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Thema: Mein unerklärliches Disaster

  1. #21
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    Zitat Zitat von Klaus (A) Beitrag anzeigen
    ich hatte ja die letzten 8 Jahre alle 2 Jahre ein PSMA PET gemacht.
    4-10% der PCa sind PSMA-negativ, so daß PSA und PSMA alleine keine ausreichenden Marker sind, sofern nicht bioptisch PSMA-Sensitivität festgestellt wurde. PSMA-Negativität sinkt vermutlich mit fortschreitender Krankheit, aber 4% sind die untere Grenze.
    https://docplayer.org/33037203-Aende...ssoziiert.html
    Zitat Zitat von Klaus (A) Beitrag anzeigen
    Die verflixte Entwicklung muss also erst in den letzten 2 Jahren begonnen haben.
    Nein. Jedes Meßgerät hat eine Grenze der Auflösung, auch ein PET. Darunter sieht man garnichts. Dann kommt der Graubereich mit unklaren Befunden, und dann erst wird es ziemlich eindeutig. Das Wachstumsmodell des PCa benutzt Verdoppelungszeiten, die zwar nicht mit der Verdoppelung der Tumorzellen direkt zusammenhängen (obwohl sich die Zellen alle paar Tage teilen können, so ist das Wachstum stets begrenzt durch die Versorgung mit Nährstoffen), aber dennoch korrekt das exponentielle Wachstum der Gesamtmasse wiedergeben. Das bedeutet: der letzte zurückliegende Verdoppelungsschritt führt zur bisher größten Vergrößerung einer Metastase, nämlich ihrer Verdoppelung, und wird sichtbar. Vorher vergehen viele Verdoppelungszeiten, dort sieht man nichts.

    Die Lymphknotenmetastasen laufen in einem separaten Zeitfenster. Es bedarf vieler weiterer Voraussetzungen, bis sich das PCa in den Knochen festsetzen und teilen kann.

  2. #22
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    Hallo Klaus, bloß mal so allgemein überlegt: das Prostatakarzinom mag keine Veränderungen und braucht Zeit, sich an solche anzupassen. So hat meiner Meinung nach die metabloc Therapie den Tumor zu dem gemacht, der er heute ist. Mit Eigenschaften, die, wie die Therapie, Recht ungewöhnlich sind. Gleichzeitig hast Du damit schon sehr viel Zeit gewonnen. Vielleicht könnten erneute Veränderungen wieder dazu führen, dass sich der Tumor neu anpassen muss und deshalb sein Wachstum wieder signifikant verlangsamt. Natürlich ist das hochexperimentell und nur eine Theorie. Deshalb sage ich an dieser Stelle auch keine Vorschläge. Aber Du bist ja bis hierher auch einen ungewöhnlichen Weg gegangen... Ich würde unbedingt darum bitten, dass die Erfahrenen hierzu ihre Meinung sagen. Und möchte nochmals erwähnen, dass das hochexperimentell und riskant ist. Nur eine Option, wenn nichts anderes infrage kommt.

  3. #23
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    Zitat Zitat von PartnerundZuhörer Beitrag anzeigen
    ...das Prostatakarzinom mag keine Veränderungen und braucht Zeit, sich an solche anzupassen.
    Mein Hund mag mich, ich mag das Prostatakarzinom nicht, dem Prostatakarzinom fehlen Nerven, Gehirn und meinetwegen auch Seele, um etwas zu mögen. Aus dieser Unmöglichkeit dann eine Schlußfolgerung zu ziehen ist logisch zulässig (aus falschen Aussagen darf man logisch alles ableiten) aber die Folgerung natürlich bedeutungslos. Ich könnte genausogut sagen: das PCa liebt die Ruhe und hat sich unter metabloc erholt, um nun doppelt zuzuschlagen. Das PCa ist wie der Rasen, wird es regelmäßig gemäht, werden die Wurzeln besser. Usw. usf.

