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Thema: Entgleiste Blutbild während der Chemo

  1. #1
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    Entgleiste Blutbild während der Chemo

    Hallo,
    hat jemand Erfahrung mit diffusen Blutbild unter Docetaxel?

    Zur Information:

    Mein Mann hat am Dienstag seine 2. Chemo erhalten. Davor waren seine Werte immer im Normbereich.

    16.04. 23.04. 30.04. Normalwert

    K/S mmol/l 5,1 4,2 7,6 3,5-5,1
    GPT U/l 42 51 62 <50
    GOT U/l 41 45 56 <50
    Leukos /nl (vor Chemo 7,1) 1,10 3,85 15,3 4,06-11,9
    MCV fl 90,1 93,2 96,7 81,9-95,6
    Neut % 93,5 40,3-74,8
    Lymp % 4,2 12,2-47,1
    Mono % 1,2 4,4-12,3
    Stabk. % 2 3-5
    Segm. % 24 40-70

    Es läuft in der Praxis so ab, dass er vor der Chemo Blut abgenommen bekommt. Das Ergebnis wird nicht abgewartet. Wenn was nicht stimmt, würden wir einen Anruf bekommen.
    Am Freitag hat mein Mann sein Blutbild abgeholt. Gesagt wurde dazu nichts. Was mir Sorge bereitet ist der Kaliumanstieg, da er vor der Chemo bereits einen Nierenstau hatte (hat eine Schiene bekommen) . Probleme hat er keine und ich will ihm auch nicht beunruhigen. Ich habe gelesen, dass eine Hyperkalimie gefährlich werden kann. In seltenen Fällen kann es zu Beginn der Chemo zu einem Tumorlyse-Syndrom kommen, d.h. absterbende Krebszellen können von der Niere nicht abgebaut werden und es kann zum Nierenversagen kommen. Natürlich weiß ich, dass unter Chemo das Blutbild durcheinander geraten kann. Ich finde den Kaliumanstieg und auch die Leukos fraglich. Es kann sich aber auch um einen Messfehler handeln und ich mache mit meinem Kopfkino die Pferde scheu.. Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
    Ich finde das Vorgehen in der Praxis sehr bedenklich. Ich selbst hatte Chemo in Heidelberg, die Betreuung dort kann man überaupt nicht vergleichen. Aber mein Mann wollte aufgrund der Anfahrt lieber bei seinem Urologen bleiben. Alles Mist!
    Vielleicht kann mir jemand Rückmeldung geben. Am Dienstag muss er wieder ins Labor.

    Zur Chemo allgemein, kann ich bis jetzt sonst nichts negatives berichten. Er verträgt sie sehr gut. Bis auf lichteres Haar hat er keine Einschränkungen. Er läuft jeden Tag 1 Std. oder fährt Rad. Keine Geschmacksveränderungen.

    Vielen Dank fürs Zuhören.
    LG Anita

  2. #2
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    Hallo Anita,

    hier findest Du den sehr ausführlichen Text "Blutwerte bei der Überwachung von Patienten unter Chemotherapie", in dem auch auf den Kaliumspiegel eingegangen wird (ab Seite 5). Danach ist der Referenzbereich für Männer 3,5 bis 4,6 mmol/l. Mögliche Gründe für einen zu hohen oder zu niedrigen Spiegel sind genannt.

    Ich bin der Meinung, dass eine Chemotherapie grundsätzlich von einem Onkologen durchgeführt werden sollte statt von einem niedergelassenen Urologen. In Prostatakarzinomzentren sollte das nötige Wissen natürlich immer vorhanden sein.

    Ralf

  3. #3
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    Hallo Anita,

    auch meine Chemo mit Docetaxel wurde von einem niedergelassenen Urologen durchgeführt. Informationen zu den Blutwerten wurden immer bereitwillig und verständlich erklärt.

    Zu den Schwankungen bei den Leukozyten. Wenn diese während der Chemo zu sehr absinken, wird mit einer Aufbauspritze entgegengewirkt. Bei mir waren diese Werte ähnlich. Durch die Aufbau-Spritze sind die Leukoz. bei mir nach starkem Abfall wieder stark gestiegen, teilweise weit über den Normalwert.
    Fragt mal nach, ob dein Mann eine Aufbauspritze erhält.

    Kalium ist bei mir, bei den einzelnen Durchgängen immer angestiegen, dein angegebener Ref.-Bereich von 3,5-5,1 mmol/l wurde bei mir nur einmal am Anfang mit 6, 1 überschritten.
    Vor der Chemo und dann begleitend wurde auch immer der Kreatininwert (Nierenfunktion) kontrolliert. Wie hat sich der Kreatininwert bei deinem Mann entwickelt?

    Franz

    PS: Kaliumreferenzwerte wechseln je nach Labor. Mein Labor-Ref.Wert war 3,5 - 5,5 mmol/l. Warum es hier so deutliche Unterschiede gibt ?

