen können sollte als im Blut, weil es ja von dort stammt. Von da aus bin ich dann auch diese neue, vielversprechende Testmethode gestossen. Freilich werde ich zuerst einen mpMRT machen, falls die Werte gleich sind. Ich frage aber auch gleich den Urologen, was er von einem Mikro-RNA-Test hält.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    Fahrrad: Ja, ich fahre vermehrt Fahrrad, aber nicht gerade vor dem Test. Vielleicht ein Tag vorher. Der Anstieg ist aber zu gross dafür.
    Ich kenne einen Fahrradfahrer, dessen PSA im Sommer zweistelligen Bereich schwankt und im Winter drastisch abfällt. Biopsie und MRT zeigten nichts.
    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    Ejakulation vielleicht auch 1 Tag vorher, bin aber nicht sicher.
    Nach eigener Erfahrung spielen auch mehrere Tage vorher eine Rolle.

    Micro-RNA: Im positiven Fall wird man dann eine Biopsie machen müssen, die anders als nach mpMRT ungezielt ist. Oder man macht das MRT dann auch noch davor. Die Frage bei "Liquid Biopsy" istim Übrigen, ob sie genau die Genvariation trifft, die das jeweilige PCa besitzt.
    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    (Einer dieser Tests hat den Produktnamen SelectMDX und man kann ihn als Arzt sogar bestellen, wie mir scheint. Aber wenn diese Tests so gut wären, wären sie wohl weiter verbreitet, dacht ich.)
    Der Urologe macht gerne einen Urintest auf Blasenkrebs, vor allem bei Privatpatienten. Der ist weit verbreitet, aber nicht besonders gut. Die Verbreitung eiens Verfahrens hängt mit Marketing sowie mit historischen und wirtschaftlichen Bedingungen zusammen. Ein wirklich guter Test wird sich natürlich trotzdem irgendwann durchsetzen, nur nicht so schnell.
    Zitat Zitat von Dejavu Beitrag anzeigen
    Oder sind solche Entdeckungen typische Anfängerfehler?
    Ein "Anfänger", der aufgeschlossen ist für alles Neue, ist nicht schlechter als einer, der den Lemmingen folgt.

  8. #8
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    Dejavu, ich würde an deiner Stelle eine Biopsie in die Wege leiten. Was erhoffst du dir konkret vom wiederholten PSA-Wert? Angenommen, der fiele von 6.67 auf 5.0: dann ginge deine Krebswahrscheinlichkeit von 31% auf 22% runter. Auch nicht wirklich Entwarnung.

    Wenn du wegen der Biopsie Sorgen hast, kann ich das gut verstehen. Zur gegenwärtig üblichen transrektalen Biopsie gibt es aber mittlerweile eine perineale Alternative mit deutlich geringeren Infektionsrisiken. Ich habe die transrektale Biopsie ambulant mitsamt den Antibiotika gut überstanden. Mach dir nicht zuviel Gedanken und lass einfach das beste Biopsie-Verfahren, dass bei dir zeitnah verfügbar ist, durchführen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von KarlEmagne Beitrag anzeigen
    Dejavu, ich würde an deiner Stelle eine Biopsie in die Wege leiten. Was erhoffst du dir konkret vom wiederholten PSA-Wert? Angenommen, der fiele von 6.67 auf 5.0: dann ginge deine Krebswahrscheinlichkeit von 31% auf 22% runter. Auch nicht wirklich Entwarnung.
    Wenn es denn so einfach wäre... Eine systematische Biopsie wird wahrscheinlich nichts treffen, das wäre dann auch keine Entwarnung. Eile ist nun wirklich nicht nötig. Man wiederholt die Messung, ist vorher einige Tage abstinent und fährt kein Rad, und wenn der Wert sinkt, warte man 2-3 Monate und mißt wieder unter gleichen Bedingungen. Dann kann man über ein mpMRT nachdenken bei einer spezialisierten Radiologie (als GKVler nicht leitliniengerecht, falls nicht erstattet, 1000€ als Selbstzahler).

  10. #10
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    Zitat Zitat von KarlEmagne Beitrag anzeigen
    Angenommen, der fiele von 6.67 auf 5.0: dann ginge deine Krebswahrscheinlichkeit von 31% auf 22% runter.
    Nein, so einfach ist es wirklich nicht. Angenommen der Wert fiele von 6.67 auf ca 3.0 wie vor 5 Jahren, wäre die Krebswahrscheinlich nahe 0%. Viel wichtiger als ein einzelner PSA Wert sind zeitliche Verläufe. Deshalb wäre für mich klar, dass ich den Wiederholungswert in 4 Wochen abwarten würde. Eine Biopsie welcher Art auch immer ist doch einiges heftiger als eine Blutabnahme.

    Tritus

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