Und was ich noch zur Strahlentherapie fand, ist diese Studie des Jahres 2011.

"Ten-year cancer-specific survival was 92%, 92%, and 88% following RRP, EBRT + ADT, and EBRT alone (p=0.06). After adjustment for case mix, no significant differences in the risks of systemic progression (hazard ratio, 0.78; 95% CI, 0.51 to 1.18; p=0.23) or prostate cancer death (hazard ratio 1.14; 95% CI, 0.68 to 1.91; p=0.61) were seen between patients treated with EBRT + ADT and patients who underwent RRP. The risk of all-cause mortality was, however, greater after EBRT + ADT than RRP (hazard ratio, 1.60; 95% CI, 1.25 to 2.05; p=0.0002)."
Die Ergebnisse sind schon etwas veraltet mit einem Auswertungszeitraum von 1988 bis 2004 und wurden für eine Hochrisikogruppe (PSA) ≥ 20 ng/mL, Biopsie Gleason Score 8–10, oder Stadium ≥ T3 erhoben, sind also nicht dein Fall, Ralf. Dennoch interessant denke ich die Schlussfolgerung, dass zwar die Ergebnisse von Strahlentherapie und Prostatektomie vergleichbar sind bezüglich der langfristigen krebsspezifischen Überlebensdauer und der Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs, die Gesamtüberlebensdauer bei Behandlung mit EBRT+ADT jedoch niedriger war als bei RRP.

Hier noch der Link zu den Grafiken, wo bei Behandlung mit ausschliesslich Strahlentherapie nur 34% der Patienten nach 15 Jahren noch lebten, 43% mit Strahlentherapie + Hormontherapie, und 58% mit radikaler Prostatektomie. Wenn ich die Zahlen richtig gelesen habe. Die recht niedrigen Überlebensquoten sind sicher der Tatsache geschuldet, dass gutenteils Männer fortgeschrittenen Alters behandelt wurden. Die Unterschiede sind aber signifikant.

Folgende Schlussfolgerungen:
  1. Zur Abschätzung der Risiken von Strahlentherapie bzw Strahlenkrankheit betrachtet man besser die allgemeine Sterbequote, als spezifische Kriterien wie Sekundärtumoren oder Rückfallquote. Denn auch Schädigungen der Verdauungsorgane haben zum Beispiel langfristige Gesundheitsfolgen.
  2. Je jünger die Patienten, desto wahrscheinlicher eine Überlebensdauer >= 15 Jahre, wo Spätfolgen der Strahlentherapie eher eine Rolle spielen.


Ralf: wenn vorher in der Zielregion schon mal richtig was vermurkst wurde, sind Chirurgen eher zurückhaltend, weil solche Risikopatienten in der Statistik eher schlecht aussehen. Ich würde es aufgrund der bestehenden Probleme beim Wasserlassen trotzdem nochmal versuchen, ob du einen Experten findest, der dich operieren würde.

Alles Gute, frohe Ostern!
Karl