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Thema: Dauer der Krankschreibung

  1. #11
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    Hallo Karl,

    wenn bei Dir deutsches Arbeitsrecht gilt (Quebec?) genießt Du während einer Krankheit Kündigungsschutz.
    Nach der OP hast Du mit einem 50%igen Behinderungsgrad bis zur Heilungsbewährung (5 Jahre) die Schwerbehinderteneigenschaft (nach Feststellung) mit weiteren sozialrechtlichen Vorteilen.
    Die Rehaklinik (Sozialdienst) hilft Dir bei der Antragstellung und informiert Dich entsprechend.

    Gruß

    Lothar

  2. #12
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    Ach echt? Behinderungsgrad? Stimmt schon, ich würde das vermutlich auch in Québec anerkannt bekommen und irgendwie müsste sich selbst das System dort um mich kümmern. Als ich mir ein Handgelenk brach, ließ man mich zwar mit Knochenbrei im Splint eine Woche auf die OP warten, dann haben sie sich aber doch erbarmt und ich bekam etwas Physiotherapie

    Nur kann mir die deutsche Reha mit Sicherheit nicht mit Anträgen in Québec helfen. Ich habe doppelte deutsch-kanadische Staatsbürgerschaft und natürlich gelten dann die Regeln der Province of Québec. Was wir schon bei der Handhabung meines Biopsie-Befundes gesehen haben, von dem ich offiziell noch immer keine Kenntnis habe. Ich bat den überweisenden Urologen um Übersendung einer Befund-Kopie per E-Mail, sobald verfügbar, und bin prompt abgetropft. Am Telefon wurde mir vorgeworfen, ich würde nicht zuhören und redete überdies viel zu schnell. Man bot mir grosszügig einen Beratungstermin an, zeitlich nach meinem Abflug nach Deutschland, ohne mir freilich die Eröffnung des Befundes zu garantieren. Ich bin schliesslich vollkommen verzweifelt ins Krankenhaus, wo ich meine Biopsie-Stanzproben vermutete, und habe im Krankenhaus-Archiv angefragt, ob sie zufälligerweise eine Kopie der Ergebnisse meiner Biopsie vom 21. Februar im Computer hätten. Tatsächlich waren die dort schon eine Woche lang gespeichert und ich bekam den erhofften Ausdruck.

    Ich erzähle das jetzt, um ein Bild von der Einstellung in staatlich gelenkten Gesundheitssystemen zu vermitteln. Einfach unfassbar. Und das ist mit jeder Kleinigkeit so, die man sich von diesem System erhofft. Als I-Tüpfelchen lehnte meine (mittllerweile ehemalige) Familiendoktorin (so heissen dort Hausärzte) noch meine Bitte um Überweisung zu einem Krebsexperten in einem der besseren Krankenhäuser ab. Grund: unzureichende Belege für Krebs. Mit PSA 11.8, PSA-Verdoppelung in 15 Monaten, und einem Krebsbefund auf irgendeiner Krankenhaus-Festplatte.

    Ganz ehrlich, mein Vertrauen in angemessene Behandlung, speziell mit etwas Komplizierterem, in der Provinz Quebec ist doch arg erschüttert. Wenn man sich damit rumschlägt, kriegt man höchstens noch Magenkrebs obendrauf.

  3. #13
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    Hallo Karl,

    das hört sich ja nach einem englisch/us-amerikanischen Gesundheitssystem an.

    Trotzdem hier ein Link auf Vergünstigungen für Behinderte in Kanada:

    https://www.canada.ca/en/services/be...isability.html

    Gruß

    Lothar

  4. #14
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    Dachte ich auch, US-Gesundheitssystem. Ist aber nicht so. In den USA klappt zumindest die Behandlung, solange man versichert ist. Nicht jeder hat dort eine Versicherung bzw ich habe keine Ahnung, was Obamacare taugt. Aber mit einer Versicherung hat man in den USA nicht die Probleme wie ich mit Santé Québec.