  4. #4
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    Vielen Dank für eure Rückmeldung.
    Eine Aufbauspritze (Neulasta)hat er nicht bekommen. Der Kreatininwert liegt bei 0,84 mg/dl, Harnsäure und Harnstoff und Kalzium sind auch im Normalbereich. Keine Ahnung warum das Kalium und die Leukos so hoch sind. Er wird am Dienstag im Labor nachfragen. Möglich währe es schon, dass aufgrund sterbender Tumorzellen zu viel Kalium ins Blut gerät. Sterbende Tumorzellen sind das Ziel, aber eine neue Baustelle brauchen wir nicht. Auf der anderen Seite, ist unter Chemo der Köper im Ausnahmezustand. Mal sehen, wie die Werte am Dienstag sind.
    lg Anita

  5. #5
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    Hallo, sollte der Kaliumwert wirklich 7,6 mmol/l betragen, scheint mir das extrem gefährlich zu sein. Vielleicht ist ja auch ein Laborfehler denkbar. Oder das Blut wurde vor der Analyse zu lange gelagert. Vielleicht lag es auch an der Abnahme: wenn zuviel "gestochert" würde und das Blut mit starkem Sog zu schnell durch eine zu dünne Nadel gezogen und damit Zellen zerstört werden, setzen diese Kalium frei und erhöhen den durch das Labor bestimmten Wert. Hoffentlich war es ein fehlerhafter Wert, alles andere wäre brandgefährlich.

  6. #6
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    Zitat Zitat von PartnerundZuhörer Beitrag anzeigen
    Hallo, sollte der Kaliumwert wirklich 7,6 mmol/l betragen, scheint mir das extrem gefährlich zu sein. Vielleicht ist ja auch ein Laborfehler denkbar. Oder das Blut wurde vor der Analyse zu lange gelagert. Vielleicht lag es auch an der Abnahme: wenn zuviel "gestochert" würde und das Blut mit starkem Sog zu schnell durch eine zu dünne Nadel gezogen und damit Zellen zerstört werden, setzen diese Kalium frei und erhöhen den durch das Labor bestimmten Wert. Hoffentlich war es ein fehlerhafter Wert, alles andere wäre brandgefährlich.
    Das ist sicher ein Abnahmefehler bei Kalium 7.6 würde das Herz stillstehen und der Mensch wäre tot!!!!!!
    IN den Blutzellen ist Kalium um ein vielfaches höher und zu langes Stauen und "rabiate" Blutentnahme lassen diese Zellen platzen. Und schon wenige reichen aus, den Wert so hoch zu treiben.
    Oder die Probe wurde zu unsanft gemischt/geschüttelt nach Entnahme.
    ----------------------------------------------------------
    Meine Kommentare stellen keine verbindliche Auskunft dar,
    sondern spiegeln meine PERSÖNLICHE Meinung und Erfahrung
    wider und können keine direkte Beratung und Behandlung
    vor Ort ersetzen

    Gruss
    fs
    ----------------------------------------------------------

  7. #7
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    Laborwerte, die der Automat ausspuckt oder die die Laboranten messen, müssen vom Laborarzt immer durchgelesen und kontrolliert werden. Beim Wert über 6 sollte der eigentlich zum Hörer greifen und den anfordernden Arzt zu sofortigem Maßnahmen auffordern (die auch darin bestehen können, seine Abnahmeverfahren zu verbessern!).

  8. #8
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    Hallo,
    vielen Dank für eure Unterstützung
    Es gab gestern die neuen Blutwerte. Es war wohl ein Messfehler. Kalium liegt wieder bei 4,4, GOT und GPT sind auch im Normbereich. Lediglich die Leukos sind wieder auf 1,29 abgefallen. Aber eine Woche nach Chemo ist das normal.
    Sehr erfreut sind wir über den PSA . Von 72 ist er auf 50,4 gesunken. Die Chemo wirkt also. Vielleicht haben wir doch noch etwas Lebenszeit (vor allem mit guter Lebensqualität)vor uns.
    Auch die 2 .Chemo hat er gut vertragen. Bloß am 5/6.Tag hatte er etwas Luftnot beim Laufen. Ansonsten schmeckt ihm alles, Mundschleimhaut, Nasenschleimhaut alles ohne Befund. Die Haare werden etwas lichter.

    Der Ablauf der Chemo weicht bei uns etwas ab. Mein Mann nimmt durchgehend 10 mg Prednisolon, außer am Chemotag und am Vortag, da nimmt er 8 mg Dexametason. Zusätzlich zur Chemo bekommt er noch ein Antiallergikum und etwas gegen Reflux gespritzt. Die Hände werden während der Chemo gekühlt.
    Vorbeugend gegen Entzündung der Mundschleimhaut spült er mit Kamile und cremt die Nase mit Bepanthen ein. Füße massiert er mit Hilfe eines elekt. Fußmassagegeräts. Er läuft jeden Tag eine Stunde oder fährt mit dem Rad. Schlaf ist gut.
    Ich hoffe, ich konnte denjenigen,die vor einer Chemo stehen etwas Mut machen.
    Ich wünsche euch allen in gutes Wochenende.
    LG Anita

  9. #9
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    Hallo Anita,

    hier ist noch ein Text darüber, was gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie getan oder wie ihnen sogar vorgebeugt werden kann. Vielleicht nutzt es Euch etwas. Alles Gute!

    Ralf

  10. #10
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    Hallo Anita,

    du hast gute Ausführungen erhalten.
    Ich möchte noch hinzufügen, dass die Mundhöhle mit Rachen durch kalt gepresstes Olivenöl - einfach gurgeln und AUSSPUCKEN - eine gute Hilfe sein kann. Aber bitte auch etwas Länger das Olivenöl behalten.
    Achte auf den Kaliumwert. Mit Herz, Nieren ist nicht zu spassen. Erste Warnzeichen - Herzrasen, Rythmusstörungen, Schwitzen, Unruhe.

    Gute Besserung.

    Hans-J.

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