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Thema: Entscheidungshilfe erbeten !

  1. #1
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    Entscheidungshilfe erbeten !

    Mein Name ist Micha, ich bin 74 Jahre alt und bekam vor 7 Jahren die Diagnose Prostatakrebs. Meinen genauen Krankheitsverlauf findet man unter meinem Profil. Nach meiner Operation vor 7 Jahren und einer SR vor 2 Jahren bin ich nach wie vor absolut beschwerdefrei. Leider steigt der PSA-Wert seit einiger Zeit erheblich (z.Z. 4,01). Ein PSMA-PET-CT im Februar ergab keinen eindeutigen Befund. Ich stehe jetzt vor folgender Entscheidung: In 4 Wochen eine nächste PSA-Werteverlaufkontrolle oder eine sofortige antiandrogene Therapie oder eine erneute PSMA-PET-CT-Diagnostik. Ich weiß, dass es bei PSA = 4,01 Zeit wird, etwas zu unternehmen, habe aber Sorgen um Nebenwirkungen, die mein bisheriges beschwerdefreies und beruflich noch sehr aktives Leben beeinträchtigen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir bei der Entscheidung helfen ?

  2. #2
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    Moin Micha,

    nachdem bislang eine Antwort ausblieb, versuche ich mich mal.

    Du bist seit Februar 2017 registriert und hast das Profil wahrlich perfekt eingerichtet.

    Ich selbst bin zwar nicht operiert, sondern bestrahlt worden und das vor 12 Jahren. Ich bin fast 86 und das PSA war im April 2019 knapp bei 10 ng/ml. Ich möchte weitere PSA-Werte abwarten und habe aktuell keine Therapiepläne.

    Ich kannte aber Männer, die PCa hatten und trotz hoher PSA-Werte nichts unternahmen und trotzdem noch viele Jahre bei ausreichender Lebensqaulität weiterleben konnten.

    Ich möchte Dir keinen Rat geben. Mit 74 Jahren wirkt eine nach Deinem beschriebenen Status dann meist vorgesehene Hormonblockade auch eher heftig auf die körperlichen Kräfte ein, ganz abgsehenen auch von den Dir sicher bekannten Nebenwirkungen.

    Ich wünsche Dir ein gutes Nervenkostüm. Alles Gute für Dich.
    nicht nachlassen

  3. #3
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    Moin, danke für das Statement. Ja, es ist einfach schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Beginn einer Hormonblockade zu finden. Einerseits möchte man ja so lange wie möglich beschwerdefrei bleiben, auf der anderen Seite sitzt einem die Angst im Nacken, dass der Krebs immer weiter fortschreitet. Verwundert bin ich darüber, dass das PSMA-PET-CT bei meinem PSA kein vernünftiges Ergebnis gebracht hat. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, schon nach 4 Monaten ein neues Bild machen zu lassen.
    Gruß Micha

  4. #4
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    Hallo Micha,

    was empfiehlt denn der Urologe zu unternehmen? Wahrscheinlich bald mit Hormontherapie zu beginnen. Ich selbst würde erst ab 10 ng/ml damit anfangen.

    Die Bestrahlung der Prostataloge hat wenig gebracht, da die jetzt sichtbaren Metastasen nicht mitbestrahlt wurden. Dass das Tumorboard das PSMA PET/CT besser beurteilen kann als der zuständige Radiologe - glaube ich nicht. Da würde ich dessen schriftlichen Befund mehr trauen. In Münster kannst Du auch ein PSMA PET/MRT machen lassen. Damit sind die Befunde meist eindeutiger. Die Frage ist, was machst Du, wenn Du weißt wo die Metastasen sind?

    Man kann auch versuchen, die Metastasen zu bestrahlen, davon wird Dein Urologe aber wenig halten.

    Georg

  5. #5
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    Hallo Micha,

    hat man mit Dir darüber gesprochen, dass Dein Krebs PSMA-negativ sein könnte? Der Verdacht liegt nahe, wenn bei einem PSA-Wert von > 4 ng/ml nichts zu sehen ist. Dann ist eine weitere PSMA-PET/CT rausgeschmissenes Geld.