    Zu Disabilities kann ich in Quebec nur sagen, dass diese von einem dortigen Arzt diagnostiziert werden müssen und das System im Grunde nur darauf ausgerichtet ist, dass es zu diesen Diagnosen eben nicht kommt. Sei es, weil du Monate auf Termine warten musst um dann gesagt zu bekommen, dass der Arzt leider nur 10min Zeit hat und dich dann eben nicht diagnostizieren kann. Problem gelöst, keine Benefits. Ist nicht so wie in Deutschland.

    Außerdem kann ich immer noch nicht ganz glauben, nach diesem Prostata-Mist behindert zu sein. Warten wir das erstmal ab. Es kann natürlich noch einen richtig üblen Pathologiebefund geben nach der OP. Dann würde ich eher aufhören zu arbeiten und die Zeit nutzen, die mir bleibt.

    Achso, Lothar, dein Link zu canada.ca liest sich für mich erstmal wie Ontario, der CPP ist dort und nicht in Québec. Es ist auch wohlbekannt in den anderen Provinzen, dass Québec in vielerlei Hinsicht hinterher hinkt. Steuern sind am höchsten, Strassen am schlechtesten, Gesundheitssystem haben wir gesehen. Es genügt, 100km weiter nach Ontario zu ziehen und die Healthcare wird deutlich besser.

    Es gibt allerdings schon social services in Québec und mit viel Durchhaltevermögen kriegt man vielleicht irgendwann irgendwas. https://ciusss-centresudmtl.gouv.qc.ca/

    Hier ein Link zu einer Luxus-Altenresidenz. Wer arm ist, den trifft es schlimmer.
    https://montrealgazette.com/news/que...iors-residence

  5. #15
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    Zitat Zitat von KarlEmagne Beitrag anzeigen

    Außerdem kann ich immer noch nicht ganz glauben, nach diesem Prostata-Mist behindert zu sein.
    Doch das kannst Du glauben....ich hab meinen Bescheid über die Schwerbehinderung grad erst letzte Woche bekommen...Der gilt allerdings auch nur 5 Jahre, danach wird neu geprüft...bei mir ist das dann im November 2023

  6. #16
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    Zitat Zitat von Berema Beitrag anzeigen
    Doch das kannst Du glauben....ich hab meinen Bescheid über die Schwerbehinderung grad erst letzte Woche bekommen...Der gilt allerdings auch nur 5 Jahre, danach wird neu geprüft...bei mir ist das dann im November 2023
    OMfG! Holy sh*t! Hätte ich nicht gedacht. Ich hätte jetzt erwartet, vielleicht beim Trampolinspringen oder Skifahren in den Glades mit einer dünnen Vorlage auszukommen und ansonsten in naher Zukunft einigermassen dicht zu sein. Na ich werd's ja bald wissen.

    Dumme Frage jetzt, worin genau liegt jetzt die Behinderung, von ED abgesehen? Was konkret kann man nach einer Prostata-OP nicht mehr machen?

  7. #17
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    Hier kannst Du Dich über die Vorteile informieren:

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...ndertenausweis

    Gruß

    Lothar

  8. #18
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    Moin,

    die Behinderung ist nicht zwingend vorhanden/spürbar.
    Aber die Regelungen bei einer Tumorerkrankung sind hier so...bei mir sind es 80%..hängt vom festgestellten Status ab.

    Was man nach einer Pca Behandlung machen kann oder nicht ist natürlich individuell verschieden.

    Grüße

    Uwe

  9. #19
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    Genau. Warten wir erstmal ab. Ich will's wirklich nicht hoffen, dass ich mit schweren Einschränkungen aus dieser Geschichte herauskomme. Aber ihr habt recht, es ist speziell bei ungünstiger Pathologie gut möglich. Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis auf die doch deutlich bessere Sozialgesetzgebung in Deutschland. Wie gesagt, ich mache jetzt schon drei Kreuze, dass ich a) noch deutsche Staatsbürgerschaft habe b) immer noch ein Zimmer in Berlin und c) eine deutsche Krankenversicherung. In Quebec hätte ich erst richtig alt ausgesehen. Leider.

  10. #20
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    Wenn Du in Berlin einen Wohnsitz hast, kannst Du bei der Stadtverwaltung einen Schwerbehinderten stellen.

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