  4. #24
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    Zitat Zitat von PartnerundZuhörer Beitrag anzeigen
    Hallo Klaus, bloß mal so allgemein überlegt: das Prostatakarzinom mag keine Veränderungen und braucht Zeit, sich an solche anzupassen. So hat meiner Meinung nach die metabloc Therapie den Tumor zu dem gemacht, der er heute ist. Mit Eigenschaften, die, wie die Therapie, Recht ungewöhnlich sind. Gleichzeitig hast Du damit schon sehr viel Zeit gewonnen. Vielleicht könnten erneute Veränderungen wieder dazu führen, dass sich der Tumor neu anpassen muss und deshalb sein Wachstum wieder signifikant verlangsamt. Natürlich ist das hochexperimentell und nur eine Theorie. Deshalb sage ich an dieser Stelle auch keine Vorschläge. Aber Du bist ja bis hierher auch einen ungewöhnlichen Weg gegangen... Ich würde unbedingt darum bitten, dass die Erfahrenen hierzu ihre Meinung sagen. Und möchte nochmals erwähnen, dass das hochexperimentell und riskant ist. Nur eine Option, wenn nichts anderes infrage kommt.


    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Mein Hund mag mich, ich mag das Prostatakarzinom nicht, dem Prostatakarzinom fehlen Nerven, Gehirn und meinetwegen auch Seele, um etwas zu mögen. Aus dieser Unmöglichkeit dann eine Schlußfolgerung zu ziehen ist logisch zulässig (aus falschen Aussagen darf man logisch alles ableiten) aber die Folgerung natürlich bedeutungslos. Ich könnte genausogut sagen: das PCa liebt die Ruhe und hat sich unter metabloc erholt, um nun doppelt zuzuschlagen. Das PCa ist wie der Rasen, wird es regelmäßig gemäht, werden die Wurzeln besser. Usw. usf.
    Ja, diese beiden Ausführungen trage ich gerne mit, und zusammen ergeben sie einen Schuh. Dieses zu formulieren, wurde jedoch bis vor wenigen Jahren geradezu abgewatscht, sodass ich froh bin, mehr und mehr Mitstreiter zu finden, die sich in ihrer Denkweise nicht dem Leitliniendekret unterworfen haben und noch über den Bretterzaun schauen und denken können.
    Wohlbemerkt, wir reden hier über metastasierte die aufgrund von Mehrfachtherapien die Metastasen zu anderen Eigenschaften gezwungen haben.

    Die Wissenschaft ist wie immer - schon viel weiter - und von den hier noch vorsichtig formulierten Theorien ist auch schon viel mehr in der experimentellen Erprobung.
    Sei es die high tech Linearbeschleuniger, der Mutierungsansatz zur Therapiefindung, die Seneszenzaktivierung zum Schlafenlassen von Metastasen, die genetische Rückführung der Chromosomen, die beim PCa verbogen sind, die Verlängerung der Telemeraseenden an den Enden zur REDIFFERENZIERUNG und, und.

    Ob da das Weitermachen bei den hormoninsensitiven mit Apalutamid oder ( Achtung ) Talazoparib der große Wurf werden, verfolge ich erst einmal.

    Na ja und die Immuntherapien laufen ja bei den Frauen schon recht gut, warum unser entartetes PCa da nicht so will, sage ich hier laut und klar. Weil unsere Vorspanntherapien einiges dazu beigetragen haben. Aber das formuliere ich ja schon länger. Leider hat sich dieses jedoch erhärtet. Und leider hört man darüber hier im Forum soooooooooooo wenig.

    Ich bin mal gespannt, was Klaus alles zu berichten hat, wenn er sein Tumorboard gefunden und die ersten Ergebnisse hat.

    Sonnige Grüsse
    Hans-J.

