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Thema: Hemmschwelle vor der Prostatektomie

  1. #11
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    Eine fokale Therapie macht nur Sinn, wenn man sich davon weniger Nebenwirkungen erhofft. Ansonsten bringt einem eine halbe Prostata wenig. Man kann die Nebenwirkungen auch gut reduzieren, in dem man sich einen exzellenten Operateur aussucht.

  2. #12
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    Georg, eine halbe Prostata bringt zwar nichts, läßt einem aber eine Hälfte. Das bedeutet mindestens "einseitig nervschonend". Andererseits kann die Restprostata weitere Herde enthalten oder irgendwann wieder ein PCa entwickeln. Eine weitere Behandlung kann erforderlich sein. Aber: eine "radikale" Behandlung kann leider auch de facto fokal sein, nicht nur bei detektiertem R1, wie die durchaus häufigen Rezidive zeigen.
    Es kommt auf den Einzelfall an, der sich nicht nur an Gleason und Anzahl Stanzen festmachen läßt. Eine gute Fusionsbiopsie sollte eine einigermaßen genaue Lokalisation ergeben, bei der die befallenen Stücke mit dem MRT-Befund im Bereich mit Gleason 4 übereinstimmen sollten. Aus heutiger Sicht würde ich vor der Entscheidung zu einer fokalen Therapie das Präparat auf PSMA-positiv untersuchen lassen und im positiven Fall ein PSMA PET/CT durchführen. Die Lage des PCa ist sehr wichtig, leider sind die Biopsien nicht darauf eingestellt ("das Ding kommt ja eh ganz 'raus"); weder eine Markierung zur Orientierung der einzelnen Stanze noch eine Angabe des Abstandes des befallenen Abschnitts zum dann linken oder rechten Rand sind vorgeschrieben. Bei Nähe zur Pseudokapsel der Prostata, zur Harnröhre und ganz besonders zum Apex werden thermische Verfahren eher wenig Sinn machen, auch eine R1- oder RX-Situation nach leitliniengerechter RPE ist möglich (die bedeutet dann adjuvante RT oder ein Rezidiv). SBRT oder IRE könnten dann in Frage kommen, hier können die Behandlungsareale ausgedehnt werden. Bei Strahlentherapie sind allerdings später Nebenwirkungen zu erwarten.

  3. #13
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    Martin,

    wenn ich von einem exzellenten Operateur spreche, meine ich damit einen, der nervenschonend operieren kann. Bei dem von Werner geschilderten Befund müsste das möglich sein, schwierig wird es, wenn der Tumor in die Kapsel hineingewachsen ist.

    Bei Dir hat die fokale Behandlung funktioniert, sie hat aber statistisch ein größeres Rezidivrisiko als die Operation. Siehe meinen Bericht aus Magdeburg dazu. Und wenn man dann ein zweites Mal behandeln muss, dann treten wieder Nebenwirkungen auf. Die Kombination aus fokaler Erst- und Nachbehandlung ist dann von den Nebenwirkungen nicht besser als eine Totaloperation, manchmal sogar schlechter.

    Georg

  4. #14
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    Noch ein Hinweis. Nach einer OP hatte ich auch <0,07 und dann ging der PSA wieder hoch. Ich konnte dann die Bestrahlung machen lassen und diese brachte auch wieder 2 Jahre lang niedrigen PSA Umgekehrt ist fast nicht möglich.

  5. #15
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Bei Dir hat die fokale Behandlung funktioniert, sie hat aber statistisch ein größeres Rezidivrisiko als die Operation.
    Letzteres versteht sich von selbst, dazu bedarf es keiner Professoren. Die Frage ist nur, ob es Lokalrezidive sind oder ob das Risiko für Metastasen steigt. Schließlich sind alleine die gefährlich.
    Und Ersteres ist insoweit richtig, als die fokale Behandlung fokal funktioniert hat. Allerdings mußte ich mich einer weiteren Behandlung unterziehen: https://de.myprostate.eu/?req=user&id=779
    Bei einer RPE hätte ich sicher mehr Nebenwirkungen und mehr Ausfallzeit gehabt, und wegen Apexnähe wäre Nervschonung gegen R1/RX abzuwägen gewesen.

  6. #16
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    Martin,

    dann wünsche ich Dir erstmal, dass Deine Behandlung weiter gut läuft. Dass Dr. Zapf nicht mehr da ist, war für mich sehr überraschend. Jetzt sind die Ärzte nicht mehr da, die mich behandelt haben.

    Eine fokale Behandlung macht nur Sinn, wenn man damit Nebenwirkungen vermeiden kann, die man bei Operation oder Bestrahlung erwartet. Wenn es dann zu einem Lokalrezidiv kommt, das erneut behandelt werden muss, so kann es durch die Folgebehandlung zu weiteren Nebenwirkungen kommen.
    Ich denke da z.B. an die Hifu Behandlung. Wenn es da zu einem Rezidiv kommt, so wird in Magdeburg, wohl ein Zentrum der Hifu Therapie, als Folgebehandlung eine Prostataoperation gemacht. Dann hat man hinsichtlich der Gefahr von Nebenwirkungen durch die Hifu Therapie nichts gewonnen, eher steigt die Gefahr von Nebenwirkungen bei der anschließenden Operation durch diese vorherige Therapie.

    Lokalrezidive sind nicht gefährlich, das Risiko, dass von diesen neue Metastasen ausgehen können mal ausgenommen. Aber es kann später zu Harnröhrenstrikturen kommen. Diese müssen dann operativ therapiert werden, was einen Patienten der Chemo, Xofigo usw. hinter sich hat, belasten kann.

    Georg

  7. #17
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    Georg, danke für die Wünsche. Radiologie und Helferpersonal sind in OF noch alle da bzw. haben deutlich Zuwachs bekommen. Kann mich über die Qualität nicht beschweren, alle arbeiten sehr sorgfältig. Vermutlich ist die Bezahlung nicht schlecht, denn gute Helfer sind in der Region schwer zu bekommen.
    HiFU halte ich nur für sehr kleine Herde für sinnvoll, die weit ab von sensiblen Strukturen liegen.

  8. #18
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    Also fokale Theraphie wohl ehr nicht. Krebszellen hat man bei mir ja auch in 6 weiteen Biopsie-Proben gefunden
    Da kann dann wahrscheinlich bald aus Gleason 6 auch 7 a werden.
    Gibt es dann überhaupt noch eine Alternative zu einer Prostataektomie?
    Also so blöd sich das jetzt anhört - ich mach schon Blasenmuskeltraining.

    Ein Frage hätte ich noch. Wenn ihr von nervenschonend redet welchen
    Nerven meint ihr dann?

  9. #19
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    @Werner 01,

    deine für die Potenz!

    Lese bitte im ersten Rat nach, wie empfohlen!

    lg
    Harald alias flüstermann
    Flüstermann alias Harald (nomen est omen)
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=733&page=graphic

  10. #20
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    Zitat Zitat von Werner01 Beitrag anzeigen
    Also fokale Theraphie wohl ehr nicht. Krebszellen hat man bei mir ja auch in 6 weiteen Biopsie-Proben gefunden
    Da kann dann wahrscheinlich bald aus Gleason 6 auch 7 a werden.
    Gibt es dann überhaupt noch eine Alternative zu einer Prostataektomie?
    Also so blöd sich das jetzt anhört - ich mach schon Blasenmuskeltraining.

    Ein Frage hätte ich noch. Wenn ihr von nervenschonend redet welchen
    Nerven meint ihr dann?
    Die Strahlentherapie ist eine gleichwertige Alternative zur RPE.

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