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Thema: Tumorboard u. klinische Realität

  1. #1
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    Tumorboard u. klinische Realität

    Zum Tumorboard ein aktueller Artikel von Prof. Heidenreich

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31079102
    (nach Anklicken des links, oben rechts auf Free Final Version gehen)

    Zitat (übersetzt):

    "Die Grundidee einer uroonkologischen multidisziplinären Teamdiskussion (MTD) ist die Bereitstellung der optimalen Therapie für einen einzelnen Patienten, die sich aus einer interdisziplinären, evidenzbasierten Diskussion wissenschaftlicher und klinischer Daten im Hinblick auf die verschiedenen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten von Fachärzten und Experten auf den Gebieten Urologie, Onkologie, Radioonkologie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin ergibt.
    Obwohl die Mehrheit der internationalen Richtlinien eine gemeinsame Entscheidungsfindung innerhalb von MTDs für Patienten mit lokal fortgeschrittenem, rezidivierendem und metastasiertem Prostatakrebs empfiehlt, sieht die klinische Realität völlig anders aus ….
    …..nur 34 bzw. 28% der Patienten mit Prostatakrebs und Blasenkrebs werden im interdisziplinären Tumorboard diskutiert ...."

    Hintergrund ist wohl:
    "Es muss jedoch betont werden, dass die Einrichtung einer MTD-Konferenz auf wöchentlicher Basis viele zusätzliche Arbeitszeiten und Verwaltungsverfahren erfordert ....."

    Franz



  2. #2
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    Es gibt eine Tatsache: Jedes DKG-zertifizierte Prostatazentrum MUSS nachweisen, dass alle Prostatakrebs-Patienten im Tumorboard besprochen wurden. Ohne diesem Nachweis, bzw. bei festgestellten Abweichungen während der Aktenkontrolle, gibt es kein Zertifikat.
    Wer sich also in einem DKG-zertifizierten Prostatazentrum behandeln lässt, kann ruhig davon ausgehen, dass sein Fall im Tumorboard stets besprochen wird.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  3. #3
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    Das mag ja wohl stimmen. Ich habe mich aber auch daran gestört, dass ich schriftlich nur einen einzigen Satz zugeschickt bekommen habe:
    "Aufgrund Ihres noch jungen Alters empfehlen wir eine RPE". Das hat mir definitiv nicht gereicht, warum, wieso im jungen Alter.

    Ich habe auch das Gefühl, dass ein Fall zwar vielleicht besprochen wird, aber für wie lange ? Ist eine Minimalzeit in Minuten vorgeschrieben ? Warum darf ein Patient nicht ein Protokoll seines Falls aus dem Tumorboard einsehen ? Nicht mal die Teilnehmer, wer denn an meinem Fall mitdiskutiert haben, war ersichtlich.

    Das alles habe ich nachher meinen Urologen mitgeteilt, und dann kamen natürlich schon einige Erklärungen, was natürlich nichts mit dem Tumorboard zu tun haben muss.

  4. #4
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    Ich gehe davon aus, dass wenn Prof. Heidenreich auf nur 34 Prozent der PK-Patienten, die im Tumorboard besprochen werden verweist, diese Zahl auch belegt ist.

    Franz

  5. #5
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    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Das mag ja wohl stimmen. Ich habe mich aber auch daran gestört, dass ich schriftlich nur einen einzigen Satz zugeschickt bekommen habe:
    "Aufgrund Ihres noch jungen Alters empfehlen wir eine RPE". Das hat mir definitiv nicht gereicht, warum, wieso im jungen Alter.

    Ich habe auch das Gefühl, dass ein Fall zwar vielleicht besprochen wird, aber für wie lange ? Ist eine Minimalzeit in Minuten vorgeschrieben ? Warum darf ein Patient nicht ein Protokoll seines Falls aus dem Tumorboard einsehen ? Nicht mal die Teilnehmer, wer denn an meinem Fall mitdiskutiert haben, war ersichtlich.

    Das alles habe ich nachher meinen Urologen mitgeteilt, und dann kamen natürlich schon einige Erklärungen, was natürlich nichts mit dem Tumorboard zu tun haben muss.
    1. Tumorboardentscheidungen sind zu begründen. Wenn das Tumorzentrum, an dem Sie behandelt wurden, mal wieder einer Prüfung unterzogen wird, wird man diesen knappen Satz sicherlich als nicht adäquat notieren.

    2. Minimalzeit ist nicht vorgeschrieben. Sie können aber davon ausgehen, dass es einige Zeit dauert, bis Radiologe / Pathologe Befunde vorgestellt haben, ehe man sich der Diskussion widmet.

    3. Jeder Patient hat das Recht auf Akteneinsicht. Das ist Ihr gutes Recht und Sie können das jederzeit verlangen, am besten direkt bei der Direktion des Krankenhauses.

    4. Bei jedem Tumorboard gibt es eine Teilnehmerliste. Diese wird auch auf dem Protokoll notiert. Wenn Sie also das vollständige Protokoll bekommen, werden Sie das auch sehen. Das ist eine auch Zertifizierungsvorgabe.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

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