  5. #25
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    Zitat Zitat von Hans-J.
    Na ja und die Immuntherapien laufen ja bei den Frauen schon recht gut, warum unser entartetes PCa da nicht so will, sage ich hier laut und klar. Weil unsere Vorspanntherapien einiges dazu beigetragen haben. Aber das formuliere ich ja schon länger. Leider hat sich dieses jedoch erhärtet. Und leider hört man darüber hier im Forum soooooooooooo wenig.
    Moin Hans-Jürgen,

    spontan ist mir zu Deiner Einleitung eingefallen, dass im Forum schon jahrelang über das Thema Immuntherapie diskutiert wurde.

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...0183#post90183

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...9117#post89117

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...2801#post22801

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...1049#post81049

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...1772#post81772

    Sicher wird es zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen, und zwar nicht nicht für das PCa. Bei Knut wurde mangels anderer noch verbliebener Möglichkeiten für das Melanom ausschließlich mit Immuntherapie therapiert.

    Zitat Zitat von Hans-J.
    Ich bin mal gespannt, was Klaus alles zu berichten hat, wenn er sein Tumorboard gefunden und die ersten Ergebnisse hat.
    Das würde mich auch sehr interessieren.
    nicht nachlassen

  6. #26
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    Hallo Freunde,

    ja, ich möchte heute einmal berichten, wie es weitergegangen ist nach dem grossen, unerwarteten Schock vor 5 Wochen:

    Zur Erinnerung: Am 4.April die Freude, dass PSA wieder auf 2.1 gefallen war, am 8.April der Schock von PSMA PET: Zahlreiche Knochenmetastasen. Keine Probleme, fühle mich total fit, kann es nicht glauben....

    Meine Aktivitäten/Entscheidungen:
    -- Ab 9. April Metabloc/Metformin nach fast 4 Jahren sofort gestoppt.
    -- Am 12. und 15. April MRTs ---> Betätigung des PETs, zum Glück noch keine Gefahr von Knochenbrüchen.
    -- 15. April: Bluttest der neuroendokrinen Marker: Alle im grünen Bereich. PSA war in den wenigen Tagen schon von 2.1
    auf 3.2 gestiegen!
    -- Habe noch keine secondline Hormontherapie und noch keine Chemo; tendierte stark zu Lutetium PSMA Therapie, vor
    allem aufgrund einer Bad Berka Studie, die ergeben hat, dass eine Lutetium PSMA Therapie VOR Chemo erheblich
    bessere Ergebnisse bringt:

    http://www.snmmi.org/NewsPublication...emNumber=29473

    (Hatte auch telef. Kontakt bez. der Studie mit Bad Berka)

    -- "Überzeugte" meinen behandelnden Urologen von meiner Idee, nehme Kontakt auf mit den UniKlinik Bonn (wo auch das
    PET gemacht wurde); alle Experten unterstützen meine Idee.

    -- Habe am 02.Mai den 1. Zyklus erste einer Lu PSMA Ligandentherapie gemacht. Vollkommen problemlos verlaufen;
    Vorher wurde PSA gemessen: War auf 7.2 rasant gestiegen! Ich war darüber gar nicht böse - im Gegenteil, ich war froh,
    dass das PSA offensichtlich noch ein Marker für weitere Verlaufskontrollen ist (nachdem es die ganzen Jahre relativ
    konstant geblieben war).
    Am 2.Tag der Ligandentherapie wurde die Radionuklidspeicherung der Lutetium Injektion überprüft mit sehr positiven
    Ergebnis: Die Speicherungen waren vollkommen identisch mit dem PSMA PET, d.h. alle erkannten Mets werden von
    Lutetium attackiert.
    -- Heute, genau 14 Tage nach dem1. Zyklus das erfreuliche Ergebnis: PSA von 7.2 auf 1.8 gefallen!!
    -- Der 2. Zyklus ist für den 3. Juli gebucht.

