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Thema: Ergebnis PET-CT 1 Metastase Sitzbein

  1. #1
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    Ergebnis PET-CT 1 Metastase Sitzbein

    Hallo Ihr Lieben,

    ich bin heilfroh: heute endlich das Ergebnis. 1 ossäre Metastase im linken Tuber ischiadicum. Nachdem ich hier gelesen habe dass im PET-CT sogut wie immer mehr Metastasen als in der Kernspinuntersuchung zum Vorschein kommen bin ich erstmal erleichtert. Mein Urologe meinte die Metastase bestrahlen zu lassen. Ich wäre jedoch mehr für Cyberknife oder eine Chemo nur für den Punktbereich.

    Was meint ihr? Soll ich mich in Heidelberg vorstellen?

    Dank und liebe Grüße

  2. #2
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    Eine Chemo nur für den Punktbereich gibt es nicht. Ich selbst bevorzuge Cyberknife. Ich weiß nicht, ob es das in Heidelberg gibt. In Frankfurt gibt es dieses Zentrum: https://www.saphir-radiochirurgie.co...kfurt-am-main/

    Georg

  3. #3
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    Hallo Georg,

    das Klinikum Bayreuth führt solche Eingriffe durch. Zunächst wird das Tumorgewebe mithilfe Radiofrequenzenergie zerstört und anschließend mit zähflüssigen Knochenzement aufgefüllt

  4. #4
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    Und die Behandlung mit dem Chemotherapeutikum in Verbindung mit ECT und IRE bietet das Vitus Prostatacenter in Offenbach an. Hat man da Erfahrung damit?

  5. #5
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    Hallo maschu,

    Kann Dir leider nicht mit Erfahrung weiterhelfen. Es gibt zwar den einen oder anderen hier im Forum, welcher IRE als Ersttherapie gewählt hat.

    Grad vorweg, auch ich halte die neueren Therapien wie IRE, Radiofrequenzablation, HIFU, Elektrochemotherapie, Cyberknife usw. sehr interessant, auch für mögliche Knochenmetastasen Behandlungen. Es ist halt so wie immer bei neuen Therapien. Es gibt keine Langzeitergebnisse und deshalb werden diese in den Leitlinien nicht empfohlen und von den Kassen nicht bezahlt.

    In Deinem Alter können Dir erst mal Langzeitergebnisse 20 Jahre+ egal sein. Was mich eher stört bei Deiner bevorzugten Wahl, ist die doch minimal-invasive Therapie, welche wohl eine Vollnarkose nötig machen wird. Wenn Du fit genug bist für das, auch das Finanzielle keine Rolle spielt, dann sage ich auch, probiere es einfach für die eine Metastase.

    Ich will aber auch nicht verheimlichen, dass auch ich bei einer Knochenmetastase Cyberknife oder SBRT bevorzugen werde (beide Verfahren können in max. 5 Sitzungen eine Knochenmetastase kurativ behandeln, es gibt eigentlich keine grundsätzlichen methodischen Unterschiede). Im Unterschied zur ganzen Prostatabehandlung hat hier Cyberknife oder SBRT bei Metastasenbehandlung noch den Extrabonus einer allg. akzeptierten Therapie, welche in der Regel von den Kassen auch bezahlt wird.

    Nebenwirkungen sind normalerweise auch nicht vorhanden (hängt von der Lokalisation ab) und über eine langfristige Strahlungsschädigung, da brauchen wir uns wohl beide nicht mehr gross zu kümmern. Über die Wirksamkeit einer Metastasen Bestrahlung habe ich auch noch nichts schlechtes gelesen.

    Entscheiden musst Du natürlich ganz alleine. Wünsche Dir ein gutes Händchen dabei.

    Tritus

  6. #6
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    ECT wird auch woanders angeboten: https://www.robert-janker-klinik.de/...he-radiologie/
    Da die dort alle Verfahren anbieten, kann man sich vergleichend beraten lassen.
    Der "Klassiker" für ECT ist die Behandlung von Haut- und oberflächennahen Metastasen. In der Regel wird das als palliativ angesehen. Auch sprechen nicht alle Tumore auf Chemotherapie gut an. Das Verfahren ist sehr nebenwirkungsarm und mehrmals wiederholbar.
    Für den Knochen ist es noch in den Anfängen: https://link.springer.com/chapter/10...319-73485-9_24
    Die Evidenz für Cyberknife als kurative Behandlung, wie von Tritus erwähnt, ist allerdings auch nicht solide. Zeit gewinnt man aber.