    Ralf

  6. #6
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    Leider hilft es nicht viel, wenn man darüber spricht, dass das PCa PSMA-negativ sein kann. Man braucht Fakten, die hier schwer zu erhalten sind. Die denkbaren Optionen lauten:
    1. Zweitbefundung durch Radiologen - eigentlich wurde die Lymphmetastase ja gefunden, nur der Urologe sieht sie nicht, also braucht man (mindestens) eine dritte Meinung. Schon bei Knochenbrüchen sind sich 3 verschiedene Ärzte bei mindestens 2 Fällen, die ich kenne, nicht einig gewesen, ob Bruch oder Schatten auf dem Röntgenbild oder noch nicht mal das.
    2. Weiteres PSMA PET/CT - bei einer VZ von 4 Monaten kann da dann schon besser was zu sehen sein.
    3. Die gesehene Stelle biopsieren und auf PCa und PSMA testen.
    4. Alternative Bildgebung, zum Beispiel mpMRT (bei Lymphknoten aber wenig hilfreich, vielleicht ist es ja eine andere Stelle, Knochen?) oder FDG-PET/CT (nicht so spezifisch, eventuell wieder "unklarer Befund"); und dann Biopsie oder gezielte Behandlung.
    5. Präparat aus RPE vor 7 Jahren auf PSMA-positiv testen lassen (UKE Hamburg oder Pathologie Bad Berka); da die Zellen vielleicht weiter mutiert sind, ist das für die heutige Situation nur aussagekräftig, wenn heutige Zellen genetisch ausreichend ähnlich sind - dazu müßte man heute biopsieren, und dann kann man diese Zellen gleich auf PSMA testen. Die damalige letzte VZ von ca. 1 Jahr und die heutige von 4 Monaten liegen nicht so nahe zusammen, dass man exakt die selbe Zelllinie annehmen sollte, aber es kann heute ausschließlich ein Gleason 4 übrig geblieben sein, dann ist es doch denkbar.
    6. Wenn das alles nicht bringt oder man es nicht machen läßt, gilt: fokal wird behandelt was man sieht (also hier nichts) und alles andere systemisch oder weiter abwarten (was bei PSMA-Negativität - genauso wie bei sehr schwacher PSA-Expression fortgeschrittener Tumore - ein deutliches Risiko beinhaltet).

  7. #7
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    Hallo Ralf, bei meinem ersten PSMA-PET-CT war mein PSA 2,18. Der Radiologe hat ja was gesehen, nur wurde das durch den Zweitbefund meines Urologen nicht bestätigt. (Siehe mein Profil)
    Daher kommt ja meine Unsicherheit. Mein Urologe, der mich auch damals operiert hat, hat vorgeschlagen jetzt entweder ein weiteres PSMA-PET-CT machen zu lassen oder mit der Hormonblockade zu beginnen. Das würde er hoffentlich nicht sagen, wenn er auch den Verdacht eines PSMA- neg. Krebsgeschehens bei mir hätte.
    Micha

  8. #8
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    Ich glaube nicht, dass ein Urologe den Befund eines Radiologen korrigieren sollte, der diese Bilder ständig auswertet. Der schriftliche Befund macht oft zu bestimmten Feststellungen keine klare Aussage, dies kann ein Urologe aber dann nicht besser auswerten.

    Als nächste Untersuchung empfehle ich ein PSMA PET/MRT, da enthält der Befund kaum Unklarheiten.

  9. #9
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    Nach einem halben Jahr, in dem es mir körperlich hervorragend ging, bin ich nun nach einem weiteren PSMA PET CT bei einem PSA-Wert von 6,84 angelangt. Mein Urologe legte dem schriftlichen Befund der PSA-Messung ein Rezept über Zoladex 10,8 bei. Mir ist klar, dass ich irgendwann nicht mehr um eine Antihormontherapie herum komme. Trotzdem fühlte ich mich beim Öffnen des Briefes ein wenig überrumpelt. Mir geht es körperlich sehr gut, habe keine Beeinträchtigungen durch die Krankheit. Ich hatte mir erhofft, dass ich die Lymphknoten bestrahlen lassen kann oder mit den zahlreichen anderen Möglichkeiten in den Griff kriege. Ich weiß gerade nicht, ob der einzige Weg im Moment wirklich nur der Hormonentzug ist? Vielleicht kann mir ja jemand einen Ratschlag geben.

  10. #10
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    Hier hatte ich beschrieben, welche Möglichkeiten es außer Hormontherapie gibt:
    http://www.prostatakrebse.de/informa...vtherapien.pdf

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