    Noch ein weiterer interessanter Hinweis:
    Lutetium 177 ist ein Beta Strahler, der sehr geeignet ist für grössere/sichtbare Metastasen; Actinium ist ein Alphastrahler, der sehr geeignet ist für sehr kleine/Mikrometastasen. Nun hat man in der Uniklinik des Saarlandes in Homburg die logisch klingende Idee gehabt, diese beiden Strahler in einer Injektion zu vermischen. Bad Berka bietet das inzwischen auch an. Man hat damit gute Ergebnisse erzielt.
    Ist ja auch irgendwie logisch: Wenn man mit Lu im wesentlichen nur die grösseren Mets bestrahlt, werden in absehbarer Zeit die nicht beeindruckten Mikromets wachsen. Ac beeindrucken auch diese Mikromets. Damit gewinnt man evtl. erheblich Zeit.
    Leider wird die Lu/Ac Mischung in Bonn nicht angeboten. Ich bin in Kontakt mit Homburg. Sollte ein entsprechder Wechsel zu einer Lu/Ac Mischung nach meinem ersten Lu Zyklus Sinn machen und möglich sein, werde ich eventuell für die nächsten Zyklen nach Homburg gehen (aber nur in enger Absprache mit UK Bonn).

    Wie gesagt: Mir geht es körperlich ganz prima; ich hoffe das bleibt noch eine Weile so. Hoffentlich fällt PSA weiter und das nächste PSMA PET einige Wochen nach dem 2. Zyklus zeigt nicht mehr viel von den Metastasen. Drückt mir die Daumen!
    In 5 Monaten will ich beschwerdefrei mein 25 - jähriges PK Jubiläum kräftig feiern!!

    Klaus

  7. #27
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    Zitat Zitat von Klaus(A)
    Wie gesagt: Mir geht es körperlich ganz prima; ich hoffe das bleibt noch eine Weile so. Hoffentlich fällt PSA weiter und das nächste PSMA PET einige Wochen nach dem 2. Zyklus zeigt nicht mehr viel von den Metastasen. Drückt mir die Daumen! In 5 Monaten will ich beschwerdefrei mein 25 - jähriges PK Jubiläum kräftig feiern!!
    Hallo Klaus,

    Ich freue mich, dass es Dir körperlich gut geht. Es möge so weitergehen, damit Du Dein 25 - jähriges PK Jubiläum beschwerdefrei feiern kannst.

    P.S.: Ich erinnere mich gern an den Shanty-Treff in Fahrdorf.
    nicht nachlassen

  8. #28
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    Drücke Dir sämtliche Daumen, Klaus))

    Ganz tolle Info!

    Alles Gute
    dillinger

  9. #29
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    Wie gesagt: Mir geht es körperlich ganz prima; ich hoffe das bleibt noch eine Weile so.
    Hallo Klaus,
    Beeindruckend der Bericht von Dir !!!
    viel Erfolg weiterhin.

    es tut sich was
    Gruß
    Adam

  10. #30
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    Die unterschiedlichen Eigenschaften von Ac-225 und Lu-177 sind auf Seite 6 gut dargestellt: 46109530.pdf
    Danach ergänzen sich die beiden gut:
    "Bei kleineren Tumoren und Mikrometastasen mit Durchmessern im Bereich von 1 mm wird selbst bei der Behandlung mit Lutetium-177 schon 37 % der Dosis nicht im Tumor, sondern im umgebenden gesunden Gewebe deponiert"
    "Die gesamte Energie des Alpha-Teilchens, die es beim Alpha-Zerfall erhält, konzentriert sich auf eine Wegstrecke, die in der Größenordnung eines Zelldurchmessers liegt, während Beta-Strahlen 10 – 1000 Zellen durchqueren können"
    "Aufgrund dieser hohen lokal deponierten Dosis eignen sich Alpha-Emitter daher für die Bekämpfung kleiner Tumore im Millimeter-Bereich sowie von Mikrometastasen und Einzelzell-
    Erkrankungen wie Leukämie"
    Eine reine Ac-225 Therapie würde die PSMA-negativen Zellen, die eventuell schon in Metastasen vereinzelt entstanden sind, kaum erwischen.

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