  7. #7
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    @Martin
    Ich habe das Wort "kurativ" hier wohl falsch verwendet. Jede Behandlung einer Knochenmetastase beim PCa gilt für den Krebs als Ganzes nicht mehr als kurativ.

    Bei isolierter Betrachtung einer Knochenmetastase, kann man doch schon davon ausgehen, dass diese durch Cyberknife komplett erledigt werden kann. In vielen Fällen wird es in diesem Stadium aber gar nicht mehr nötig ist eine 10 Jahre+ Rezidivfreiheit (genau an der bestrahlten Stelle) zu fordern, da anderswo sowieso mit weiteren auftretenden Metastasen zu rechnen ist.

  8. #8
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    Tritus, eine oligometastatische Situation (bis zu 5 Metastasen) wird von vielen als kurativ bezeichnet und entsprechend behandelt. Einen guten Überblick bietet die Einführung in dieser Metasstudie:
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/...754-9485.12747
    Die Ergebnisse sind allerdings schwer vergleichbar. Auch wurde nur in einer von 14 Studien PSMA PET/CT verwendet, daher wurden eventuell auch etliche nicht oligometastatiache Fälle eingeschlossen. Natürlich ist auch die Zahl "fünf" etwas willkürlich. Auf den Patienten bezogen ist die Heilungsrate nicht besonders. Aber:
    "The studies showed excellent local control rates of the metastases. It is noteworthy that all the studies in which fractionation schedules had a BED ≥ 108 Gy (α/β = 3 Gy), no in‐field recurrence was observed. That is to say a local control rate of 100% in the last follow‐up. Although satisfactory, worse results were reported by studies presenting a significant number of patients treated with lower radiation doses."
    Wieder einmal nicht überraschend: die Dosis macht's.
    Die frühe Toxizität war gut: "Concerning adverse effects, very low rates of acute and late toxicity were registered." Das Follow-Up war allerdings für eine Strahlentherapie zu kurz.
    Georg hat sicher viel bessere Informationen zu dem Thema.

  9. #9
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    Ich glaube nicht, dass eine Beseitigung der sichtbaren Metastasen eine kurative Behandlung ist in dem Sinne, dass man danach den Tumor besiegt hätte. Es kann sein, dass danach kein Tumor mit den verfügbaren diagnostischen Mitteln mehr nachweisbar ist. Aber ca. ein Jahr nach der Behandlung sind meist einige Metastasen so groß geworden, dass man sie dann mit einem PSMA PET/CT erkennen kann. Es sei denn, man hat nach der Behandlung den Fortschritt des Tumors mit einer ADT aufgehalten.

    In der von Martin zitierten Studie wird darauf verwiesen, dass die sichtbaren Metastasen mit einer höheren Dosis sicher kontrolliert, d.h. zerstört, werden. Bei einer niedrigeren Dosis kann man sich nicht darauf verlassen. Darum erwähne ich regelmäßig, man solle 100 bis 120 BED anwenden, allerdings bei α/β = 1,5 Gy. Cyberknife mit 3 mal 10 Gy erreicht diese Dosis.

  10. #10
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    Danke Martin für den Link. Dies hat mich bewogen, auch noch weitere Recherchen zur oligometastatischen Situation zu suchen.
    Ich habe auch schon alle Zusammenfassungen darüber von Georg mit Interesse gelesen.

    Ich versuche wieder mal ganz laienhaft zusammenzufassen:
    Das alles sind sehr gute Nachrichten für maschu und mich !!! Wir befinden uns ja beide in einer oligometastatischen Situation.
    Also wenn Bestrahlung dann nicht einfach nur SBRT sondern bitte eine SABR. Hab ich auch erst heute gelernt (stereotactic ablative radio therapy)

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28917254

    PCa wächst ja langsam, sodass hier ja noch mehr Chancen bestehen, "kurativ" behandelt zu werden. Als wichtige Konsequenz heisst das eigentlich für entsprechend rüstige Junggebliebene in dieser Situation, sich eher
    für eine kurative Strahlenbehandlung zu entscheiden, d.h. mit höherer Dosis und ev. auch mehr Nebenwirkungen als eine ebenfalls mögliche palliative Bestrahlung.
    "Kurativ" darf man m.M sowieso in diesem Zusammenhang nicht überstrapazieren. Einen Übergang in eine chronische aber nicht mehr grad tödliche Krankheit wäre ja auch für viele ok, wie auch schon diskutiert hier im Forum.

    Georg und ich haben gleichzeitig geschrieben, wie ich erst jetzt gesehen habe. Ich denke, alles passt gut zusammen.

    Tritus

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